Hall | Viel zu nah am Tabu | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2653, 144 Seiten

Reihe: Julia

Hall Viel zu nah am Tabu


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2478-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2653, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-2478-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Rotes Haar, tiefblaue Augen und verlockende Kurven: Matildas Anblick lässt den spanischen Tycoon Javier Alatorre sinnlich erschauern. Doch als sein Mündel ist die betörende junge Britin tabu für ihn! Er muss jetzt nur eins: spätestens bis zu ihrem nächsten Geburtstag einen passenden Ehemann für sie finden. Nur wie soll ihm das gelingen, wenn Matilda sich ihm leidenschaftlich widersetzt und jeden Kandidaten ablehnt? Begehrt sie ihn etwa ebenso heimlich wie er sie? Oder warum knistert es plötzlich immer erregender zwischen ihnen?

Hall Viel zu nah am Tabu jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1. KAPITEL


Javier Alatorre stieg aus dem eleganten Mietwagen und trat genau in eine kalte, schlammige Pfütze. Fluchend sah er zuerst in den nassgrauen Himmel, dann auf seine ruinierten Schuhe.

Er konnte einfach nicht nachvollziehen, dass ein Mensch, dem im sonnigen Spanien jeder erdenkliche Komfort zur Verfügung stand, es vorzog, in dieser einsamen Wildnis zu leben.

Aber Matilda hatte es so gewollt, und nachdem sie eine Reihe schmerzvoller Erfahrungen gemacht hatte, hatte er eingewilligt. Weil er nett war. In den ganzen drei Jahren, die sie jetzt hier wohnte, hatte er sie in Ruhe gelassen. Und das würde er jetzt auch am liebsten tun.

Aber sie hatte genug Zeit gehabt, ihre Wunden zu lecken. Die Uhr tickte.

Er kannte Matilda Willoughby jetzt seit fast zehn Jahren, doch es war ihm nie gelungen, sie als seine Schwester zu betrachten. Auch wenn Ewan Willoughby ihm in der Zeit, als er mit Javiers Mutter erst zusammen und schließlich verheiratet gewesen war, ein echter Vater gewesen war.

Javier war sechzehn gewesen, als seine Mutter Ewan kennengelernt hatte, und obwohl sie sich fünf Jahre lang geweigert hatte, noch einmal zu heiraten, hatte er Javier von Anfang an wie seinen eigenen Sohn behandelt.

In jenen frühen Jahren war es Ewan gelungen, aus dem wütenden Teenager mit großem Gewaltpotenzial einen erfolgreichen, kultivierten Geschäftsmann zu machen. Er hatte Javier zu einem Studium ermutigt, ihm noch vor dem Studienabschluss einen Job bei WB Industries besorgt und ihn darauf vorbereitet, das Wirtschaftsimperium eines Tages zu erben. Ewan hatte Javiers Kanten geglättet, ihm beigebracht, was Selbstkontrolle bedeutet, und hatte ihn zu dem Mann gemacht, der er heute war.

Matilda hatte er erst bei der Verlobung ihrer Eltern kennengelernt, ein schüchternes Mädchen, das auf ein Internat ging und sich lieber hinter seinem Vater versteckte, anstatt sich mit Javier zu beschäftigen.

Dann war das Unerwartete und Unfassbare passiert. Ewan war ganz plötzlich gestorben, ohne jede Vorwarnung. Javier hatte nicht nur seine Vaterfigur verloren und war dadurch plötzlich zum Eigentümer eines Unternehmens geworden, dessen Erfolg er für den Mann sichern musste, der es ihm hinterlassen hatte. Auf einmal war er auch der gesetzliche Vormund einer Sechzehnjährigen, die er kaum kannte. Die Male, die er sich in einem Raum mit Matilda befunden hatte, konnte er fast an einer Hand abzählen.

