E-Book, Deutsch, Band 2248, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Haensel Perry Rhodan 2248: Friedenskämpfer
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2247-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
E-Book, Deutsch, Band 2248, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2247-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
HUBERT HAENSEL Die Tiefen des Alls erschlossen sich dem 1952 in Waldershof geborenen Hubert Haensel schon mit acht Jahren. Die Comic-Reihe 'Nick, der Weltraumfahrer' beflügelte die Fantasie des jungen Mannes, der heute zu den Veteranen im Autorenteam von PERRY RHODAN gehört, der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Diese faszinierende Zukunftsgeschichte, die seit 1961 erscheint, lässt Haensel seitdem nie mehr los. PERRY RHODAN, das ist die Geschichte der Menschheit, die auf der Suche nach den Rätseln des Universums viele außerirdische Kulturen kennenlernt. Diese Begegnungen verlaufen oft friedlich, führen manchmal aber auch zu Konflikten, die Jahrtausende andauern. 'Der Traum, selbst einmal Geschichten zu erzählen, wurde auf dem Gymnasium geboren', sagt Haensel heute, 'doch erst nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und einigen Berufsjahren habe ich versucht, diesen Traum umzusetzen.' 1978 erschien sein erster Roman 'Das Geisterschiff' als Band 379 der Reihe TERRA ASTRA, und bald folgten viele weitere in verschiedenen Genres. Unter Pseudonymen wie Jan J. Moreno, George McMahon oder Hubert H. Simon schrieb er an den Serien 'Seewölfe', 'Dämonenkiller' und MYTHOR mit. Für 'Die Abenteuer' verfasste er nicht nur Romane, sondern war außerdem als Exposé-Autor tätig. Egal, ob es sich um Kriminal-, Abenteuer- oder Science-Fiction-Stoffe handelt, Hubert Haensel schafft es immer wieder, die Leser mit seinen spannenden und humorvollen Erzählungen zu begeistern. 1979 stieg er in die ATLAN-Serie ein, und 1994 wurde er Mitglied im Team der PERRY RHODAN-Autoren. Seitdem gestaltet er selbst die Geschicke jener kosmischen Figuren, die ihn seit seiner Kindheit begleiten und auch seine Lebenseinstellung entscheidend geprägt haben. 'Weder Hautfarbe noch Aussehen eines Wesens sind entscheidend', sagt Haensel heute, 'sondern ausschließlich seine geistige Haltung. Vielleicht besinnt sich die Menschheit eines Tages darauf und begreift, dass wir alle zusammen in einem winzigen Boot durch Raum und Zeit driften - in einem Boot, das wir Erde nennen.' Mit der Zeit übernahm er für PERRY RHODAN weitere Aufgaben wie die Koordination der Risszeichnungen, die Redaktion des PERRY RHODAN-Reports ab Band 1824 und die Bearbeitung der Silberbände ab Buch 81. Er verfasste die zwei 'Kosmos-Chroniken', die das Leben von Reginald Bull und Alaska Saedelaere verfolgen, wichtigen Wegbegleitern Perry Rhodans. Auch bei den Taschenbuchreihen, die im Heyne-Verlag erscheinen, ist er regelmäßig mit eigenen Romanen vertreten. Auf die Frage, welche Person der Zeitgeschichte er gerne gewesen wäre, antwortet Haensel verschmitzt: 'Neil Armstrong. Dann hätte ich wenigstens schon den Mond betreten, auch wenn das nur ein kleiner Schritt für einen SF-Autor ist.' Ganz irdisch lebt Hubert Haensel mit seiner Ehefrau in einer kleinen Stadt im Fichtelgebirge, wo das Leben zwar nicht so exotisch wie auf dem Mond, aber zweifellos angenehmer ist.
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Gegenwart
6. August 1332 NGZ
»Die Schlacht ist verloren, aber noch lange nicht der Krieg.« Atlan erwiderte Zephydas verwirrten Blick mit einem Lächeln. »Egal, was bei Baikhal Cain geschehen ist, die Auseinandersetzung zwischen den Motana und den Kybb ist längst nicht entschieden.«
»Vielleicht hast du Recht«, wollte Zephyda sagen, doch sie schwieg.
Sie wollte die Enttäuschung kein zweites Mal erleben. Kein zweites Mal die furchtbaren Meldungen annehmen müssen: Ausfall STURMWIND. Ausfall KLINGENTANZ. Ausfall ... Und jede einzelne der 21 Meldungen hatte nichts anderes besagt, als dass Motana gestorben waren, Motana, die sie angeworben hatte mit dem Versprechen auf Freiheit und Glück. Und nun waren sie tot: achthundert Motana.
Sie waren nicht frei, nur weil ihre Partikel im All verstreut worden waren von den fürchterlichen Kybb. Und während ihre Leiber zerfetzt und ihre Seelen hinausgesogen worden waren in die unendliche Kälte, da waren sie gewiss auch nicht glücklich gewesen. Sie waren ... fort. Ebenso wie Zephydas Mut und Zuversicht. Seit Tagen war ihre Stimmung auf dem Tiefpunkt. Daran änderte auch die Befreiung der Medialen Schildwache Lyressea aus dem Ewigen Exil nichts, denn der Rest war schlicht eine Katastrophe.
