E-Book, Deutsch, Band 2, 752 Seiten
Reihe: Atlan: Traversan-Zyklus
Hanczuk / Haensel / Terrid Arkons letzter Schlag
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-948675-29-5
Verlag: Hirnkost
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 752 Seiten
Reihe: Atlan: Traversan-Zyklus
ISBN: 978-3-948675-29-5
Verlag: Hirnkost
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Atlan: Traversan-Zyklus bekommt ein neues Gewand. "Arkons letzter Schlag" ist der Abschlussband der zweibändigen Neuausgabe der beliebten PERRY-RHODAN-Miniserie.
Die Milchstraße im Jahr 1290 Neuer Galaktischer Zeitrechnung: Die Nachricht von Traversan, man habe geheimnisvolle Gebäude aus der Vergangenheit entdeckt, lässt dem unsterblichen Arkoniden Atlan keine Ruhe. Er startet sofort mit seinem Raumschiff und nimmt Kurs auf diese Welt. Kurz nach seiner Ankunft gerät er in eine defekte Zeitmaschine, die ihn in die Vergangenheit des Arkon-Imperiums schleudert. Der Unsterbliche muss um die Freiheit des Planeten Traversan und seine Rückkehr in die Gegenwart kämpfen – und um die Liebe zur schönen Prinzessin Tamarena von Traversan ...
Sieben Autoren erschufen gemeinsam den Traversan-Zyklus: Frank Borsch, Rainer Castor, Robert Feldhoff, Hubert Haensel, Rainer Hanczuk, Hans Kneifel und Peter Terrid. Hier sind sie zum ersten Mal in einer zweibändigen Buch-Edition vereint.
Weitere Infos & Material
"Weltraumpiraten" von Peter Terrid,
"Der letzte Gonozal" von Hubert Haensel,
"Der Preis der Freiheit" von Frank Borsch,
"Das Zauberhirn-Projekt" von Rainer Hanczuk,
"Duell auf Arkon" von Hans Kneifel,
"Finale für Traversan" von Rainer Castor und
"Fluchtpunkt Schemmenstern" von Frank Borsch
1.
Meine Schritte wurden langsamer; ich merkte es. Die Gefahr war unsichtbar, aber deswegen nicht weniger groß. Und die Auswirkungen waren jetzt, nach etwas mehr als einer Stunde, deutlich zu spüren.
Ich blieb stehen und holte tief Luft.
, warnte der Extrasinn.
Ich wusste, dass der Logiksektor recht hatte. Das Gebiet, durch das ich mich bewegte, war radioaktiv verseucht. Der Himmel mochte wissen, auf welche Weise, aber das konnte mir gleichgültig sein. Radioaktive Strahlen in verschiedenen Dosierungen trafen meinen Körper und richteten dort Schaden an, unaufhörlich, Minute für Minute. Ohne den Zellaktivator, den ich unter dem linken Schlüsselbein im Inneren meines Körpers trug, wäre ich jetzt bereits tot gewesen.
Es war heller Wahnsinn, auf diesem Wege zu versuchen, den Raumhafen von Couratto IV verlassen zu wollen. Es war zugleich der einzige Weg, der mir in der begrenzten Zeit, die ich zum Nachdenken gehabt hatte, eingefallen war.
Zusammen mit den anderen Überlebenden der OSA MARIGA war auch ich über das Landefeld geführt worden, hin zu einem flachen Gebäude, in dem ich strenge Kontrollen befürchtet hatte. Arkon stand zwar gegenwärtig nicht im Krieg, aber das hieß nicht, dass solche Kontrollen lasch oder nachlässig gehandhabt wurden. Üblicherweise wurden diese Arbeiten von Robotern übernommen, und die konnte man nur äußerst schwer täuschen, wenn überhaupt.
