Hall | Riskanter Deal zwischen Liebe und Hass | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: CORA Verlag

Hall Riskanter Deal zwischen Liebe und Hass


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7515-3493-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: CORA Verlag

ISBN: 978-3-7515-3493-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein waghalsiges Bündnis: Um das Familienimperium vor dem Untergang zu bewahren, wagt Serena Valli das Undenkbare - sie unterbreitet dem arroganten Luciano Ascione, CEO der Ascione-Group, ein skandalöses Fusions-Angebot: Heirat! Seit ihrer Kindheit sind sie in tiefer Feindschaft verbunden, Erben des Hasses, den schon ihre Väter hegten. Doch ausgerechnet dieser unmögliche Pakt scheint die einzige Rettung. Nicht im Traum kann Serena sich vorstellen, für den verführerischen italienischen Playboy an ihrer Seite je mehr als Verachtung zu empfinden ...

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1. KAPITEL


Zwei Dinge wusste Serena Valli ganz genau.

Erstens, dass sie Luciano Ascione mit der Inbrunst einer seit vier Generationen gewachsenen Wut hasste.

Und zweitens, dass sie ihn brauchte.

Das einzig Gute war, dass Luciano sie ebenfalls brauchte. Vorausgesetzt natürlich, ihm war überhaupt bewusst, wo das Problem lag. Und da hatte Serena ehrlich gesagt ihre Zweifel.

Sie würden jedoch beide grandios scheitern und untergehen, wenn sie sich nicht halfen und einander retteten.

Vielleicht war das die ausgleichende Gerechtigkeit für die Erzfeindschaft ihrer Väter, die bei demselben Unfall ums Leben gekommen waren. Anscheinend waren sie beim Fahren ihrer Autos so fixiert aufeinander gewesen, dass sie nicht mehr auf die Straße achteten und einen Abhang hinabstürzten.

Serena hatte sich jedoch fest vorgenommen, aus den Fehlern ihres Vaters zu lernen. Und wenn dieser Vorsatz darauf hinauslief, ihrem Erzfeind ein Angebot zu machen, würde sie diese bittere Pille eben schlucken.

Denn weder Serena Valli persönlich noch Valli Shipping würde kampflos kapitulieren, ganz egal, wie brutal der Kampf wurde. Ihre Emotionen spielten dabei keine Rolle. Hier ging es einzig und allein um das Schicksal ihres Familienunternehmens. Um das Fortbestehen ihrer traditionsreichen Reederei.

Und wenn es eine Möglichkeit gab, das Andenken an ihren Vater und – wichtiger noch – ihren Großvater zu ehren, dann würde Serena sie ergreifen.

Es war schwierig gewesen, um ihren Vater zu trauern. Im Grunde hatten ihr Vater und Serena nie große Zuneigung füreinander empfunden, sondern einander lediglich respektiert. Sie ihn aus Pflichtbewusstsein heraus und er sie in Anerkennung ihrer perfekten Leistungen. Serena hatte seine Erwartungen immer bereitwillig erfüllt. Sie kannte ihre Pflichten.

Und zu ihren Pflichten gehörte es nun, die Firma ihrer Familie am Leben zu erhalten. Nur deshalb betrat sie jetzt die Höhle des Löwen.

Luciano Ascione hatte sich nie um die Reederei seines Vaters, Ascione International, gekümmert. Wahrscheinlich wusste er gerade mal, dass Ascione International vor allem in internationalen Gewässern tätig war, während Valli Shipping die Vorherrschaft über den italienischen Schiffsverkehr hatte.

Beide Firmen wurden jedoch gerade von einem aufstrebenden amerikanischen Unternehmen in Bedrängnis gebracht, das geschickt die Lücke nutzte, die der Tod von Serenas Vater letztes Jahr hinterlassen hatte. Serena wusste, dass es Ascione International ähnlich ging, obwohl sie bezweifelte, dass Luciano darüber im Bilde war.

