Haefs | Perry Rhodan 2289: Der eiserne Finger Gottes | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2289, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Haefs Perry Rhodan 2289: Der eiserne Finger Gottes

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2288-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"

E-Book, Deutsch, Band 2289, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2288-9
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sie kämpfen für die geistige Freiheit - das Eisenbuch wird gesucht Die Bewohner der Erde leben unter der neu errichteten Herrschaft des angeblichen Gottes Gon-O, der aus der Verbindung eines wahnsinnigen Nocturnenstocks mit einem unsterblichen Kunstgeschöpf entstanden ist. Gon-O giert nach ARCHETIM, dem seit mehr als 20 Jahrmillionen in der Sonne existierenden 'Leichnam' einer mächtigen Superintelligenz. In einer Verzweiflungstat opfern sich Myles Kantor und sein Wissenschaftler-Team, um den drohenden Untergang des gesamten Solsystems aufzuhalten. Am Entstehungsort des 'Gottes', in der Großen Magellanschen Wolke, weiß die terranische Expedition unter Malcolm S. Daellians Leitung nichts von diesen dramatischen Ereignissen. Die Terraner an Bord der RICHARD BURTON mussten zuletzt sogar vor den überlegenen militärischen Kräften des Gegners fliehen. Ihr Ziel bleibt allerdings, das Übel an der Wurzel auszurotten: Die Vernichtung des Nocturnenstocks Satrugar, der das Zentrum von Gon-Os Wahn darstellt, scheint derzeit die einzige Herangehensweise zu sein. Während die RICHARD BURTON zwischen fremden Sternen kreuzt, spielen sich auf einem vergleichsweise unbedeutenden Planeten Dramen ab, die mit einem Artefakt in besonderem Zusammenhang stehen: Es ist DER EISERNE FINGER GOTTES...

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... bessere Fertigung von (unverständlich) könnte helfen. Ob es je möglich sein wird, auf dieser Kugel einen Flatterkarren (?) zu basteln, der zwischen den oberen Lampen fahren kann, ist aber zweifelhaft. Der nisako jelubar (?) sagt, Eisen-Eisen und (klebrige biegsame Stoffe?) seien dazu nötig, und um so etwas zu bauen, müssten Jahrtausende der Entwicklung einer geziemenden argitzal (?) geschehen.

Aus dem EISENBUCH, Kapitel 2

1.

In der Nacht hatte es geregnet. Wie von den Mond-Deutern vorhergesagt: Der Mond Xirth am Ostrand des Sternbilds Großes Flaumfell bedeutet göttliches Wohlwollen, vielleicht als Regen. Hier und da gab es winzige grüne Flecken im versengten Gras, und die eingerollten Blätter der Tuluz-Sträucher begannen sich zu öffnen und sonderten Duft ab.

Tum-Tawalik schloss das Tor hinter sich. Diesmal hockten keine Bettler an der Mauer. Er prüfte die Klappe vor der Zisterne; sie ließ sich einwandfrei bewegen, und auch der Lederbeutel, mit denen die Armen Wasser schöpfen konnten, war ordentlich am Seil befestigt.

Nach dem Regen hatte sich die übliche Dunstkuppel noch nicht wieder über Grachtovan aufgebaut. Wie ein riesiger Teich lag die Hauptstadt des Gottesreichs da: Reihen und Kreise dicht gedrängter Häuser und Hütten, wie Wellen, ausgelöst durch den riesigen schwarzen Finger Gottes in der Mitte. Kräuselwellen eines Lebenstümpels, dachte Tum-Tawalik, Wohnmorast. So hatte es ein wandernder Sänger beschrieben. Lange her; was wohl aus ihm geworden war?

Die Priester hatten ihm damals befohlen, die Stadt schnell zu verlassen. Aufrührerisch und lästerlich seien seine Lieder. Immerhin hatten sie ihn nicht gleich verurteilt und verbrannt. Finstere Männer in finsteren Gewändern in finsteren Gebäuden. Wie eine Insel in dem »Lebenstümpel« ragte das Labyrinth Gottes auf, mitten in Grachtovan: der hohe, spitze Finger Gottes aus unvorstellbaren Eisenmengen, daneben die verschachtelten, verwinkelten Sammelräume, Gebetskuppeln, Denkdome, Wohnhäuser und Verliese, alle zusammen »Grache« genannt. Schwarz auch unter dem rötlichen Gleißen von Dyon, der Sonne, an diesem Tag. Tum-Tawalik, der nur einen ledernen Leibschurz trug, hoffte, dass die Mond-Deuter und die anderen Priester in ihren düsteren Tüchern schwitzten.

