E-Book, Deutsch, Band 2645, 144 Seiten
Reihe: Julia
Hall Riskantes Spiel um Liebe und Vergeltung
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2466-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2645, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-2466-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Heiß knistert es zwischen der schönen Saverina und Top-Manager Teo LaRosa, seit sie bei Parisi Enterprises zusammenarbeiten. Überwältigt von Teos Sex-Appeal, lässt Saverina sich auf eine Affäre mit dem attraktiven Italiener ein, und überraschend schnell macht er ihr nach einem romantischen Dinner am Meer einen Antrag. Sie ist überglücklich - bis sie den wahren Grund erfährt: Ihre Ehe ist Teil eines raffinierten Rachefeldzugs. Soll sie wirklich in diesem gefährlichen Spiel ihr Herz riskieren?
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1. KAPITEL
Saverina Parisi hatte das vergangene Jahr damit verbracht, ihrem älteren Bruder zu beweisen, dass er unrecht hatte. Sie liebte Lorenzo sehr, dennoch feierte sie jetzt ihren persönlichen Triumph.
Nach ihrem Universitätsabschluss hatte er ihr nämlich vorgeschlagen, sich ein Jahr Pause zu gönnen, um in Ruhe ihren weiteren Lebensweg zu planen. Doch das Einzige, was Saverina gewollt hatte, war, ein Teil seiner milliardenschweren Firma zu werden.
Darum hatte sie ihm ein Angebot gemacht. Sie würde sechs Monate lang als seine Assistentin arbeiten, damit er ein Auge auf sie haben konnte. Wenn sie gute Arbeit leistete und anschließend weiterhin bei Parisi arbeiten wollte, durfte sie bleiben. Falls nicht, konnte sie sich immer noch ein Jahr Auszeit nehmen.
In ihrem Alter hatte ihr Bruder schon ein Imperium aufgebaut, um die Familie aus ihrer schrecklichen Armut zu retten. Jetzt wollte Saverina sich endlich für das revanchieren, was er ihr ermöglicht hatte!
Sechs Monate lang war sie eine vorbildliche Assistentin gewesen. Sie hatte kein Problem damit, sich innerhalb des Unternehmens hochzuarbeiten. Genauso wenig wie sie ein Problem damit hatte, dass die Leute darüber tuscheln könnten, wie sie diesen Job bekommen hatte.
Die Parisis hatten sich praktisch aus dem Nichts einen Namen gemacht und es zu beträchtlichem Reichtum und Einfluss gebracht. Und nach allem, was Lorenzo für die Familie geopfert hatte, sah es Saverina als ihre Pflicht an, im Familienunternehmen mitzuarbeiten. Das schuldete sie schon allein ihrer verstorbenen Schwester, die selbst nie eine Chance auf Erfolg gehabt hatte.
Aber vor allem wollte Saverina sich selbst etwas beweisen.
Nachdem die sechs Monate Probezeit um waren, hatte selbst der strenge Lorenzo nichts mehr an ihrem engagierten Einsatz auszusetzen. Sie durfte bis zum Ende des Jahres in Lorenzos Büro bleiben und danach entscheiden, welche Richtung sie bei Parisi Enterprises einschlagen wollte.
Natürlich hatte sie vor, in die verschiedenen Bereiche des Unternehmens tiefer einzutauchen und anschließend zu entscheiden, wo genau sie ihre Talente einsetzen wollte. Der IT-Bereich würde am besten zu der Qualifikation passen, die sie an der Universität erworben hatte, aber er bot leider auch viel Raum für Fehler.
Und Saverina Parisi wollte auf keinen Fall Fehler machen!
Aber trotz ihrer Angst, etwas falsch zu machen, ließ sie sich im Augenblick von ihren Aufgaben ablenken, und der Grund dafür … hieß Teo LaRosa.
Der gut aussehende Manager, der gerade mühelos die Karriereleiter hinaufstieg, hatte sich innerhalb weniger Monate in ihr Herz geschlichen. Was als spontanes Date begonnen hatte, war inzwischen zu einer vollwertigen Beziehung herangewachsen, auch wenn sie diese noch geheim hielten.
