E-Book, Deutsch, Band 2639, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Haensel Perry Rhodan 2639: Die grüne Sonne
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8453-2638-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Neuroversum"
E-Book, Deutsch, Band 2639, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2638-2
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
HUBERT HAENSEL Die Tiefen des Alls erschlossen sich dem 1952 in Waldershof geborenen Hubert Haensel schon mit acht Jahren. Die Comic-Reihe 'Nick, der Weltraumfahrer' beflügelte die Fantasie des jungen Mannes, der heute zu den Veteranen im Autorenteam von PERRY RHODAN gehört, der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Diese faszinierende Zukunftsgeschichte, die seit 1961 erscheint, lässt Haensel seitdem nie mehr los. PERRY RHODAN, das ist die Geschichte der Menschheit, die auf der Suche nach den Rätseln des Universums viele außerirdische Kulturen kennenlernt. Diese Begegnungen verlaufen oft friedlich, führen manchmal aber auch zu Konflikten, die Jahrtausende andauern. 'Der Traum, selbst einmal Geschichten zu erzählen, wurde auf dem Gymnasium geboren', sagt Haensel heute, 'doch erst nach der Ausbildung zum Bankkaufmann und einigen Berufsjahren habe ich versucht, diesen Traum umzusetzen.' 1978 erschien sein erster Roman 'Das Geisterschiff' als Band 379 der Reihe TERRA ASTRA, und bald folgten viele weitere in verschiedenen Genres. Unter Pseudonymen wie Jan J. Moreno, George McMahon oder Hubert H. Simon schrieb er an den Serien 'Seewölfe', 'Dämonenkiller' und MYTHOR mit. Für 'Die Abenteuer' verfasste er nicht nur Romane, sondern war außerdem als Exposé-Autor tätig. Egal, ob es sich um Kriminal-, Abenteuer- oder Science-Fiction-Stoffe handelt, Hubert Haensel schafft es immer wieder, die Leser mit seinen spannenden und humorvollen Erzählungen zu begeistern. 1979 stieg er in die ATLAN-Serie ein, und 1994 wurde er Mitglied im Team der PERRY RHODAN-Autoren. Seitdem gestaltet er selbst die Geschicke jener kosmischen Figuren, die ihn seit seiner Kindheit begleiten und auch seine Lebenseinstellung entscheidend geprägt haben. 'Weder Hautfarbe noch Aussehen eines Wesens sind entscheidend', sagt Haensel heute, 'sondern ausschließlich seine geistige Haltung. Vielleicht besinnt sich die Menschheit eines Tages darauf und begreift, dass wir alle zusammen in einem winzigen Boot durch Raum und Zeit driften - in einem Boot, das wir Erde nennen.' Mit der Zeit übernahm er für PERRY RHODAN weitere Aufgaben wie die Koordination der Risszeichnungen, die Redaktion des PERRY RHODAN-Reports ab Band 1824 und die Bearbeitung der Silberbände ab Buch 81. Er verfasste die zwei 'Kosmos-Chroniken', die das Leben von Reginald Bull und Alaska Saedelaere verfolgen, wichtigen Wegbegleitern Perry Rhodans. Auch bei den Taschenbuchreihen, die im Heyne-Verlag erscheinen, ist er regelmäßig mit eigenen Romanen vertreten. Auf die Frage, welche Person der Zeitgeschichte er gerne gewesen wäre, antwortet Haensel verschmitzt: 'Neil Armstrong. Dann hätte ich wenigstens schon den Mond betreten, auch wenn das nur ein kleiner Schritt für einen SF-Autor ist.' Ganz irdisch lebt Hubert Haensel mit seiner Ehefrau in einer kleinen Stadt im Fichtelgebirge, wo das Leben zwar nicht so exotisch wie auf dem Mond, aber zweifellos angenehmer ist.
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1.
Als die PARTOGA in den Linearraum eintrat, ahnte Jeketi, dass bald nichts mehr so sein würde, wie es gewesen war.
Warum, war ihm nicht klar. Schon gar nicht, woher er diese Kenntnis bezog. Trotzdem zweifelte er keine Sekunde daran.
Ihm oblag die Sicherheit des Frachters und seiner fünfköpfigen Besatzung. Die PARTOGA war alt und verbraucht. Kommandant Sakkruz behauptete sogar, sie sei behäbig geworden. Niemand widersprach ihm, weil es die Wahrheit war.
Jeketi holte die Messwerte auf seinen Schirm.
Keine Kursabweichung. Die erzielte Überlichtgeschwindigkeit lag nur geringfügig unter der Norm. Diesmal war es gelungen, mit beinahe siebzig Prozent der Lichtgeschwindigkeit in den Linearraum einzudringen.
Energiekontrolle? Nirgendwo war ein jäher Leistungsabfall zu verzeichnen.
Die Furcht blieb dennoch. Und sie wurde stärker, eine unsichtbare Last, die Jeketi an diesem Tag fortwährend begleitete.
Als er sich zum ersten Mal den brennenden Schweiß von der Kopfhaut wischte, war schon die halbe Überlichtetappe vorbei, der bedrohlichste Abschnitt eines Überlichtmanövers mit ungeschützten Kristallen.
