Haensel | Perry Rhodan 2053: Der neue Tato | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2053, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Haensel Perry Rhodan 2053: Der neue Tato

Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2052-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Die Solare Residenz"

E-Book, Deutsch, Band 2053, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2052-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Konterbande für Ertrus - Perry Rhodan im verdeckten Einsatz Gegen Ende des Jahres 1303 Neuer Galaktischer Zeitrechnung, das dem Jahr 4890 alter Zeit entspricht, hat für die Bevölkerung der Milchstraße eine ganz entscheidende Phase ihrer Geschichte begonnen - ohne daß der 'normale Mensch' bislang etwas mitbekommen hat. Diese Phase ist Resultat einer Entwicklung, die letztlich damit begann, daß sich die Liga Freier Terraner der Koalition Thoregon angeschlossen hat, einem Zusammenschluß friedliebender Völker aus sechs Galaxien. Das Kristallimperium der Arkoniden unter dem machtgierigen Imperator Bostich I. hat sich in den letzten Tagen des Jahres 1303 NGZ verändert: Unter der Bezeichnung Göttliches Imperium versucht es nun, seine Macht über die Milchstraße auszudehnen. Es ist absehbar, daß Arkon bald seine Hand nach der Erde ausstrecken wird. Perry Rhodan versucht seit langem, einen umfassenden galaktischen Krieg zu vermeiden. Jetzt aber sieht er sich einer noch größeren Bedrohung ausgesetzt. Aus den Bewußtseinen von 35.000 terranischen Monochrom-Mutanten und dem mit dem Anzug der Phantome ausgerüsteten Wrehemo Seelenquell entstand auf Arkon eine neue Wesenheit: die Superintelligenz SEELENQUELL. Rhodan wurde Zeuge dieser Entstehung, und ihm gelang die Flucht aus dem Arkon-System. In der Folge beginnt der Terraner mit Gegenreaktionen. Ein Ziel dabei ist Ertrus - denn dort residiert DER NEUE TATO...

HUBERT HAENSEL Die Tiefen des Alls erschlossen sich dem 1952 in Waldershof geborenen Hubert Haensel schon mit acht Jahren. Die Comic-Reihe 'Nick, der Weltraumfahrer' beflügelte die Fantasie des jungen Mannes, der heute zu den Veteranen im Autorenteam von PERRY RHODAN gehört, der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Diese faszinierende Zukunftsgeschichte, die seit 1961 erscheint, lässt Haensel seitdem nie mehr los. PERRY RHODAN, das ist die Geschichte der Menschheit, die auf der Suche nach den Rätseln des Universums viele außerirdische Kulturen kennenlernt. Diese Begegnungen verlaufen oft friedlich, führen manchmal aber auch zu Konflikten, die Jahrtausende andauern. 'Der Traum, selbst einmal Geschichten zu erzählen, wurde auf dem Gymnasium geboren', sagt Haensel heute, 'doch erst nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und einigen Berufsjahren habe ich versucht, diesen Traum umzusetzen.' 1978 erschien sein erster Roman 'Das Geisterschiff' als Band 379 der Reihe TERRA ASTRA, und bald folgten viele weitere in verschiedenen Genres. Unter Pseudonymen wie Jan J. Moreno, George McMahon oder Hubert H. Simon schrieb er an den Serien 'Seewölfe', 'Dämonenkiller' und MYTHOR mit. Für 'Die Abenteuer' verfasste er nicht nur Romane, sondern war außerdem als Exposé-Autor tätig. Egal, ob es sich um Kriminal-, Abenteuer- oder Science-Fiction-Stoffe handelt, Hubert Haensel schafft es immer wieder, die Leser mit seinen spannenden und humorvollen Erzählungen zu begeistern. 1979 stieg er in die ATLAN-Serie ein, und 1994 wurde er Mitglied im Team der PERRY RHODAN-Autoren. Seitdem gestaltet er selbst die Geschicke jener kosmischen Figuren, die ihn seit seiner Kindheit begleiten und auch seine Lebenseinstellung entscheidend geprägt haben. 'Weder Hautfarbe noch Aussehen eines Wesens sind entscheidend', sagt Haensel heute, 'sondern ausschließlich seine geistige Haltung. Vielleicht besinnt sich die Menschheit eines Tages darauf und begreift, dass wir alle zusammen in einem winzigen Boot durch Raum und Zeit driften - in einem Boot, das wir Erde nennen.' Mit der Zeit übernahm er für PERRY RHODAN weitere Aufgaben wie die Koordination der Risszeichnungen, die Redaktion des PERRY RHODAN-Reports ab Band 1824 und die Bearbeitung der Silberbände ab Buch 81. Er verfasste die zwei 'Kosmos-Chroniken', die das Leben von Reginald Bull und Alaska Saedelaere verfolgen, wichtigen Wegbegleitern Perry Rhodans. Auch bei den Taschenbuchreihen, die im Heyne-Verlag erscheinen, ist er regelmäßig mit eigenen Romanen vertreten. Auf die Frage, welche Person der Zeitgeschichte er gerne gewesen wäre, antwortet Haensel verschmitzt: 'Neil Armstrong. Dann hätte ich wenigstens schon den Mond betreten, auch wenn das nur ein kleiner Schritt für einen SF-Autor ist.' Ganz irdisch lebt Hubert Haensel mit seiner Ehefrau in einer kleinen Stadt im Fichtelgebirge, wo das Leben zwar nicht so exotisch wie auf dem Mond, aber zweifellos angenehmer ist.
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1.


