Haensel | Perry Rhodan 2272: Sturm auf Graugischt | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2272, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Haensel Perry Rhodan 2272: Sturm auf Graugischt

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2271-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"

E-Book, Deutsch, Band 2272, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2271-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Entscheidung im Arphonie-Sternhaufen - die Schutzherrin setzt auf ihre Trümpfe Im Kampf gegen die Kybernetischen Heerscharen befindet sich Perry Rhodan mittlerweile im Sternhaufen Arphonie, in unmittelbarer Nähe des Schlosses Kherzesch. Dort regiert Tagg Kharzani, der grausame, aber mysteriöse Herrscher über den Sternhaufen. Gemeinsam mit der Schutzherrin Carya Andaxi bilden Perry Rhodan, Atlan und die Motana unter ihrer Stellaren Majestät Zephyda nunmehr die so genannte Allianz der Moral. Als Atlans Raumschiff ELEBATO als vernichtet gemeldet wird, scheint alles verloren. Doch der Terraner gibt nicht auf: Obwohl der vorborgene Planet Graugischt von einer großen Flotte der Kybb bedroht ist, organisiert Perry Rhodan die Gegenwehr. Und er sucht händeringend nach Hilfsmitteln gegen die Angreifer. So beginnt in Arphonie der STURM AUF GRAUGISCHT...

HUBERT HAENSEL Die Tiefen des Alls erschlossen sich dem 1952 in Waldershof geborenen Hubert Haensel schon mit acht Jahren. Die Comic-Reihe 'Nick, der Weltraumfahrer' beflügelte die Fantasie des jungen Mannes, der heute zu den Veteranen im Autorenteam von PERRY RHODAN gehört, der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Diese faszinierende Zukunftsgeschichte, die seit 1961 erscheint, lässt Haensel seitdem nie mehr los. PERRY RHODAN, das ist die Geschichte der Menschheit, die auf der Suche nach den Rätseln des Universums viele außerirdische Kulturen kennenlernt. Diese Begegnungen verlaufen oft friedlich, führen manchmal aber auch zu Konflikten, die Jahrtausende andauern. 'Der Traum, selbst einmal Geschichten zu erzählen, wurde auf dem Gymnasium geboren', sagt Haensel heute, 'doch erst nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und einigen Berufsjahren habe ich versucht, diesen Traum umzusetzen.' 1978 erschien sein erster Roman 'Das Geisterschiff' als Band 379 der Reihe TERRA ASTRA, und bald folgten viele weitere in verschiedenen Genres. Unter Pseudonymen wie Jan J. Moreno, George McMahon oder Hubert H. Simon schrieb er an den Serien 'Seewölfe', 'Dämonenkiller' und MYTHOR mit. Für 'Die Abenteuer' verfasste er nicht nur Romane, sondern war außerdem als Exposé-Autor tätig. Egal, ob es sich um Kriminal-, Abenteuer- oder Science-Fiction-Stoffe handelt, Hubert Haensel schafft es immer wieder, die Leser mit seinen spannenden und humorvollen Erzählungen zu begeistern. 1979 stieg er in die ATLAN-Serie ein, und 1994 wurde er Mitglied im Team der PERRY RHODAN-Autoren. Seitdem gestaltet er selbst die Geschicke jener kosmischen Figuren, die ihn seit seiner Kindheit begleiten und auch seine Lebenseinstellung entscheidend geprägt haben. 'Weder Hautfarbe noch Aussehen eines Wesens sind entscheidend', sagt Haensel heute, 'sondern ausschließlich seine geistige Haltung. Vielleicht besinnt sich die Menschheit eines Tages darauf und begreift, dass wir alle zusammen in einem winzigen Boot durch Raum und Zeit driften - in einem Boot, das wir Erde nennen.' Mit der Zeit übernahm er für PERRY RHODAN weitere Aufgaben wie die Koordination der Risszeichnungen, die Redaktion des PERRY RHODAN-Reports ab Band 1824 und die Bearbeitung der Silberbände ab Buch 81. Er verfasste die zwei 'Kosmos-Chroniken', die das Leben von Reginald Bull und Alaska Saedelaere verfolgen, wichtigen Wegbegleitern Perry Rhodans. Auch bei den Taschenbuchreihen, die im Heyne-Verlag erscheinen, ist er regelmäßig mit eigenen Romanen vertreten. Auf die Frage, welche Person der Zeitgeschichte er gerne gewesen wäre, antwortet Haensel verschmitzt: 'Neil Armstrong. Dann hätte ich wenigstens schon den Mond betreten, auch wenn das nur ein kleiner Schritt für einen SF-Autor ist.' Ganz irdisch lebt Hubert Haensel mit seiner Ehefrau in einer kleinen Stadt im Fichtelgebirge, wo das Leben zwar nicht so exotisch wie auf dem Mond, aber zweifellos angenehmer ist.
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1.


