E-Book, Deutsch, Band 4, 327 Seiten
Reihe: Tom Porter
Hansen Der Journalist: Tom Porter und das Miami-Gambit
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-662-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Thriller - Band 4 | Die rasante Action-Serie des Bestsellerautors ist geht endlich weiter!
E-Book, Deutsch, Band 4, 327 Seiten
Reihe: Tom Porter
ISBN: 978-3-98952-662-4
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ole Hansen, geboren in Wedel, ist das Pseudonym des Autors Dr. Dr. (COU) Herbert W. Rhein. Er trat nach einer Ausbildung zum Feinmechaniker in die Bundeswehr ein. Dort diente er 30 Jahre als Luftwaffenoffizier und arbeitete unter anderem als Lehrer und Vertreter des Verteidigungsministers in den USA. Neben seiner Tätigkeit als Soldat studierte er Chinesisch, Arabisch und das Schreiben, sowie Umweltwissenschaften und Geschichte, wobei er seine beiden Doktortitel erlangte. Nachdem er aus dem aktiven Dienst als Oberstleutnant ausschied, widmete er sich ganz seiner Tätigkeit als Autor. Dabei faszinierte ihn vor allem die Forensik - ein Themengebiet, in dem er durch intensive Studien zum ausgewiesenen Experten wurde. Heute wohnt der Autor an der Ostsee. Von Ole Hansen sind bei dotbooks bereits die folgenden Serien und Einzelromane erschienen: Seine Reihe um den Privatdetektiv JEREMIAS VOSS umfasst aktuell 11 Bände, beginnend mit »Jeremias Voss und die Tote vom Fischmarkt«. In seiner zweiten Serie um MARTEN HENDRIKSEN, Privatdetektiv und Rechtsmediziner mit Leichenallergie, sind bisher sechs Romane erschienen, beginnend mit dem ersten Fall »Hendriksen und der mörderische Zufall«. Ex-BND-Agent ARNE CLAASEN ermittelt bisher in drei Fällen in der Hamburger Abteilung für Cold Cases, beginnend mit »Arne Claasen und die vergessenen Toten«. CLAASEN & HENDRIKSEN klären gemeinsam die brisantesten Verbrechen Hamburgs, beginnend mit ihrem ersten gemeinsamen Fall »Die Tote von Pier 17«. Weitere Bände sind in Vorbereitung. Einige seiner Kriminalromane sind auch in Sammelbänden erschienen. In seiner vierbändige Thriller-Serie »Der Journalist« deckt Investigativjournalist Tom Porter auf der ganzen Welt Intrigen in den höchsten Rängen der Politik auf. Außerdem erschienen seine Thriller »Die Libyen-Verschwörung« und »Die Akte Panama«. Unter seinem Klarnamen Herbert Rhein veröffentlichte der Autor bei dotbooks auch die folgenden eBooks: »Todesart: Nicht natürlich. Gerichtsmediziner im Kampf gegen das Verbrechen.« »Todesart: Nicht natürlich. Mit Mikroskop und Skalpell auf Verbrecherjagd.« Als Hörbuch bei AUDIOBUCH und Thalia sind außerdem verfügbar: »Jeremias Voss« Band 1 & 2 »Marten Hendriksen« Band 1 - 5 »Claasen & Hendrksen« Band 1 & 2 Folgende Bücher von Ole Hansen sind auch als Printausgabe erhältlich: »Jeremias Voss und die Tote vom Fischmarkt. Der erste Fall« »Jeremias Voss und der tote Hengst. Der zweite Fall« »Hendriksen und der mörderische Zufall.«
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Tiefhängende, blauschwarze Wolken zogen über das Gelände der H.E.T., der Holden Environmental Technologies Incorporated, und öffneten ihre Schleusen. Es schüttete, als würde das Wasser aus Kübeln vom Himmel gegossen. Innerhalb von Minuten verwandelten riesige Pfützen den Platz in eine Wasserwüste. Die Straßen und Wege zwischen den Gebäuden waren wie ausgestorben; niemand traute sich nach draußen, denn derjenige wäre in Sekundenschnelle bis auf die Haut durchnässt gewesen.
Die Versammlung im Konferenzraum des Präsidenten dauerte nun schon Stunden, und keiner der fünf Männer nahm das Frühsommerunwetter draußen wirklich wahr. Sie saßen in einem wohlklimatisierten, mit allen Bequemlichkeiten ausgestatteten Raum, nur der Ausdruck auf ihren Gesichtern ließ erahnen, dass ihre Stimmung dem Unwetter draußen entsprach.