Als er den klagenden Schrei eines Losso hörte, blickte er auf. Der dreieckige Raubgleiter schwebte über der Stadt. Plötzlich zog er sich zu einem Ball zusammen und stürzte hinab. Wahrscheinlich hatte er ein kleines Beutetier gesehen. Ratten und Mäuse und die sechsbeinigen Tempeltorger gab es reichlich.

Der Sklave Reshaq wartete im Schatten. Tum rückte die große Korbtasche zurecht, die er über der Schulter trug, und zupfte an seinem Gürtel. Der Beutel mit den Münzen klirrte leise, und der Griff des Messers drückte sich ein wenig in den Bauchpelz. Beruhigend. Ein schöner klarer Tag, und da es geregnet hatte, würden sich die Armen, die Bettler, die Streuner um die wenigen öffentlichen Zisternen drängen. Trotzdem – für den Knecht eines Reichen war es nicht ratsam, unbewaffnet auf den Markt zu gehen. In den Tümpel, den Lebensmorast.

Noch ein paar Stunden, sagte er sich; spätestens am Nachmittag würde alles wieder so dunstig sein wie gewöhnlich. Der beginnende Westwind, den er auf dem Fell spürte, brachte feinen Sand und Staub aus den Wüsten. Weit jenseits der Stadt, über den kahlen Gorissan-Bergen, stiegen die Rauchsäulen der Erzschmelzen in den rötlichen Himmel. Sand, Rauch und die Ausdünstungen der Stadt mit ihren hunderttausend Menschen würden bald die Kuppel wieder errichten, die die Sterne verbarg und neben Dyon nur die hellsten der sieben Monde übrig ließ.

»Was haben wir zu besorgen?« Reshaq, der ebenfalls eine Korbtasche trug, blickte von seinem Fuß auf. Die scharfe Kante des Schattens schien die vier Zehen vom dunklen Rest zu schneiden. Mit der zu lange nicht gestutzten Kralle des zweiten Zehs begann er im trockenen Gras zu scharren.

»Alles für das große Fest morgen«, sagte Tum. »Und ein paar andere Dinge.«

»Für das Fest? Das können wir aber gar nicht alles tragen.«

»Wir werden ein paar Träger mieten.«

Die verschränkten, verflochtenen Zweige der Zezo-Bäume sorgten dafür, dass die Reichen, die um den Hügel herum wohnten, der sengenden Sonne nicht unmittelbar ausgesetzt waren – wenn sie die eigenen Beine statt einer Sänfte benutzten. Diesen Vorzug genossen oft auch Bettler, die sich in den Schatten flüchteten, bis herbeigerufene Büttel sie vertrieben. Aber an diesem Morgen waren Tum und Reshaq allein.

Es gab wirklich sehr viel zu besorgen. »Hier ist ein Blatt mit den nötigen Dingen, Tum«, hatte der Herr gesagt. »Gehe Er und beschaffe alles.«

Er. Tum grinste vor sich hin. Wenn der edle Geon-Durn von Taraon schlecht gelaunt war, redete er seinen Knecht so an. Oder wenn Tum ihn durch irgendetwas verärgert hatte. Oder wenn der Herr lange ungestört sein wollte.

An diesem Morgen war der Herr heiter gewesen, und Tum-Tawalik hatte ihn nicht verärgert. Er konnte also davon ausgehen, dass der Edle von Taraon sich ausgiebig mit seinen merkwürdigen Geräten und Berechnungen befassen wollte, oben im Haus, in den Werkräumen. Oder mit den anderen Zerstreuungen, im Keller. Unter den Knechten, Mägden und Sklaven war Tum der Einzige, der ihn dabei stören durfte. Abgesehen von Hy'valanna natürlich, aber an die wollte Tum nun nicht denken.

*

Auf dem Markt herrschte das übliche Gedränge. Die Fronbauern aus den mühsam bewässerten Gärten östlich der Stadt schrien durcheinander und boten die Gemüse und Früchte feil, die sie dem Tempel und den Innungen nicht hatten abliefern müssen. Neben den Tischen der Schlachter pries ein Händler getrocknete oder in Salz eingelegte Fische an. Männer, die ihre Körperfelle unterschiedlich gefärbt oder gar schraffiert hatten – wahrscheinlich Leute einer Karawane aus dem fernen Südwesten –, hatten über mitgebrachte Böcke Bretter gelegt und darauf ihre Schätze getürmt: Salzbrocken, Säckchen mit hundert verschiedenen Gewürzen, seltene getrocknete Obstarten, Tierfelle, Krummdolche mit verzierten Griffen.

