Hale / Allen | Historical Saison Band 34 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 0034, 384 Seiten

Reihe: Historical Saison

Hale / Allen Historical Saison Band 34


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6562-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 0034, 384 Seiten

Reihe: Historical Saison

ISBN: 978-3-7337-6562-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



IM RAUSCH VON 1001 NACHT von ALLEN, LOUISE
Konstantinopel, 1817: Was für ein Abenteuer, allein in die Ferne zu reisen! Doch als Lady Morvall auf einem Basar von dem Engländer Andrew Fenton gerettet wird, ahnt sie: Das größte Abenteuer beginnt für sie erst jetzt. In den Armen ihres verwegenen Beschützers, der um die sinnlichen Geheimnisse des Orients weiß ...
DIE SEHNSUCHT DES GOUVERNEURS von HALE, DEBORAH
'Die jungen Damen auf dem Brautschiff wollen heiraten, nicht rumhuren.' Erbost weist Jocelyn den arroganten Sir Robert Kerr, Gouverneur von Halifax, zurecht. Aber je länger ihre Schützlinge an Land nach Ehemännern suchen, desto neugieriger fragt Jocelyn sich: Warum hat der attraktive Robert eigentlich keine Gattin?



Deborah Hale konnte es nie richtig glauben, wenn ihre Eltern erzählten, sie hätte schon mit sieben Monaten zu sprechen begonnen. Aber wie auch immer, eines ist sicher: Deborah liebt es, Geschichten zu erzählen, seit sie denken kann. In ihrer Jugend las sie unendlich viele Romane über das Meer und schrieb auch mit einer Freundin zusammen ein Buch über Piraten, als sie beide dreizehn Jahre alt waren. Auf den Geschmack gekommen, schrieben beide einzeln weiter und lasen ihre Werke gegenseitig, nur um sich zu bestätigen, welch brilliante Autorinnen sie beide seien. Nun, damals war das ganz sicher noch nicht so. Ein großes Steckenpferd von Deborah war Familiengeschichte; zehn Jahre lang dauerte es, bis sie alles lückenlos beisammen hatte und wusste, dass ihre Vorfahren im 18. Jahrhundert aus Britannien nach Kanada ausgewandert waren. Dieses interessante Hobby von Deborah Hale brachte ihr nützliches Wissen über die Gesellschaft der damaligen Zeit. Dieses Wissen konnte sie ab 1992 besonders intensiv nutzen, als sie ihren ersten historischen Liebesroman schrieb. Diesen überarbeitete sie zwei Jahre später noch einmal, als sie von der Organisation der Romance Writers of America erfuhr. Aber ihre Bemühungen wurden nicht sofort mit Erfolg gekrönt. Erst als weitere unzählige Verbesserungen und Kritiken das Werk geformt hatten, war es soweit: Deborah Hale gewann 1997 den Golden Hearts Award der Romance Writers of America für die beste historische Romance. Dadurch war sie in die Topliga ihrer großen Vorbilder aufgestiegen und überglücklich. Außerdem bedeutete der Preis ein riesen Sprungbrett für ihre Karriere; sie wurde von einer Agentur unter Vertrag genommen und begann, für Harlequin Enterprises Canada zu schreiben. Sie bekam endlich die große Unterstützung, auf die sie die ganze Zeit gehofft hatte. Deborah Hale ist seit siebzehn Jahren verheiratet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Nova Scotia - zwischen der geschichtsträchtigen ehemaligen Garnisonsstadt Halifax und dem romantischen Annapolis Valley.

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1. KAPITEL

Auf dem Land in Herfordshire, Januar 1817

Zu den Türken? Du willst in das Osmanische Reich? Hast du den Verstand verloren? Eine Dame von Stand, die ohne angemessene Begleitung reist? Das ist ungeheuerlich! Ich verbiete es dir ausdrücklich!“ Sir Hubert Morvall warf seiner Stiefmutter einen strengen Blick zu, der seine unerschütterliche Autorität als Familienoberhaupt unterstreichen sollte.

„Ich wüsste nicht, wie du mich daran hindern könntest, Hubert.“ Caroline, Lady Morvall, erwiderte den finsteren Blick mit einem wissenden Lächeln, das seine Wut gewiss noch steigern würde. So sehr sie sich auch bemüht hatte, ihren Stiefsohn lieb zu gewinnen, er war ihr immer nur als ein humorloser, selbstsüchtiger Langweiler vorgekommen, der unangebrachter Weise darauf stolz war, in die viel zu großen Fußstapfen seines Vaters zu treten und der 5. Baron Morvall zu werden.

Neben ihr ließ ihre Schwiegertochter, die guter Hoffnung war, einen übertriebenen Klagelaut vernehmen. „Aber du bist doch noch immer in Trauer, Mutter“, flüsterte Clara, während sie die kleinen Hände über den gerundeten Bauch kreisen ließ und Carolines Unwillen über die Form der Anrede ignorierte.