Aber das eigentliche Risiko in meinen Augen waren nicht diese Kontrollen. Ich besaß außer meiner Kleidung eine ID-Marke, die mich als Altao von Camlo identifizierte, dazu einen Kreditchip über mehr als 900.000 Chronners. Außerdem trug ich noch einen kleinen Beutel am Leib, in dem ich zwei für mich unersetzliche Wertgegenstände verwahrte, die ich um jeden Preis vor dem Zugriff Fremder bewahren wollte: zwei winzige Kristallrohlinge und dazu den durchgebrannten Originalchip aus jener vermaledeiten Zeitmaschine, die mich in dieses Abenteuer hineingestoßen hatte. Mit diesem Chip wollte ich nach Arkon, weil er nur dort wieder instandgesetzt werden konnte …
, warf der Extrasinn knapp ein.
– und ich nur mit diesem Chip eine Chance hatte, meine Realzeit wieder zu erreichen. Mich irgendwo im Arkon-Sektor der Milchstraße für einige Jahrtausende zu vergraben und zu verstecken, dazu hatte ich nicht die geringste Lust. Mir genügten vollauf die zehntausend Jahre, die ich zwangsweise auf der Erde hatte verleben dürfen, unter Barbaren, Primitivlingen und wilden Gesellen, die mit den Fingern aßen und sich auch sonst so unzivilisiert wie nur möglich benahmen.
Der Impuls des Extrasinns war drängend.
Ich setzte mich wieder in Bewegung, zuerst langsam, dann immer schneller werdend, auch wenn mir dabei übel wurde. Die Strahlung musste in diesem Gebiet unerhört stark sein, dass sie eine solche Wirkung auf mich hatte. Normalerweise dauerte es seine Zeit, bis sich Radioaktivität derart bemerkbar machte, das wusste ich aus Erfahrung.
Immerhin, einen Vorteil hatte dieser Fluchtweg. So schnell würde mir niemand nachkommen oder mich verfolgen. Dieser Weg war für jeden anderen, der ihn einzuschlagen wagte, unbedingt tödlich, wenn er nicht einen modernen Schutzanzug trug.
Und es bestand die Möglichkeit, ja, sogar eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ich verfolgt wurde. Denn seit den letzten Ereignissen wusste ich, dass mir an Bord des 800-Meter-Imperiumschlachtschiffs ROMAN ein Feind auf der Spur war, den ich keinesfalls unterschätzen durfte. Wer immer dieser geheimnisvolle Mann war, er war außerordentlich geschickt, intelligent und sehr, sehr hartnäckig. Warum er ausgerechnet hinter mir her war, mochte der Himmel wissen; dass er aber auf der Jagd nach mir war und mich unter allen Umständen fangen oder gar töten wollte, daran gab es nach den letzten Abenteuern keinen Zweifel mehr.
Dieser Feind, dessen Namen ich so wenig kannte wie sein Aussehen, meinte es ernst, und er würde dafür sorgen, dass die Überlebenden der OSA MARIGA genauestens untersucht und kontrolliert wurden. Aus diesem einfachen und naheliegenden Grund heraus hatte ich die erste sich bietende Gelegenheit dazu genutzt, mich abzusetzen. Das flache Raumhafengebäude war eine kombinierte Einrichtung, geeignet sowohl für Fracht- als auch Passagierverkehr. Bei der Ankunft der unerwartet gelandeten Überlebenden der OSA MARIGA hatte es einen ziemlichen Aufruhr gegeben, den ich unauffällig genutzt hatte, um unterzutauchen.
Ich schnaufte schwer und schöpfte nach Atem.
, drängte der Logiksektor.
Ich hastete weiter. Wo genau die radioaktiv verseuchte Zone aufhörte, vermochte ich nicht zu sagen. Möglich, dass sie sich über etliche Kilometer erstreckte – zu weit für mich, selbst mit einem Zellaktivator.
Und dann, wenige Augenblicke später, bekam ich die Bestätigung für meinen Verdacht. Am Rande meines Gesichtskreises tauchte ein Fahrzeug auf; die Lackierung und die Embleme darauf verrieten, dass es dazu gedacht war, radioaktiven Abfall zu transportieren.