Selbst wenn sie versuchte, strategisch zu denken – Atlans Lieblingsbegriff in diesen Tagen, als berge er Trost! –, war es verheerend: Sie hatte ein Drittel ihrer Streitmacht verloren. In einem einzigen Gefecht. Der Gegner hatte die kurze militärische Überlegenheit der Motana sehr schnell kompensiert.
Sie hatte verloren, bevor ihre Pläne richtig hatten reifen können. Dass ausgerechnet in dieser Phase tiefster Verzweiflung Kischmeide angeboten hatte, zu Gunsten Zephydas auf ihre Würde als Planetare Majestät zu verzichten – ausgerechnet die stolze Kischmeide und wohl eher aufgrund öffentlichen Drucks als aus freien Stücken –, machte alles nur noch schlimmer: Planetare Majestät, ihrer Flügel beraubt, gestürzt, gefesselt an die sturmdurchtoste Welt Tom Karthay ... nein. Sie konnte nicht zurück. Nie mehr.
Und das war das Schlimmste.
Sie sah keine Hoffnung mehr, weder in dieser noch in jener Richtung, und dennoch war sie dazu verdammt, weiterzumachen. Sie musste einen Konvent der Majestäten einberufen und ihn über die Zukunft der Motana entscheiden lassen. Wie in längst vergangenen Zeiten. Der Graue Autonom hatte es ihr geraten, denn darin läge die einzige Möglichkeit zum Erfolg: Zephyda müsse Stellare Majestät werden, und dies war nur mittels des Konvents möglich. Seit Urzeiten war das so gewesen, und so würde es wieder sein.
Erwachte die Vergangenheit? Und wenn ja – welche? Jene, in der die Schutzherren gewirkt hatten, oder jene, in der die Motana von den Kybb dahingemetzelt worden waren? Zephyda schürzte die Lippen. Wie auch immer: Sie konnte nicht mehr anders. Hatte es vielleicht niemals gekonnt.
Selbst wenn ihre Entscheidung aus Tausenden Lebenden Tote machen würde, es war die einzige, die sie treffen konnte, wollte sie zumindest die vage Chance haben, Milliarden Tote zu verhindern. Sie selbst würde sterben, ehe ihr Werk getan war. Das war ihr Opfer, und sie wusste, dass sie es erbringen musste. Ihr blieb keine Wahl.
»Ich werde heute noch die Daten des Sternkatalogs der Besch nutzen und alle neununddreißig Bionischen Kreuzer ausschicken. Sie sollen von den gefahrlos erreichbaren Motana-Welten möglichst viele Majestäten einfliegen. Nur die SCHWERT bleibt zurück. Wir werden die Majestäten hier empfangen.«
Atlan nickte stumm. Eile war geboten. Noch war es möglich, an den Kybb-Cranar vorbeizukommen. Lediglich der Bereich ihrer größeren Basen musste schon tabu sein, weil ihre Flotten den Hyperimpedanz-Schock allmählich überwanden.
*
Gedämpftes Licht erfüllte den Raum im Herzen Kimtes. Zusammen mit der herrschenden Stille vermittelte es ein Gefühl der Zeitlosigkeit.
Lyressea schlief. Nur einmal war sie auf dem Flug von Baikhal Cain kurz aufgewacht und hatte ihren Namen genannt, nicht mehr. Seither wich Perry Rhodan nicht von ihrer Seite. Schon während seines ersten mentalen Kontakts zu der Schildwache hatte er eine eigenartige, rational kaum begründbare Zuneigung verspürt. Und er war fest davon überzeugt, dass Lyressea ähnlich empfand.
Die Schildwache war eine schlanke, humanoide Frau. Blauhäutig, mit kahl geschorenem Schädel, eisgrauen Augen und silbernen Fingernägeln, die an die Krallen einer Raubkatze erinnerten. Ihr Gesicht ebenso wie der Körper erschienen so gleichmäßig modelliert, als wäre sie der Fantasie eines begnadeten Bildhauers entsprungen.
Rhodans Blick wanderte über ihr Gesicht und die Decke, unter der ihr makelloser Körper verborgen war, suchte Anzeichen für das Erwachen. Er verspürte eine merkwürdige Trockenheit im Mund und schluckte schwer.
»Lass dich nicht von dieser Frau verrückt machen«, hätte Atlan jetzt zu ihm gesagt. »Du bist potenziell unsterblich, das ist Segen und Fluch zugleich ...«
Ein leises Stöhnen hing in der Luft. Die Lippen hatten sich ein Stück weit geöffnet. Lyresseas Lider flatterten unruhig.
Rhodan zögerte noch einige Sekunden, dann war er sicher, dass die Schildwache wieder zu sich kam. Diesmal, das spürte er, würde sie nicht sofort wieder hinüberdämmern. Über Armbandfunk benachrichtigte er Atlan, der sich sofort auf den Weg zu ihm machte und versprach, Zephyda und Rorkhete mitzubringen.