Weshalb eine Frau, die kaum zwei Jahre jünger war als sie, darauf bestand, sie Mutter zu nennen, war ihr ein Rätsel – möglicherweise war das auf Huberts Einfluss zurückzuführen. Wenn Caroline so genannt wurde, kam sie sich uralt vor.

„Morgen jährt sich der Todestag von Sir William“, sagte Clara ehrfürchtig.

„Und an diesem Tag werde ich die schwarzen Kleider ablegen und meine Sachen packen“, erwiderte Caroline wild entschlossen. Ihr verstorbener Mann hätte diese Art von Rührseligkeiten verabscheut. Sie konnte sich keine bessere Art vorstellen, das Andenken an den geliebten William zu bewahren, als eben jene Reise anzutreten, von der er so lange geträumt und die er jahrelang bis ins kleinste Detail geplant hatte. Beinahe kam es ihr vor, als ob er ihr in diesem stickigen Raum seine Zustimmung zuraunte.

Zunächst hatten der Tod seiner ersten Frau und die beschränkten Reisemöglichkeiten durch den langen Krieg gegen Frankreich die Reise verzögert. Später, nach der zweiten Heirat, hatte der Baron Bedenken gehabt, seine junge Frau den Strapazen eines solchen Abenteuers auszusetzen. Schließlich hatten sie gemeinsam den Entschluss gefasst, die Reise zu wagen – kurz bevor er vollkommen unerwartet einer Herzattacke erlag.

„Ich habe bereits alles vorbereitet“, fügte Caroline hinzu, womit sie weiteres Öl in das Feuer goss und Huberts Zorn noch schürte. Er erinnerte sie an den Truthahn auf dem Hof eines Pächters, dessen Doppelkinn bei jeder Gelegenheit vor Entrüstung bebte. „Ich habe einen erfahrenen Reiseführer gefunden, den ich am Dienstag in London treffen werde. Am Samstag segeln wir los.“

Einen schrecklichen Augenblick lang befürchtete Caroline, dass Hubert eine Herzattacke erleiden würde, von der tödlichen Art, die ihren Gatten im Alter von sechsundfünfzig Jahren ereilt hatte. Doch dann wurde Huberts hochroter Kopf wieder blasser, und sie atmete auf. „Du hast das alles hinter meinem Rücken geplant. In deinem Alter ist ein solches Verhalten empörend!“

„Hubert, ich bin sechsundzwanzig. Du bist siebenundzwanzig. Ich sehe nicht ein, was mein Alter damit zu tun hat. Oder was du mir in dieser Angelegenheit vorzuschreiben hättest, wenn wir schon davon sprechen! Wie du sehr wohl weißt, bin ich finanziell von dir unabhängig und kann tun und lassen, was ich will. Und ganz gewiss möchte ich dich nicht über meine Pläne oder Korrespondenzen auf dem Laufenden halten. Ich will die Gründe für meine Vorgehensweise hier noch einmal ganz deutlich machen, damit Clara sich nicht hintergangen fühlt.“ Sie wandte sich an die jüngere Frau. „Es tut mir leid, dass ich mein Vorhaben nicht früher angekündigt habe, aber ich wusste, dass es genau zu diesen Streitgesprächen führen würde, und ich wollte mir nicht wochenlang Huberts Vorhaltungen anhören.“

Clara ergriff Carolines rechte Hand und flüsterte: „Sir Hubert ist doch jetzt das Familienoberhaupt. Wir müssen ihm gehorchen.“

Wie so oft wunderte sich Caroline über Claras einfältige Fügsamkeit. Huberts aufgeblasene Art schien sie zu beeindrucken. Es war kaum anzunehmen, dass sie ihn liebte – oder wenigstens konnte von körperlicher Leidenschaft keine Rede sein. Noch vor ein paar Tagen, als Caroline sich mitfühlend nach Claras morgendlicher Übelkeit erkundigt hatte, hatte die junge Frau ihr anvertraut, dass die Unannehmlichkeiten bei Weitem geringer wären, als das, was sie schüchtern als „die ehelichen Pflichten“ bezeichnete.

Caroline hatte eine kurze, aber ungewöhnlich glückliche Ehe mit Huberts Vater erlebt. Sir William erwies sich als ein lebenslustiger Mann von außergewöhnlicher körperlicher Kraft und einem erheblichen Talent, seine junge Frau im Bett glücklich zu machen. Caroline war bewusst, dass er seine diesbezüglichen Fähigkeiten in außerehelichen Abenteuern erworben hatte, bevor er ihr Mann geworden war. Sie war dafür dankbar. Wenn sie von Hubert zu Clara blickte, war nicht zu übersehen, dass die Kompetenz in Liebesdingen nicht in der Familie lag.