Steve Darling, ein großer, schlanker Mann Mitte vierzig, mit unproportional breitem Kopf und intelligent blickenden Augen, stand am Rednerpult, schob sichtlich irritiert seine Vertragsunterlagen zusammen und schaltete den Tageslichtprojektor aus. Als Leiter der Hauptabteilung Forschung und Entwicklung hatte er vor den Hauptaktionären des Unternehmens einen Bericht über den Stand der Entwicklungsarbeiten geben müssen. Das allein hätte ihm kein Problem bereitet. Brisant wurde die Situation, als er plausibel erklären musste, dass für die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten noch etliche Millionen Dollar zusätzlich benötigt wurden. Eine Forderung, deren Folge darin bestand, dass die H.E.T. auch in diesem Jahr keine Dividende zahlen würde. Die heftigen Reaktionen der Hauptaktionäre ließen dann auch keine Zweifel darüber aufkommen, wie seine Forderung aufgenommen worden war. Darling hatte die kontroverse Diskussion vorhergesehen und sich entsprechend vorbereitet, doch er hatte nicht damit gerechnet, dass man ihn als unfähig bezeichnen und seinen Kopf fordern würde. Es kostete ihn große Mühe, die Aktionäre wenigstens von seinem Konzept zu überzeugen, den Konzern auf die Bekämpfung von Ölkatastrophen zu spezialisieren.
Die H.E.T. befasste sich schon seit Jahren mit der Beseitigung von Umweltschäden, aber man war eben nur eines von mehreren Unternehmen, die auf diesem Gebiet konkurrierten. Mit der Realisierung des neuen Konzepts würde die H.E.T. jedoch weltweit das einzige Unternehmen sein, das die Mittel besaß, Ölkatastrophen großen Ausmaßes zu bekämpfen. Mit dieser marktbeherrschenden Stellung konnten dann gigantische Gewinne erzielt werden. Das hatte die letzte große Katastrophe vor der Küste Alaskas deutlich gezeigt.
Das Ziel, über Mittel und Verfahren zu verfügen, um solchen Unglücksfällen wirksam begegnen zu können, war nun in greifbare Nähe gerückt. Allerdings mussten die Aktionäre willens sein, das Projekt um die geforderten Millionen aufzustocken. Hierüber aber hatten sich die Gemüter erhitzt. Wissenschaftliche Träumereien, Missmanagement, mangelndes Koordinationsvermögen, ja sogar Unfähigkeit hatten sie dem Chef der Hauptabteilung Forschung und Entwicklung vorgeworfen.
Steve Darling war schwer gekränkt. Er klemmte seine Vortragsunterlagen unter den Arm und verließ den Konferenzraum.
William Holden, Präsident der H.E.T. und – wie die anderen Männer – Besitzer von zwanzig Prozent der Stammaktien, wartete, bis sein Hauptabteilungsleiter die Runde verlassen hatte. Dann wandte er sich an die noch immer empörten Männer. Um die Stimmung nicht noch weiter anzuheizen, unterdrückte er seine eigene Verärgerung über ihr Verhalten und sagte mit betont ruhiger Stimme: »Meine Freunde, ich kann verstehen, dass ihr aufgebracht seid, aber lasst uns versuchen, das Problem ohne Emotion zu diskutieren. Sicher, es ist unbefriedigend, noch einmal etliche Dollar in das Projekt zu pumpen, aber ich garantiere euch, es wird sich lohnen. Denkt nur an die Katastrophe der Exxon Valdez im Prinz-William-Sund. Was für eine Goldgrube hätte sich uns da geöffnet, wenn wir schon einsatzbereit gewesen wären!«
»Wenn! Wenn! Ich kann dieses verdammte Wort nicht mehr hören«, rief Paul Carter aufgebracht. Wie gewöhnlich machte er sich zum Sprecher der Runde – eine Anmaßung, die von den anderen Aktionären nur deshalb toleriert wurde, weil Carter es verstand, die Gedanken aller zum Ausdruck zu bringen.
»Natürlich hast du recht, Paul«, stimmte Holden diplomatisch zu, »trotzdem möchte ich dir und euch allen einige Zahlen ins Gedächtnis rufen.« Seine Stimme wurde eindringlich: »Jährlich werden etwa drei Milliarden – ich betone: drei Milliarden – Tonnen Rohöl auf rund sechstausend Tankern über die Ozeane transportiert. Über drei Millionen Tonnen gelangen dabei im gleichen Zeitraum ins Meer. Das ist eine Menge, mit der man etwa zwanzig Tanker von der Größe der Exxon Valdez füllen könnte. Schon diese Menge allein ergäbe einen lukrativen Markt für ein Unternehmen, das auf die Beseitigung von Ölverschmutzungen spezialisiert ist. Aber das ist nicht der Markt, den ich anstrebe. Ich setze auf Ölkatastrophen wie die vor Alaska, das heißt solche in Küstennähe. Nur in entsprechend stark umweltgefährdeten Bereichen können wir den Preis für die Rettungsmaßnahmen diktieren und Geld im großen Stil verdienen. Wie riesig da die Chancen sind, hat die Vergangenheit gezeigt. Allein in den letzten fünfzehn Jahren gab es hundertneunzig große Tankerunfälle. Von den vielen Bohrinselkatastrophen will ich gar nicht erst sprechen.
