Haensel | Perry Rhodan 1803: Der Riese Schimbaa | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1803, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Haensel Perry Rhodan 1803: Der Riese Schimbaa

Perry Rhodan-Zyklus "Die Tolkander"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-1802-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Die Tolkander"

E-Book, Deutsch, Band 1803, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-1802-8
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sie suchen das Tor zu Kummerog - eine Verheißung soll sich erfüllen Mit dieser Entwicklung konnte niemand rechnen: In direkter Nachbarschaft der Erde ist eine fremde Kultur aufgetaucht - und zwar auf Trokan, dem 'zweiten Mars', der in einer spektakulären Aktion gegen den Roten Planeten ausgetauscht worden war. Dabei ist die Situation im Jahr 1288 Neuer Galaktischer Zeitrechnung - das entspricht dem Jahr 4875 alter Zeit - angespannt genug. In der Menschheitsgalaxis haben die Arkoniden alte imperiale Träume wiederbelebt und das Kristallimperium etabliert. Seit Jahrzehnten beäugen sich die Machtblöcke der Arkoniden, der Liga Freier Terraner und des in sich zerstrittenen Forums Raglund voller Misstrauen. Perry Rhodan ist einer der wenigen, von denen sich Milliarden Intelligenzwesen in der Galaxis einen Ausweg aus der Krise erhoffen. Mit seinen unsterblichen Freunden hat sich der Terraner aus der Politik zurückgezogen und das geheimnisvolle Projekt Camelot aufgebaut. Eine neue Zivilisation in direkter Nachbarschaft zur Erde, die sich im Schutze eines Zeitrafferfeldes entwickelte - das konnte aber nicht einmal der unsterbliche Terraner einkalkulieren. Und was auf die Herreach zukommt, verändert deren gesamtes bisheriges Weltbild. Unter anderem erscheint DER RIESE SCHIMBAA ...

HUBERT HAENSEL Die Tiefen des Alls erschlossen sich dem 1952 in Waldershof geborenen Hubert Haensel schon mit acht Jahren. Die Comic-Reihe 'Nick, der Weltraumfahrer' beflügelte die Fantasie des jungen Mannes, der heute zu den Veteranen im Autorenteam von PERRY RHODAN gehört, der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Diese faszinierende Zukunftsgeschichte, die seit 1961 erscheint, lässt Haensel seitdem nie mehr los. PERRY RHODAN, das ist die Geschichte der Menschheit, die auf der Suche nach den Rätseln des Universums viele außerirdische Kulturen kennenlernt. Diese Begegnungen verlaufen oft friedlich, führen manchmal aber auch zu Konflikten, die Jahrtausende andauern. 'Der Traum, selbst einmal Geschichten zu erzählen, wurde auf dem Gymnasium geboren', sagt Haensel heute, 'doch erst nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und einigen Berufsjahren habe ich versucht, diesen Traum umzusetzen.' 1978 erschien sein erster Roman 'Das Geisterschiff' als Band 379 der Reihe TERRA ASTRA, und bald folgten viele weitere in verschiedenen Genres. Unter Pseudonymen wie Jan J. Moreno, George McMahon oder Hubert H. Simon schrieb er an den Serien 'Seewölfe', 'Dämonenkiller' und MYTHOR mit. Für 'Die Abenteuer' verfasste er nicht nur Romane, sondern war außerdem als Exposé-Autor tätig. Egal, ob es sich um Kriminal-, Abenteuer- oder Science-Fiction-Stoffe handelt, Hubert Haensel schafft es immer wieder, die Leser mit seinen spannenden und humorvollen Erzählungen zu begeistern. 1979 stieg er in die ATLAN-Serie ein, und 1994 wurde er Mitglied im Team der PERRY RHODAN-Autoren. Seitdem gestaltet er selbst die Geschicke jener kosmischen Figuren, die ihn seit seiner Kindheit begleiten und auch seine Lebenseinstellung entscheidend geprägt haben. 'Weder Hautfarbe noch Aussehen eines Wesens sind entscheidend', sagt Haensel heute, 'sondern ausschließlich seine geistige Haltung. Vielleicht besinnt sich die Menschheit eines Tages darauf und begreift, dass wir alle zusammen in einem winzigen Boot durch Raum und Zeit driften - in einem Boot, das wir Erde nennen.' Mit der Zeit übernahm er für PERRY RHODAN weitere Aufgaben wie die Koordination der Risszeichnungen, die Redaktion des PERRY RHODAN-Reports ab Band 1824 und die Bearbeitung der Silberbände ab Buch 81. Er verfasste die zwei 'Kosmos-Chroniken', die das Leben von Reginald Bull und Alaska Saedelaere verfolgen, wichtigen Wegbegleitern Perry Rhodans. Auch bei den Taschenbuchreihen, die im Heyne-Verlag erscheinen, ist er regelmäßig mit eigenen Romanen vertreten. Auf die Frage, welche Person der Zeitgeschichte er gerne gewesen wäre, antwortet Haensel verschmitzt: 'Neil Armstrong. Dann hätte ich wenigstens schon den Mond betreten, auch wenn das nur ein kleiner Schritt für einen SF-Autor ist.' Ganz irdisch lebt Hubert Haensel mit seiner Ehefrau in einer kleinen Stadt im Fichtelgebirge, wo das Leben zwar nicht so exotisch wie auf dem Mond, aber zweifellos angenehmer ist.
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1.


