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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, Band 1, 333 Seiten
Reihe: Tom Porter
Hansen Der Journalist: Tom Porter und die kanadische Intrige
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98690-978-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Thriller - Band 1 | Die rasante Action-Serie des Bestsellerautors ist endlich zurück!
E-Book, Deutsch, Band 1, 333 Seiten
Reihe: Tom Porter
ISBN: 978-3-98690-978-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Ole Hansen, geboren in Wedel, ist das Pseudonym des Autors Dr. Dr. (COU) Herbert W. Rhein. Er trat nach einer Ausbildung zum Feinmechaniker in die Bundeswehr ein. Dort diente er 30 Jahre als Luftwaffenoffizier und arbeitete unter anderem als Lehrer und Vertreter des Verteidigungsministers in den USA. Neben seiner Tätigkeit als Soldat studierte er Chinesisch, Arabisch und das Schreiben, sowie Umweltwissenschaften und Geschichte, wobei er seine beiden Doktortitel erlangte. Nachdem er aus dem aktiven Dienst als Oberstleutnant ausschied, widmete er sich ganz seiner Tätigkeit als Autor. Dabei faszinierte ihn vor allem die Forensik - ein Themengebiet, in dem er durch intensive Studien zum ausgewiesenen Experten wurde. Heute wohnt der Autor an der Ostsee. Von Ole Hansen sind bei dotbooks bereits die folgenden Serien und Einzelromane erschienen: Seine Reihe um den Privatdetektiv JEREMIAS VOSS umfasst aktuell 11 Bände, beginnend mit »Jeremias Voss und die Tote vom Fischmarkt«. In seiner zweiten Serie um MARTEN HENDRIKSEN, Privatdetektiv und Rechtsmediziner mit Leichenallergie, sind bisher sechs Romane erschienen, beginnend mit dem ersten Fall »Hendriksen und der mörderische Zufall«. Ex-BND-Agent ARNE CLAASEN ermittelt bisher in drei Fällen in der Hamburger Abteilung für Cold Cases, beginnend mit »Arne Claasen und die vergessenen Toten«. CLAASEN & HENDRIKSEN klären gemeinsam die brisantesten Verbrechen Hamburgs, beginnend mit ihrem ersten gemeinsamen Fall »Die Tote von Pier 17«. Weitere Bände sind in Vorbereitung. Einige seiner Kriminalromane sind auch in Sammelbänden erschienen. In seiner vierbändige Thriller-Serie »Der Journalist« deckt Investigativjournalist Tom Porter auf der ganzen Welt Intrigen in den höchsten Rängen der Politik auf. Außerdem erschienen seine Thriller »Die Libyen-Verschwörung« und »Die Akte Panama«. Unter seinem Klarnamen Herbert Rhein veröffentlichte der Autor bei dotbooks auch die folgenden eBooks: »Todesart: Nicht natürlich. Gerichtsmediziner im Kampf gegen das Verbrechen.« »Todesart: Nicht natürlich. Mit Mikroskop und Skalpell auf Verbrecherjagd.« Als Hörbuch bei AUDIOBUCH und Thalia sind außerdem verfügbar: »Jeremias Voss« Band 1 & 2 »Marten Hendriksen« Band 1 - 5 »Claasen & Hendrksen« Band 1 & 2 Folgende Bücher von Ole Hansen sind auch als Printausgabe erhältlich: »Jeremias Voss und die Tote vom Fischmarkt. Der erste Fall« »Jeremias Voss und der tote Hengst. Der zweite Fall« »Hendriksen und der mörderische Zufall.«
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
»Verdammte Scheiße«, fluchte Tumbler Hakwitt und massierte sein schmerzendes Brustbein. Ein plötzlicher Ruck hatte ihn aufs Lenkrad geschleudert. Behutsam tastete er seinen Brustkorb ab. Außer einer schmerzhaften Prellung schien alles in Ordnung zu sein. Zum Glück hatte er kaum mehr als Schritttempo fahren können, denn die ohnehin schlechte Schotterstraße von Tachie nach Fort St. James war nach den heftigen Regenfällen der letzten Tage mit Geröll und Schlamm überspült. Deshalb hatte er die Querrinne in der Fahrbahn nicht gesehen und war mit dem linken Vorderrad hineingesackt.
Hakwitt setzte sich wieder zurecht und gab vorsichtig Gas. Dreck spritzte nach allen Seiten, doch der alte Armee-Jeep rührte sich nicht. Hakwitt legte den Rückwärtsgang ein und versuchte es in die andere Richtung – ohne Erfolg. Das linke Vorderrad saß so fest, dass selbst der Vierradantrieb des Geländewagens nicht half.