»Die Überheblichkeit dieser terranischen Siedler ist mit der Körpermasse gewachsen – ihr Verstand nicht. Dennoch werden sie einsehen müssen, dass ihr lächerlicher Widerstand nichts anderes ist als der Trotz verzogener, eigensinniger Kinder.«

»Ich werde ihren Widerwillen brechen. Sehr bald …«

Forman da Ricce, Tato von Ertrus,

zwei Tage vor seinem gewaltsamen Tod

Im Salventakt feuerten die Geschütze der Jäger; die aufglutenden Einschläge zogen eine Spur der Vernichtung durch die Schlucht. In aberwitzigem Tempo veränderte sich die Wiedergabe der Relieftaster, traten die über Hunderte von Metern nahezu senkrecht abfallenden Felswände enger zusammen.

»Reflex zeichnet wieder!«

Wie ein Leuchtfeuer loderten die Triebwerksemissionen des Rebellengleiters in der Anzeige. Es war ein obskures Objekt, das den Verfolgern zu entkommen suchte, halb Space-Jet, halb Gleiter, und die Massetaster zeichneten unaufhörlich neue Variationen.

»Ich gehe tiefer und setze den Fangschuss.«

»Unterschätze die Gegner nicht, Harman. Falls sie hier einen Unterschlupf …« Störgeräusche verzerrten die Stimme. Die Reliefortung zerfaserte … stabilisierte sich und brach von neuem zusammen.

»Hochziehen!«, dröhnte die Stimme des Ersten Piloten auf. »Ich empfange etwas wie die Streustrahlung eines Virtuell…«

Eine Explosion zerfetzte den Jäger in wabernder Glut.

»Bei den She'Huhan, eine Falle …« Die andere Stimme war kaum noch verständlich.

Es gab kein Ausweichen. Der Glutball wuchs ins Riesenhafte an.

Übergangslos endete die Aufzeichnung.

Subeat dom Cyllken zuckte mit den Achseln. Seine Miene war starr. Zwei Ein-Mann-Jäger mehr oder weniger auf der Verlustliste, das interessierte bestenfalls die Statistiker, deren Aufgabe es war, die übliche, längst standardisierte Mitteilung an die Familien der Piloten zu geben:

… ihr Leben gelassen für das Kristallimperium. In treuer Pflichterfüllung. Ihr Andenken wird einen ehrenvollen Platz in den Annalen des Kristallimperiums erhalten.

Gezeichnet Subeat dom Cyllken, Tato von Carnol und Jekze, neu ernannt zum Tato von Ertrus

»Sie lernen es nicht, sie sind so wild wie ihre Welt. Dabei verfahre ich nachsichtig mit ihnen. Was soll ich noch tun?« Subeat dom Cyllken erwartete keine Antwort von der Ordonnanz, die seit Minutenfrist in ehrerbietiger Haltung verharrte und darauf wartete, zum Reden aufgefordert zu werden.

