Hansen | China Dawn | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 491 Seiten

Hansen China Dawn


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95890-088-2
Verlag: Europa Verlage
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 491 Seiten

ISBN: 978-3-95890-088-2
Verlag: Europa Verlage
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Vor der US-Botschaft in London wird die bestialisch zugerichtete Leiche eines korrupten chinesischen Handelsattachés gefunden. Der Scotland-Yard-Ermittlerin Rebecca Winter erscheint die Tat zunächst als Ritualmord: ein Racheakt der chinesischen Mafia. Doch bald schon muss sie erkennen, dass der Attaché eine brisante Rolle spielte in einem sich zuspitzenden Konflikt zwischen Washington und Peking, der sich schon bald zu einem veritablen Krieg entwickeln könnte. Vom ersten Moment, als Rebecca Winter ihren neuesten Fall übernimmt, spürt sie einen immensen Druck von höchster Stelle, den Mord möglichst schnell aufzuklären - zu sehr belastet er die fragilen Beziehungen zwischen den Supermächten USA und China. Als Rebecca ihre Nachforschungen nach Peking ausweitet, ahnt sie nicht, dass die CIA einen ihrer besten Agenten auf sie angesetzt hat, um ihre Ermittlungen zu überwachen - einen Agenten, der keineswegs ihr Partner ist in diesem schmutzigen Fall. Unversehens gerät sie zwischen die Fronten eines internationalen Machtkampfes ungeahnten Ausmaßes, in dem es für beide Seiten um viel, sehr viel Geld geht. Und bald schon muss Rebecca feststellen, dass hier Kräfte am Wirken sind, die bereit sind, alles zu unternehmen, um die Ermittlerin daran zu hindern, eine Verschwörung offenzulegen, für die schon der Attaché sein Leben lassen musste ...'

Vor der US-Botschaft in London wird die bestialisch zugerichtete Leiche eines korrupten chinesischen Handelsattachés gefunden. Der Scotland-Yard-Ermittlerin Rebecca Winter erscheint die Tat zunächst als Ritualmord: ein Racheakt der chinesischen Mafia. Doch bald schon muss sie erkennen, dass der Attaché eine brisante Rolle spielte in einem sich zuspitzenden Konflikt zwischen Washington und Peking, der sich schon bald zu einem veritablen Krieg entwickeln könnte. Vom ersten Moment, als Rebecca Winter ihren neuesten Fall übernimmt, spürt sie einen immensen Druck von höchster Stelle, den Mord möglichst schnell aufzuklären - zu sehr belastet er die fragilen Beziehungen zwischen den Supermächten USA und China. Als Rebecca ihre Nachforschungen nach Peking ausweitet, ahnt sie nicht, dass die CIA einen ihrer besten Agenten auf sie angesetzt hat, um ihre Ermittlungen zu überwachen - einen Agenten, der keineswegs ihr Partner ist in diesem schmutzigen Fall. Unversehens gerät sie zwischen die Fronten eines internationalen Machtkampfes ungeahnten Ausmaßes, in dem es für beide Seiten um viel, sehr viel Geld geht. Und bald schon muss Rebecca feststellen, dass hier Kräfte am Wirken sind, die bereit sind, alles zu unternehmen, um die Ermittlerin daran zu hindern, eine Verschwörung offenzulegen, für die schon der Attaché sein Leben lassen musste ...
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EINS


LONDON, SALTWELL STREET, 22. FEBRUAR, 7.45 UHR


Rebecca fuhr im Bett hoch. Hatte sie gerade Schüsse gehört? War es so weit? Würde aus den Demonstrationen nun ein Bürgerkrieg werden? Sie rieb ihre Augen, reckte sich und hörte aus der Ferne Sprechchöre, Geschrei und Polizeisirenen. Ihre Wohnung in der Saltwell Street lag nur einige Hundert Meter von Londons Finanzzentrum Canary Wharf entfernt. Seit Wochen kam es nach einem verheerenden Hackerangriff auf die Weltbörsen und dem daraus resultierenden drohenden Zusammenbruch der Weltwirtschaft zu immer stärkeren Protesten breiter Bevölkerungsschichten. Das Epizentrum der Unruhen waren jene Orte, an denen sich schon beim letzten Crash 2008 die ausgemachten Schuldigen befunden hatten: Banker, Zocker, Großkonzerne, Hedgefonds und Politiker.