Die drei waren kaum eingetroffen, als Lyressea tatsächlich die Augen aufschlug. Unruhig huschte ihr Blick durch den Raum. Sie sah die Motana an, dann den Shoziden – ein Lächeln huschte über ihre Züge –, musterte Atlan interessiert und wandte sich schließlich dem Terraner zu. Langsam stemmte sie sich auf den Ellenbogen hoch; die Decke glitt von ihren Schultern, aber darauf achtete sie nicht.
Perry Rhodan reichte ihr ein Glas Wasser. Die Schildwache trank langsam, mit gleichmäßigen Schlucken. Dann gab sie ihm das halb geleerte Glas mit einem dankbaren Nicken zurück. Noch immer war kein Wort gefallen.
Rhodan beschloss, das Schweigen zu brechen.
»Du hast lange geschlafen.« Der Terraner benutzte Jamisch, die Umgangssprache im Sternenozean.
Lyresseas Augen weiteten sich. Sie öffnete den Mund – und schwieg. Ruckartig setzte sie sich auf, ließ ihre Beine baumeln. Dann schwang sie sich vollends von der Antigravliege, aber offenbar hatte sie die eigenen Kräfte überschätzt. Aus den ersten Schritten wurde ein Taumeln; sie stützte sich an der Liege ab. Ihr Blick streifte die bereitliegende hellbraune Lederkleidung, wie sie die Motana trugen.
»Das ist für dich«, sagte Rhodan. »Vorerst.«
Lyressea hielt ihn zurück, als er die Kleidung holen wollte. Die Schwäche fiel schnell von ihr ab. Prüfend strich sie mit beiden Händen über das Leder, dann zuckte sie in einer menschlich wirkenden Geste die Achseln und zog sich an. Es interessierte sie anscheinend nicht, dass alle sie begafften.
Unvermittelt sagte sie ein paar Worte.
Rorkhete blinzelte nicht einmal, obwohl er kein Wort verstand. Abwartend verschränkte er die Arme vor dem Leib. Zephyda blickte Atlan fragend an. Lyressea hatte sich der Sprache der Mächtigen bedient, die nur die beiden Unsterblichen verstanden.
Erst jetzt wiederholte sie ihre Worte auf Jamisch: »Wie lange habe ich geschlafen? Seit wann ist der Große Krieg zu Ende?«
»Wir können dir darauf keine genaue Antwort geben, so gerne wir es täten«, sagte Perry Rhodan. »Bis heute wissen wir nicht sicher, was damals wirklich geschehen ist. Nur eines steht fest: Es ist sehr lange her. Viele Generationen. Wir wissen nichts über diese Zeit als ein paar Fetzen, ob Gerüchte oder Tatsachen, entzieht sich unserer Kenntnis.«
Auffordernd streckte Lyressea eine Hand aus. »Gib mir eine Schreibfolie!«, verlangte sie, als Rhodan zögerte, zunächst in der Sprache der Mächtigen, dann sofort in Jamisch.
Rorkhete zog das Gewünschte aus einer Tasche, als habe er nur auf diese Gelegenheit gewartet. »Ich kann lesen«, sagte er mit nicht zu überhörender Genugtuung und erntete dafür einen verwirrten Blick der Schildwache.
Mit schnellen, wenngleich mitunter abgehackt wirkenden Strichen zeichnete die Mediale Schildwache: »Ammandul!« Sie deutete auf eine grob skizzierte Spirale, die zweifellos die Milchstraße darstellte. Daneben erkannte Rhodan die Magellanschen Wolken. »Amringhar«, Lyressea deutete auf die Große Magellansche Wolke, »und Kyranghar, ihr kleiner Begleiter. Ich werde euch helfen, die Zusammenhänge meiner Zeit zu verstehen, ihr Getreue der Schutzherren. – Ihr kennt doch noch die Schutzherren?«
»Die Hüter des Friedens«, nickte Rorkhete. »Lange vernichtet.«
Lyressea seufzte; sie wirkte unendlich traurig und verletzt. Sie schien Rhodan in diesem Moment die einsamste Kreatur des Universums zu sein. »Ich werde euch die Geschichte der Schildwachen erzählen – und damit alles über den Orden der Schutzherren von Jamondi. Es wird auch gut für mich sein, darüber zu reden, um Klarheit in meine Gedanken zu bringen. Alles geschah so ... unerwartet.« Sie tippte mit dem Markierungsstift auf die stilisierte Galaxis. »Um Missverständnisse zu vermeiden, hier die beteiligten Galaxien.«
»Unsere Milchstraße und die beiden Magellanschen Wolken.« Rhodan nickte. »Atlan und ich kennen sie. Wir waren dort, vor langer Zeit.«
»Das kann es vereinfachen.« Lyressea zeigte auf einen Punkt in der Milchstraße. »Und das hier? Kennt ihr das auch? Talan?«
Der Punkt, auf...