Meine Freunde, es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Die nächste Tankerkatastrophe kommt gewiss! Und dafür will ich – wollen wir – gewappnet sein.«
Holden machte eine Pause, um den Aktionären Gelegenheit zu einer Erwiderung zu geben.
Noch während der Präsident der H.E.T. sprach, hatte sich die Atmosphäre im Konferenzzimmer merklich entspannt. Die Männer stimmten seiner Lagebeurteilung zu. Schließlich waren es ja diese Gedanken gewesen, die zu dem Projekt geführt hatten. Auch wenn es ärgerlich war, noch einmal Millionen von Dollar bereitzustellen, so war doch jedem klar: Es gab keine andere Möglichkeit. Andernfalls waren all die Summen, die der Versuch bereits verschlungen hatte, verloren.
Der Einzige, der sich nicht mit den Ausführungen des Präsidenten zufriedengeben wollte, war Paul Carter. Er brummte einige unwirsche Bemerkungen vor sich hin und sagte unwillig: »Wenn ich diesen Schwätzer von Darling mit seinem Fachchinesisch richtig verstanden habe, dann ist noch gar nicht sicher, dass wir mit einer biologischen Bekämpfung von ausgelaufenem Rohöl Erfolg haben werden. Wer garantiert uns, nicht in einem halben Jahr wieder mit einer Forderung nach erneuten Zahlungen konfrontiert zu werden?«
Holden, der gemerkt hatte, dass die Stimmung bei den Aktionären, mit Ausnahme von Carter, zu seinen Gunsten umgeschlagen war, lehnte sich in seinem Stuhl zurück und antwortete entspannter: »Der Eindruck trügt. Erstens benötigen wir das Geld für die abschließenden Arbeiten in allen Bereichen der Ölbekämpfung. Das heißt für den Einsatz technischer Mittel, aber auch für die chemischen und biologischen Verfahren. Mr. Darling hat das wohl klar dargestellt.« Beim letzten Satz blickte er dem Kritiker direkt ins Gesicht. Dieser machte Anstalten zu antworten, schwieg aber dann doch und trommelte nur ungeduldig mit den Fingern auf den Tisch. Holden registrierte es mit Genugtuung und fuhr fort: »Der Hauptteil des Geldes, etwa sechzig Prozent, ist für die restlichen Arbeiten an den technischen Geräten vorgesehen. Wie ihr wisst, planen wir, mit einer Kette von Hochleistungskammern ausgelaufenes Rohöl auf mehreren hundert Metern Breite gleichzeitig abzusaugen. Das Verfahren funktioniert bereits. Wir haben lediglich noch Probleme bei Windstärken von mehr als fünf und einem Wellenhub von mehr als zwei Metern. Hier gilt es, weitere Versuche zu fahren und möglicherweise einige zusätzliche Entwicklungsarbeiten durchzuführen. Aber ich will euch nicht mit technischen Einzelheiten belästigen. Was nun das biologische Verfahren anbelangt, so befinden wir uns kurz vor dem Durchbruch. Das bedeutet, wir werden in Kürze auf diesem Gebiet einzigartig in der Welt dastehen. Ich darf noch einmal wiederholen, was Mr. Darling bereits vorgetragen hat. Wir haben uns auf diesem Gebiet die neuesten Erkenntnisse der Gentechnologie zunutze gemacht. Und zwar haben wir die Mikroben, die schon immer zur Ölbekämpfung verwandt wurden, so in ihrem Erbgut verändert, dass sie um ein Vielfaches aggressiver geworden sind. Damit können sie den Stoff wesentlich schneller zersetzen als herkömmliche Mikroben. Gleichzeitig sind unsere Bakterien, wir nennen sie M-100, sowohl bei ruhiger als auch bei schwerer See und, was wesentlich ist, bei bereits stark mit Meerwasser versetztem Rohöl erfolgreich einsetzbar.«
»Wenn dieses M-100 schon alles kann, wozu braucht ihr dann noch mehr finanzielle Unterstützung?«, fragte Carter bissig.
»Auch das hat Mr. Darling angesprochen.« Der Präsident musste sich langsam zwingen, seinen freundlichen Ton beizubehalten. »Die Mikroben haben in Laborversuchen nachgewiesen, dass sie das vermögen, was ich eben angesprochen habe. Was wir jetzt benötigen, sind Freilandversuche. Um hierzu die Genehmigung zu erhalten, müssen wir die Erbanlagen noch weiter verändern, und zwar so, dass sie nach einer bestimmten Lebensdauer von selbst absterben. Bei Arbeiten hierzu sind wir auf Schwierigkeiten gestoßen. Allerdings werden wir auch diese Probleme in Kürze lösen können, wenn ausreichend Geld zur Verfügung steht.«
»Wozu dieser Umstand? Warum führen Sie nicht gleich die Freilandversuche durch?« Es war Fred Moultrie, der die Frage stellte. Sie klang aggressiver, als sie eigentlich gemeint war.
»Ganz einfach«, antwortete Holden,...




