E-Book, Deutsch, Band 2291, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Haensel Perry Rhodan 2291: Duell in Magellan
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2290-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
E-Book, Deutsch, Band 2291, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2290-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
HUBERT HAENSEL Die Tiefen des Alls erschlossen sich dem 1952 in Waldershof geborenen Hubert Haensel schon mit acht Jahren. Die Comic-Reihe 'Nick, der Weltraumfahrer' beflügelte die Fantasie des jungen Mannes, der heute zu den Veteranen im Autorenteam von PERRY RHODAN gehört, der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Diese faszinierende Zukunftsgeschichte, die seit 1961 erscheint, lässt Haensel seitdem nie mehr los. PERRY RHODAN, das ist die Geschichte der Menschheit, die auf der Suche nach den Rätseln des Universums viele außerirdische Kulturen kennenlernt. Diese Begegnungen verlaufen oft friedlich, führen manchmal aber auch zu Konflikten, die Jahrtausende andauern. 'Der Traum, selbst einmal Geschichten zu erzählen, wurde auf dem Gymnasium geboren', sagt Haensel heute, 'doch erst nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und einigen Berufsjahren habe ich versucht, diesen Traum umzusetzen.' 1978 erschien sein erster Roman 'Das Geisterschiff' als Band 379 der Reihe TERRA ASTRA, und bald folgten viele weitere in verschiedenen Genres. Unter Pseudonymen wie Jan J. Moreno, George McMahon oder Hubert H. Simon schrieb er an den Serien 'Seewölfe', 'Dämonenkiller' und MYTHOR mit. Für 'Die Abenteuer' verfasste er nicht nur Romane, sondern war außerdem als Exposé-Autor tätig. Egal, ob es sich um Kriminal-, Abenteuer- oder Science-Fiction-Stoffe handelt, Hubert Haensel schafft es immer wieder, die Leser mit seinen spannenden und humorvollen Erzählungen zu begeistern. 1979 stieg er in die ATLAN-Serie ein, und 1994 wurde er Mitglied im Team der PERRY RHODAN-Autoren. Seitdem gestaltet er selbst die Geschicke jener kosmischen Figuren, die ihn seit seiner Kindheit begleiten und auch seine Lebenseinstellung entscheidend geprägt haben. 'Weder Hautfarbe noch Aussehen eines Wesens sind entscheidend', sagt Haensel heute, 'sondern ausschließlich seine geistige Haltung. Vielleicht besinnt sich die Menschheit eines Tages darauf und begreift, dass wir alle zusammen in einem winzigen Boot durch Raum und Zeit driften - in einem Boot, das wir Erde nennen.' Mit der Zeit übernahm er für PERRY RHODAN weitere Aufgaben wie die Koordination der Risszeichnungen, die Redaktion des PERRY RHODAN-Reports ab Band 1824 und die Bearbeitung der Silberbände ab Buch 81. Er verfasste die zwei 'Kosmos-Chroniken', die das Leben von Reginald Bull und Alaska Saedelaere verfolgen, wichtigen Wegbegleitern Perry Rhodans. Auch bei den Taschenbuchreihen, die im Heyne-Verlag erscheinen, ist er regelmäßig mit eigenen Romanen vertreten. Auf die Frage, welche Person der Zeitgeschichte er gerne gewesen wäre, antwortet Haensel verschmitzt: 'Neil Armstrong. Dann hätte ich wenigstens schon den Mond betreten, auch wenn das nur ein kleiner Schritt für einen SF-Autor ist.' Ganz irdisch lebt Hubert Haensel mit seiner Ehefrau in einer kleinen Stadt im Fichtelgebirge, wo das Leben zwar nicht so exotisch wie auf dem Mond, aber zweifellos angenehmer ist.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1.
»Aus dem Weg, Mensch!«
Ungestüm drängte Mal Detair vorwärts. Den Terraner, der vor ihm das Innenschott blockierte, packte er kurzerhand an den Schultern und schob ihn sanft, aber doch bestimmt zur Seite.
»Leute, macht Platz!« Mal Detair wurde ärgerlich. »Lasst uns vor ...!«
Ein schneller Blick zurück zeigte ihm, dass das Innenschott zuglitt. Kantiran hatte sich ebenfalls Luft verschafft. Allem Anschein nach wechselte die Mehrzahl der Arbeiter aus der DRAGUUN herüber.
Kantiran machte eine knappe Kopfbewegung den Korridor entlang, verdrehte dazu die Augen. Zur Antwort grinste Mal Detair schräg und zuckte mit den Schultern.
Ein blasses Gesicht wandte sich ihm zu; der Mann redete hastig auf ihn ein. Mal verstand nicht einmal die Hälfte davon. Die Männer und Frauen erschienen ihm wie aufgescheuchtes Federvieh.
»Ruhe, verdammt!« Vorübergehend erzielte sein zorniger Ausruf sogar Wirkung, dann redeten erneut viele durcheinander.
