Haensel | Perry Rhodan 3249: Der Tod ist nicht das Ende | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3249, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Haensel Perry Rhodan 3249: Der Tod ist nicht das Ende

Perry Rhodan-Zyklus "Fragmente"
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-8453-6249-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Fragmente"

E-Book, Deutsch, Band 3249, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6249-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Das Ende des 21. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung ist angebrochen. Mehr als dreieinhalbtausend Jahre von unserer Zeit entfernt lebt die Menschheit in Frieden. Zwischen den Sternen der Milchstraße herrschen keine großen Konflikte mehr. Wie es aussieht, könnte Perry Rhodan, der als erster Mensch von der Erde auf Außerirdische gestoßen ist, sich endlich seinem großen Ziel nähern: der alte Traum von Freundschaft und Frieden zwischen den Völkern der Milchstraße und der umliegenden Galaxien. Die Angehörigen der Sternenvölker stehen für Freiheit und Selbstbestimmung ein, man arbeitet intensiv und gleichberechtigt zusammen. Bei ihrem Weg zu den Sternen hat ein geheimnisvolles Wesen die Menschen begleitet und unterstützt: Es trägt den Namen ES, man bezeichnet es als eine Superintelligenz, und es lebt seit vielen Millionen Jahren zwischen Zeit und Raum. Rhodan sieht ES als einen Mentor der Menschheit. Doch ES weilt nicht mehr in der Galaxis - das Geisteswesen scheint in Fragmente zersplittert zu sein, die sich in verborgenen Fragmentrefugien ballen. Eines dieser Refugien befand sich in der Galaxis Gruelfin und konnte sichergestellt werden, ein anderes in der Kondor-Galaxis, wo Perry Rhodan es zu bergen versucht. In der Milchstraße agiert derweil der mysteriöse Club der Lichtträger. Geheimdienstchefin Aurelia Bina begibt sich inkognito auf Spurensuche und weiß: DER TOD IST NICHT DAS ENDE ...

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1.

In Sicherheit

2. August 2097 NGZ

Sie stand in einer völlig veränderten Umgebung. Der Übergang war ein zeitloser Moment gewesen, viel zu flüchtig für ein menschliches Wahrnehmungsvermögen; Aurelia Bina hatte dennoch jede Nuance des Geschehens registriert.

Der Venusier Bonavero hielt weiterhin ihren Arm umklammert. Er hatte sie kraftvoll vorwärts gezerrt, hinein in das aufleuchtende Transmitterfeld.

Ein leichter Entzerrungsschmerz, nicht mehr als das Prickeln einiger synthetischer Nervenbahnen im Nacken, ließ Aurelia vermuten, dass der Transmittersprung keine größere Entfernung überbrückt hatte.

Von der Venus zu einem der benachbarten Planeten. Äußerstenfalls bis in den Bereich des Asteroidengürtels.

Nicht die zurückgelegte Distanz war die Ursache des vagen Schmerzes, sondern das Ausglühen des Sendetransmitters. Sie erkannte im Nachhinein aus den Messwerten ihrer Techno-Organe die heftige Explosion. Außerdem war da ihre optische Wahrnehmung im Pikosekundenbereich: ein grelles Auflodern ... Kein Zweifel, energetische Entladungen hatten den Sendetransmitter nahezu zeitgleich mit dem Durchgang vernichtet.

Eine extrem präzise Operation. Eigentlich ein Spiel mit Leben und Tod. Die Lichtträger riskieren alles – und dabei müssen sie sich ihrer Sache sehr sicher sein.

Die Posmi sog in einer durchaus arkonidischen Reaktion die Luft ein. Für den Venusier und seine Begleiterin sollte es wie ein erleichtertes Aufatmen wirken – falls beide überhaupt darauf achteten.

Die Mikrosensoren in Aurelias Mundschleimhaut analysierten feinsten Partikelstaub. Moleküle der verglühenden Legierungen waren vom Transportfeld erfasst und mitgerissen worden.

Dennoch äußerste Perfektion. Für sie als amtierende Direktorin des Terranischen Liga-Dienstes war das keine Überraschung. Die Lichtträger hatten den Köder geschluckt – der Raubfisch hing tatsächlich an der Angel.

Die Flucht aus der Venusfestung war geglückt.

Wirklich eine Flucht? Oder doch eher ihre Entführung?