Rebecca stand auf, streckte ihren Kopf nach hinten und atmete einmal laut aus. Auf dem Weg zur Küche vernahm sie ein grollendes Geräusch, das sich zu einem fast ohrenbetäubenden Lärm steigerte. Das Gemisch aus Motorenbrummen und Sirenengeheul vor ihrer Wohnung ließ sie im Flur erstarren, die Blaulichter drangen durch das kleine Fenster der Eingangstür und reflektierten sich im Flurspiegel. Der Boden unter ihren Füßen zitterte, im Schrank klapperte das Geschirr, und das Wasser in dem Aquarium ihrer beiden Goldfische schlug kreisrunde Wellen. Rebecca ging an die Tür, öffnete sie nur einen Spalt weit und sah einen Armeewagen nach dem anderen vorbeifahren. Sie erhaschte einen Blick auf die besorgten Mienen schwer bewaffneter Soldaten. Schnell schloss sie die Tür, rannte in ihr Schlafzimmer, zog sich Strümpfe, eine graue Stoffhose und einen weiten, bunt gemusterten Wollpullover über, fuhr sich einmal durch die dunkle Lockenmähne, ging zu ihrem Schreibtisch und klickte ihren Rechner aus dem Schlafmodus.

Die Schlagzeilen konnten sie nur kurz beruhigen. Das Innenministerium brachte die Armee in London nur wegen der Überlastung der Polizei zum Einsatz, um das Finanzzentrum vor weiteren Attacken der aufgebrachten Menge zu schützen. Was jetzt wirklich geschehen würde, wie es weitergehen würde, war für Rebecca ein seit Wochen im Geiste durchgespieltes Szenario, denn als Inspector des Serious Fraud Office, einer Sonderabteilung für schwere Wirtschaftsverbrechen bei Scotland Yard, war sie an den Ermittlungen gegen die Attentäter auf die Börsen direkt beteiligt gewesen.

Die bedrohliche Kulisse dieses Morgens im Nacken, musste sie mit den Händen am Türrahmen gestützt mehrmals tief durchatmen. In das Gefühl von Angst mischten sich Schuldgefühle, denn sie war an den Tätern so nah dran gewesen, dass sie den Anschlag zumindest für den Moment vielleicht hätte aufhalten können – und genau das war das Problem gewesen. In einem Augenblick ihrer Karriere, nur einmal, war sie nicht mehr nur die Polizistin, sondern auch der Mensch Rebecca Winter, mit eigenen Überzeugungen, gewesen. Nur ein Moment des Zögerns – und der Lohn dafür waren Nachforschungen des britischen Geheimdienstes, der dem Verdacht nachging, dass Rebecca nicht entschieden genug gehandelt hatte. Und nur ihr Vorgesetzter, Superintendent Robert Allington, wusste, dass es noch weitaus schlimmer gewesen war.

Offiziell war sie beurlaubt. In Wirklichkeit war sie seit über acht Wochen vorübergehend vom Dienst suspendiert und hatte sich die meiste Zeit in ihrer Wohnung vergraben, hatte nur gelegentlich in die Times geschaut, die mit »Sind wir am Ende?« titelte, oder Berichte im Fernsehen gesehen, von Verletzten und sogar ersten Toten aus den Unruheherden Europas und dem Rest der Welt, von Hamsterkäufen, von Beschwichtigungen der Politik und den Zentralbanken oder von sich bestätigt fühlenden Mahnern, die diesem System schon lange sein Ende vorausgesagt hatten. Andere prophezeiten, dass alles, was nun geschehe, ein reinigender Prozess wäre, an dessen Ende ein Neuanfang möglich sei.