Hoch qualifizierte Techniker sollten das sein ... Manchmal fragte sich Mal Detair, weshalb Terra dem Arkon-Imperium lange Zeit hatte widerstehen können. Er nahm nun keine Rücksicht mehr. Härter zugreifend, schob er die Personen zur Seite, die ihn behinderten. Kantiran folgte ihm dichtauf, während das Innenschott erneut aufglitt und weiteres Reparaturpersonal aus der Luftschleuse drängte.
Was erhofften sie sich von der Service-Insel? Sobald Parr-Jäger oder gar Kybb-Titanen angriffen, gab es ohnehin keinen sicheren Ort.
Der kleine Kommandoraum stand offen. Wenn es hoch kam, fasste er zwanzig Personen. Der Eindruck, dass die Konstrukteure beinahe die Zentrale vergessen hätten, ließ sich nicht von der Hand weisen: Holoschirme, ein Kontrollpult und davor ein schmaler Kontursessel – mehr gab es nicht zu sehen.
Vor Mal schwang sich eine Frau in den Sessel. Sie bedachte ihn mit einem halb entschuldigenden Grinsen, während sie hastig Ortung und Hyperfunk aktivierte.
»Und?«, fragte Kantiran.
Mal Detair beobachtete den Freund. Der Sohn von Perry Rhodan und Ascari da Vivo konnte seine Herkunft nicht leugnen. Seinen Bewegungen haftete nichts mehr von der arkonidischen Drillschulung an. Was das anging, glich er weitaus stärker den Terranern in ihrem etwas lässiger wirkenden, aber mindestens ebenso effizienten Verhalten; der stechende, geradezu durchbohrende Blick war arkonidisches Erbe.
»Keine Feindortung!«, antwortete die Frau. Mal hatte sie schon ein- oder zweimal gesehen, ihren Namen aber nicht im Gedächtnis behalten.
»Keine Angreifer im Umkreis von wenigen Lichtstunden«, schränkte Kantiran ein. »Ist das alles, was du aus der Anlage herausholen kannst?«
Die optische Überwachung zeigte die DRAGUUN ebenso wie die in größerer Distanz stehenden anderen Service-Inseln. Immer noch verließen Techniker den raketenförmigen fremden Frachter. Dieses Schiff war und blieb ein altertümliches Artefakt.
»Zwei unserer Kreuzer sind noch da! Distanz fünfzehn Millionen Kilometer. Beide nähern sich.«
»Also hat Daellian wenigstens Aufpasser zurückgelassen.«
Mit dem Daumen und zwei Fingern der rechten Hand massierte Kantiran seinen Nasenrücken. Überrascht hielt er inne, entsann sich wohl, dass er genau diese Geste schon bei Perry Rhodan gesehen hatte. »Mir wäre ohne diese Kreuzer nicht sonderlich wohl ... Da geht mehr vor, als wir ahnen.« Sein Blick wurde stechend. »Sie ist noch an Bord, oder?«
»Sie kann nicht viel unternehmen ...«, erwiderte Mal Detair.
Der Freund schüttelte ärgerlich den Kopf. »Ich fürchte, es war ein Fehler, die DRAGUUN zu verlassen.«
»Wenn ich eines ganz sicher weiß, dann, dass die Admiralin keinen der zehn ENTDECKER weggezaubert hat.« Mal Detair seufzte. »Das kann selbst sie nicht.«
»Wahrscheinlich hast du Recht, Mal. Aber Ascari sucht Kontakt zu Gon-O, so viel wissen wir. Dass es bisher nicht funktioniert hat, bedeutet nicht, dass sie es nicht mehr versuchen wird. Obwohl selbst sie begreifen müsste, dass das verrückt ist. Ich meine: Wir tun alles, damit er uns nicht bemerkt, und sie ...«
»Funkkontakt!«, rief die Frau. »Die RB-KR-10 auf Normalfrequenz. Es besteht kein Anlass zur Besorgnis; die Kreuzer werden uns aufnehmen.«
»Gib mir die Verbindung!« Kantiran schob sich nach vorn. »Wen hast du in der Leitung? Ich denke ...«
Weiter kam er nicht. Ein überraschter Aufschrei hallte aus den Lautsprecherfeldern durch den Kommandoraum und brach gurgelnd ab.
Fast gleichzeitig erklang eine zweite Stimme: »Die Waffen weg! Nein, das könnt ihr nicht, das ...« Stille folgte.
Mal Detair sah Kantiran an. »Das kam aus der DRAGUUN«, sagte Kantiran tonlos.
Überdeutlich registrierte Mal Detair, dass die Gesichtszüge seines Freundes entgleisten. Kantirans Wangenknochen traten kantig hervor.
Die Scheinwerfer der Service-Inseln waren mittlerweile erloschen, das Schiff verschmolz weitgehend mit der Schwärze des Weltraums und den farbenprächtigen Strukturen des Tarantelnebels.
*
»Was ist los auf der DRAGUUN? Leute, ich ...« Die Frau hatte ein Mikrofonfeld aktiviert. Sie verstummte jedoch, als Kantiran ihr in einer abwehrenden Bewegung die Hand mit gespreizten Fingern entgegenstreckte.
»Kommst du mit?«, wandte er sich gleichzeitig an Mal Detair.