Deshalb ignorierte sie geflissentlich die flatternden Schmetterlinge in ihrem Bauch und das Pochen ihres Pulses in ihrem Ohr, während sie darauf wartete, dass Teo seiner persönlichen Assistentin grünes Licht gab, damit sie Saverina in sein Büro ließ.
Sie musste kurz mit ihm sprechen, rein beruflich. Ihr Bruder befand sich mit seiner Familie auf einer längeren Urlaubsreise, sodass Saverinas tägliche Aufgaben sie nun häufiger in Teos Büro führten. Jedes Mal verhielten sie sich absolut professionell. Aber dieser Mann brauchte sie nur anzulächeln, und ihre Knie wurden weich.
Es war seltsam, diese enorme Anziehungskraft zu spüren. Während der gesamten Studienzeit hatte sie es vermieden, sich ernsthaft zu verlieben. Sie hatte nie das Gefühl gekannt, die Kontrolle über ihre Emotionen zu verlieren.
Teo aber löste Impulse in ihr aus, die sie nicht verstand.
Saverina hielt sich eigentlich für recht abgeklärt und weltgewandt. Sie hatte ihre Mutter und ihre Schwester schon früh verloren, ihr Vater hatte sich zu Tode getrunken. Und das alles, noch bevor sie überhaupt ins Teenageralter gekommen war. Seitdem war sie von ihrem arbeitswütigen Bruder aufgezogen worden.
Und dann plötzlich hatte Teo sie geküsst und damit ihre Welt auf den Kopf gestellt. Seitdem wusste Saverina ohne jeden Zweifel, dass sie an seiner Seite bleiben wollte.
„Mr. LaRosa kann Sie jetzt empfangen“, verkündete Teos Sekretärin steif.
Mrs. Caruso arbeitete schon ewig für Parisi Enterprises. Saverina hatte erlebt, wie warm und freundlich sie zu Teo und Lorenzo war und wie kalt und eisig zu allen anderen. Deshalb nahm sie den kühlen Blick der anderen Frau auch nicht persönlich. Sie machte ihre Arbeit gründlich und ließ sich nicht so leicht von dem Nachnamen Parisi beeindrucken. Das war Saverina viel lieber als Leute, die sich einschmeichelten.
Das Leben als Schwester eines Selfmade-Milliardärs hatte eben auch seine Schattenseiten …
Teo saß an seinem Schreibtisch, den Kopf leicht gesenkt, während er etwas in sein Telefon tippte. Das dunkle Haar war ordentlich nach hinten gekämmt, und sie wollte es augenblicklich verwuscheln, so wie sie es immer tat, wenn sie es in die Finger bekam.
Gedankenverloren blickte er hoch. Sein Gesicht hätte aus Marmor gemeißelt sein können. Hohe Wangenknochen, eine aristokratische Nase und einen kantigen Kiefer, dazu die sinnliche Verheißung seiner Lippen. Sie liebte es, wie sich dieser Mund auf ihrer Haut anfühlte!
Ihm genug zu vertrauen, um ihn in ihr Bett zu lassen, das war für Saverina eine große Sache gewesen. Und inzwischen glaubte sie sogar schon an die große Liebe und an eine gemeinsame Zukunft, was eigentlich völlig untypisch für sie war.
Doch als er sie anlächelte und aufstand, wurde ihr kühler Verstand einmal mehr von einem innigen Gefühl der Sehnsucht und Wärme außer Kraft gesetzt.
Sie räusperte sich und setzte sich ihm gegenüber an den Schreibtisch. Mit einer Hand hielt sie ihr mitgebrachtes Notizbuch hoch. „Lorenzo hat seinen Urlaub verlängert, also müssen wir besprechen, ob wir einige der geplanten Meetings nach hinten verschieben können.“
Teo starrte sie einen Moment lang an, bevor er etwas sagte. Sie spürte, wie seine Blicke ihren Körper abtasteten, und das gefiel ihr. Immerhin hatte sie sich heute extra für ein Outfit entschieden, das ihre Figur eher betonte als verbarg. Es war sehr professionell, aber dennoch sexy.