Es war bekannt, wie gedankenlos, leichtsinnig und verkommen er war. Seine einzige bisherige Leistung war die Gründung des Clubs gewesen, den sie gerade betrat.

Alles andere hatte er geerbt. Und vermutlich würde er sein Erbe in kürzester Zeit in Grund und Boden wirtschaften. Unter normalen Umständen würde Serena ihn ins offene Messer rennen lassen, aber damit würde sie dem neuen amerikanischen Rivalen direkt in die Hände spielen. Nur wenn es ihr gelang, Ascione International zur Zusammenarbeit mit Valli Shipping zu bewegen, hatten Luciano und sie eine Chance, ihren gemeinsamen Feind zu besiegen.

Serena war fest entschlossen, die Firma ihrer Familie zu retten. Mit etwas Glück gelang ihr nach Beendigung der Zusammenarbeit mit ihrem Erzfeind ja vielleicht etwas, das ihrem Vater nie geglückt war.

Vielleicht gelang es ihr, Ascione International für immer zu ruinieren …

Aber vorerst brauchte sie diese Firma. Oder vielmehr Luciano.

Eigentlich besuchte Serena keine Clubs. Pulsierende Beats und Menschenansammlungen übten nicht den geringsten Reiz auf sie aus. Das einzig Positive an Lucianos Club war, dass hier anscheinend nicht geraucht wurde! Und sie blieb auch nicht mit den Schuhsohlen am Boden kleben, wie sie es eigentlich von einem Etablissement erwartet hätte, in das Menschen gingen, um Alkohol zu trinken und sich zu amüsieren.

Zu ihrer Überraschung machte Lucianos Club einen ziemlich edlen Eindruck. Klar, die Musik war viel zu laut, aber die Atmosphäre war trotz der vielen tanzenden Erben und Erbinnen, die einander zu überstrahlen versuchten, überraschend kultiviert.

Soweit sie das beurteilen konnte zumindest.

Als Serena sich ihren Weg an Tischen mit jungen, glamourösen Menschen vorbei bahnte, verzog sie das Gesicht wegen der lauten Musik. Sie war erst sechsundzwanzig Jahre alt, also selbst noch relativ jung, kam sich in diesem Umfeld jedoch uralt vor. Ihr Großvater hatte mal zu ihr gesagt, dass sie schon mit einer alten Seele auf die Welt gekommen war. Vielleicht hatte er damit ja recht gehabt!

Serena löste den Blick von den Gästen und richtete ihn auf Luciano Ascione, der in einer bühnenartig erhöhten Nische an einem Tisch saß. Einen Arm hatte er lässig über die nackten Schultern einer schönen Frau gelegt, die Serena aus einer beliebten Fernsehserie wiederzuerkennen glaubte. Die Nische war mit einem Seil abgetrennt, vermutlich war das der VIP-Bereich. Serena verdrehte verächtlich die Augen.

Luciano war zweifellos reich, das sah man schon an seinem hochwertigen Anzug, auch wenn er die obersten Knöpfe seines Hemds geöffnet hatte. Sollte der Anblick seiner gebräunten Haut verlockend wirken? Hatte Luciano die Knöpfe mit voller Absicht geöffnet?

Serena neigte nicht dazu, sich etwas vorzumachen. Luciano war ein sehr gut aussehender Mann mit seinem jettschwarzen Haar und seinen dunklen Augen. Mit seinen hohen Wangenknochen und seiner geraden Nase. Seinen vollen Lippen und seinem markanten Kinn. Außerdem war er großgewachsen und muskulös. Es war nicht zu leugnen, dass er im konventionellen Sinne äußerst attraktiv war.

Was er offensichtlich auch ganz genau wusste. Und zu seinem Vorteil nutzte. So sehr sie ihn deswegen auch verabscheute – verdenken konnte sie es ihm nicht.