Und zwischen all den Verkäufern und Kunden, den jammernden Bettlern, quäkenden Kindern, dem Duft von Blumen und Beeren, dem Ruch schwitzender Körper, dem Gestank von faulem Fisch und mürben Sand-Algen, dem Feilschen und Rufen und Schimpfen gab es die beweglichen Inseln der Stille und Farblosigkeit: Büttel mit geschwärztem Fell, schwarzen Brustpanzern und kurzen dunklen Leibröcken, die schweigend umhergingen und alles beobachteten.

Am Rande des Markts begann die Große Tempelgasse, die zur Grache führte. Auf den Hinterbeinen hockten dort ein paar Sirips. Sie hatten die schuppigen Schwänze um die eigenen Schultern gelegt und blickten missmutig. Man sagte, sie könnten Gedanken lesen – vielleicht war das der Grund für den Missmut. Jedenfalls wenn ihr meine Gedanken lesen könnt, dachte Tum. Er hasste die langzahnigen, mannsgroßen Echsen. Als eines der Tragetiere ihn anblickte, stellte er die Ohren auf und bemerkte, wie sich seine Schnurrborsten sträubten.

Neben einer Zisterne drängten sich Dirnen und die zahlreichen Träger, Packer und sonstigen Tagelöhner, die auf ein wenig Arbeit und ein paar kleine Münzen hofften.

Tum-Tawalik wählte zehn Männer, die so aussahen, als könnten sie eine Last bis zum Anwesen seines Herrn tragen, ohne zusammenzubrechen. Jedem von ihnen versprach er zwei Bronzetropfen am Ende des Weges; dann machte er sich daran, die Liste abzuarbeiten, die Geon-Durn ihm mitgegeben hatte. Nach und nach wurde sein Beutel leichter: ein paar Bronzetropfen hier, ein oder zwei Kupferod dort, selten ein Silberling und nur einmal, an einem Stand mit teuren, exotischen Gewürzen und Kräutern, ein Goldsam. Die teuerste Münze, das Eisentum, blieb anderen Dingen vorbehalten. Kräuter, Gewürze und einige besonders köstliche Pilze – Yaqas – hatte Reshaq in seinen Korbtaschen zu tragen.

Als alles für das Fest beschafft war, wies Tum die Träger an, zum Anwesen des Edlen von Taraon zu gehen und vor dem Tor, im Schatten der Zezos, auf ihn zu warten. Er begab sich mit dem Sklaven zu einem anderen Teil des Markts, um die restlichen Besorgungen zu erledigen.

*

Auf dem breiten Tisch lagen ein paar Bücher, in Axilim-Leder gebunden, mehrere bunte Karten der gesamten Welt, einige, die je einen der sieben Kontinente zeigten, und zwei besonders fein ausgeführte des Gottesreichs. Außerdem allerlei Schreibzeug.

Der alte Händler musste mindestens zweihundert sein. Zweihundertmal hundertzwanzig Tage Erfahrung, dachte Tum-Tawalik; er schaute in die kühlen gelben Augen und versuchte, in den Fältchen ein Muster zu sehen.

»Und was ist dein Begehr?«, fragte der Alte. Er sprach nicht laut, aber trotzdem waren die Worte im Lärm und Gedränge des Markts gut zu hören.

»Blätter«, sagte Tum. »Fünfhundert Blätter. Tintenstein. Zwanzig gute Stifte. Und diese Weltkarte.«

Der Alte streckte die Hand aus. »Lass mich deine Hände sehen!«

»Wozu?«

Über das fahle Gesicht kroch ein Lächeln, das zwischen den Fransen des grauen Fells zu versickern schien. »Sei nachsichtig mit einem alten Mann. Es ist ein Spiel – sehen, ob ich nicht nur sehen, sondern auch noch erkennen kann.«

Reshaq seufzte leise. Tum-Tawalik streifte den Sklaven mit einem Seitenblick. »Geduld«, sagte er. Dann hielt er dem Alten die Rechte hin.

Der Mann betrachtete die Nägel der vier Finger, drehte Tums Hand um und musterte die...



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