E-Book, Deutsch, Band 0118, 384 Seiten
Reihe: Baccara Exklusiv
Halldorson / Garbera / Jameson Baccara Exklusiv Band 118
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-2171-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0118, 384 Seiten
Reihe: Baccara Exklusiv
ISBN: 978-3-7337-2171-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
KÜSS SIE DOCH ENDLICH, DADDY! von HALLDORSON, PHYLLIS
Tamara Houston hat einen neuen Job: Als Pflegemutter kümmert sie sich um Clay Rutledges Adoptivtochter Francie. Schon bald knistert es heftig zwischen der hübschen Lehrerin und dem attraktiven Kieferchirurg - aber ein dunkles Geheimnis bedroht ihr gemeinsames Glück ...
DER KUSS DES MILLIONÄRS von GARBERA, KATHERINE
Ein geschäftlicher Deal macht Isabella McNamara zu Jeremy Harpers Geliebten. Was der reiche Unternehmer nicht ahnt: Bella hat schon immer für ihn geschwärmt. Doch als sie nach einer leidenschaftlichen Romanze auf einen Heiratsantrag hofft, wird sie bitter enttäuscht!
DER FEIND, DER MICH VERFÜHRTE von JAMESON, BRONWYN
Vanessa Thorpe ist entsetzt! Tristan, der Sohn ihres verstorbenen Mannes, will ihr das Erbe verweigern. Wütend stellt sie ihn zur Rede - doch ihr Streit endet in einem leidenschaftlichen Kuss. Soll Vanessa dem Geschäftsmann beichten, was sie ihm verschwiegen hat?
USA-Today-Bestsellerautorin Katherine Garbera hat schon mehr als neunzig Romane geschrieben. Von Büchern bekommt sie einfach nicht genug: ihre zweitliebste Tätigkeit nach dem Schreiben ist das Lesen. Katherine lebt mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem verwöhnten Dackel in England.
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2. KAPITEL
Es war schon später Nachmittag, als Tamara vom Highway abbog und dem Wegweiser zum Stadtzentrum von San Antonio folgte. Da sie gerade Ferien hatte, konnte sie ihren Plan sofort in die Tat umsetzen. Zwei lange Tage war sie unterwegs gewesen und mittlerweile der Erschöpfung nahe. Doch die starke innere Erregung hatte sie in dieser Zeit nicht ein einziges Mal verlassen.
Morgen würde sie ihr Kind sehen, das Kind, das neun Monate in ihr gewachsen war. Das Kind, das eine andere Frau Mutter nannte. Tamaras Gefühle waren gemischt. Sie durfte niemals Anspruch auf dieses Kind erheben. Doch wenigstens würde sie wissen, wo es war und wo sie es finden konnte, wenn es sie eines Tages vielleicht brauchte.
Tamara war noch nie in San Antonio gewesen, aber sie besaß einen Stadtplan, in den sie den Weg zum Hotel eingezeichnet hatte. Das Zimmer hatte sie schon von zu Hause aus gebucht. Eigentlich wollte sie sich zuerst einmal richtig ausschlafen, bevor sie sich morgen auf die Suche nach dem Haus der Rutledges machte.
Doch plötzlich schlug sie, fast gegen ihren Willen, das Lenkrad ein und strebte weg vom Hotel in die entgegengesetzte Richtung. Sie fuhr langsam, suchte nach Straßennamen und Hausnummern. Jetzt verstand sie, warum viele Gebäude hier als „Schlösser“ bezeichnet wurden: Im Vergleich mit modernen Häusern waren sie sehr großzügig und vorwiegend in historischen Stilrichtungen gebaut. Sie bestanden aus Naturstein, Holz und Ziegeln und standen inmitten weitläufiger Grundstücke mit Schatten spendenden alten Eichen und Lorbeerbäumen.
Tamara hatte die gesuchte Straße und die richtige Nummer bald gefunden. Das große, villenartige Haus war zweistöckig und besaß eine helle Kalksteinfassade. Die Giebel und die Bogenfenster mit den rautenförmigen Scheiben waren von fantasievoll geschnitzten Holzornamenten umrahmt. Auch die schwere Eichentür war mit kunstvollen Schnitzereien verziert. Zur Straßenseite hin war das Grundstück von einem weiß gestrichenen Holzzaun, an der Rückseite von einer hohen Steinmauer begrenzt.