Mit zwei Fingern fuhr der Tato über seine schmale Nase. Die dichten Brauen zusammengekniffen, zeigte sich ein unheilvolles Flackern in seinen dunkelroten Augen. Mit einer knappen Handbewegung aktivierte er eine Funkverbindung.

»Ebnet die Schlucht ein! Umgehend!« Etwas weniger nachdrücklich fügte er hinzu: »Falls dort noch Rebellen sind, lasst sie entkommen. Als Warnung für alle anderen.«

Erst danach schien er sich wieder der Ordonnanz zu entsinnen. »Ich höre!«

»Mascant Kraschyn hat seine Ankunft angekündigt, Tato. Das Flaggschiff AUMOKJON befindet sich im Anflug auf Ertrus.«

Subeat dom Cyllken nickte knapp. »Wann?«, wollte er wissen.

»In weniger als einer halben Tonta, Erhabener.«

*

Es war ein eigenartiges Empfinden, im Herzen des Planeten, auch wenn dieses Herz vor über zwei Monaten zu schlagen aufgehört hatte, Einsamkeit zu spüren. Wo sich einst die klobigen Gebäude der Metropole Baretus erhoben hatten, herrschte Leere, und der Blick schweifte ungehindert bis an den Horizont, bei klarer Sicht bis zur schroffen Silhouette des fernen Buckligen Reiters.

Oft in den vergangenen Wochen hatte Subeat dom Cyllken das Dach des Verwaltungsgebäudes betreten. Immer nur für kurze Zeit, wenn kein Athor oder Orbton ihn vermissen konnte. Hoch über dem Staub des Stadtkerns fühlte er eine wohltuende Ruhe, die wenigstens vorübergehend die stete Hektik und Bedrohung auf dieser Welt vergessen ließ.

Er war Tato auf mehreren dem Kristallimperium neu eingegliederten Planeten gewesen. Seine dortigen Erfolge ließen sich auf Ertrus leider nicht wiederholen, das hatte Subeat dom Cyllken inzwischen schmerzlich erkannt. Ertrus war die Hölle, eine Strafe für jeden, der ins Kreit-System abkommandiert wurde.

Der Tato murmelte eine Verwünschung. Gemessenen Schrittes ging er zu den grell markierten Landeplätzen hinüber, und sein Blick schweifte suchend in die Höhe. Der wolkenverhangene Himmel ließ nur wenige Lichtpunkte in einem fernen Orbit erkennen – Schiffe der ruhmreichen Vierten Imperiumsflotte.

Der Angriff kam überraschend. Dom Cyllken zuckte zusammen, als sein Individualschirm aufglutend aktiv wurde. Die instinktive Reaktion war der Griff zur Waffe, aber nahezu gleichzeitig registrierte er die ihn umfangende Düsternis als das, was sie wirklich war: eine Windhose, deren Sog Staub und feinen Schutt aus dem eingeebneten Stadtzentrum in die Atmosphäre wirbelte. Der Schutzschirm wurde zur flackernden Aura.

Nur wenige Augenblicke hatte die heftige Bö Bestand, ehe sie ebenso abrupt in sich zusammenfiel, wie sie entstanden war. Die zerfasernde Staubwolke hinterließ eine zentimeterdicke Dreckschicht.

Auch der Individualschirm erlosch wieder. Der Tato zupfte den hochstehenden Jackenkragen zurecht. Sein Blick wanderte hinab zu den kniehohen schwarzen Stiefeln, auf denen sich der Staub wie ein dünner Film absetzte. Die enge dunkelblaue Hose klopfte er mit beiden Händen ab.

Mitten in der Bewegung hielt dom Cyllken jedoch inne. Ein Lichtreflex hatte seine Aufmerksamkeit geweckt. Abrupt reckte er sich zu voller Größe und streifte den knielangen Umhang zurück.

Ein Landungsboot hatte soeben die Wolken durchstoßen und schwenkte mit kurzen Impulsschüben in den Landeanflug ein.

Subeat dom Cyllkens Miene versteinerte. Mit einer knappen Kopfbewegung schüttelte er das schulterlange weißblonde Haar in Form. Ohne dass es ihm auffiel, massierte er mit zwei Fingern die Nasenwurzel, eine Geste, die sein unterschwelliges Unbehagen ausdrückte.