Das Hologramm hatte die Brillanz einer syntronisch nachbearbeiteten Studioaufnahme, vermittelte zugleich aber auch das Flair des Augenblicks. Deutlich traten die rötlich schimmernden Adern in dem gläsern wirkenden Gesicht hervor.

Der Schädel erinnerte an ein auf die Spitze gestelltes Ei. Die schräg stehenden, geschlitzten grünen Augen ebenso wie der kleine und schmale Mund wurden von dem fleischigen Nasenrüssel dominiert.

Die eigenartige Transparenz der Haut und des darunter liegenden Gewebes vervollständigten den Eindruck der Fremdartigkeit. Dieses Wesen war auf Trokan geboren worden, dem neuen vierten Planeten des Solsystems.

»… ich glaube, im Namen vieler zu sprechen, wenn ich behaupte, die Eingeborenen von Trokan sind Stiefkinder der Sonne …«

Die Sendung war eine perfekte optische Darstellung, verbunden mit einem Kommentar, der den Hunger nach mehr weckte. Aber das war leider alles illegal. Unmittelbar nach dem Ausfall des Zeitrafferfelds hatte der LFT-Kommissar Trokan zum absoluten Sperrgebiet erklärt.

»Die Sendung wird über Relais im gesamten Sonnensystem verbreitet«, lautete die lapidare Feststellung der Funkzentrale.

»Das interessiert mich nicht. Ich will wissen, ob die Peilung endlich steht.«

Bruno Drenderbaum, nur 1,65 Meter groß und schmächtig, mit rundem Gesicht, schwarzem Haarkranz und tief in den Höhlen liegenden dunklen Augen, wurde von anderen leicht übersehen. Ihm machte das nichts aus. Im Gegenteil. Mit seinem nachgiebigen Lächeln und der meist ein wenig ängstlich wirkenden Haltung trug er selbst dazu bei. Je weniger er als Assistent des LFT-Kommissars Beachtung fand, desto gezielter konnte er aus dem Hintergrund heraus agieren.

Die Wiedergabe im Hologramm wechselte und zeigte einen mit Wolkenfetzen bedeckten Nachthimmel. Flackerndes Wetterleuchten, von einzelnen Blitzen durchbrochen. Dann schmucklose, aus Backsteinen gemauerte Häuser, eine schmale Gasse, spärlich erhellt von primitiven Glühlampen.

Auf der Nachthälfte des Planeten brauten sich Gewitter zusammen. Sturmböen mit Geschwindigkeiten von mehr als fünfzig Stundenkilometern wirbelten die dünne Atmosphäre durcheinander. Nach Jahrmillionen konstanter Klimabedingungen im Schutz des Temporalfelds waren erstmals die Temperaturen in die Nähe des Gefrierpunkts gesunken. Das konnte nicht ohne Folgen bleiben.

»Wo bleiben die Daten? Überspielung zu mir!«

Ein Koordinatensystem. Drenderbaum achtete nicht mehr auf die Nachrichtensendung von Terrania News Report. In Gedankenschnelle wechselte die Wiedergabe auf dem Monitor.