Der rothaarige Hüne zögerte. »Das kann alles Mögliche bedeuten ...«
»Wirklich? Wer ist denn noch auf der DRAGUUN?«
»Vielleicht zwei Dutzend Techniker und Wissenschaftler.«
»Und sie! Also beweg dich schon!« Kantirans Rechte glitt zur Hüfte, als müsse er sich davon überzeugen, dass seine Waffe noch da war.
»Was soll ich jetzt unternehmen?«, rief die Frau, die den Mikrofonring mit einer fahrigen Bewegung ausgelöscht hatte. »Sagt mir vielleicht einer, was das alles bedeutet?«
Kantiran achtete nicht auf sie. Die Arme halb erhoben und die Ellenbogen zur Seite gestreckt, bahnte er sich den Weg zurück zur Luftschleuse.
»Bewaffnet euch!«, rief er den umstehenden Terranern zu. »Und schließt die Schutzanzüge! Das ist ein Befehl. Wir müssen mit einem Angriff auf die Service-Inseln rechnen.«
Die Männer und Frauen starrten ihn entgeistert an. Aber niemand widersprach, und vor allem machten sie ihm endlich Platz.
Das Innenschott war geschlossen, die Schleuse wurde soeben wieder mit Atemluft geflutet. Augenblicke später strömten weitere Rückkehrer von der DRAGUUN in die Service-Insel herein.
»Beeilt euch!«, drängte Mal Detair. »Wir müssen nach draußen ... schnell ...!«
»Stopp!« Kantiran riss seinen Strahler hoch und richtete ihn auf einen der Männer, der soeben seinen Helm öffnete. Dunkelbraune Augen starrten Rhodans Sohn an.
»Lass die Hände oben, Trerok, und keine hastige Bewegung! Was geht drüben vor sich?«
Der zur arkonidischen Delegation gehörende Wissenschaftler schüttelte den Kopf. »Ich verstehe dich nicht. Du weißt genau ...«
»Ich will hören, was Ascari vorhat!«
Ein unwilliger Zug grub sich um Treroks Mundwinkel. »Die Mascantin ist ausgerechnet dir keine Rechenschaft schuldig.«
»Nehmt ihn fest!«, rief Kantiran den Terranern zu. »Sicherungsverwahrung, bis geklärt ist, welche Rolle er tatsächlich spielt.«
»Ich werde mich bei Daellian beschweren«, protestierte Trerok.
»Meinetwegen.« Zufrieden registrierte Kantiran, dass mehrere Techniker den Zaliter umringten. Natürlich war ihnen klar, dass er selbst weder Rang noch Befehlsgewalt hatte, andererseits wussten sie, dass er Perry Rhodans Sohn war. Etwas von Rhodan färbte automatisch auf ihn ab. Zudem hatte sich sein Kampf gegen den Kralasenen Shallowain längst herumgesprochen. Wer eine solche Auseinandersetzung überlebte, der wusste, was er tat.
»Bist du sicher ...?«, begann Mal Detair, als Augenblicke später nur noch sie beide in der Schleuse standen.
»Wen verdächtige ich, seit wir die Milchstraße verlassen haben, eine Schweinerei zu planen?«, fragte Kantiran.
»Ascari.«
»Wahrscheinlich ist es so weit.«
Kantiran schloss seinen Helm, der Funk aktivierte sich automatisch. Doch der Empfang blieb still, als wäre absolut nichts geschehen.
Dann schwebte Kantiran in den Raum hinaus. Ein kurzer Schub aus dem Tornisteraggregat, und er driftete der DRAGUUN entgegen. Mal Detair blieb dicht hinter ihm.
Für einen Augenblick hatte Kantiran das Gefühl, in eine Falle zu laufen. Was konnte die Mascantin anderes im Sinn haben, als ihn zur Rechenschaft zu ziehen? Dafür, dass er ihre Pläne zunichte gemacht hatte. In ihren Augen war er nichts anderes als ein Bastard.
Hatte seine Mutter erwartet, dass er ihr eines Tages dankbar sein würde? Womöglich dafür, dass sie ihm das Leben geschenkt hatte? Er existierte doch nur, weil sie aus eiskalter Berechnung und politischem Kalkül heraus mit Rhodan geschlafen hatte. Kantiran war überzeugt davon, dass Ascari dabei nicht einen Hauch von Lust empfunden hatte. Bestenfalls eiskalte Häme.
Woran hatte sie gedacht, damals, in jener Stunde mit Perry Rhodan in der fernen Galaxis Tradom? Kantiran glaubte, sie vor sich zu sehen, eng umschlungen mit dem Terraner und die Finger in seinen Rücken gekrallt wie Dolche, die Terra und der Liga Freier Terraner eines Tages den Garaus machen sollten.
Du warst nie an mir interessiert, Mutter, schoss es ihm durch den Sinn. Dir ging es immer nur um Macht. Weil du jeden beherrschen willst. Für dich war ich nichts anderes als ein Roboter, der nach deinem Willen zu funktionieren hatte. Liebe oder Zuneigung kennst du nicht.
Er war nicht im Mutterleib aufgewachsen....




