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E-Book, Deutsch, Band 1888, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Haensel Perry Rhodan 1888: Drei gegen Gousharan
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-1887-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Die Heliotischen Bollwerke"
E-Book, Deutsch, Band 1888, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-1887-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
HUBERT HAENSEL Die Tiefen des Alls erschlossen sich dem 1952 in Waldershof geborenen Hubert Haensel schon mit acht Jahren. Die Comic-Reihe 'Nick, der Weltraumfahrer' beflügelte die Fantasie des jungen Mannes, der heute zu den Veteranen im Autorenteam von PERRY RHODAN gehört, der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Diese faszinierende Zukunftsgeschichte, die seit 1961 erscheint, lässt Haensel seitdem nie mehr los. PERRY RHODAN, das ist die Geschichte der Menschheit, die auf der Suche nach den Rätseln des Universums viele außerirdische Kulturen kennenlernt. Diese Begegnungen verlaufen oft friedlich, führen manchmal aber auch zu Konflikten, die Jahrtausende andauern. 'Der Traum, selbst einmal Geschichten zu erzählen, wurde auf dem Gymnasium geboren', sagt Haensel heute, 'doch erst nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und einigen Berufsjahren habe ich versucht, diesen Traum umzusetzen.' 1978 erschien sein erster Roman 'Das Geisterschiff' als Band 379 der Reihe TERRA ASTRA, und bald folgten viele weitere in verschiedenen Genres. Unter Pseudonymen wie Jan J. Moreno, George McMahon oder Hubert H. Simon schrieb er an den Serien 'Seewölfe', 'Dämonenkiller' und MYTHOR mit. Für 'Die Abenteuer' verfasste er nicht nur Romane, sondern war außerdem als Exposé-Autor tätig. Egal, ob es sich um Kriminal-, Abenteuer- oder Science-Fiction-Stoffe handelt, Hubert Haensel schafft es immer wieder, die Leser mit seinen spannenden und humorvollen Erzählungen zu begeistern. 1979 stieg er in die ATLAN-Serie ein, und 1994 wurde er Mitglied im Team der PERRY RHODAN-Autoren. Seitdem gestaltet er selbst die Geschicke jener kosmischen Figuren, die ihn seit seiner Kindheit begleiten und auch seine Lebenseinstellung entscheidend geprägt haben. 'Weder Hautfarbe noch Aussehen eines Wesens sind entscheidend', sagt Haensel heute, 'sondern ausschließlich seine geistige Haltung. Vielleicht besinnt sich die Menschheit eines Tages darauf und begreift, dass wir alle zusammen in einem winzigen Boot durch Raum und Zeit driften - in einem Boot, das wir Erde nennen.' Mit der Zeit übernahm er für PERRY RHODAN weitere Aufgaben wie die Koordination der Risszeichnungen, die Redaktion des PERRY RHODAN-Reports ab Band 1824 und die Bearbeitung der Silberbände ab Buch 81. Er verfasste die zwei 'Kosmos-Chroniken', die das Leben von Reginald Bull und Alaska Saedelaere verfolgen, wichtigen Wegbegleitern Perry Rhodans. Auch bei den Taschenbuchreihen, die im Heyne-Verlag erscheinen, ist er regelmäßig mit eigenen Romanen vertreten. Auf die Frage, welche Person der Zeitgeschichte er gerne gewesen wäre, antwortet Haensel verschmitzt: 'Neil Armstrong. Dann hätte ich wenigstens schon den Mond betreten, auch wenn das nur ein kleiner Schritt für einen SF-Autor ist.' Ganz irdisch lebt Hubert Haensel mit seiner Ehefrau in einer kleinen Stadt im Fichtelgebirge, wo das Leben zwar nicht so exotisch wie auf dem Mond, aber zweifellos angenehmer ist.
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2.
Die Dscherro brachten neue Gefangene und technische Beute. Unter normalen Umständen hätte Bousseor sich sofort ein interessantes Aggregat herausgesucht, und seine Haut wurde schon bei dem Gedanken daran schleimig wässrig – doch diesmal unterdrückte er seine Gier.
Eben erst hatte er einen zweiten Funkimpuls empfangen, ein Signal, das eindeutig aus der Burg stammte, ultrakurz und mit höchster Informationsdichte, aber von keinem Dscherro.
Bousseor benötigte geraume Zeit, um das Signal zu dehnen. Dennoch schaffte er es nicht, Absender und Inhalt herauszufinden. Die Sendung war kompliziert verschlüsselt und gehackt.
Mit beiden oberen Armen wischte Bousseor sich über die seitlichen Augen, die unteren Arme führte er zum Mund knapp über dem Halsansatz – eine Geste des Nachdenkens und Nicht-gestört-werden-wollens. Der Absender hatte es fertiggebracht, den Schutzschirm der Burg zu überwinden. Aber zweifellos nicht die Barriere, die Gousharan vom Planeten Thorrim aus in diesen unbekannten Bereich des Weltraums versetzt hatte …
Flüchtig dachte Bousseor daran, dass der »Ungehörnte« versprochen hatte, das Heliotische Bollwerk werde den Dscherro das Tor zu allen Reichtümern des Universums öffnen.