Aurelia registrierte, dass Feyman Bonavero seine Finger fester in ihren Arm eingrub. Er zog sie mit sich aus dem Materialisationsbereich des Empfangstransmitters. Sie reagierte nach den ersten beiden hastigen Schritten mit einer unwilligen Bewegung ihrer Körpermaske.

»Alles ist gut verlaufen.«

Die Frau, die einen Hauch vor Bonavero durch den Transmitter gegangen war, drehte sich auf dem Absatz um. Sie taxierte Bina, als musterte sie ein seltenes exotisches Insekt.

Aurelia nutzte ihre Möglichkeit der Gesichtserkennung. Ampare las Orry, erkannte ihre Semitronik.

Bonaveros Begleiterin war Akonin. Ihr helles Haar schimmerte kupferfarben, die runde Kopfform mit den markanten Wangenknochen war ebenfalls akonisches Erbe.

Aurelia zog die Stirn in Falten. »Und?«, fragte sie, in einem Tonfall, der erkennen ließ, dass sie sich angegafft fühlte.

Sie wusste, dass die Akonin eine Transmitterspezialistin von Rang war. Zweifellos hatte diese Frau die Flucht von der Venus ermöglicht und zudem dafür gesorgt, dass niemand das Ziel des Transmitterdurchgangs anmessen konnte.

Ampare las Orry war bereits zu Beginn des Hypes um die archäologischen Funde ins Solsystem eingereist. Sie hatte an Symposien und Fachkonferenzen teilgenommen und es fertiggebracht, in Gideon Hallingers Team aufgenommen zu werden. Die Frage war nur, ob von Anfang an mit der Absicht der Infiltration. Oder war las Orry erst während ihrer Tätigkeit von den Lichtträgern rekrutiert worden?

Wie auch immer, sie war Bonaveros Komplizin.

Der Blick zwischen ihnen beiden verriet nicht nur gegenseitiges Interesse. Er hatte ein wenig zu lange Bestand und wurde zum Kräftemessen. Aurelia Bina blieb dabei der Rolle als adlige Arkonidin treu. In ihrer Maske war sie Mocresta da Vasch und entstammte einem alten – mittlerweile längst ausgestorbenen – Khasurn des Imperiums. Das Schicksal hatte sie nach rund 14.000-jähriger Stasis in eine ihr entsetzlich fremde Welt verschlagen. Arkons Glanz und Glorie war in dieser neuen Zeit nur verblasste Historie.

»Wir sind den Terranern und vor allem dem Liga-Dienst entkommen.« Lächelnd gab der Venusier Aurelias Arm frei. »Ich musste Euch leider etwas fest anfassen, Zhdopanda«, fügte er hinzu, da Aurelia als Mocresta da Vasch unwillig das Gesicht verzog und ihren Arm massierte. »Jedes Zögern wäre für uns verhängnisvoll geworden. Unsere Welt braucht neue Hoffnung, und nur wir können das Wunder herbeiführen.«

Auf Mocrestas Stirn erschien eine steile Unmutsfalte.

»Meine Einschätzung wird so nicht anders«, sagte sie schneidend. »Eine dekadente Welt! Wann hätte je ein Mann es wagen dürfen, derart schroff mit einer aus dem Geschlecht der da Vasch umzugehen? Arkons Imperium wurde von Barbaren beerbt – das ist es, was ich in den Tagen seit meiner Rückkehr erkennen musste. Da hilft auch nicht, dass Sie mich erneut ehrfürchtig ansprechen. Das ist Heuchelei.«

Sie sah sich interessiert um. »Wo sind wir hier eigentlich?«

*

Der Empfangstransmitter war ein einfaches Standardgerät. Keine große Reichweite, zugelassen für den Transport von bis zu vier Personen. Ein Allerweltsmodell, das von wenigstens fünf großen Firmen in Lizenz produziert wurde. Auf dem Boden prangte das Whistler-Firmenlogo.

Aurelia Bina unterdrückte die von ihrer Semitronik geöffneten Speicherdaten, die auflisteten, wo im Solsystem Transmitter dieses Typs eingesetzt wurden. Die Zahl ging in die Zigtausende. Aktuell unnötig, widersprach sie dem Datenzugriff.

Sie agierte nicht als Posmi, die positronisch-semitronische Entität ohne Plasmaanteil, die sie definitiv war. Ihr Bio-Velamen, die äußerlich nicht von einem echten Körper zu unterscheidende biochemische Maske, gab ihr das Aussehen einer eleganten Frau. Sie war Mocresta da Vasch, die Jahrtausende in entstofflichtem Zustand überdauert hatte und sich nun in einer ihr fremden Welt zurechtfinden musste.

