Haensel | Perry Rhodan 1842: Ein kleiner Freund | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 1842, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Haensel Perry Rhodan 1842: Ein kleiner Freund

Perry Rhodan-Zyklus "Die Tolkander"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-1841-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Die Tolkander"

E-Book, Deutsch, Band 1842, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-1841-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Er ist ein Fremder - ein Wesen, das man lieben muss Während Perry Rhodan und Reginald Bull sich in der fremden Galaxis Plantagoo behaupten müssen und Alaska Saedelaere in Tolkandir grauenvolle Erkenntnisse erlangt, geht die unheimliche Invasion in der Menschheitsgalaxis weiter. Im Frühjahr 1289 Neuer Galaktischer Zeitrechnung haben sich über 200.000 Raumschiffe der sogenannten Tolkander in der Milchstraße angesammelt. Die Besatzungen dieser Raumschiffe - die Neezer, Gazkar, Alazar und Eloundar - eroberten rund 300 Planeten und riegelten sie von der restlichen Galaxis ab. Die Bewohner dieser Welten - auch Brutplaneten genannt - werden von den Tolkandern als 'Bund' bezeichnet, wurden offenbar für einen geheimnisvollen Zweck benötigt, den bislang noch kein Galaktiker richtig herausfinden konnte. Chaeroder und Physander erschienen als weitere Völker der Tolkander und boten Friedensgespräche an. Im Verlauf dieser Gespräche wurden die galaktischen Delegationen nahezu komplett ermordet. Und dann erfolgt die grauenvolle Todeswelle auf 52 der Brutplaneten: Millionen und Abermillionen Menschen aller galaktischen Völker sowie der Tolkander sterben. Nach Abschluss dieser merkwürdigen Vorgänge ziehen sich die Tolkander in den Kugelsternhaufen 47 Tucani am Rand der Galaxis zurück. Und auf Olymp manifestiert sich EIN KLEINER FREUND ...

HUBERT HAENSEL Die Tiefen des Alls erschlossen sich dem 1952 in Waldershof geborenen Hubert Haensel schon mit acht Jahren. Die Comic-Reihe 'Nick, der Weltraumfahrer' beflügelte die Fantasie des jungen Mannes, der heute zu den Veteranen im Autorenteam von PERRY RHODAN gehört, der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Diese faszinierende Zukunftsgeschichte, die seit 1961 erscheint, lässt Haensel seitdem nie mehr los. PERRY RHODAN, das ist die Geschichte der Menschheit, die auf der Suche nach den Rätseln des Universums viele außerirdische Kulturen kennenlernt. Diese Begegnungen verlaufen oft friedlich, führen manchmal aber auch zu Konflikten, die Jahrtausende andauern. 'Der Traum, selbst einmal Geschichten zu erzählen, wurde auf dem Gymnasium geboren', sagt Haensel heute, 'doch erst nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und einigen Berufsjahren habe ich versucht, diesen Traum umzusetzen.' 1978 erschien sein erster Roman 'Das Geisterschiff' als Band 379 der Reihe TERRA ASTRA, und bald folgten viele weitere in verschiedenen Genres. Unter Pseudonymen wie Jan J. Moreno, George McMahon oder Hubert H. Simon schrieb er an den Serien 'Seewölfe', 'Dämonenkiller' und MYTHOR mit. Für 'Die Abenteuer' verfasste er nicht nur Romane, sondern war außerdem als Exposé-Autor tätig. Egal, ob es sich um Kriminal-, Abenteuer- oder Science-Fiction-Stoffe handelt, Hubert Haensel schafft es immer wieder, die Leser mit seinen spannenden und humorvollen Erzählungen zu begeistern. 1979 stieg er in die ATLAN-Serie ein, und 1994 wurde er Mitglied im Team der PERRY RHODAN-Autoren. Seitdem gestaltet er selbst die Geschicke jener kosmischen Figuren, die ihn seit seiner Kindheit begleiten und auch seine Lebenseinstellung entscheidend geprägt haben. 'Weder Hautfarbe noch Aussehen eines Wesens sind entscheidend', sagt Haensel heute, 'sondern ausschließlich seine geistige Haltung. Vielleicht besinnt sich die Menschheit eines Tages darauf und begreift, dass wir alle zusammen in einem winzigen Boot durch Raum und Zeit driften - in einem Boot, das wir Erde nennen.' Mit der Zeit übernahm er für PERRY RHODAN weitere Aufgaben wie die Koordination der Risszeichnungen, die Redaktion des PERRY RHODAN-Reports ab Band 1824 und die Bearbeitung der Silberbände ab Buch 81. Er verfasste die zwei 'Kosmos-Chroniken', die das Leben von Reginald Bull und Alaska Saedelaere verfolgen, wichtigen Wegbegleitern Perry Rhodans. Auch bei den Taschenbuchreihen, die im Heyne-Verlag erscheinen, ist er regelmäßig mit eigenen Romanen vertreten. Auf die Frage, welche Person der Zeitgeschichte er gerne gewesen wäre, antwortet Haensel verschmitzt: 'Neil Armstrong. Dann hätte ich wenigstens schon den Mond betreten, auch wenn das nur ein kleiner Schritt für einen SF-Autor ist.' Ganz irdisch lebt Hubert Haensel mit seiner Ehefrau in einer kleinen Stadt im Fichtelgebirge, wo das Leben zwar nicht so exotisch wie auf dem Mond, aber zweifellos angenehmer ist.
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1.