Eine Glutwoge brandete auf. Sie entstand aus einem grell flackernden Punkt heraus und griff sekundenschnell um sich. Unregelmäßige Schwärze blieb zurück, als sich dieses Feuer durch die wirbelnden Strukturen des Bordrechners fraß. Ich glaubte, nur noch verwehende Ascheflocken zu sehen, als würde Papier unter sengender Hitze, jedoch ohne Entwicklung einer offenen Flamme verglühen.

Echophage erlosch.

Was als Einziges Bestand hatte, konnte ich deutlich wahrnehmen. Es war Hoffnungslosigkeit.

Die Schwärze sprang auf die gesichtslosen Wächterstatuen über, wobei ich das Gefühl hatte, dass beide Gestalten ruckartig den Kopf hoben. Zum ersten Mal sah ich ihren Blick – so lodernd und alles durchdringend wie die Energiestrahlen schwerer Schiffsgeschütze.

Ich wollte mich abwenden, aber ich schaffte es nicht. In dem Moment war ich zu keiner Bewegung fähig.

Ich wollte den Motana eine Warnung zurufen, doch nicht ein Laut kam über meine Lippen. Nur mein Herzschlag raste, und nicht einmal der Aktivator konnte die wachsende Erregung eindämmen.

Dann explodierte Echophage.

In einer gewaltigen Eruption wurde der Rechner auseinander gerissen. Seine glühenden Bruchstücke bohrten sich durch die Wände. Im Schiffsbug entstanden rasend schnell größer werdende Lecks. Schreie erklangen, von irgendwoher vernahm ich das Aufheulen des Alarms, zugleich brach die SCHWERT auseinander. Ich schaffte es nicht mehr, meinen Raumanzug zu schließen, denn ich wurde mit unwiderstehlicher Gewalt hinausgewirbelt in die Schwärze des Alls, in der sich Tausende winziger Lichtpunkte in Feuer speiende Monstren verwandelten.

Tagg Kharzanis Flotte griff an. Weit vor mir sah ich Graugischt: ein tiefblauer, von ausgedehnten Wolkenbänken verhüllter Ozean, aber zwischen den Wolken entfalteten sich schon die feurigen Blüten gewaltiger Explosionen.

Der Planet starb. Und mit ihm das Unterwasserparadies der Schutzherrin Carya Andaxi ...

*

»Perry!« Wie aus weiter Ferne vernahm ich Zephydas Stimme. »Perry, was ist los mit dir?«

Erst ihr fester Griff – sie verkrallte sich in meinen Arm – brachte mich in die Wirklichkeit zurück.

»Beeinflusst dich der Motoklon?«

Hundertneun? Mit dem Kunstgeschöpf war der Frost auf die SCHWERT gekommen. Die Motana fürchteten ihn, das war deutlich.

»Es ist nicht Hundertneun.« Ich schüttelte den Kopf.

»Dann hat Echophage dein Unterbewusstsein angesprochen?« Zephydas Griff löste sich.

Die große Kugel des Bordrechners zeigte wieder die schattenhaft bewegte Oberfläche, die keine besonderen Muster erkennen ließ. Zephyda wandte sich schweigend ab. Sie ahnte wohl, was Echophage mir auf seine besondere und schwer verständliche Weise offenbart hatte, nämlich das Ende des Demyrtle-Systems und seiner Verteidiger.