Die Nachtseite des Planeten. Äquatorialbereich. Die automatische Funkpeilung blendete Markierungen ein. Endlich eine Stabilisierung.

SENDER WURDE LOKALISIERT. DISTANZ 2480 KILOMETER. ZIELKOORDINATEN …

»Ich übernehme den Anflug in Handsteuerung.«

Vor den beiden Korvetten, Beibooten des LFT-Flaggschiffs PAPERMOON, lag die größte Ansiedlung auf Trokan. Eingebettet in eine weitläufige, intensiv landwirtschaftlich genutzte Ebene, die nur im Norden von mittelgebirgsähnlichen Höhenzügen begrenzt wurde.

Eine Millionenstadt war rings um das 1089 Meter hohe Bohrkopfobjekt entstanden, das 250 Millionen Relativ-Jahre offenbar unbeschadet überdauert hatte. Was immer auf dem ehemaligen Archivplaneten der Ayindi geschehen war, es hatte am 15. September des Jahres 1222 NGZ begonnen, als genau dieser Bohrkopf sich aus dem Boden gewühlt hatte. Nur war er damals lediglich 30 Zentimeter groß gewesen.

Inzwischen stand die PAPERMOON im Zentrum der Stadt, auf dem freien Platz neben dem Bohrkopf. Cistolo Khan hatte erste Kontakte zu den Eingeborenen hergestellt.

»Ortung?«

Nichts. Weder Masse- noch Energieanzeige. Die Space-Jet der Terrania News Report war und blieb verschwunden.

»Dieser Bechner ist ein Hasardeur.« Bruno Drenderbaum knirschte mit den Zähnen. »Nur wenige Kilometer von der PAPERMOON entfernt dreht er seine Spots.«

Ihm war nicht klar, ob er den Chefreporter von TNR wegen seiner Unverfrorenheit bewundern, oder wegen Dummheit bedauern sollte. Wahrscheinlich ersteres. Die Space-Jet hatte Bechner vermutlich in einem Gebirgstal im Schutz des Deflektorschirms zurückgelassen.

Die Silhouette der Stadt. Deutlich erkennbar der weit mäandernde Flusslauf, der die Siedlung teilte. Nebel hing über der Szenerie; Bilder wie aus einem alten Kriminalfilm zur Zeit der ersten Mondlandung. Bruno Drenderbaum entsann sich. London war damals eine beschauliche Metropole gewesen.

DISTANZ 18 KILOMETER, erschien eine neue Einblendung auf dem Monitor.

»Das Ziel ist lokalisiert, es bewegt sich flussabwärts.«

Drenderbaum kniff die Brauen zusammen. Bevor er nachfragen konnte, kam ein Zusatz.

»Der Sender treibt auf dem Wasser.«

»Auffischen!«

Nicht übel, Bechner!, dachte er. Gar nicht ungeschickt. Aber das wird dir kaum helfen.

Das Hologramm erlosch. Augenblicke, bevor ein Traktorstrahl den Hyperfunksender an Bord der Korvette holte. Es handelte sich um eine Mini-Kamera mit Zusatzchip. Die Sendung hatte nahezu die gesamte zur Verfügung stehende Energie verbraucht. In wenigen Sekunden wäre deshalb der Antigrav ausgefallen und das teure Gerät im Schlamm des Flussbettes versunken.

»Die Suche flussaufwärts ausdehnen!«, bestimmte Drenderbaum. »Infrarot, Energie …«

»Ortung!«, meldete jemand. »Schwache Emission bei vier Kilometer Distanz.«

»Genauer!«

»Verzerrte Charakteristika einer Thermowaffe.«

»Ist dieser Sensationsreporter verrückt geworden?«, stieß Drenderbaum hervor. »Falls er sich mit Trokanern anlegt, wird er seines Lebens nicht mehr froh. Das verspreche ich. – Neue Position anfliegen! Landekommando fertig machen zum Aussteigen!«

*

Schieß!, dröhnte es unter Gloom Bechners Schädeldecke. Schieß, bevor er dich erwischt!