Nur noch von den Antigravtriebwerken getragen, setzte das Landungsboot auf.

Erstickend schwer glaubte der Tato plötzlich den hohen Luftdruck zu spüren. Erst ein flüchtiger Blick auf den Kontrollring verriet ihm, dass er nach wie vor eine in der Dichte reduzierte Atmosphäre atmete. Zwar nicht unter Standarddruck, aber doch so, dass er sich längst daran gewöhnt hatte und bei der Rückkehr in standardklimatisierte Räume keine Dekompression benötigte.

Das einzige, was ihm wohl immer suspekt bleiben würde, war der Umstand, dass die planetare Schwerkraft ihn bei einem Ausfall des Mikrogravitators sofort zu Boden zwingen würde. Er war schlank und körperlich trainiert, aber 3,4 Gravos überstiegen auch seine Kräfte.

Ein Formenergieschott in der gelandeten Fähre löste sich auf. Subeat dom Cyllken stellte sich in Positur, um Kraschyn seinen Respekt zu bekunden.

Mascant Kraschyn, Dreisonnenträger und ranghöchster Militär des Kristallimperiums nach dem Imperator selbst, galt als arrogant und unnahbar. Der Tato fragte sich, welche Absicht Kraschyn mit dem Besuch verband, er glaubte, kommende Veränderungen und den damit verbundenen Ärger schier zu riechen.

Der Mascant trug die übliche bronzefarbene Rüstung, die ihm eine unnatürliche Fülle verlieh. Mit exakt zwei Metern überragte er den Tato zudem um knapp zwei Fingerbreit. Seine Haut war so schlohweiß wie sein Haar, und sein Blick hatte die Schärfe geschliffenen Stahls.

»Ich bin enttäuscht von den zögerlichen Fortschritten«, sagte Kraschyn laut. »Die Vierte Imperiumsflotte kann nicht für alle Zeit im Kreit-System stationiert bleiben …«

*

Der Mascant zeigte sich nicht nur wortkarg und verschlossen, seine Haltung drückte Überheblichkeit sowie Ungeduld aus. Tato Subeat spürte, dass vor allem die Ungeduld eine tiefere Ursache haben musste. Dennoch fragte er nicht danach. Kraschyn selbst hatte die übliche Ehrenformation für den Empfang untersagt, eine Missachtung seiner Person und Stellung konnte er dem planetaren Statthalter demnach schwerlich vorwerfen.

»Tato«, knurrte der Mascant, »ich bin nicht gekommen, den Mief eines Sitzungssaales zu atmen. Ich will Baretus sehen. Sollte das zuviel verlangt sein …«

Wenig später startete ein Gleiterpulk vom Dach des Verwaltungsgebäudes. Fünf schnelle Maschinen in Sternformation, begleitet von einem halben Dutzend Katsugo-Kampfrobotern.

Das Zentrum der ehemaligen Hauptstadt Baretus existierte nicht mehr, seit Kraschyn befohlen hatte, die sechsundfünfzig Kilometer durchmessende Region mit einer Intervallbombe zu vernichten. Der ehemalige Regierungssitz mit den ausgedehnten Wohn- und Verwaltungsbezirken und nahezu die gesamte städtische Infrastruktur lagen in Trümmern. So weit das Auge reichte, erstreckte sich eine feinkörnige Dünenlandschaft.

Viele der in Baretus lebenden elf Millionen Ertruser waren rechtzeitig geflohen. Wie viele Tote der Angriff dennoch gefordert hatte, würde sich wohl nie ermitteln lassen. Die offizielle Sprachregelung nannte ausschließlich Rebellen, denen der Einsatz der Intervallbombe gegolten hatte.

Das Leben ging weiter. Mit jedem neuen Tag kehrten Tausende Ertruser aus den unwirtlichen Regionen der gelben Wüste und des Mattun-Gor-Vulkanlandes in die verschont gebliebenen Vororte zurück. Wie Geschwüre wucherten neu entstehende provisorische Siedlungen. Ausschlaggebend dafür war letztlich die Nähe des Raumhafens von Baretus, auf dem täglich voluminöse Frachter und Handelsflöße der Kreit-Koalition für Ertrus lebensnotwendige Güter...



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