Gerade als sich die Kolonne der Armee entfernt hatte und sie in der Küche den Wasserkocher anschaltete, klingelte ihr Handy. Sie ging zum Schreibtisch und schaute auf das Display. Es war Allington. Würde sie jetzt ihre Kündigung oder gar eine Anklage erwarten? Sie atmete einmal tief durch und hob ab.

»Guten Morgen! Pack deine Sachen und komm ins Büro. Eben gerade wurde der chinesische Handelsattaché Ta Liang vor der US-Botschaft tot aufgefunden. Du kommst in die Zentrale, suchst mir die Akten raus und wartest, bis ich dich rufe, verstanden?«

»Soll das bedeuten, dass ich wieder im Dienst bin?«

»Tu, was ich sage. Bis später, es ist dringend!«, sagte Allington in einem herrischen Ton.

»Aber …«

»Ich kann es vor dem Team nicht mehr plausibel erklären, dass sich meine beste Ermittlerin seit Wochen im Urlaub befindet, während alle anderen über die Schmerzgrenze hinaus Überstunden schieben. Also los!«, wütete Allington – und legte auf.

Für einen Moment stand Rebecca regungslos vor ihrem Schreibtisch und schaute durchs Fenster über ihren kleinen Garten hinweg in die graue Wolkendecke. Diese befehlsartige Tonlage kannte sie von Allington bisher nicht. Ein paar Schneeflocken tupften gegen die Scheiben und schmolzen binnen Sekunden. Sie nahm ihre Schlüssel vom Schreibtisch und ging ohne die gewohnte morgendliche Tasse Tee zu ihrem schwarzen Mini und fuhr los.

Auf dem Weg ins Hauptquartier von Scotland Yard war der Verkehr weitestgehend ruhig. Die Unruhen hatten sich nach einer Absperrung rund um das Regierungsviertel in den Finanzdistrikt und die Innenstadt verlagert.

In den Fluren ihrer Abteilung herrschte noch kaum Betrieb. Auf Rebeccas Schreibtisch hatte jemand einen Aktenberg abgeladen. Sie hängte ihren Mantel über einen Kleiderständer neben der Tür, setzte sich an den Schreibtisch und hielt kurz inne, noch immer ungläubig, plötzlich wieder im Dienst zu sein. Oder war dies nur ein kurzes Intermezzo, bevor sie schließlich doch noch rausgeworfen oder vor die Anklagebank gestellt würde?

Rebecca versuchte diese Gedanken abzuschütteln und startete ihren Rechner. An den Fall Ta Liang konnte sie sich kaum erinnern. Sie war an der Sache nur peripher beteiligt gewesen. Ein Kollege, der inzwischen die Stelle gewechselt hatte, hatte die Ermittlungen im letzten Jahr bis kurz vor dem Börsencrash geleitet. Sie fand eine knappe, unpersönliche Mail von Allington vor, in der er ihr auftrug, nach Hinweisen dafür zu suchen, dass der Attaché den Börsencrash für seine Zwecke missbraucht haben könnte. Das erschien ihr wenig plausibel. Soweit es ihr noch geläufig war, war es damals nicht gelungen, dem Diplomaten überhaupt irgendwelche illegalen Geldtransfers von China über den Umweg von Londoner Banken in weltweite Steueroasen nachzuweisen. Wenn der Attaché in Geldwäsche verwickelt gewesen war, dann deutlich vor dem Crash. Was der Attaché sonst noch für eine Rolle gespielt hatte, konnte sie einfach nicht mehr erinnern.