»… und wenn der Roboter nicht verrostet ist, funktioniert er noch heute.« Schrill unterbrach Ilara Clandor die Syntronstimme, die aus unsichtbaren Akustikfeldern erklang. »Diese Märchen sind blöd. Ich will andere Geschichten hören. Von Menschen und Blues und Gurrads.«

Sie starrte hinüber zu dem s-förmig geschwungenen Wandregal, auf dem, sauber aufgereiht, gut zwei Dutzend Puppen desaktiviert warteten. Die Löwenmähnigen hatten es ihr angetan, ebenso die zerbrechlich wirkenden Perlians. In ihren Träumen wurden diese Puppen lebendig und redeten mit ihr, wie die Erwachsenen es nie taten.

»Anson Argyris hat wirklich existiert«, fuhr der Servo unbeeindruckt fort. »Er war ein treuer Freund der Menschheit und …«

»Märchen!« Ilara schlug sich die Hände vors Gesicht. Sie wollte die holografische Darstellung nicht mehr sehen, diese Maschine in Menschenmaske, mit schwarz gekräuseltem, zu zwei Zöpfen geflochtenem Bart. Seit sie sechs Jahre alt geworden war – ihr Geburtstag vor einer Woche war das schönste Fest seit langem gewesen –, sehnte sie sich nach Aufregenderem. Mit sechs war sie groß genug und brauchte nicht mehr auf alle Verbote der Erwachsenen zu hören.

Vorsichtig blinzelte sie zwischen zwei Fingern hindurch. Er war noch da, der bärtige Roboter, und er blickte sie unverwandt an.

Ilara stampfte mit dem Fuß auf. Die Erschütterung nahm der Servo als Zeichen, mit dem Programm fortzufahren.

»Was soll ich dir erzählen, Ilara? Die Geschichte von Michael Rhodan, der als Roi Danton die Freihändler …?«

»Nein!«, stieß das Mädchen hervor. »Das ist langweilig.«

Die zwei Meter große, breitschultrige Gestalt beugte sich zu ihr herab.

»Womit kann ich dir eine Freude machen, kleine Ilara? Was willst du hören?«

»Ich bin nicht mehr klein!«, stieß sie trotzig hervor. »Ich bin schon sechs.«

»Natürlich, mein Mädchen …«

»Ich bin auch nicht dein Mädchen. – Erzähl mir vom Sternengeist.«

Manchmal bereitete es ihr unsagbares Vergnügen, allem zu widersprechen. Einfach nur so, grundlos. Dann fühlte sie sich stark. So wie jetzt.

»Der Sternengeist ist ein Trividprogramm«, erklärte der Servo. »Aus rechtlichen Gründen verfüge ich über keine solche Speicherung.«

Ilara seufzte betont.

»Komm, Pluto! Fuß!«

Sie strafte das Hologramm mit Nichtachtung und verließ den Wohnraum. Pluto folgte ihr schwanzwedelnd. Illie hatte den Hund von Ron zum Geburtstag bekommen – ein kleiner weißer Pudel, der von einem richtigen Hund kaum zu unterscheiden war.