Hakwitt stieß erneut einen Fluch aus und kletterte aus dem Jeep. Sofort sackte er mit dem linken Fuß so weit in den weichen Lehm, dass ihm die dunkle Brühe in den Stiefel lief. Unbeherrscht trat er gegen den Wagen. Doch seine eigentliche Wut richtete sich gegen seine Frau. Hätte er sich nur nicht von ihr beschwatzen lassen. Aber sie hatte ihm so lange mit ihren Vorhaltungen in den Ohren gelegen, bis er losgefahren war. Er durfte gar nicht daran denken, dass er jetzt gemütlich zu Hause sitzen und einen guten Schluck Whisky genießen könnte. Stattdessen steckte er hier im Schlamm fest, nur weil er diesen verdammten Whisky zurückbringen sollte. Kein Wunder, dass die Geister so viel Dummheit bestraften.
Vor drei Tagen hatte er noch geglaubt, das Geschäft seines Lebens gemacht zu haben. In Vanderhoof, der Distrikthauptstadt unten im Süden am Yellowhead Highway, hatte er Logger Joe vor dem Alkoholladen getroffen. Ganz entgegen seiner sonstigen Gewohnheit hatte ihm der Holzfäller jovial auf die Schulter geklopft und ihn zu einem Drink eingeladen. Zusammen waren sie zu Sunny’s Bar gefahren. Nachdem sie etliche Schnäpse gehoben hatten, war Logger Joe darauf zu sprechen gekommen, dass seine Firma irgendwann in ferner Zukunft in den Wäldern nördlich des Stuart Lake Holz schlagen wollte. Nach weiteren Schnäpsen hatte er angedeutet, dass er zwei Kartons Whisky springen lassen würde, wenn ihm jemand versichern würde, dass es in der Gegend keine indianischen Kultstätten gab. Trotz seines umnebelten Gehirns erkannte Hakwitt die Chance, billig an den begehrten Schnaps heranzukommen. Ohne zu überlegen, gab er Logger Joe die gewünschte Bestätigung. Doch der hatte ihm, dem Häuptling der Yokatchie, nicht glauben wollen. Zwei Schnäpse lang hatten sie sich gestritten, dann hatte Logger Joe gesagt, er wette um einen weiteren Karton Whisky, dass Hakwitt ihm diese Bestätigung nicht schriftlich geben würde. Hakwitts Verstand hatte längst aufgehört, klar zu denken, doch er war noch in der Lage gewesen, den Text, den Logger Joe ihm diktierte, auf einen Zettel zu kritzeln und zu unterschreiben.
Betrunken wie er war, hatte er sich in seinen alten Armee-Jeep gesetzt und war Logger Joe nach Fort St. James gefolgt. Hier hatte er die drei Kartons Whisky bekommen.
In Yokatchie hatte er den Wagen hinter seinem Haus geparkt und gewartet, bis es stockdunkel geworden war. Erst dann hatte er sich getraut, die Kartons aus dem Jeep zu holen. Voller Stolz hatte er sie seiner Frau gezeigt und ihr mit schillernden Worten berichtet, wie er Logger Joe übers Ohr gehauen hatte.
Zu seiner Verblüffung hatte Mary völlig anders reagiert, als er erwartet hatte. Anstatt sich über den Handel zu freuen, hatte sie ihm heftige Vorhaltungen gemacht. Als Vorstand des Dorfes, hatte sie gezetert, hätte er so etwas nie tun dürfen. Wenn die Leute im Dorf davon erführen, wäre er die längste Zeit Häuptling gewesen. Zum Teufel würden sie ihn jagen. Und diese Schande könnte sie nicht ertragen. Scheiden lassen würde sie sich. In diesem Stil ging es den ganzen Abend weiter. Zuerst hatte er nur gelacht und sich damit verteidigt, dass es ja nur ein Stück Papier sei und dass Logger Joe damit sowieso nichts anfangen könne. Außerdem wäre das Holzfällen erst in ferner Zukunft geplant, und wer weiß, was bis dahin noch alles passieren würde. Aber Mary hatte das nicht gelten lassen.
Drei Tage hatte er ihrem Gezeter standgehalten, dann hatte er voller Wut den Whisky wieder aufgeladen und war losgefahren. Und die Strafe hatte nicht lange auf sich warten lassen.
Hakwitt sah sich die Bescherung an. Das linke Vorderrad war bis zur Achse in einer mit Schlamm gefüllten Rinne eingeklemmt. Nicht einen Millimeter ließ es sich durch Rütteln bewegen. Er krempelte die Ärmel hoch und griff in den Morast. Der Reifen hing gut zehn Zentimeter über dem festen Boden. Er zog seine Hand wieder heraus und wischte sie notdürftig ab. Dann ging er in den Wald, um Holz zu sammeln. Mit einem Arm voller Äste kam er zurück und presste so viele davon unters Rad, bis der Reifen fest aufsaß. Da er außer einem Wagenheber kein Werkzeug dabei hatte, begann er, mit seinem Messer die Erde vor dem Reifen wegzubrechen. Es war eine mühselige Arbeit, und schon nach kurzer Zeit war er über und über mit Lehm bespritzt.