Tamara fuhr bis zum Ende der Straße, wendete und hielt dann auf der gegenüberliegenden Seite an, um das Haus unauffälliger beobachten zu können. Es war nicht festzustellen, ob jemand zu Hause war. Autos waren nicht zu sehen, aber vielleicht waren sie in der Garage links vom Haus untergestellt.
Sie blieb eine Weile einfach sitzen und ließ die Atmosphäre auf sich wirken. Nach einer Weile aber taten ihr die von der langen Fahrt angespannten Muskeln weh, und sie beschloss, in ihr Hotel zu fahren.
Es war ein historisches Holzgebäude mit einer umlaufenden Veranda. Tamaras Zimmer lag im ersten Stock und hatte eine schöne Aussicht auf den Garten.
Nachdem sie ein Bad genommen hatte, schlüpfte sie ins Bett und schlief fast sofort ein.
Am nächsten Morgen erwachte sie erfrischt und voller Ungeduld. Sie zog ein schickes rotes Kleid an, in dem sie hoffentlich wie eine Dame und nicht wie der Teenager wirkte, für den man sie üblicherweise hielt. Dann suchte sie auf dem Stadtplan die „Mission Trail Academy“, wo Mary Frances zur Schule ging.
Tamara klopfte das Herz bis zum Halse, als sie schließlich aus dem Auto stieg. In wenigen Minuten würde sie ihre verloren geglaubte Tochter sehen!
Sie holte tief Luft und betrat dann die Schule. Die Direktorin, Mrs Oxenberg, begrüßte sie freundlich. „Bitte setzen Sie sich. Was kann ich für Sie tun, Miss Houston?“
„Ich unterrichte eine zweite Klasse in der Grundschule von Ames in Iowa und schreibe an meiner Doktorarbeit über neue Unterrichtstechniken und Lehrpläne. Jetzt möchte ich meine Sommerferien dafür benutzen, die Methodik hier an Ihrer Schule kennenzulernen.“
Mrs Oxenberg hörte interessiert zu. Tamara wurde ein wenig unbehaglich zumute. Sie log diese nette Frau nicht gern an, aber eine andere Möglichkeit, Zugang zur Klasse von Mary Frances zu bekommen, fiel ihr nicht ein. Und der Zweck heiligte die Mittel.
„Ich wollte Sie um die Erlaubnis bitten, mich mit der Lehrerin zu unterhalten, die Ihre zweite Klasse unterrichtet, und vielleicht sogar ihren Unterricht zu besuchen. Ich würde bestimmt nicht stören.“
Mrs Oxenberg zögerte, und Tamara hielt unwillkürlich den Atem an. „Wenn Miss Perry nichts dagegen hat, bin ich damit einverstanden. Ich werde gleich mit ihr sprechen.“
Nachdem die Direktorin aufgestanden war und das Büro verlassen hatte, stieß Tamara vor Erleichterung einen tiefen Seufzer aus. Nur wenige Minuten später kam Mrs Oxenberg zurück und führte Tamara in ein helles, sonniges Klassenzimmer auf der Rückseite des Gebäudes.
Dort wartete eine junge Frau ihres Alters auf sie, die sich als Miss Perry vorstellte. „Die Kinder sind gerade in der Pause“, erklärte sie. „Sie wollen meinen Unterricht besuchen, Miss Houston?“
Tamara nickte und erzählte ihr dieselbe Geschichte wie der Direktorin. „Ich werde auch bestimmt nicht stören“, versprach sie. „Ich setze mich einfach unauffällig in eine Ecke, dann werden die Kinder schnell vergessen, dass ich überhaupt da bin.“
„Kommt überhaupt nicht infrage“, widersprach die Lehrerin mit einem Lachen. „Ich erwarte natürlich, dass Sie einen Teil des Unterrichts übernehmen.“
In diesem Augenblick läutete die Glocke, die das Ende der Pause anzeigte. Und bevor Tamara noch antworten konnte, öffnete sich die Tür, und die Kinder stürmten zu ihren Plätzen.
Es waren zwölf Mädchen und neun Jungen, stellte Tamara rasch fest. Wer mochte wohl Mary Frances sein? Vier Mädchen waren dunkelhäutig, zwei asiatischer Herkunft, sodass nur noch sechs übrig blieben.
Miss Perry klatschte in die Hände, um Ruhe herzustellen. „Wir haben heute einen Gast“, verkündete sie, und Tamara stand auf. „Ich möchte euch Miss Houston vorstellen. Sie ist auch Lehrerin, aber nicht hier, sondern in Iowa. Wer von euch kann uns auf der Karte zeigen, wo Iowa liegt?“
Ein blondes Mädchen hob die Hand, und Tamara verspannte sich unwillkürlich. Doch weder sie noch der Vater des Kindes hatten blaue Augen.