Doch er hatte die unerwartete Verantwortung sehr ernst genommen und versucht dafür zu sorgen, dass ihr Leben ebenso ruhig verlief wie zu Lebzeiten ihres Vaters. Er hatte zugesehen, dass sie die Schule abschloss, sich um ihre unendlich komplizierten und umfangreichen Finanzen gekümmert und darum, dass sie in dem schönen Haus seiner Mutter wohnte, wenn sie gerade nicht an der Uni war. Gleichzeitig hatte er die Führung von Ewans Unternehmen übernommen und es noch erfolgreicher gemacht, als es ohnehin schon war.

Ewans Vermächtnis würde er immer ehren, daran würde auch seine unglückliche Kindheit nichts ändern. Eine Kindheit, die dafür verantwortlich war, dass er Kontrolle für so wichtig hielt.

Seufzend betrachtete Javier das kleine Cottage, das Matilda dem schönen Haus seiner Mutter in Valencia vorzog. Zu seiner Strategie, die Selbstkontrolle zu bewahren, gehörte es, sich von der erwachsenen Matilda fernzuhalten. Über die Gründe hiervor dachte er lieber nicht nach.

Er strich sein Jackett glatt und ging auf die Haustür zu. Wäre es ein schöner Tag gewesen, hätte er das Gebäude vielleicht pittoresk genannt. Heute jedoch wirkte es einfach nur grau. Dem Anblick der alten Natursteinmauern und des verfallenen wirkenden Dachs zufolge war es drinnen bestimmt eiskalt.

Aus Matilda war Javier noch nie richtig schlau geworden. Ihre Besessenheit von Pflanzen. Ihr liebes, vertrauensvolles Wesen. Ihr Wunsch, allein zu sein. Das hier.

Sicher, vor drei Jahren hatte sie unter einem großen Skandal gelitten, und ja, allein aufgrund der Höhe ihres Erbes zog sie Aufmerksamkeit auf sich. Aber Javier hatte nie verstanden, warum sie sich so versteckte, nur weil sich der Mann, mit dem sie verlobt gewesen war, als intriganter, verlogener Goldgräber entpuppt hatte.

Die Presse war womöglich ein wenig ungnädig gewesen und hatte ihr übel mitgespielt, aber Javiers Meinung nach hätte die Tochter von Ewan Willoughby dickhäutiger reagieren müssen.

Doch er hatte getan, was Ewan seiner Einschätzung nach in dieser Situation getan hätte, und Matilda erlaubt, sich dieses kleine Cottage in den schottischen Highlands zu kaufen. Er hatte ihr den Raum gegeben, über die Zeit bis zu ihrem fünfundzwanzigsten Geburtstag frei zu verfügen.

Für Javier war es so leichter als zu der Zeit, da sie verliebt an Pietros Arm durch Barcelona flaniert war, wo sie bei denselben Veranstaltungen auftauchte wie Javier, eine Frau durch und durch und nicht mehr der Teenager, der einen Vormund brauchte.

Er musste Matilda nicht verstehen, um dafür zu sorgen, dass sie versorgt war und sich nach dem richtete, was ihr Vater in seinem Testament verfügt hatte. Denn Javier war ihr Vormund, egal wie alt sie war oder wie zurückgezogen sie lebte.

Bevor er die Haustür erreicht hatte, hörte er hinter sich Schritte. Als er sich umdrehte, erblickte er Matilda, die sich ihm auf einem schlammigen Pfad näherte.

Sie trug mehrere Schichten Wollpullover und – jacken, die kaum weniger verschlammt waren als der Pfad. Ihr lockiges rotbraunes Haar hatte sie wohl irgendwann einmal zusammengebunden, doch die meisten Strähnen hatten sich aus dem Zopf gelöst und fielen ihr in das gerötete Gesicht.

Er hatte sie seit über einem Jahr nicht mehr gesehen, vielleicht waren es auch eher zwei. Er hatte Weihnachten lieber auf Capri verbracht als zusammen mit den beiden Frauen im Haus seiner Mutter in Valencia.

Seit Matildas einundzwanzigstem Geburtstag, als er sie strahlend und glücklich an Pietros Arm gesehen hatte, weigerte Javier sich zu benennen, was ihn bei ihrem Anblick so aufwühlte. Das rote Haar, die tiefblauen Augen, die schlanke Figur. Sie war eine attraktive Frau, seine Reaktion auf sie reine Biologie.