„Du hast doch Zugang zu meinem elektronischen Kalender, oder?“, antwortete er schließlich, und seine dunkle, etwas raue Stimme ging ihr unter die Haut. „Hättest du die Eintragungen nicht einfach ändern können?“
„Nicht ohne Rücksprache.“
Aber es war beiden klar, dass die Sache mit dem Kalender nur eine Ausrede gewesen war, um Teo während der Arbeitszeit zu treffen.
„Wir müssen uns bei der Arbeit benehmen, Saverina“, sagte er leise und lächelte verschwörerisch.
„Ich kann mich nicht erinnern, etwas anderes behauptet zu haben“, antwortete sie voller Unschuld, doch ihre Augen leuchteten.
Teo LaRosa war kein guter Mensch.
Diese Erkenntnis überfiel ihn jedes Mal, wenn er Saverina Parisi berührte, aber ihr nicht die Wahrheit sagte. Jedes einzelne Mal, wenn er mit zu viel Interesse beobachtete, wie sie in seinem Büro die Beine übereinanderschlug.
So wie jetzt gerade. Sie war eine schöne Frau. Klug und schlagfertig und obendrein extrem anziehend. Selbst wenn er sie nicht für seine Pläne ins Visier genommen hätte, wäre sie absolut sein Typ gewesen. Aber er hatte sie benutzt, und zwar von Anfang an. Denn neben diesem Job war Saverina der Schlüssel zu seinem Racheplan. Und Vergeltung war Teo wichtiger als die Wahrheit – der Zweck heiligte nun einmal die Mittel.
„Ich glaube, du sendest mir eindeutige Signale, Prinzessin“, sagte er leise.
Teo genoss es, mit ihr zu flirten. Aber die Verführung musste bis heute Abend warten …
Es war nicht schwer gewesen, Saverina zu umwerben. Im Grunde war nicht einmal geplant gewesen, tatsächlich mit ihr ins Bett zu gehen. Es war einfach passiert. Die Chemie zwischen ihnen war nicht zu leugnen.
Manchmal fiel es ihm schwer, sich daran zu erinnern, dass Saverina bloß Mittel zum Zweck war. Aber dann dachte er daran, was Dante Marino ihm bei ihrem ersten und letzten Gespräch mitgeteilt hatte: „Ich werde dich vernichten, wenn du es versuchst!“
Teo würde sich niemals von diesem Mann vernichten lassen. Er würde vielmehr alles in seiner Macht Stehende tun, um Dantes Niedergang herbeizuführen. Dazu gehörte dieser Job bei Dantes Erzfeind genauso wie die bevorstehende Verlobung mit der Schwester dieses besagten Feindes. Auf jede erdenkliche Weise wollte er den Stolz und den Ruf des Mannes beschädigen – und Saverina war sein Werkzeug.
Das musste für sie nicht unbedingt ein Nachteil sein. Immerhin hasste ihr geliebter Bruder Dante Marino ebenfalls. Für Teos Empfinden nutzte er Saverina Parisi nicht wirklich aus, sondern sorgte lediglich für eine Win-win-Situation. Und wenn sie ihn am Ende heiratete, würde er ihr ein guter Ehemann sein.
Er konnte ihr den Lebensstil bieten, an den sie gewöhnt war, und er würde sie stets respektvoll behandeln. Respektloser Umgang mit anderen Menschen, das war eher die Handschrift von Dante Marino! Und Teo hatte sich in dem Moment, in dem er die Wahrheit über seine Abstammung entdeckt hatte, geschworen, dass er niemals so enden würde wie sein leiblicher Vater.
Vielleicht konnte er Saverina nicht so lieben, wie sie es verdiente. Er hatte keinen Sinn für große Gefühle, für Kinder und Familie. Aber er würde ihr eine sichere Zukunft bieten.
Und sie musste ja nie erfahren, dass sie einst eine Schachfigur in...