Vorübergehend war ihr die Wahrheit über diesen Einsatz selbst nicht mehr zugänglich gewesen. Weil sie nicht nur ihren Identitätswechsel selbst herbeigeführt, sondern sich zudem eine Erinnerungssperre programmiert hatte.

Die Sperre war in jenem Moment erloschen, in dem sich ihre Mitarbeiter in Lebensgefahr befanden. Aurelia empfand es als positiv, wieder sie selbst zu sein, die Posmi mit ihren speziellen Fähigkeiten.

Empfindungen und Gefühle hatten einen besonderen Reiz, selbst dann, wenn sie nur simuliert wurden. Sie waren anders als das Denken eines Roboters. Wie eine unbekannte Welt, die darauf wartete, erkundet zu werden – erkundet und erobert.

Positronische Logik hingegen war steril und monoton. Weil sie nicht das Prickeln eines Entscheidungsspielraums bot.

Ich spiele mit dem Feuer!, erkannte Aurelia. Die Simulation biologischen Lebens macht mich verletzlicher, aber sie schützt mich zugleich vor dem Entdecktwerden.

Als Posmi nahm sie eine Fülle unterschiedlichster Eindrücke gleichzeitig auf. Als Arkonidin Mocresta da Vasch war ein großer Bereich ihrer Aufmerksamkeit zwangsläufig auf den Venusier und die Akonin gerichtet.

»Wir haben eine Zwischenstation erreicht«, beantwortete Feyman Bonavero soeben die Frage nach dem Wo – seit dem Transmitterdurchgang waren erst Sekunden vergangen. »Für mehrere Tage werden wir hier untergebracht sein ...«

»Befinden wir uns auf Terra?«

»An Bord eines weitgehend sicheren Raumschiffs«, antwortete der Venusier.

»Innerhalb des Larsafsystems, nehme ich an?«

»Auf der Umlaufbahn des Planeten Mars.«

Mocresta da Vasch winkte heftig ab. »So war es nicht besprochen. Nach allem, was in der Venusfestung geschehen ist, muss ich befürchten, dass die Terraner uns aufspüren ...«

»Kein Sorge«, fiel Bonavero ihr ins Wort, »wir Lichtträger sind nicht einfach irgendwer.«

»Sondern?«

Er hob beschwichtigend die Hände. »Alles zu seiner Zeit.«

»Zeit ...«, wiederholte Mocresta gedehnt. »Sie ist zu meinem größten Feind geworden. Ich habe mein Leben in der Hypereinkehr verloren, und niemand wird es mir zurückgeben können. Weißt du von Imperator Mascar da Gonozal, der durch den Großen Rat zum Imperator erhoben wurde? Ein Khasurn, der sehr viel versprach und bedeutende Imperatoren stellte. Mehrere hatten mit jenem Wesen zu tun, das ihr als ES banalisiert. Viel Glück hat ihnen der Kontakt nicht beschert, sonst hätte nicht einer den anderen umgebracht ...«

»Du sprichst von Mascudar da Gonozal?«, fragte Bonavero interessiert.

»Mascudar, der von seinem Bruder Veloz ermordet wurde – ja. Das war für mich die jüngere Geschichte. Auch die Regentschaft von Orbanaschol III. Aber nichts ist geblieben von Glanz und Macht unserer Imperatoren. Ich bin zutiefst entsetzt ...«

»Wie es ist, muss es nicht bleiben«, orakelte der Venusier. »Die Rückbesinnung auf vergessene Tugenden voranzutreiben, liegt nicht zuletzt in Ihrer Hand, Mocresta da Vasch.«

»Wir alle wurden betrogen«, warf Ampare las Orry ein. »Zum Glück wird es nicht mehr lange dauern, die Lügen und den Betrug von ES zu entlarven. Ich erwarte, dass Ihr die Lichtträger mit Eurem Wissen unterstützen werdet.«

»Sie erwarten?«, spottete Mocresta. »Damit hören Sie sich nicht anders an als die Terraner. Ich bin nicht irgendwer – ich treffe meine eigenen Entscheidungen und lasse mich von niemandem zwingen. Ein einziges Mal wurde ich manipuliert, das wird sich nie wiederholen ...«

»Ihr...



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