E-Book, Deutsch, Band 2214, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Haensel Perry Rhodan 2214: Am Sternenriff
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2213-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
E-Book, Deutsch, Band 2214, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2213-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
HUBERT HAENSEL Die Tiefen des Alls erschlossen sich dem 1952 in Waldershof geborenen Hubert Haensel schon mit acht Jahren. Die Comic-Reihe 'Nick, der Weltraumfahrer' beflügelte die Fantasie des jungen Mannes, der heute zu den Veteranen im Autorenteam von PERRY RHODAN gehört, der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Diese faszinierende Zukunftsgeschichte, die seit 1961 erscheint, lässt Haensel seitdem nie mehr los. PERRY RHODAN, das ist die Geschichte der Menschheit, die auf der Suche nach den Rätseln des Universums viele außerirdische Kulturen kennenlernt. Diese Begegnungen verlaufen oft friedlich, führen manchmal aber auch zu Konflikten, die Jahrtausende andauern. 'Der Traum, selbst einmal Geschichten zu erzählen, wurde auf dem Gymnasium geboren', sagt Haensel heute, 'doch erst nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und einigen Berufsjahren habe ich versucht, diesen Traum umzusetzen.' 1978 erschien sein erster Roman 'Das Geisterschiff' als Band 379 der Reihe TERRA ASTRA, und bald folgten viele weitere in verschiedenen Genres. Unter Pseudonymen wie Jan J. Moreno, George McMahon oder Hubert H. Simon schrieb er an den Serien 'Seewölfe', 'Dämonenkiller' und MYTHOR mit. Für 'Die Abenteuer' verfasste er nicht nur Romane, sondern war außerdem als Exposé-Autor tätig. Egal, ob es sich um Kriminal-, Abenteuer- oder Science-Fiction-Stoffe handelt, Hubert Haensel schafft es immer wieder, die Leser mit seinen spannenden und humorvollen Erzählungen zu begeistern. 1979 stieg er in die ATLAN-Serie ein, und 1994 wurde er Mitglied im Team der PERRY RHODAN-Autoren. Seitdem gestaltet er selbst die Geschicke jener kosmischen Figuren, die ihn seit seiner Kindheit begleiten und auch seine Lebenseinstellung entscheidend geprägt haben. 'Weder Hautfarbe noch Aussehen eines Wesens sind entscheidend', sagt Haensel heute, 'sondern ausschließlich seine geistige Haltung. Vielleicht besinnt sich die Menschheit eines Tages darauf und begreift, dass wir alle zusammen in einem winzigen Boot durch Raum und Zeit driften - in einem Boot, das wir Erde nennen.' Mit der Zeit übernahm er für PERRY RHODAN weitere Aufgaben wie die Koordination der Risszeichnungen, die Redaktion des PERRY RHODAN-Reports ab Band 1824 und die Bearbeitung der Silberbände ab Buch 81. Er verfasste die zwei 'Kosmos-Chroniken', die das Leben von Reginald Bull und Alaska Saedelaere verfolgen, wichtigen Wegbegleitern Perry Rhodans. Auch bei den Taschenbuchreihen, die im Heyne-Verlag erscheinen, ist er regelmäßig mit eigenen Romanen vertreten. Auf die Frage, welche Person der Zeitgeschichte er gerne gewesen wäre, antwortet Haensel verschmitzt: 'Neil Armstrong. Dann hätte ich wenigstens schon den Mond betreten, auch wenn das nur ein kleiner Schritt für einen SF-Autor ist.' Ganz irdisch lebt Hubert Haensel mit seiner Ehefrau in einer kleinen Stadt im Fichtelgebirge, wo das Leben zwar nicht so exotisch wie auf dem Mond, aber zweifellos angenehmer ist.
Autoren/Hrsg.
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1.
Störungen zerrissen die Bildwiedergabe. Sekundenlang schien das Holo in einem Funkenregen zu zerstieben, bevor es sich von neuem stabilisierte. Der Schädel des Sprechers wurde zu einem entsetzlich verzerrten Albtraum, seine Stimme war ein einziger verstümmelter Missklang: »... Forschungskorvette THUMPER ... extremes Potenzial energeti... nicht aufzuhalten ...«
Die Übertragung brach fast völlig zusammen. Nur noch Knistern und Prasseln erfüllten die Funkzentrale.
»Eingang über diverse Hyperfunkrelais!«, meldete jemand. »Zuletzt Jupiter-Außen. Die Laufzeit ...«
»... annähernd zwei Tage!«, vollendete eine Technikerin. »Ich habe die Aufprägung entschlüsselt. Der Notruf wurde vor 43 Stunden abgestrahlt.«
Erneut bauten sich holografische Fragmente auf. Zu erkennen war inmitten wirbelnder Nebelschleier jedoch denkbar wenig.
»... heftigste Beben ... wissen nicht, was geschieht ... Ausfall der Schirme ... es ist die Hölle!«
*
Lester Truyen schreckte auf, als seine Hand gegen den Schutzhelm stieß. Er war unkonzentriert. Nur für wenige Augenblicke hatte er sich in Gedanken treiben lassen.