Jeketi dachte an die Fracht der PARTOGA. Heimatkristalle. Das Schiff war voll von ihnen, überwiegend Ramol-3 und Ramol-4, die höchste Qualität. Jeketi entsann sich nicht, das Schiff jemals mit einer derart brisanten Fracht gesehen zu haben. Die Kristalle in den Laderäumen waren ein Vermögen wert.
Träge tropfte die Zeit dahin.
Als der Alarm schrillte, hatte die PARTOGA den Rücksturzpunkt schon fast erreicht, nur wenige Lichtjahre trennten den Frachter vom nächsten Orientierungsmanöver. Der Alarm war automatisch ausgelöst worden, die Messwerte signalisierten eine wachsende Kursabweichung.
»Korrekturmanöver einleiten!«
Endlich wurde Sakkruz munter. Auch die anderen schreckten aus ihren zufriedenen Träumen auf, die von der üppigen Fracht genährt wurden. Jeketi hatte sie gewarnt: Zu viele hochwertige Kristalle in den Frachträumen stellten in diesem Rohzustand ein unkalkulierbares Potenzial dar.
Im Hintergrund der Zentrale wurde es lauter, die Korrekturmanöver griffen nicht.
»Das Linearmanöver beenden!«, dröhnte die Stimme des Kommandanten.
Jeketi sah es in seinen Anzeigen: Das Schiff jagte unbeirrt weiter durch den Zwischenraum, die Geschwindigkeit nahm sogar zu.
Die Kursangaben verwischten.
»Es ist ein Flug ins Nichts«, murmelte Jeketi.
Chanda war gefährlich, das wusste jeder, der sich weit in den Raum hinauswagte. Nun erwischte es die PARTOGA. Ein Schiffsname mehr, der für kurze Zeit in den Vermisstenlisten stehen und schnell in Vergessenheit geraten würde.
Und auf einmal, da er die Gefahr vor Augen hatte, wich Jeketis Furcht einer ruhigen Gelassenheit. Er hatte es gewusst, aber seine Vorahnungen sprachen von Veränderung, nicht vom Tod. Kein Grund also, in Panik zu geraten.
Unbekannten Kräften folgend, jagte der Frachter durch den Linearraum.
Ein dumpfes Grollen rollte aus dem hinteren Bereich des Schiffes heran. Warnmeldungen zeigten eine Explosion in einem der Laderäume. Druckabfall. Die Außenhülle war in dem Bereich aufgebrochen, in dem die Ramol-4 lagerten.
Es war Jeketis Aufgabe, das Leck und die Kristalle zu sichern. Er stemmte sich aus dem Sessel hoch. Mit beiden Händen griff er nach dem schweren Schutzhelm und hob ihn auf die Schultern. Fauchend saugten sich die Dichtungen fest. Er schmeckte den Zustrom von frischem Sauerstoff.
Im Helmfunk überschlugen sich die Stimmen der anderen. Sie redeten von schweren Energieentladungen im Frachtbereich.
Jeketi hastete an ihnen vorbei, ohne von ihren Bemühungen Notiz zu nehmen, das Schiff unter Kontrolle zu bringen. Erst als er das Schott erreichte und den Öffnungsmechanismus betätigte, drehte er sich noch einmal um.
Er erstarrte.
Jeketi sah, dass er sich soeben aus dem Sessel vor der Ortungs- und Überwachungskonsole hochstemmte und mit beiden Händen nach dem Schutzhelm griff.
Für einen Moment hielt er den Atem an. Er konnte das Gesicht des Mannes nicht sehen, der sich da von der Ortung löste, aber jede Bewegung erschien ihm so unglaublich vertraut.
Der Helm rastete ein. Gleich würde er mit zwei Fingern der rechten Hand den Dichtungswulst abfahren, um eventuelle Verschiebungen aufzuspüren. Völlig unnötig eigentlich. Niemand außer ihm war derart übervorsichtig.
Genau die erwartete Bewegung kam. Jeketi vergaß völlig, dass er die Zentrale verlassen wollte. Das Schott stand bereits offen, doch er starrte auf den Mann im schweren Schutzanzug, der kein anderer sein konnte als er selbst.
Der andere wandte sich um, griff mit der linken Hand nach der Sessellehne und stieß sich daran ab. Das war eine dumme Angewohnheit, nicht mehr.
Jeketi wusste, dass der Mann, der nun mit schnellen Schritten zum Hauptschott eilte, gleich den Kopf heben würde.
Jetzt.
Der andere schien ihn nicht zu registrieren, bemerkte nicht einmal, dass das Schott schon geöffnet war – aber Jeketi sah das Gesicht hinter dem Transparenthelm, sein eigenes Gesicht. Nicht so, als schaue er in einen Spiegel, sondern seitenrichtig. Die aufgequollene Narbe rechts neben dem Nasenflügel, der leicht schief wirkende Mund ...
... das war er selbst!
Es gab ihn zweimal.