Sie suchte in den mit Namensschildern markierten Akten und zog die Mappe von Ta Liang heraus. Sie hatte ein ungutes Gefühl, gleich vorbei an den neugierigen Blicken von Kollegen in Allingtons Büro zitiert zu werden. Sie war es nicht gewohnt, in der Defensive zu sein. Ihr Ruf als hartnäckige Ermittlerin, die sich kaum eine Pause gönnte, die man meist nur mit wehenden weiten Klamotten durch die Flure huschen sah, die kaum persönliche Kontakte in der Abteilung pflegte, der man hinter dem Rücken nachsagte, sie sei zwar gewissenhaft, dabei aber pedantisch und unnahbar, reichte ihr schon. Aber die zusätzlich ungewollte Aufmerksamkeit, die ihre Person seit dem letzten Fall genoss, lag in der Natur der Sache. Schließlich war die ganze Abteilung des Serious Fraud Office über Wochen mit den Ermittlungen gegen diesen undurchsichtigen Zirkel von Wirtschaftsterroristen in vollem Einsatz gewesen. Hinzu kam, dass das MI6, der britische Geheimdienst, vorübergehend Rebeccas Büro besetzt und durchsucht hatte. Über die Gründe wurde ein Mantel des Schweigens gelegt. Dass Allington dabei wilde Spekulationen abwehren musste, dass Rebecca sich bei dem letzten Fall etwas zuschulden hatte kommen lassen, lag auf der Hand. Für eine Polizistin wie sie, die in den vergangenen Jahren bereits einige große Fische der internationalen Finanzwelt hinter Gitter gebracht hatte, war die Zwangspause eine empfindliche Strafe gewesen. Das alleine nagte schon an ihren Nerven.

Obwohl Allington ihr eingetrichtert hatte, in ihrem Büro zu warten, hielt sie es einfach nicht mehr aus. Sie klemmte sich die Mappe unter ihren Arm, stand auf und lief, ohne Notiz von anderen Kollegen zu nehmen, durch den Flur.

Allingtons Tür stand offen.

Sie atmete einmal tief durch, spähte hinein, doch der Raum war verlassen. Mit gesenktem Kopf drehte sie sich wieder um.

»Verschwinde in dein Büro und hab verdammt noch mal Geduld!«

Die leise, aber dennoch überdeutlich zischende Stimme Allingtons fuhr ihr von hinten ein wie ein Schlag.

»Robert, wir haben nun schon seit Wochen nicht mehr richtig miteinander gesprochen.«

»Ziehst du aus deinem Verhalten eigentlich irgendeine Lehre?«, fragte Allington, nun deutlich leiser, und schaute sich um.

»Es gab keine Gelegenheit, mit dir darüber zu reden.«

»Du kannst die Frage doch gar nicht beantworten. Du hast alle angelogen, nicht nur mich, sondern auch das MI6, und sogar in einem offiziellen Bericht hast du nicht die Wahrheit gesagt. Was glaubst du eigentlich, warum ich dich wie die Pest meide!«

Rebecca verschlug es angesichts der Wut, die ihr entgegenschlug, die Sprache. Allington bedeutete Rebecca, in sein Büro zu gehen, folgte ihr und schmiss die Tür mit einem solchen Knall hinter sich zu, dass Rebecca...


Vor der US-Botschaft in London wird die bestialisch zugerichtete Leiche eines korrupten chinesischen Handelsattachés gefunden. Der Scotland-Yard-Ermittlerin Rebecca Winter erscheint die Tat zunächst als Ritualmord: ein Racheakt der chinesischen Mafia. Doch bald schon muss sie erkennen, dass der Attaché eine brisante Rolle spielte in einem sich zuspitzenden Konflikt zwischen Washington und Peking, der sich schon bald zu einem veritablen Krieg entwickeln könnte.

Vom ersten Moment, als Rebecca Winter ihren neuesten Fall übernimmt, spürt sie einen immensen Druck von höchster Stelle, den Mord möglichst schnell aufzuklären – zu sehr belastet er die fragilen Beziehungen zwischen den Supermächten USA und China. Als Rebecca ihre Nachforschungen nach Peking ausweitet, ahnt sie nicht, dass die CIA einen ihrer besten Agenten auf sie angesetzt hat, um ihre Ermittlungen zu überwachen – einen Agenten, der keineswegs ihr Partner ist in diesem schmutzigen Fall. Unversehens gerät sie zwischen die Fronten eines internationalen Machtkampfes ungeahnten Ausmaßes, in dem es für beide Seiten um viel, sehr viel Geld geht. Und bald schon muss Rebecca feststellen, dass hier Kräfte am Wirken sind, die bereit sind, alles zu unternehmen, um die Ermittlerin daran zu hindern, eine Verschwörung offenzulegen, für die schon der Attaché sein Leben lassen musste …



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