Sein Finger berührte den Auslöser … doch er zögerte. Die Korvetten der PAPERMOON würden die Energieentladung orten und wie Aasgeier herabstürzen. Was ihn danach erwartete, konnte er sich lebhaft ausmalen. Im schlimmsten Fall eine Anklage wegen Gefährdung der inneren Sicherheit der LFT. Das bedeutete, dass er seinen Job an den Nagel hängen musste. Und das wäre für ihn fast wie der Tod, denn er war Reporter mit Leib und Seele. Ohne den täglichen Balanceakt auf dem schmalen Grat zwischen Sensation und Moral würde er verkümmern wie eine Blume ohne Wasser.

»Gloom«, krächzte Sibyll, »willst du dich umbringen lassen?«

Sie war bis zu den Hütten zurückgewichen, während Mirco Adasta immer noch mitten auf der Gasse stand und ohne Rücksicht auf die eigene Sicherheit filmte. Ein kurzer Schwenk hinauf zu den Korvetten …

Das gibt wenigstens Material für einen würdigen Nachruf.

Schmerzhaft drückte das rostige Eisengeländer unter die Schulterblätter des Chefreporters. Er konnte nicht weiter zurück, nicht einmal mehr in die stinkende Kloake springen und untertauchen. Die Schritte des Monstrums erschütterten die Uferbefestigung. Eine massige Gestalt, dennoch seltsam unwirklich, transparent wie die Körper der Eingeborenen. Oder sogar durchscheinend. Für einen flüchtigen Moment schienen die Säulenbeine, schien der wuchtige Körper sich auflösen zu wollen …

Einbildung!

Bechner schoss, als die mächtigen Pranken nach vorne zuckten. Der Thermostrahl brannte sich in die Brust des Angreifers – oder floss er vorher auseinander? Dem Chefreporter blieb keine Zeit, sich darüber klar zu werden. Eine der Pranken klatsche neben ihm auf das Geländer, die Eisenstangen zerbrachen mit bösartig reißendem Geräusch; gleichzeitig verlor er den Halt und taumelte rückwärts.

Sein zweiter Schuss ging fehl und zog eine Glutspur quer über Backsteinmauern. Für die Dauer eines erschreckten Herzschlags ruderte Gloom Bechner hilflos mit den Armen.

Wieder stieß er gegen das Geländer, das jetzt weit über die Uferkante hing. Das Eisengitter fing ihn auf, doch als er nach einer der Querverstrebungen griff, sackte es ruckartig nach unten durch.

Er schrammte über die Ufermauer, der Schmerz raubte ihm beinahe die Besinnung. Nur noch als verzerrten Schemen nahm er die riesenhafte Gestalt über sich wahr.

Ein neuerlicher Ruck. Das Geländer brach weiter aus. Mit Händen und Füßen suchte Bechner Halt an der rauen Steinmauer, und irgendwie schaffte er es, sich abzustützen. Von oben erklang dumpfes Dröhnen und Poltern, als schleife eine Horde mittelalterlicher Belagerer die Stadtmauern.

Bislang hatten die Korvetten ihre Position flussabwärts nicht verändert. Immer noch verbot es sich von selbst, das Flugaggregat zu aktivieren. Den flachen Kombistrahler hatte Bechner wieder an der Magnethalterung befestigt; beide Hände verkrallte er in Mauerfugen, an denen er sich in die Höhe ziehen konnte. Dann, endlich, schwang er sich über die Uferkante hinweg. Gleichzeitig brach das Eisengeländer endgültig aus und verschwand aufspritzend in der stinkenden Brühe.

Bechners Blick fraß sich an dem Stiefelpaar fest, das zum Greifen nahe vor ihm aufragte. Wenn Mirco Adasta filmte, konnte alles um ihn herum im Chaos versinken, er nahm nichts anderes wahr als das Sucherbild.

Bechner folgte der Blickrichtung des Kameramanns. In einer der Fassaden klaffte ein ausgezacktes Loch. Kostbare Sekunden vergingen, bis er begriff, dass die seltsame Kreatur …

»Die Korvetten!«, warnte Sibyll.

Bedrohlich tief schwebten beide Beiboote heran. In gut zweihundert Meter Höhe schleuste ein Landetrupp aus.

Inzwischen kamen die ersten Trokaner, vom Lärm...



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