Nach einer halben Stunde hatte er es geschafft. Das Rad war frei und lag jetzt auf den Ästen, und nach vorne hatte es genügend Luft. Hakwitt kletterte in den Jeep und ließ ihn an. Vorsichtig gab er Gas, der Wagen ruckte, sackte etwas tiefer, aber er bewegte sich und kam aus der Rinne frei. Hakwitt fuhr weiter, bis auch die Hinterräder die gefährliche Stelle passiert hatten, und hielt dann an. Der Jeep hing links vorne verdächtig nach unten. Fluchend kletterte er aus dem Wagen und betrachtete die Ursache. Der Reifen war platt.
Zum Glück hatte er einen Reservereifen dabei. Der sah zwar wenig vertrauenerweckend aus, denn an mehreren Stellen schimmerte bereits das Gewebe unter dem Gummi hervor, doch für Hakwitt war das kein Grund, beunruhigt zu sein. Er schraubte ihn vom Heck des Jeeps ab und wechselte ihn gegen den platten Reifen aus.
Doch heute war nicht sein Tag. Noch nicht einmal sechs Kilometer war er gefahren, als es einen Knall gab: Der gerade erst aufgezogene Reifen war geplatzt. Hakwitt schäumte vor Wut. Er verfluchte seine Frau und sich selbst, weil er auf das verdammte Weib gehört hatte.
Aber sein Zorn verrauchte genauso schnell, wie er gekommen war, und Hakwitt überlegte, was am sinnvollsten war. Hilfe zu holen war unsinnig. Die nächste Menschenseele würde er erst in Fort St. James treffen, und das lag noch zwanzig Kilometer weiter im Süden. Und hier an der Straße auf einen vorbeikommenden Wagen zu warten, war reine Zeitverschwendung. Ihm blieb also nichts anderes übrig, als zu Fuß nach Fort St. James zu marschieren.
Er versteckte die drei Kartons Whisky im Wald und verwischte die Spuren. Dann hängte er sich die Decke, die über dem Whisky gelegen hatte, um die Schultern und brach auf.
Sein persönlicher Schutzgeist schien zu der Auffassung gekommen zu sein, dass er für heute genug gestraft worden war, denn von Norden her rollte ein Auto heran. Zu Hakwitts Freude war es Jim Owl, ein junger Bursche aus seinem Dorf.
»Hallo, Tumbler«, rief Jim, während er neben ihm anhielt, »ich habe deinen Jeep gesehen. Was ist passiert?«
Hakwitt kletterte in das Führerhaus des alten Pick-up. »Scheiß Straße! Gleich zwei platte Reifen. Du musst mir helfen.«
»Klar. Ich hab mir schon gedacht, dass ich dich hier irgendwo treffen wurde. Die Spuren waren noch frisch. Ich hab einen der kaputten Reifen gleich mitgebracht.«
»Wunderbar, Jim, das hast du gut gemacht.« Hakwitt bemühte sich, seiner Stimme einen erfreuten Klang zu geben. Natürlich war er froh, dass Jim gekommen war. Aber er hatte Angst, er könnte seine Spuren im Wald entdeckt und das Whisky-Versteck gefunden haben. Wie beiläufig warf er einen Blick durch das Rückfenster. Erleichtert atmete er auf. Auf der Ladefläche lag nur der defekte Reifen.
Die Schotterstraße war so schlecht, dass sie fast eine Stunde benötigten, um Fort St. James zu erreichen. Bei der ersten Tankstelle hielt Jim an. Sie hatten Glück. Der Tankwart hatte gerade nichts zu tun und war bereit, den Reifen zu flicken. Da nur das Ventil beim Einbrechen in die Rinne beschädigt worden war, konnte er den Schaden schnell beheben. Schon eine halbe Stunde später waren sie wieder auf dem Weg zum Jeep.
Hakwitts Fahrzeug stand noch so da, wie er es verlassen hatte. Mit Jims Hilfe war der Reifen im Nu gewechselt, und sie konnten aufbrechen. Jim fuhr voraus, Hakwitt, der den jungen Indianer nicht misstrauisch machen wollte, folgte ihm. Den Whisky ließ er, wenn auch schweren Herzens, in seinem Versteck.
In Fort St. James trennten sie sich. Jim wollte auf dem Parkplatz des originalgetreu aufgebauten Forts der Hudson Bay Company ein paar geangelte Lachse an Touristen verkaufen. Das war zwar verboten und wurde empfindlich bestraft, doch das störte ihn wenig. Sollten sie ihm ruhig eine Geldstrafe aufbrummen, bei ihm war nichts zu holen. Er hatte kein Geld. Das Einzige, was ihm passieren konnte, war, dass man ihn ins Gefängnis stecken würde. Und die paar Tage würde er auf einer Backe absitzen. Für die Touristen, die ihm die Fische abgekauft oder gegen ein paar Dosen Bier eingetauscht hatten, sah es viel unangenehmer aus. Sie mussten mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Jim hielt das Gesetz für eine reine Schikane, die gezielt gegen die Indianer gerichtet war. Durch das Gesetz, vor allem aber durch die drastischen Strafen, wurden viele Touristen davon abgehalten, bei den Indianern Fisch oder Fleisch zu kaufen. Jim übersah allerdings, dass die Regierung den Indianern das unbeschränkte Fischerei- und Jagdrecht nur unter...