»Es bleibt nicht mehr viel Zeit«, verkündete der Rechner. »Die Angreifer werden ihren Aufmarsch bald beendet haben. Schon jetzt sind sie der Verteidigung um ein Vielfaches überlegen.«

War es das, was Echophage bedrückte? Fürchtete er, nicht nur die Schlacht um Graugischt zu verlieren, sondern zudem die eigene Existenz? Aber durfte ich ihm überhaupt solche Empfindungen zugestehen?

Ich hörte Lyressea Befehle erteilen. Sie sprach über Funk mit Graugischt und ordnete an, über die Relaisnetze alle Schiffe der Schwadron zurückzubeordern.

Dreihundert voll einsatzfähige Kreuzer waren im Arphonie-Haufen unterwegs, um Daten zu sammeln und neue Satelliten auszusetzen, die das Überwachungsnetz der Schwadron enger woben – jenes Netz, in dem sich das Reich der Carya Andaxi letztlich selbst verfangen hatte: Mittels dieses Netzes hatte der Toron-Erih Schandor Aquist den Legionen des abtrünnigen Schutzherrn die Position Graugischts bekannt gegeben. Nicht jedes Detail dieser Aktion war für uns nachzuvollziehen gewesen, aber die Submarin-Architekten beteuerten, es könne niemals aus bösem Willen geschehen sein.

Was Aquist zu seinem Handeln veranlasst hatte, wir wussten es nicht, und um ehrlich zu sein, war es mir derzeit auch herzlich egal. Wir standen mit dem Rücken zur Wand gegen eine zahlenmäßig deutlich überlegene Flotte. Selbst wenn die über Arphonie verstreuten Schiffe rechtzeitig zurückkehrten, würden sie die Waagschale niemals zu unseren Gunsten neigen können.

Wir müssen es durchstehen, sagte mir Zephydas Blick. Irgendwie.

»Mittlerweile stehen zweitausend Zylinderdisken im System!«, meldete Echophage. »Zweitausend Schlacht-Traponder der Kybb-Traken werden ebenfalls angemessen. Und unaufhörlich treffen weitere schwer bewaffnete Einheiten ein.«

»Solange Tagg Kharzanis Garden noch Verstärkung erhalten, können wir vielleicht fliehen«, stellte eine der Motana-Quellen fest.

Die Frau äußerte damit eine aberwitzige und geradezu selbstmörderische Hoffnung. Das bemerkte sie selbst, streifte Hundertneun mit einem glühenden Blick und verließ beinahe fluchtartig die Zentrale. Zephyda schickte ihr zwei Frauen hinterher, die sie beruhigen sollten.

Viertausend gegnerische Schiffe und noch kein Ende. Unter den Bedingungen der erhöhten Hyperimpedanz, die umfangreiche Umbauten und den Austausch von Aggregaten bei allen Raumschiffen notwendig gemacht hatte, war das eine extrem schlagkräftige Flotte. Ihr standen momentan nur zweihundert nicht einmal voll umgerüstete Weiße Kreuzer gegenüber. Im Kampfeinsatz waren längst nicht alle Schiffe zu gebrauchen, sie waren nicht mehr als ein Bluff, eher eine psychologische als tatsächliche Barriere zwischen Carya Andaxi und ihrem Todfeind. Nur konnten das weder die Kybb noch Kharzanis Garden wissen. Ebenso wenig, dass die Besatzungen keineswegs aus kampferprobten Shoziden bestanden. Kaum geschulte Toron Erih und Karoky befanden sich an Bord.

Sie waren Kanonenfutter! Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich fragte mich, weshalb Carya Andaxi ausgerechnet das zuließ. Die Schutzherrin, die Moral in Person, konnte kaum tatenlos zusehen, wie diese Schiffsbesatzungen in den Tod flogen. Und doch tat sie es ...

Du verkennst die Tatsachen, Barbar, hätte Atlan behauptet. Ich glaubte sogar, seine Stimme zu hören; ganz tief in mir war dieses Flüstern. Und verdammt, der Arkonide hätte damit Recht gehabt.