»Öffnen!«, befahl sie.

»Es ist jetzt zwölf Minuten nach zweiundzwanzig Uhr«, sagte der Servo. »Du darfst morgen die Wohnung verlassen, Ilara, heute nicht mehr.«

Pluto begann mit beiden Vorderpfoten an der Tür zu kratzen.

»Ich gehe mit dem Hund nach draußen«, protestierte Ilara. »Er muss mal. Außerdem bin ich gar nicht müde.«

Der Servo schwieg.

»Hast du nicht gehört? Pluto muss zu seinem Lieblingsbaum.«

»Geh bitte schlafen, Ilara.«

Trotzig drückte sie ihre Hand auf die Kontaktfläche des Türöffners. Aber nichts geschah. Lediglich Pluto bellte leise. Er schien zu spüren, dass sie eingesperrt waren.

»Still!«

Er gehorchte aufs Wort. Illie kraulte ihm dafür das Nackenfell. Wie weich er sich doch anfühlte, wie warm, gar nicht wie ein Robotspielzeug.

»Du versäumst nichts, Ilara.«

Erwachsenengeschwätz! Natürlich verpasste sie viel. Eine Nacht konnte endlos lang sein. Und nachts kamen die Geister, die zwischen den Sternen lebten, und nur Kinder konnten sie sehen und mit ihnen reden. Diese Geister verstanden es, sich unsichtbar zu machen. Illie bewunderte das feuerrote Haar der kleinen Wesen – erst vor zwei Stunden war im Trivideo die neueste Folge gezeigt worden.

An ihrem Geburtstag hatte sie das Kodewort aufgeschnappt, mit dem Ron den Servo abschaltete. Sie sprach es wie ein Zauberwort aus.

Diesmal reagierte der Öffnungskontakt. Augenblicke später stand das Mädchen draußen auf dem breiten Korridor. Hier oben, in fast sechshundert Meter Höhe, herrschte eine ungewohnte Ruhe. Niemand war zu sehen. Die Leuchtplatten in der Decke verbreiteten nur ein fahles Dämmerlicht.

»Wohin gehen wir, Pluto? Was meinst du?«

Der Robothund rieb seinen Kopf an ihren Beinen.

»Ich weiß. Wir besuchen Anne. Einverstanden?«

Anne war eine ihrer Freundinnen aus dem Hort, und Anne war vor fünf Standardmonaten sechs geworden. Ilara beneidete sie deshalb. Auch weil Anne schon viel von den Sternen gesehen hatte. Oft erzählte sie, dass sie auf Terra geboren, aber bald darauf auf eine neu erschlossene Siedlungswelt umgezogen war. Dort hatte nicht einmal eine richtige Stadt existiert. Ihr Vater war Transmittertechniker wie Ron. Wohnten auf Olymp überhaupt Menschen mit einem anderen Beruf?

Der Korridor mündete in die Hauptstraße, die von den Anwohnern ihres Charakters wegen so genannt wurde. Tatsächlich handelte es sich um einen überaus breiten, von Büschen, Bäumen und blühenden Pflanzen bewachsenen Korridor. Für Verkehrsmittel war er nicht zugelassen. Lediglich zwei Transportbänder in gegenläufige Richtungen ermöglichten es, doppelte Schrittgeschwindigkeit zu erreichen.

»Hopp, Pluto! Stell dich nicht so dumm an.«

Der Hund hatte Probleme, auf das Band aufzuspringen. Wiederholt blieb er mit zwei Pfoten auf dem festen Boden zurück, bis er winselnd umkippte und Ilara ihn auf den Arm nahm.

»Ron muss dein Programm verbessern.« Sie kraulte das Fell. »Ich will, dass du Kunststücke lernst.« So wie Annes Chiuwaha, ein exotischer, armlanger Fünfzigfüßer, der es mittlerweile schaffte, ohne zu stolpern rückwärts zu gehen oder nur auf einem Teil seiner vielgelenkigen Beine.

Eine Gruppe Umweltangepasster kam ihr auf der anderen Straßenseite entgegen. Ihr dröhnendes Gelächter war weithin zu vernehmen. Die Kerle mit den sichelförmigen Haarkämmen machten Ilara angst, doch sie beachteten sie nicht einmal. Erst nach einer Weile wandte das Mädchen sich nach ihnen um. Ertruser erschienen ihr wie die bösen Riesen aus den uralten Sagengeschichten. Was wollten sie hier oben auf der Wohnetage? Neue Nachbarn?