Sie vermisste Williams Gesellschaft und seine lebenslustige Art schrecklich, aber ebenso sehnte sie sich nach dem gemeinsamen Liebesspiel. Mit sechsundzwanzig ist ein Mensch viel zu jung, um ein enthaltsames Leben zu führen, sagte sie sich innerlich aufseufzend. Wie sie dieses Problem jedoch lösen sollte, ohne sich an einen neuen Ehemann zu binden – den sie gewiss nicht so wie den ersten lieben würde –, war ihr ein Rätsel.

„Worüber lächelst du, Caroline?“, herrschte Hubert sie an. „Das Ganze ist wahrhaftig nicht zum Lachen!“

„Ebenso wenig wie dein Verhalten“, erwiderte sie gelassen. „Ich dachte gerade daran, wie wenig du deinem lieben Vater ähnelst, Hubert. Muss ich dir wieder in Erinnerung rufen, dass ich dich nicht um Erlaubnis bitten muss, egal was ich tue.“

„Papa muss betrunken gewesen sein, als er dir so viel Geld vermachte, ohne die geringsten Reglementierungen und Kontrollvorkehrungen festzulegen. Du wirst noch wie diese entsetzliche Hester Stanhope enden!“, zeterte er, während er aufgebracht vor dem qualmenden Kaminfeuer auf und ab lief.

„Du meinst in einem libanesischen Palast, umgeben von einer ganzen Reihe attraktiver junger Liebhaber?“, zog sie ihn auf. „Ich glaube, genau davon ist in diesen Klatschgeschichten immer die Rede. Ehrlich gesagt klingt das nach keinem schlechten Leben. Und gewiss ist es amüsanter als eine weitere eintönige Saison bei Almack’s.“

Könnte ich mir vielleicht auch einen Liebhaber zulegen? Würde ich das wagen? Dann würde ich zumindest das Risiko umgehen, mich dauerhaft an einen Mann zu binden. Das war ein skandalöser Gedanke, obgleich sie annahm, dass William sie dazu ermutigt hätte, wenn er ihr jetzt einen Rat hätte erteilen können. Ihr Vergnügen und ihr Glück hatten für ihn stets im Vordergrund gestanden, und dabei hatte er wenig auf sittliche Gepflogenheiten geachtet. Doch wie stellte eine angesehene Witwe es an, einen Liebhaber zu finden, ohne zugleich einen Skandal heraufzubeschwören?

Diese interessanten Überlegungen wurden jäh durch Huberts laute Stimme unterbrochen. „Wie kannst du es wagen, in Claras Gegenwart über solche Dinge zu sprechen?“

„Clara ist eine verheiratete Frau. Ich kann mir schwer vorstellen, dass sie durch die Erwähnung allgemein bekannter Tatsachen verdorben wird.“ Wie alle verheirateten Frauen in Carolines Umfeld betrachtete Clara alles Sinnliche und Lustvolle als abstoßend. Sie würde die Aussicht auf einen Liebhaber ganz und gar nicht verlockend finden.

Caroline stand auf und ergriff das Buch, in dem sie zurzeit las – Reisen durch das antike Anatolien von Andrew Fenton –, ihre Notizen und das Retikül. „Mein Entschluss steht fest, Hubert. Ich breche morgen auf.“

Der Regen prasselte gegen das Fenster, als sie sich abwandte, um ihrem wütenden Stiefsohn für lange Zeit den Rücken zuzukehren. Zum Schutz wickelte sie sich den schwarzen Trauerschal um die Schultern. Es schien ihr, als ob ein Jahr vergangen wäre, in dem sie kaum einen Sonnenstrahl erblickt oder echte menschliche Wärme verspürt hatte. Sie war fest entschlossen, sich nie wieder einer solchen Kälte auszusetzen.

Auf dem Marmarameer: fünf Monate später

Caroline lehnte sich gegen die Reling des Schiffs und kniff wegen des blendenden Sonnenlichts auf den Wellen die Augen zu Schlitzen zusammen. Dort lag Asien. Asien! Sie konnte kaum glauben, dass sie endlich hier war. Die lange Seereise, die Aufregung, Neapel und Malta zu sehen, die vielen Unbequemlichkeiten – all das verblasste zu unwirklichen Erinnerungen, als sie sich dem Ufer und damit dem Ziel der Reise näherte.

Sie drehte sich zu dem Wirrwarr von Minaretten, Turmspitzen und Kuppeln, aus dem die imposante Silhouette der Stadt geformt war, und versuchte, eines der berühmten Gebäude auszumachen. Welche Moschee war die Blaue Moschee? Wo befand sich der Harem des Sultans? Wo lag das Goldene Horn? Die anderen Passagiere, denen der unglaubliche Anblick offenbar vertraut war, hatten sich alle nach unten begeben, um ihre Sachen zusammenzupacken. Auch ihr Reiseführer befand sich irgendwo dort unten, und es gab niemanden, den sie nach den Gebäuden hätte fragen können.

Zentimeter für Zentimeter tauchte aus dem Dunst vor ihr Konstantinopel auf – eine exotische Stadt,...



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