Unwillig kniff er die Augen zusammen und schüttelte den Kopf. Er spürte eine eigenartige Benommenheit – und dieses Prickeln im Magen und der Druck hinter den Schläfen würden wohl noch eine Zeit lang anhalten. Er atmete hastiger. Als müsste ich nachvollziehen, wie sich Li'an fühlt. Fauchend stieß er den Atem aus und registrierte überrascht, dass die Luft von der Sichtscheibe zurückflutete. Der Anzug, den er trug, war eben kein SERUN.
Zwei oder drei Tage noch, danach wird die Welt für uns anders sein ...
Er vermisste das Head-up-Display mit allen Feinheiten. Stattdessen hielt er ein flaches Messgerät in der Linken, und eine lausige Holomembran gab Auskunft über Materialbeschaffenheit und Dichteschwankungen des Prüfobjekts.
Ganz langsam schwebte Truyen in der Hohlkugel empor. Neben ihm arbeitete noch ein halbes Dutzend Maschinisten. Dass er selbst diese Art der Prüfung als steinzeitlich empfand, war unerheblich. »Ich verlange exakte Ergebnisse!« Nun, da er darüber nachdachte, dröhnte Torde Molms Stimme wieder in seinen Gedanken. »Unsere Sicherheit hängt davon ab! Sobald der geringste Zweifel aufkommt, erwarte ich einen weiteren Scandurchgang!«
Fünfzig Meter durchmaß die evakuierte Hohlkugel. Truyens Blick schweifte hinüber zu dem Reaktorkern, den Kraftfelder im Zentrum justierten: Ynkonit, mit Hyperkristallfolien beschichtet. Jede nur einen hundertstel Millimeter dick. Siebenundzwanzig Schichten.
Drei identische Kugelkammern bildeten das Herz des Hawk-Lineartriebwerks. Schon beim Anlaufen der Kompensationskonverter, also noch im Drosselmodus, rotierten die Kugeln mit 100 Umdrehungen in der Sekunde, jede um eine andere Raumachse. Aber erst im Aktivmodus mit maximal 2500 Umdrehungen wurde das Halbraumfeld aufgebaut, das den Überlichtflug ermöglichte.
»He, Lester!« Ein überraschter Ausruf im Helmfunk schreckte ihn aus seinen Gedanken auf. »Schläfst du?«
»Ich ...?«
»Schon in Ordnung, ich kann's ja verstehen. Ich löse dich ab. – Halt deine Position!«
Lediglich Sekunden vergingen, bis ihm jemand auf die Schulter klopfte. Lester Truyen erkannte Corben in der Düsternis, die nur vom Flimmern der Hyperkristallfolien erhellt wurde.
»Übergabe wird vollzogen.« Corben nahm ihm das Messgerät ab und ließ die Speicherung ablaufen. »Ansatzpunkt in Ordnung! Keine Differenzen!« Im nächsten Moment krachte sein Helm gegen den von Truyen. Er fragte ohne aktiven Funk: »Wie geht es Li'an? Ist es schon so weit?«
»Verlauf programmgemäß, hoffe ich doch ...« Lester Truyen hatte noch mehr sagen wollen, aber da war der flüchtige Helmkontakt schon wieder beendet. Corben wusste noch nichts von der implantierten Mikrooptik, die rechtzeitig mit der Aufzeichnung beginnen sollte. Diese Art der Dokumentation wurde als überaus eindrucksvoll gepriesen.
Morgen, gerade noch rechtzeitig, endete sein Dienst auf der RICHARD BURTON. Lester verließ die Kugelhohlkammer mit gemischten Gefühlen.
*
»Die THUMPER ...« Julian Tifflor ließ die Daten des Speicherwürfels durchlaufen, den ihm die Ordonnanz übergeben hatte. Er kniff die Brauen zusammen und taxierte den wartenden Mann. »Die Daten wurden überprüft?«
»Selbstverständlich, Sir.«
Ein Zucken um Tiffs Mundwinkel war seine einzige Reaktion auf die ungewohnt förmliche Anrede. Die Zeiten ändern sich wieder, dachte er.
Fast erschien es ihm, als hätte die einschneidende Erhöhung der Hyperimpedanz nicht nur das technische Umfeld, sondern auch viele Menschen verändert. Manche schienen nach einem neuen Umgang miteinander zu suchen. Und kaum änderte sich die Struktur an Bord der Schiffe, kam ein neues Verhalten vieler Menschen auf.
Unwichtig. Er wischte die Überlegung beiseite. »Die THUMPER wurde in der Großregion des Pfeifennebels stationiert«, stellte er fest.
»Das sind nur fünfhundert Lichtjahre, Sir.«
Tief atmete der Residenz-Minister für Liga-Außenpolitik ein. Zumindest das »Sir« könnten sie bleiben lassen, dachte er, auch wenn die Dienstränge nötig geworden sind. Er hatte die Ellbogen aufgestützt, die Hände verschränkt und das Kinn auf den abgespreizten Daumen aufgestützt. So fixierte er die pseudoholografische Sternkarte an der Stirnwand des Büros. »Verdammt nahe«, murmelte er.
