E-Book, Deutsch, Band 0015, 384 Seiten
Reihe: Historical Saison
Hale / McPhee Historical Saison Band 15
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-511-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0015, 384 Seiten
Reihe: Historical Saison
ISBN: 978-3-95446-511-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DER DUKE UND DIE DIRNE von MCPHEE, MARGARET
'Ich soll deine Mätresse werden?' Arabella zögert, als der Duke of Arlesford ihr diesen Vorschlag macht. Das Freudenhaus, in das die Not sie getrieben hat, verlassen? Sofort! Aber abhängig von dem Mann sein, der ihr einst den Glauben an die Liebe nahm? Niemals! Doch seine heißen Küsse lassen sie alle Bedenken vergessen ...
SKANDAL UM LADY CAROLINE von HALE, DEBORAH
Lady Caroline wird in eine skandalöse Liebesfalle gelockt. Unerbittlich verbannt ihr Gemahl sie daraufhin nach Cornwall. Doch kaum ist sie in ihrem Exil angekommen, macht sie eine stürmische Entdeckung: Er ist ihr gefolgt! Und während die ersten Frühlingsblumen erblühen, erwacht in Caroline eine neue Hoffnung ...
Deborah Hale konnte es nie richtig glauben, wenn ihre Eltern erzählten, sie hätte schon mit sieben Monaten zu sprechen begonnen. Aber wie auch immer, eines ist sicher: Deborah liebt es, Geschichten zu erzählen, seit sie denken kann. In ihrer Jugend las sie unendlich viele Romane über das Meer und schrieb auch mit einer Freundin zusammen ein Buch über Piraten, als sie beide dreizehn Jahre alt waren. Auf den Geschmack gekommen, schrieben beide einzeln weiter und lasen ihre Werke gegenseitig, nur um sich zu bestätigen, welch brilliante Autorinnen sie beide seien. Nun, damals war das ganz sicher noch nicht so. Ein großes Steckenpferd von Deborah war Familiengeschichte; zehn Jahre lang dauerte es, bis sie alles lückenlos beisammen hatte und wusste, dass ihre Vorfahren im 18. Jahrhundert aus Britannien nach Kanada ausgewandert waren. Dieses interessante Hobby von Deborah Hale brachte ihr nützliches Wissen über die Gesellschaft der damaligen Zeit. Dieses Wissen konnte sie ab 1992 besonders intensiv nutzen, als sie ihren ersten historischen Liebesroman schrieb. Diesen überarbeitete sie zwei Jahre später noch einmal, als sie von der Organisation der Romance Writers of America erfuhr. Aber ihre Bemühungen wurden nicht sofort mit Erfolg gekrönt. Erst als weitere unzählige Verbesserungen und Kritiken das Werk geformt hatten, war es soweit: Deborah Hale gewann 1997 den Golden Hearts Award der Romance Writers of America für die beste historische Romance. Dadurch war sie in die Topliga ihrer großen Vorbilder aufgestiegen und überglücklich. Außerdem bedeutete der Preis ein riesen Sprungbrett für ihre Karriere; sie wurde von einer Agentur unter Vertrag genommen und begann, für Harlequin Enterprises Canada zu schreiben. Sie bekam endlich die große Unterstützung, auf die sie die ganze Zeit gehofft hatte. Deborah Hale ist seit siebzehn Jahren verheiratet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Nova Scotia - zwischen der geschichtsträchtigen ehemaligen Garnisonsstadt Halifax und dem romantischen Annapolis Valley.
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2. KAPITEL
Viel zu fest presste Dominic sich gegen ihren nackten Körper. Voller Entsetzen über ihre Enttarnung, konnte Arabella einige Sekunden lang nur in die Augen des Mannes starren, den sie geliebt hatte. Dann kam sie zur Besinnung und versuchte, sich loszureißen.
„Arabella!“, mahnte er in schroffem Ton.
Verzweifelt schlug und trat sie nach ihm. Da packte er ihre Arme, drehte sie ihr auf den Rücken und umklammerte ihre Handgelenke – nicht schmerzhaft, aber unnachgiebig.
„Arabella.“ Diesmal leiser, trotzdem genauso bedrohlich.
„Nein!“, schrie sie.
Unerbittlich hielt er sie fest. „Was machst du hier?“ Wie Kohlen glühten die dunklen Augen in seinem blassen Gesicht. Und sein kaum gezügelter Zorn passte nicht zu dem Mann, an den sie sich erinnerte.
Sie versuchte ihre Nerven zu beruhigen. Aber ihr Atem ging stoßweise. Und jedes Mal, wenn sie Luft holte, spürte sie die geschwollenen Knospen ihrer Brüste, die sich an Dominics Hemd rieben.