Ich strengte mich ein letztes Mal an, nahm die Beine in die Hand und rannte schnaufend und ächzend los. Mein Puls hämmerte, vor meinen Augen flimmerte es, aber ich schaffte es – mit buchstäblich letzter Kraft. Ich bekam eine metallene Kante zu fassen, zog und zerrte mich näher an das Fahrzeug heran. Dann schwang ich mich auf die Ladefläche.
, signalisierte der Logiksektor, bevor ich das Bewusstsein verlor.
Als ich erwachte, hämmerte es noch immer in meinem Kopf wie nach einer durchzechten Nacht, aber dafür fühlte ich mich ansonsten wieder halbwegs gut. Ganz offensichtlich hatte ich es tatsächlich geschafft, die strahlende Todeszone hinter mich zu bringen. Auf meinen Zellaktivator konnte ich mich verlassen, das wusste ich; in ein paar Stunden würde ich wieder fit und einsatzbereit sein – falls man mir so viel Zeit lassen würde.
Wie viel Zeit mochte seit meiner Ohnmacht vergangen sein? Ich wusste es nicht, aber eines war klar – ich musste mich sputen. Wenn mein Feind und Widersacher mich nicht in der Schar der Überlebenden entdeckte, würde er Himmel und Hölle in Bewegung setzen und nach mir suchen.
Ich schwang mich von der Ladefläche des nunmehr stehenden Gleiters und blickte mich um. Herausgekommen war ich in einer großen Halle, deren Volumen beträchtlich war. Sie wurde zum größten Teil von Fässern und Kisten eingenommen, deren Beschriftung mir verriet, dass sie dazu bestimmt waren, irgendwann an Bord eines Schiffs gebracht und dann in eine abgelegene Sonne gestürzt zu werden.
»Hey, du! Was machst du da?«
Ich hörte eine raue Stimme und drehte mich langsam um. Knapp zwanzig Meter von mir entfernt stand ein Mann und blickte mit gerunzelter Stirn zu mir herüber. Ich sah es förmlich hinter der Stirn des Mannes arbeiten; offenbar versuchte er sich einen Reim auf meine Anwesenheit in dieser Lagerhalle zu machen.
Ich grinste ihn verwegen an.
»Meine Sache!«, sagte ich energisch und winkte ihn näher heran. »Wie ist dein Name?«
»Lokeag«, antwortete der Mann, offensichtlich über meinen Tonfall irritiert. Dann fügte er respektvoll hinzu: »Erhabener!«
Er hatte dunkle Haare, war also ein Eingeborener oder ein Mischling; auf jeden Fall stand er weit unter einem jeden Arkoniden, ob von Geblüt oder nicht. Ich hatte zwar nichts bei mir, womit ich den Mann auf den ersten Blick beeindrucken konnte, aber mein Äußeres – die rötlichen Albinoaugen und das weißblonde Haar eines typischen Arkongeborenen – reichte aus, dem Mann zunächst einmal Respekt und Ehrfurcht einzuflößen.
»Ich werde deine Hilfe brauchen, Lokeag«, sagte ich freundlich und legte ihm vertraulich eine Hand auf die Schulter.
Der Mann zwinkerte verblüfft, regte sich aber nicht.
»Weißt du, es geht um eine Wette, die ich unbedingt gewinnen will.«
Ich redete auf den reichlich unbedarft dreinblickenden Mann ein, so freundlich, wie es der Lage nach möglich war. Selbstverständlich durfte ich mich nicht dazu herablassen, zu freundlich zu einem Mann dieser Herkunft zu sein.
Nach drei Minuten hatte der Mann endlich begriffen, worauf es mir ankam.
»Aha!«, sagte er, stolz darauf, das Richtige getroffen zu haben. »Ihr wollt, Erhabener, an Bord eines Schiffs gehen, ohne die dabei erforderlichen Untersuchungen und Kontrollen durchmachen zu müssen, damit nämlich niemand genau weiß, wohin Ihr verschwunden seid. Ist es so, Erhabener?«
Ich nickte beifällig.
»Sehr gut!«, lobte ich....