Auch Serena nutzte alle Werkzeuge, die ihr zur Verfügung standen. Nur deshalb trug sie heute hochhackige Schuhe – um etwa genauso groß wie er zu sein. Und statt ihres üblichen Hosenanzugs hatte sie ein schwarzes Kleid angezogen. Vom Stil her passte es zwar eher zu einem Geschäftstermin als in einen von hippen jungen Leuten frequentierten Club, aber Serena neigte nicht zu Frivolitäten. Zum Ausgleich trug sie ihr Haar offen, sodass es sich wild lockte, statt wie sonst in einem geflochtenen Zopf oder einem Knoten gebändigt zu sein. Sie hatte sich auch etwas sorgfältiger geschminkt als sonst und ein paar Schmuckstücke angelegt – eine Leihgabe ihrer Mutter, die anders als Serena gern zeigte, was sie hatte.

Optisch kam Serena eher nach ihrem Vater, wie ihre Mutter nie müde wurde zu betonen. Vielleicht hatte Serena nach der Scheidung ihrer Eltern auch deshalb lieber bei ihm als bei ihr gewohnt.

Ihr Vater hatte sich gern mit einem unscheinbaren Aasgeier und seine Exfrau mit einem Pfau verglichen. Dabei hatte er jedoch immer betont, dass Aasgeier zumindest einen Nutzen hatten, während Pfauen nur eitel herumstolzierten.

Luciano gehörte eindeutig zur zweiten Sorte. Viele bunte, schillernde Federn und nichts dahinter. Hoffentlich gelang es ihr, ihn von ihrem Plan zu überzeugen! Hoffentlich stieß sie bei ihm damit nicht auf taube Ohren!

Ich krieg das schon irgendwie hin! versuchte sie, sich Mut zu machen.

Luciano fing ihren Blick auf, als sie sich seinem Tisch näherte. Seine Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, doch Serena ging unbeirrt weiter, wobei sie sich innerlich schon mal gegen eine feindselige Bemerkung wappnete. Seinen Blick ruhig erwidernd, steuerte sie direkt auf ihn zu und ignorierte einen seiner Leibwächter, der einen Arm ausstreckte, um sie aufzuhalten.

Sie hatte jedoch nur Augen für Luciano. „Er kennt mich“, sagte sie zu dem Mann.

Luciano gab seinem Leibwächter ein diskretes Signal, sie durchzulassen, und der Mann entfernte kurz das Seil.

Als sie an Lucianos Tisch angekommen war, lächelte er ihr auf eine Art entgegen, die sie an einen Hai erinnerte. „Ah, der Teufel höchstpersönlich!“

Serena erwiderte sein Lächeln und hoffte, dass es wölfisch wirkte. Wölfe konnten immerhin schwimmen, während Haie an Land komplett aufgeschmissen waren. „Glaubst du wirklich, der Teufel ist eine Frau, wo wir doch alle wissen, dass Männer die Hauptverursacher unserer Probleme sind? Insbesondere zwei ganz bestimmte Männer.“

Ihre Worte brachten einen von Lucianos Gästen zum Lachen.

Zwei Männer?“, fragte Luciano spöttisch. „Die Ermittler sahen das anders.“

Deine Ermittler vielleicht. Die, die du nicht bezahlt hast, haben beiden Männern die Schuld an dem Unfall gegeben. Zu Recht, so, wie wir unsere Väter kennen.“

Luciano legte den Kopf schief. „Kanntest du deinen Vater etwa? Es ist nicht leicht, falsche Schlangen zu durchschauen.“

„Auch nicht schwerer als Skorpione.“

„So sehr mir dieses kleine Tête-à-Tête auch gefällt – ich bin gerade mit etwas Wichtigem beschäftigt.“ Er zeigte mit der freien Hand auf die Frau unter seinem Arm.

„Ich glaube, wir wissen beide, dass das nicht stimmt. Wir haben jedoch ein gemeinsames Problem, für das ich dir gern eine Lösung vorschlagen würde.“ Sie lächelte der Schauspielerin freundlich zu, die neugierig zwischen ihr und Luciano hin und her sah. „Unter vier...



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