„Erlaube mir wenigstens, mich anzuziehen, bevor wir dieses Gespräch führen“, bat sie mit einer ruhigen Stimme, die ihre wahren Gefühle verbarg. „Ein bisschen Respekt solltest du mir zollen.“
Provozierend ließ er seinen Blick über ihren nackten Körper schweifen, und sie fürchtete, er würde ihren Wunsch nicht erfüllen. Doch dann ließ er sie los und wandte sich ab.
Arabella hob das schwarze Kleid vom Boden auf. Hastig schlüpfte sie hinein, den Rücken zu Dominic gewandt. So gut sie es vermochte, verschnürte sie das Oberteil an ihrem Rücken. Alle Bänder erreichte sie nicht. Die restlichen hingen locker herab, und so wurde dennoch zu viel von ihrem Busen entblößt.
Gewiss keine respektable Aufmachung, dachte sie, aber immerhin besser, als würde ich ihm nackt gegenüberstehen. Verlegen zerrte sie den Ausschnitt etwas höher und drehte sich um. Dominic hatte seine Pantalons inzwischen zugeknöpft und beobachtete Arabella mit derselben unverhohlener Bestürzung, die auch sie empfand.
„Nun frage ich dich noch einmal.“ In seiner Stimme schwang helle Wut mit. „Was machst du hier?“
„Was jede Frau in seinem solchen Haus tut.“ Herausfordernd starrte sie ihn an, fest entschlossen, ihre Scham hinter einer stolzen Fassade zu verstecken.
„Also bist du eine Hure, die sich verkauft!“, stieß er hervor.
„Ich versuche nur zu überleben“, erwiderte Arabella so würdevoll wie möglich. Tapfer hielt sie seinem verächtlichen Blick stand.
„Und wo zum Teufel steckt Henry Marlbrook, während du in einem Bordell ‚überlebst‘? Was für ein Ehemann ist das, der dich einer solchen Schande ausliefert?“ Als er Henrys Namen aussprach, nahm seine Stimme einen noch härteren Klang an.
„Wage es bloß nicht, ihn zu erwähnen!“, fauchte sie.
„Warum nicht?“, konterte er. „Hast du Angst, ich würde ihn aufstöbern und niederstechen?“
„Verdammt, Dominic, er ist tot!“
„Dann hat er mir die Mühe erspart“, entgegnete er frostig.
Zutiefst erschrocken über seine Grausamkeit, schnappte sie nach Luft. Und dann, ehe sie sich eines Besseren besinnen konnte, schlug sie ihn mit aller Kraft ins Gesicht. Das klatschende Geräusch hallte von den Wänden wider. Danach war es vollkommen still im Raum. Sogar im schwachen flackernden Kerzenlicht sah Arabella die roten Spuren, die ihre Finger auf Dominics Wange hinterlassen hatten.
Schon vorher hatten sich seine braunen Augen verdüstert. Jetzt waren sie schwarz wie die Nacht.
Aber Arabella gab nicht klein bei. „Das hast du verdient.“ Für alles, was er ihr angetan hatte. „Henry war ein guter Mann, ein viel besserer als du, Dominic Furneaux!“
In der Tat war sie überaus dankbar für Henrys Güte und Freundlichkeit.
Nun sah sie etwas in Dominics Augen aufflammen.
„So wie er es schon damals war“, sagte er tonlos. „Das habe ich nicht vergessen, Arabella. An keinem einzigen Tag.“
Seine Worte riefen die Erinnerung an vergangene Emotionen wach … Auch sie hatte nichts vergessen: Die Freude und das Glück, als sie ihr Herz an Dominic verloren und sich ihm hingegeben hatte, die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Alles Lügen und Illusionen. Ihm hatten die Liebesstunden nichts bedeutet, sie war ihm gleichgültig gewesen. Nur eine weitere Kerbe an seinem Bettpfosten … Mit knapp neunzehn Jahren hatte sie das primitive Wesen der Männer und deren Gelüste noch nicht verstanden, jetzt, mit vierundzwanzig, wusste sie es besser.
„Du hast keine Zeit verschwendet, um ihn zu heiraten“, fügte er hinzu, „weniger als vier Monate, nach allem, was ich erfuhr.“
Sie hörte die Anklage aus seiner Stimme heraus, die Eifersucht, und das fachte das Feuer ihres Zorns erneut an. „Was hast du dir denn vorgestellt?“, zischte sie.
„Dass du auf mich gewartet hättest, Arabella!“
Ungläubig schüttelte sie den Kopf. „Ich sollte warten? Für was für eine Frau hältst du mich denn?“ Dachte er allen Ernstes, sie hätte ihn mit offenen Armen willkommen heißen müssen? Nachdem er sie so schmählich im Stich gelassen hatte? „Ich konnte nicht warten, Dominic, denn ich war …“ Ihr Blick suchte seinen.
„Was warst du?“
Zögernd schwieg sie. An ihrem Hals pochte ein warnender Puls.