Vorübergehend fühlte ich mich wie versteinert, innerlich taub, als wäre ich selbst gestorben. Atlans Tod ging mir so nahe wie nichts sonst. Ich glaube es nicht, bevor ich seinen Leichnam nicht gesehen habe, redete ich mir ein. Das half mir zumindest im Augenblick, den Schmerz zu übergehen, obwohl ich wusste, dass ich mich selbst damit belog. Jeder von uns hatte das Risiko gekannt.

Aber wir potenziell Unsterblichen schoben den Gedanken an den Tod immer weit von uns, besonders weit sogar. Wenn ich es recht bedachte, lebten wir in einer aberwitzigen Hoffnung, uns – ausgerechnet uns, die wir stets in vorderster Front mit dabei waren – könne nichts geschehen. Aber hatte Atlans vieltausendjährige Erfahrung ihn vor den Hyperdimos geschützt? Nein, das hatte sie nicht!

Und würde mich ein Schiff wie die SCHWERT schützen können, sobald Tagg Kharzanis Horden das Feuer eröffneten?

Die Antwort darauf brauchte ich mir gar nicht erst zu geben.

Seit den Stunden, als Graugischt II im Geschützfeuer vernichtet worden war, wusste ich, dass Carya Andaxis Wasserwelt im Grunde nicht verteidigt werden konnte. Die Schutzherrin war immer davon ausgegangen, dass eine Entdeckung ihrer Welt durch die Kybb oder Kharzanis Garden zugleich das Ende bedeuten würde. Ich fragte mich nur, warum die gegnerische Flotte weiterhin Verstärkung erhielt. Die Verteidiger standen gegen dieses Aufgebot längst auf verlorenem Posten. Wollte Kharzani derartig auf Nummer Sicher gehen? Oder ...?

»Warum orten wir keine Kybb-Titanen?«, fragte ich so leise, dass wohl nur Zephyda mich verstehen konnte.

Ihre Augen bekamen einen seltsamen Glanz. Nein, das war keine aufflackernde Hoffnung – das war der Wille, bis zum letzten Atemzug zu kämpfen. Zephyda fürchtete den Tod nicht, sie sah ihn womöglich gar als Freund, der sie wieder mit Atlan vereinen würde.

Ich biss die Zähne zusammen. Solche Gedanken waren pures Gift. Vor allem, weil ich wusste, dass Atlan das niemals gewollt hätte.

»Zephyda, was dir vielleicht durch den Sinn geht, ist nicht gut ...«

»Kharzani zieht seine gesamte Streitmacht zusammen«, unterbrach sie mich schroff. Sie wollte genau das nicht hören, was mir auf der Zunge lag. »Und warum?«, fügte sie hinzu. »Weil nicht Blatt noch Borke bleiben soll. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben. Es ist wie auf Baikhal Cain, wo meine Schwester ...« Sie war während der letzten Worte immer leiser geworden und verstummte jetzt.

Ich packte sie an den Oberarmen und schüttelte sie sanft, um sie wieder in die Realität zurückzuholen. »Hör mir gut zu, Stellare Majestät: Es ist nichts verloren, solange es noch Hoffnung gibt. Solange es die Allianz der Moral gibt. Wollte Kharzani wirklich die totale Vernichtung, wären die Kybb-Titanen bereits hier, und der Angriff hätte längst begonnen.«

Sie straffte sich, und das beinahe erloschene Funkeln kehrte in ihre Augen zurück. »Tagg Kharzani zögert, weil er glaubt, dass Carya Andaxi noch einen Trumpf im Ärmel hat.«

Ich nickte. »Er ... oder einer seiner Heerführer.«

Ich hatte schon einmal darüber spekuliert. Dass Kharzani ausgerechnet die friedliebende Carya Andaxi so hartnäckig verfolgte, entbehrte jeder logischen Grundlage. Es sei denn, er hatte einen triftigen Grund dafür. Furcht konnte ein solcher Grund sein.

Furcht wovor?...



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