„Schön, Cassandra, dann wollen wir sehen, ob du recht hast.“
Cassandra – das war der falsche Name.
Bis Tamara sich wieder gefasst hatte, war das kleine Mädchen schon wieder zu seiner Bank zurückgekehrt.
„Sehr schön“, lobte Miss Perry. „Miss Houston wird euch später mehr über Iowa erzählen. Vorher möchte ich, dass ihr euch vorstellt. Wir fangen mit Ricardo an.“ Sie nickte einem kleinen südländisch aussehenden Jungen in der ersten Reihe zu.
Tamaras Magen zog sich zusammen. In wenigen Sekunden würde sie wissen, wie ihre kleine Tochter aussah!
Bei jedem kleinen Mädchen hielt sie den Atem an, und der Schweiß lief ihr den Rücken hinunter. Dann stand ein niedliches dunkelhaariges Mädchen in der dritten Reihe auf. Es war kleiner als die anderen, sehr zart und hatte große braune Augen – wie Tamara. „Ich heiße Francie Rutledge“, sagte das Mädchen und setzte sich wieder.
Einen Augenblick lang fürchtete Tamara, dass sie ohnmächtig werden würde. Doch wenn sie nicht alles ruinieren wollte, durfte sie sich auf keinen Fall verraten.
Die nächsten beiden Stunden bis zum Mittag schienen wie im Fluge zu verstreichen. Tamara sehnte sich unendlich danach, ihr kleines Mädchen in die Arme zu nehmen, ihm über das seidige schwarze Haar, das ihrem eigenen so ähnlich war, zu streichen. Doch irgendwie schaffte sie es, den nötigen Abstand zu wahren und sich mit Francies Anblick und dem süßen Klang ihrer Kinderstimme zufriedenzugeben.
Als die Mittagsglocke läutete, wäre Tamara gern mit den Kindern zum Essen gegangen, um sich unauffällig mit Francie unterhalten zu können. Leider galt ihre Abmachung mit Miss Perry nur für zwei Stunden, und sie wagte nicht, um eine Verlängerung zu bitten. Also bedankte sie sich nur bei den Kindern und ihrer Lehrerin und verabschiedete sich von Mrs Oxenberg.
Wieder in ihrem Hotelzimmer, rief Tamara in der Praxis von Dr. Rutledge an. Ihre Hand zitterte, während sie darauf wartete, dass jemand den Hörer abhob.
Tamara holte tief Luft. „Mein Name ist Houston“, begann sie dann. „Ich mache gerade Urlaub in San Antonio und habe plötzlich Zahnweh bekommen. Ich hätte gern möglichst bald einen Termin bei Dr. Rutledge.“
„Ich bedaure“, sagte die Stimme am anderen Ende. „Dr. Rutledge ist Kieferchirurg. Ich kann Ihnen jedoch gern die Nummer eines anderen Zahnarztes geben.“
Tamara sank das Herz, aber sie war noch nicht willens aufzugeben. „Es handelt sich um einen Weisheitszahn. Mein Zahnarzt hat mir geraten, ihn ziehen zu lassen, und zwar am besten von einem Kieferchirurgen.“ Das war sogar die Wahrheit, abgesehen davon, dass der Weisheitszahn im Moment keine Schwierigkeiten machte.
„Es tut mir leid, aber ich …“
„Ich bin Lehrerin“, beeilte sich Tamara hinzuzufügen. „Ich habe heute Vormittag hier an der Schule hospitiert, und die Lehrerin hat mir Francie Rutledges Vater als Zahnarzt empfohlen.“
„Sie kennen die Tochter von Dr. Rutledge?“
„Nur flüchtig“, gab Tamara zu. „Ich wäre wirklich sehr dankbar, wenn Dr. Rutledge Zeit für mich hätte. Morgen ist Freitag, und ich fürchte mich vor dem Wochenende …“
Nach einer kleinen Pause kam die erhoffte Antwort: „Morgen früh um zehn Uhr ist ein Termin abgesagt worden. Wenn es sich um einen Notfall handelt …“
„Ich bin Ihnen ja so dankbar“, erwiderte Tamara überschwänglich. „Sie sind ein Engel.“
Sie...