„Eine Närrin“, antwortete sie schließlich. Eine Närrin, die seinen Lügen geglaubt, die ihm vertraut hatte. „Was du hier wolltest, hast du bekommen, Dominic. Jetzt geh und lass mich in Ruhe.“
„Damit du in Mrs Silvers Salon hinunterlaufen und dem nächsten Gentleman ein Glas Champagner anbieten kannst? Zweifellos warten sehr viele Interessenten darauf, mit dir das Schlafgemach aufzusuchen.“ Seine Stimme triefte geradezu vor Verachtung. „Nein, das wirst du nicht tun.“
Wie kann er es wagen? Warum verurteilt er mich, nach allem, was er mir zugemutet hat? In diesem Moment hasste sie ihn mit einer Leidenschaft, die den letzten Rest ihrer Selbstbeherrschung bedrohte. Sie wollte ihn anschreien, noch einmal ohrfeigen, sich rächen für alles, was er ihr gerade antat. Aber sie zwang sich zur Ruhe.
Er fixierte sie mit seinem Blick. Zwischen ihnen schien die Luft vor Anspannung zu knistern. Dann trat er hinter einen der beiden schwarzen Polstersessel beim Kamin.
„Setz dich, Arabella, wir müssen reden.“
„Lieber nicht, Euer Gnaden.“ Sie war stolz auf sich selbst, weil ihre Stimme ebenso kühl und emotionslos klang wie seine – weil sie ihr Zittern so erfolgreich unterdrückte.
„Wenn du dich wegen des Geldes sorgst … Sei versichert, ich habe für die ganze Nacht bezahlt.“
Nun glichen seine Augen schwarzen Steinen. Obwohl ihre Kehle wie zugeschnürt war, schaute Arabella ihn an, ohne mit der Wimper zu zucken, verbarg ihre Scham und den Aufruhr ihrer Gefühle. Keinesfalls durfte er den Verdacht schöpfen, sie würde ihm etwas verheimlichen.
„Komm, Arabella.“ Er wies auf den Sessel, der vor ihm stand. „Setz dich. Nach allem, was soeben zwischen uns geschehen ist, solltest du dich nicht zieren.“ Seine Stimme klang schroff, seine Miene bekundete unbeugsame Entschlossenheit. Zweifellos würde er darauf bestehen, seinen Willen durchzusetzen.
„Zur Hölle mit dir“, flüsterte sie. Die Narben ihrer seelischen Wunden brannten, als wären sie niemals verheilt. Und das Wiedersehen mit Dominic – nachdem sie jahrelang geglaubt hatte, sie würde ihm nie mehr begegnen – weckte Ängste, die ihr erst in diesem Moment richtig bewusst wurden.
Erst nachdem sie sich gesetzt hatte, nahm er in dem Sessel ihr gegenüber Platz.
„Hast du sofort erkannt, dass ich es bin?“, fragte sie.
„Natürlich nicht!“, protestierte Dominic, wütend auf Arabella und sich selbst. Ganz egal, was sie getan hatte – niemals wäre er aus reiner Rachsucht mit ihr ins Bett gesunken.
„Und wie hast du es gemerkt?“
„Warum ich nicht früher dahinterkam?“ Diese Frage stellte er sich selbst. „Ausgerechnet ich, der deinen Körper so gut kannte …“ Eine schäbige Maske mit schwarzen Federn hat genügt, um mich zu täuschen, dachte er bitter. Zudem hätte er niemals erwartet, Arabella in einem Bordell anzutreffen.
Was aus ihr geworden war – und dass er sie wie eine Hure behandelt hatte, erschütterte ihn zutiefst. Er hatte gehofft, sie aufzuspüren, und sich danach gesehnt. Aber nicht auf diese Weise … So etwas hatte er sich nicht einmal in seinen schlimmsten Albträumen vorgestellt. Verstört strich er durch sein Haar und versuchte seine Gefühle zu kontrollieren.
Dann musterte er Arabellas blasses Gesicht, ihre beherrschte Miene.
Die Zeit hatte ihre Schönheit reifen lassen. Jetzt war sie kein hübsches Mädchen mehr, sondern eine voll erblühte, hinreißende Frau. Er merkte ihr eine gewisse Vorsicht an, ein allgemeines Misstrauen, das sie früher nicht gezeigt hatte. Damals war sie unschuldig und sorglos gewesen, von unbändiger Lebensfreude erfüllt – nun sah er eine kühle, entschlossene Fremde, die er nicht wiedererkannte.
Plötzlich erinnerte er sich an das halb erstickte Schluchzen, das er gehört hatte, an den Tränenglanz in ihren Augen, und sein eigener Zorn verebbte ein wenig.
„Du hast erwähnt, Marlbrook sei gestorben.“
Widerstrebend nickte sie. „Vor zwei...