»Die zweite Meldung ...«
»Fragment trifft wohl eher zu«, unterbrach er.
»Die Wiederherstellung des Wortlauts ist jedenfalls eindeutig. Die Rekapitulation stammt vom biopositronischen Segment LAOTSES, mit Bestätigung von NATHAN, Sir.«
Julian Tifflor hatte das untrügliche Gefühl, dass die Ordonnanz ihn zum Handeln drängen wollte. Natürlich wäre es einfach gewesen, mehrere Raumschiffe an den neuen Brennpunkt zu schicken ... und wenig später sogar eine kleine Flotte ... Aber wie viele Schiffe waren schon in der Lage, den Flug durchzustehen?
»Ich brauche eine Konferenz im engen Kreis!«, sagte Tifflor.
»Homer G. Adams und Maurenzi Curtiz?«
»Nur die beiden – in dreißig Minuten.«
Das Fehlen jeder Nachricht aus dem Sektor Hayok setzte ihm zu. Reginald Bull hatte das Kommando über PRAETORIA übernommen. Tiff hoffte, dass es Bully mittlerweile gelungen sein mochte, Perry Rhodan und Atlan zurückzuholen. Erneut widmete er sich den Aufzeichnungen des Speicherwürfels.
Zwei Hyperfunksprüche. Beide über unterschiedliche Relaisstrecken gelaufen und dennoch nahezu eine Ewigkeit lang unterwegs. Es war gelungen, den verstümmelten Text weitgehend wiederherzustellen.
»... Forschungskorvette THUMPER, Kommandant Browner. Ich melde eine sprunghaft angestiegene Zunahme der Raumbeben im gesamten Bereich des Pfeifennebels. Die gravomechanischen Impulse erreichen nahe dem Epizentrum Werte von über 70.000 Gravos. Wir ziehen uns weiter zurück, da mit höheren Spitzenbelastungen zu rechnen ist. Neueste Messungen ergeben eine Geschwindigkeit der Stoßfronten von einhundert Licht ...«
*
»... verzeichnen heftigste Beben mit Stärken um 90.000 Gravos. Wir wissen nicht, was geschieht und was der Auslöser ist, aber wir müssen damit rechnen, dass unsere Absorber überlastet werden. Die Raum-Zeit-Struktur scheint aufzureißen. Ausfall der Schirmfelder! Der Weltraum brennt. Das ist unser optischer Eindruck. Gehen auf Fluchtgeschwindigkeit! Das sieht nicht nur aus wie die Hölle – es ist die Hölle!«
Die Stille nach dem dramatischen Aufschrei war bedrückend. »Mehr nicht?«, fragte Homer G. Adams endlich.
»Mir genügt es«, stellte Maurenzi Curtiz fest.
»Was sich da abzuspielen scheint, erinnert fatal an den Sternenozean von Jamondi«, sagte Julian Tifflor. »Als stünde in unmittelbarer Nähe des Pfeifennebels die Materialisation eines zweiten Hyperkokons bevor. Die Beben begannen vor rund sechs Wochen, also zeitgleich mit den Ereignissen im Hayok-Archipel.«
»Mit welchen Auswirkungen auf das Solsystem müssen wir rechnen?«, wollte Adams wissen.
Der Erste Terraner zuckte mit den Achseln. »Alle einsatzbereiten Spezialschiffe sind seit Wochen vor Ort. Ohne ihre Ergebnisse lassen sich Vorhersagen nur schwer treffen.«
»Das beantwortet meine Frage nicht«, drängte Adams. »Ist unser Wiederaufbau gefährdet?«
»Solange ein Hyperfunkspruch Tage für wenige hundert Lichtjahre benötigt und ...« Julian Tifflor schien seine Entscheidung schon getroffen zu haben. »Uns fehlen wichtige Informationen. Ohne GALORS ...«
»Momentan interessiert mich das Galaktische Ortungssystem nicht mehr als eine Hand voll Galax, Tiff. Im solnahen Bereich besteht ein sehr dichtes eigenes Relaissystem. Sind wir nicht in der Lage, es richtig zu nutzen?« Adams' Frage klang schneidend.
»Bis heute liegen keine Meldungen über die Situation im Kristallimperium vor.« Curtiz wiederholte, was schon jeden von ihnen schlaflose Stunden gekostet hatte. »Wir wissen nichts von der Hundertsonnenwelt und haben keine Ahnung, was im Gebiet der Akonen geschieht. Außerdem gab es Raumbeben im Sektor Tzyriigüü nahe Gatas.«
»Mehr als fünf Lichtjahre Hyperfunkreichweite haben unsere Satelliten nicht mehr«, erinnerte Tifflor. »Aber auch das nur, weil wir die teils sehr alten positronischen Relais reaktivieren konnten – zumindest all jene, die über Mini-Reaktoren versorgt werden. Wir benötigen Neubauten in hoher Stückzahl.«
»Unsere Kapazitäten sind mit der Umrüstung der Raumschiffe...