… falls der Terraner wusste, dass der Rafferimpuls die Nebelwand nicht durchdringen konnte, bedeutete das zwangsläufig, dass ein Helfer innerhalb der Barriere wartete, um die Aufzeichnung von innen nach außen zu tragen. So einfach war das.
Bousseors Pflicht wäre es gewesen, den zuständigen Serofen zu verständigen. Aber was hatte er schon in der Hand? Nichts außer Vermutungen und nur halb beweisbaren Tatsachen.
Der Rafferimpuls war mit engem Vektor abgestrahlt worden. Das half, den Bereich des vermeintlichen Empfängers einzugrenzen.
Bousseor war so stark erregt wie lange nicht mehr. Erneut wischte er sich Schleim von den Lidern und verteilte ihn übers ganze Gesicht, anschließend griff er nach einer schweren Handfeuerwaffe und mehreren selbststeuernden Minen und verließ den Überwachungsraum.
Die Funkanlage seines Anzugs war auf die fremde Frequenz justiert. Bousseor durfte sicher sein, dass er weitere Rafferimpulse sofort registrieren würde.
*
Die Siganesen hatten den geeigneten Raum für ihren Stützpunkt gefunden: auf der Ebene über den Verliesen der Terraner, in greifbarer Nähe einer Schaltstation, die als starke Energiequelle Streustrahlung emittierte. Allem Anschein nach wurden von hier aus hydroponische Gärten und ähnliche Anlagen überwacht, die eine vorübergehende autarke Versorgung der Burg ermöglichen sollten.
Die Wahl war auf ein Deckensegment und einen Hohlraum von gut einem Quadratmeter Grundfläche gefallen. Die Siganesen hatten in die Deckenverkleidung eine Öffnung von zehn mal zehn Zentimetern geschnitten und das herausgetrennte Stück in ein leicht bewegliches Schott verwandelt. Für jeden, der nicht auf die Schnittstelle schaute, war die Veränderung nicht wahrnehmbar.
Während Domino Ross die Feinarbeit erledigte, fiel es Rosa und Arno zu, die in den Maschinenräumen zurückgelassene Antigravscheibe mit den Transmitterbausteinen und der übrigen Ausrüstung herbeizuschaffen. Als die beiden nach mehr als zwei Stunden noch immer verschwunden blieben, beschlich Ross eine ungute Vorahnung. Was, wenn seine Begleiter von Dscherro entdeckt und gestellt worden waren? Er dachte nicht daran, stur wie ein Roboter zu reagieren – nicht, wenn Rosa Borghans Gesundheit auf dem Spiel stand. So schwer ihm das Eingeständnis fiel, Rosa bedeutete mehr für ihn als nur eine flüchtige Affäre. Das war ihm endgültig bewusst geworden, als er sie ohnmächtig in den Armen gehalten hatte; der Gedanke, sie zu verlieren, besaß etwas Erschreckendes.
Ohne die fehlenden Ausrüstungsgegenstände gab es für ihn wenig zu tun. Domino begann eine unruhige Wanderung, dreißig Schritte hin und dreißig zurück. Zufriedenstellend war das nicht. Sekundenlang hielt er inne, dann öffnete er die Klappe und ließ sich vom Antigrav und im Schutz der Unsichtbarkeit nach unten tragen.
Es war Wahnwitz, Rosa und Arno aufspüren zu wollen. Die beiden konnten jeden denkbaren Weg genommen haben.
Aber dreieinhalb Stunden inzwischen. Wie hatte Arno gesagt? »Wir kriegen die Dscherro am Arsch, das schwöre ich!« Hoffentlich war es nicht umgekehrt.
Lärm brandete auf. Dscherro trieben eine Gruppe Gefangener vorbei, Frauen, Kinder und einige Männer. Sie sprangen mit ihnen schlimmer um als mit einer Viehherde.
Ein kleiner Junge stolperte über die eigenen Beine, stürzte und schlug sich das Gesicht blutig. Wimmernd rollte er sich zusammen und reagierte nicht, als ihn einer der Gehörnten in seiner bellenden Sprache anbrüllte. Der Dscherro riss den Jungen hoch und stieß ihn wie einen Spielball von sich; der Kleine ruderte mit den Armen, prallte gegen die anderen Geiseln und riss drei oder vier mit sich zu Boden.
»Schweine seid ihr – elende Bastarde!« Eine ältere Dame – Domino schätzte sie auf mindestens hundertvierzig, und ihre vor kurzem noch elegante Kleidung war verdreckt und zerfetzt – verlor die Beherrschung. Mit bloßen Fäusten stürzte sie sich auf den Dscherro. »Bedeutet Leben euch überhaupt nichts?«, schrie sie mit sich überschlagender Stimme.