Pluto begann in ihren Armen zu strampeln, sie setzte ihn wieder ab. Vor ihr weitete sich die Straße zu einer ausgedehnten Parkanlage. Die Wohnungen hier verfügten über große Balkons, die zum Teil schon fast von den weit ausladenden Baumkronen berührt wurden. Sieben Etagen lagen übereinander, und den Abschluss bildete eine gewölbte Kuppel, die den Himmel über Olymp erkennen ließ. Für einen Moment suchte Ilara nach vertrauten Sternbildern, aber das Streulicht über Trade City ließ nur einige besonders helle Sterne erkennen.

Zwei Stockwerke nach oben. Illie war zu bequem, die Rampe zu benutzen, sie ließ sich von dem für größere Lasten vorgesehenen Antigravfeld in die Höhe tragen. Ein Schwarm Vögel flatterte auf. Die Erbauer des Silos hatten Wert auf ein möglichst natürliches Umfeld für die Bewohner des Wohnturms gelegt. Zwanzigtausend Wohnungen – Ilara Clandor konnte mit der Zahl noch nichts anfangen, assoziierte sie aber immerhin mit »wahnsinnig viel«.

Annes Eltern waren wohlhabend, das ergab sich schon aus der Lage ihrer Wohnung, von der Größe ganz zu schweigen. Nicht, dass Ilara unzufrieden gewesen wäre, ganz und gar nicht, aber sie kam gerne hierher, weil der Ringkorridor zu einer der gläsernen Außenfronten führte, von denen aus Trade City weit zu überblicken war. Ilara stand oft nur da und drückte sich staunend die Nase platt.

Auch diesmal konnte sie nicht widerstehen. Trade City in der beginnenden Nacht war ein überwältigender Anblick. Boscyks Stern war bereits hinter dem Horizont versunken, nur noch verwehende Schleier des Abendrots geisterten über den Himmel. Ein tiefes Purpur und – dem Zenit entgegen – die Schwärze der Nacht bestimmten das Bild.

Die Stadt selbst hüllte sich in ein gleißendes Lichtermeer, das im Norden an den Gebirgshängen emporschwappte. Oft verschleierten Wolken die Sicht, doch heute war der Himmel klar. Ilara konnte in die Straßenschluchten hinabblicken, in denen das Leben auf vielen Ebenen pulsierte. Gleiter zogen mit blinkenden Positionslichtern gemächlich dahin, Laserstrahlen zeichneten Werbespots ans Firmament. Pluto begann zu knurren, als nur wenige Kilometer entfernt ein riesiger weißer Pudel entstand. Mühsam entzifferte Ilara die Werbeschrift – bewegte Bilder hatten sie schon immer mehr gereizt als stumpfsinnige Buchstaben.

»Schenkt eurem Kind Freude! Ein Robothund bringt den Umgang mit Tieren spielerisch nahe.«

Ein Stern fiel herab, gleich darauf ein zweiter, ein dritter … große Kugelraumer, Frachtschiffe, die aus der Milchstraße kamen. Ilara atmete hastiger, und ihr Atem beschlug die Scheibe. Mit beiden Händen drückte sie gegen das Glas. Wie Sternschnuppen zogen die Schiffe über Trade City hinweg, sie senkten sich dem Raumhafen entgegen.

»Wenn ich groß bin, fliege ich mit einem solchen Schiff«, flüsterte Illie. Pluto legte den Kopf schräg und schien ihren Worten zu lauschen. »Ich will die Sterne sehen, sie sind schön.«

Viel zu schnell verschwanden die Kugelraumer aus ihrem Blickfeld. Ilara suchte den Himmel nach weiteren Schiffen ab; sie reagierte enttäuscht, als sie keine fand. Trade City war auf einmal nicht mehr interessant.

»Komm!« Sie stieß sich ab und hastete vor Pluto her. Hinter ihr verwischten die fettigen Fingerabdrücke auf der selbstreinigenden Beschichtung der Scheibe.

Keinen Gedanken verschwendete Ilara an die Uhrzeit, als sie den Türmelder der Moltransschen Wohnung...



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