Mehr war es nicht.

Im Gehen schwang sie einen Korb, der bis zum Rand mit Pflanzen gefüllt war, und trotz des nassen, grauen Tages summte sie eine Melodie vor sich hin. Sie schien ihn nicht zu bemerken, bis sie praktisch direkt vor ihm stand.

„Javier.“ Sie blinzelte, allerdings ohne zu lächeln, wie sie es sonst tat, wenn sie sich begegneten. Wachsamkeit schlich sich in ihre Augen, als wüsste sie genau, warum er hier war.

Was das Ganze beschleunigen würde.

„Matilda. Du hast meine Anrufe ignoriert.“

„Und deine E-Mails“, ergänzte sie beinahe fröhlich. Sie drückte sich an ihm vorbei und ging zur Haustür. Sie schloss auf und trat die verschlammten Stiefel an der ebenso verschlammten Fußmatte ab.

Bei so viel Schmutz fürchtete Javier sich fast vor dem, was ihn im Inneren des Cottages erwartete.

„Du hättest dir nicht die Mühe machen müssen, hierherzukommen“, sagte Matilda und trat ins Haus. Sie hängte den Korb an einen Haken und begann sich aus ihren Wollschichten zu schälen.

Immerhin war es im Cottage schön warm, anders als er vermutet hatte. Aber zu behaupten, dass drinnen Unordnung herrschte, wäre eine Untertreibung gewesen. Vielmehr sah es aus, als sei ein wissenschaftliches Experiment aus dem Ruder gelaufen. Was ihn bei Matilda nicht überraschte.

„Ich wäre sehr viel lieber zu Hause geblieben, wo es trocken und warm ist, aber du hast ja, wie gesagt, nicht auf meine Anrufe und E-Mails reagiert.“

Sie seufzte vernehmlich, bevor sie einen Arm ausstreckte. „Soll ich deine Jacke nehmen?“

Javier sah auf die Wandhaken. An allen hingen nasse, verschmutzte Kleidungsstücke oder mit Erde und Pflanzen gefüllte Körbe. „Nein danke.“

Sie lachte. Anscheinend hatte sie hier draußen ihren Sinn für Humor wiedergefunden, und das war gut so. Jedenfalls war sie nicht mehr das blasse, am Boden zerstörte Mädchen, das sie vor drei Jahren gewesen war.

Damals hatte sie ihm gar nicht gefallen.

„Tee?“, fragte sie auf dem Weg in eine winzige Küche. Er hatte keine Ahnung, wie es ihr gelang, in dieser Unordnung überhaupt den Wasserkocher zu finden.

„Nein, Matilda. Mein Flugzeug wartet. Aber du kannst dir zum Packen so viel Zeit nehmen, wie du brauchst.“ Er blickte sich um. Überall Pflanzen, manche frisch, andere getrocknet und wieder andere irgendwo zwischen tot und lebendig. „Vielleicht können wir ja jemanden aus dem Dorf anheuern, der sich um deinen … Garten kümmert, solange du fort bist.“

„Ich habe nicht die Absicht, irgendwo hinzufahren, Javier“, entgegnete sie fest, nachdem sie den Wasserkocher hervorgezaubert hatte.

Die Entschlossenheit in ihrem Tonfall gefiel ihm nicht. Früher hatte Matilda ihm so gut wie nie widersprochen. Sie war zu lange allein gewesen, zu unabhängig geworden. Das war vermutlich besser, als der Fußabtreter anderer Menschen zu sein, passte aber gerade nicht zu seinem Vorhaben.

„Ob Absicht oder nicht, du wirst mit mir nach Spanien zurückkehren. In sechs Monaten wirst du fünfundzwanzig, und es gibt noch einiges zu tun, wenn du einen passenden Ehemann finden willst.“

Sie knallte den Wasserkessel auf die Herdplatte und sah Javier an. „Das alles kann doch nicht dein Ernst sein.“

„Ich bitte um Entschuldigung, cariño, aber ich habe nicht vor, dich zu heiraten. Also müssen wir einen anderen...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.