Sie wollte dem Gehörnten die Waffe entreißen; doch der Dscherro stieß nur einen Grunzlaut aus, als er mit einer Pranke ihre Handgelenke umklammerte und sie ruckartig an sich zog.
»Bestien seid ihr, unmenschliche Tiere, möge die tiefste Hölle euch …«
Der Dscherro bewegte nur den Kopf, ein kurzes, ruckartiges Nicken, aber sein Stirnhorn drang durch Fleisch und Sehnen. Aus weit aufgerissenen Augen starrte die Frau ihn an, unfähig zu verstehen, was mit ihr geschah. Sie war schon tot, als der Dscherro sie aus seinem Griff entließ.
Dass die Kinder sich kreischend aneinanderdrängten, dass eines beim anderen Schutz suchte, interessierte die Gehörnten nicht. Wer nicht schnell genug reagierte, bekam die Schockpinsel zu spüren.
Domino, der im Schutz der Unsichtbarkeit die entsetzliche Szene beobachtet hatte, bebte vor Zorn. Seine Rechte verkrampfte sich um den Kolben seines Strahlers. Keiner durfte ihm kommen und versuchen, die Verbrechen der Dscherro mit deren fremdartiger Mentalität zu erklären oder womöglich mit dem Schock, den die Versetzung ihrer Burg nach Terrania bei ihnen ausgelöst hatte. Solche Brutalität war mit nichts zu rechtfertigen.
Achtlos stieß der Dscherro den Leichnam zur Seite – dann riss er die nächste Frau an den Schultern herum und begann sie zu schütteln, als wolle er ihr alle Knochen im Leib brechen.
Das war mehr, als Domino Ross verkraften konnte. In dem Moment dachte er weder an die eigene Sicherheit noch daran, dass Rache niemals eine Bluttat ungeschehen machen konnte. Er sah nur die kalkweißen Gesichter der Kinder, das Grauen in ihren Augen – und spürte plötzlich die Thermitgranate in seiner Hand.
»Ich krieg' dich, du Mistkerl!« Beinahe hätte er den Satz laut hinausgeschrien. Die Beschleunigung des Gravo-Paks riss ihn vorwärts.
Er landete auf der Schulter des Dscherro, der grunzend den Kopf drehte. Der Kerl sah nichts, spürte aber gleichwohl die Berührung und schlug mit der Linken zu, als wolle er ein lästiges Insekt verscheuchen. Domino hatte da die Granate schon in das Kettenhemd des Gehörnten fallen lassen und schwebte mit dem Antigrav in die Höhe.
Der Dscherro stieß ein urwüchsiges Brüllen aus, als sein Wams aufzuglühen begann. Innerhalb von zwei Sekunden entfaltete die Thermitladung ihre volle Energie. Der Gehörnte verbrannte in einer irrlichternden Erscheinung. Für die anderen musste es aussehen, als hätten sich die Energiemagazine entzündet, die er am Körper trug.
Domino erstarrte innerlich, als er sah, dass einer der Dscherro die Waffe hob und auf einen dicken Mann mit schweißtriefendem Gesicht und klatschnass im Nacken klebendem Haar zielte. Sonst reagierten die Fremden nicht auf den ungewöhnlichen Vorgang. Sie waren den Tod gewohnt.
Das hatte er nicht gewollt. Domino riss den Strahler von der Magnethalterung und nahm die Waffe in beide Hände. Er konnte nicht mehr zurück; er hatte getötet, um Leben zu retten, und er würde wieder töten müssen, sollte nicht alles noch schlimmer werden. Ein Teufelskreis, den er losgetreten hatte.
»Nicht schießen!« Der Dicke sackte in die Knie. »Nicht schießen, bitte nicht. Was wollt ihr von uns? Sagt es doch endlich, aber … bitte, lasst mich am Leben.« Schluchzend sank er vornüber, von Zuckungen geschüttelt, und er schrie auf, als der Dscherro ihn mit dem Ende der Waffe berührte. »Tut mir nichts! Nein!«
Der Gehörnte stieß ihn unsanft vorwärts. Weiter ging es, einem ungewissen Schicksal entgegen.
Domino Ross atmete erleichtert auf. Er hätte sich selbst nicht mehr anschauen können, hätten die Terraner für seine unüberlegte Tat leiden müssen. Damit, dass er den Dscherro getötet hatte, wurde er hoffentlich bald fertig.
Er folgte den Dscherro, bis er sicher sein konnte, dass sie ihre Gefangenen nicht für den Zwischenfall zur Rechenschaft ziehen würden, dann drehte er um. Ohne weiteren Aufenthalt erreichte er die Maschinenhalle, in der die Antigravscheibe mit der Ausrüstung zurückgeblieben war.
Nichts davon war noch da.
Falls die Gehörnten das Versteck entdeckt hatten, standen nicht nur miniaturisierte Spionagegeräte im Wert von einigen Millionen Galax auf dem Spiel …
Auf dem Absatz machte Domino kehrt.
*
»Du vergnügst dich in Gousharan, während Arno und ich Blut und Wasser geschwitzt haben.« Rosas...