»Bei allen Geistern der Materiebrücke, wer bist du?«
Jeketi wusste nicht, ob er die Frage hinausschrie, ob er sie überhaupt aussprach. Vielleicht formulierte er sie nur in seinen Gedanken.
Mehr war nicht, denn die PARTOGA stürzte aus dem Linearraum.
Aber das spürte Jeketi schon nicht mehr.
*
Jemand wimmerte vor Unruhe und Schmerz.
Der Laut gefiel Jeketi nicht. Trotzdem dauerte es geraume Zeit, bis ihm klar wurde, dass er selbst dieses Wimmern hervorbrachte.
Er lag auf dem Rücken und hatte die Arme über den Helm gelegt, als müsse er sich vor einer Bedrohung schützen.
Vor ihm selbst!
Schlagartig war die Erinnerung wieder da. Jeketi wälzte sich auf die Seite und stemmte sich auf die Knie. Unmittelbar hinter ihm war das Zentraleschott, es hatte sich selbsttätig wieder geschlossen. Die Fehlermeldung leuchtete, demnach hatte niemand den Raum verlassen.
Dormaga, der Triebwerksspezialist, lag nur zwei Schritt entfernt am Boden. Er war bewusstlos. Ebenso der Kommandant und die beiden anderen Besatzungsmitglieder.
Der zylinderförmige Versorgungsroboter, nicht größer als Jeketis Unterarm mit der ausgestreckten Hand, balancierte auf der Lehne des Kommandantensessels und bemühte sich, Sakkruz mit einer Injektion aufzuwecken. Der Kommandant zuerst, das war im Fall einer Havarie die Regel.
Die Besatzung war vollzählig. Trotzdem schaute Jeketi forschend durch die kleine Zentrale. Er suchte nach dem anderen, seinem Doppelgänger. Überdeutlich erinnerte er sich daran, doch inzwischen war da niemand mehr.
Wie lange war er ohne Besinnung gewesen?
Drei Brucheinheiten bis zum Tageshöchststand fehlten laut Zeitanzeige. Ein Unding. Die PARTOGA war bereits im zweiten Bruch des Nachmittags in den Linearflug eingetreten.
Jeketis Blick streifte das Datumsfeld. Die Anzeige war leer. Er verstand erst nach mehreren Augenblicken, was das bedeutete. Das Datum ließ sich nicht manipulieren, nur genügend Brucheinheiten brachten die Sternzeit voran.
Der Bordkalender war auf fünfhundert Perioden justiert. Er konnte nicht abgelaufen sein ...
Unmöglich!
Impulsiv tastete Jeketi über seinen Leib. Durch den Schutzanzug spürte er die Berührung, er hatte auch nicht den Eindruck, dass er abgemagert war. Er konnte höchstens einen Tag bewusstlos gewesen sein, das erklärte die verschobene Zeitanzeige. Aber keinesfalls fünfhundert Perioden.
Die Mehrzahl der Schirme und Anzeigen war erloschen. Zweifellos aufgrund der Selbstabschaltung, wenn Eingaben über einen gewissen Zeitraum ausblieben. Das machte den Tageswechsel plausibel.
Nur der Hauptschirm blieb stets aktiv. Die Wiedergabe zeigte den Weltraum, wahllos verstreut etliche Sternhaufen, dazwischen Gasschleier und Dunkelbereiche. Offenbar nur wenige Lichtjahre entfernt leuchteten die Wirbel eines Viibad-Riffs.
Kein Zweifel, der Frachter war im Bereich der Materiebrücke zurückgefallen und wahrscheinlich sehr viel näher an Dosa als an Zasao.
»Steh nicht dumm herum!«, herrschte der Kommandant Jeketi an. »Hast du keine Aufgabe?«
Die Injektion hatte Sakkruz schneller als erwartet auf die Beine gebracht. Jeketi sah, dass der Zylinderroboter sich bereits um den nächsten Patienten kümmerte.
»Ich meine ... Es scheint einige Probleme ...«
»Natürlich gibt es Probleme!« Der Kommandant schnaubte verächtlich. »Eine Explosion im Frachtbereich, ein Leck ...«
Jeketi setzte zu einer Erwiderung an, doch der Kommandant unterbrach ihn sofort. Also verließ er die Zentrale. Er hatte es nicht nötig, mühsam darauf hinzuweisen, dass der Frachter keineswegs erst vor wenigen Augenblicken den Linearflug beendet hatte. Sakkruz würde den fehlenden Tag früh genug bemerken.
Der Frachter war nicht groß. Verglichen mit den modernen Schiffen nahm sich die PARTOGA eher wie ein Beiboot aus. Ihre Konstruktion vereinte die Bughalbkugel mit einer verdickten Zentralspindel und dem Heckzylinder.
Schnell erreichte Jeketi die Laderäume. Er hatte Verwüstungen erwartet, aber nichts dergleichen war eingetreten.
Kein Druckverlust, nicht einmal im Hauptlager mit den Ramol-4-Kristallen. Lediglich die Innenüberwachung des Frachtraums arbeitete nicht mehr. Für Jeketi bedeutete dies das geringste Problem. Immerhin konnte er...




