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Hansen | Jeremias Voss und der tote Hengst - Der zweite Fall | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 264 Seiten

Reihe: Jeremias Voss

Hansen Jeremias Voss und der tote Hengst - Der zweite Fall


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95824-496-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 2, 264 Seiten

Reihe: Jeremias Voss

ISBN: 978-3-95824-496-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der zweite Fall für den Hamburger Privatdetektiv: 'Jeremias Voss und der tote Hengst' von Ole Hansen jetzt als eBook bei dotbooks. Eigentlich sind Menschen sein Metier - doch sein neuer Fall führt Privatdetektiv Jeremias Voss in tierische Gefilde. Ein hochversicherter Zuchthengst ist bei einem Brand getötet worden - tragischer Unfall oder kalkulierte Brandstiftung? Die Versicherungsgesellschaft vermutet Betrug und beauftragt Voss mit den Ermittlungen. Zeitgleich verschwindet auch der zuständige Tierarzt spurlos. Hat er etwas mit dem Brand zu tun - oder ist er ein weiteres Opfer der Betrüger? Jeremias Voss macht sich auf Spurensuche ... Ein Privatdetektiv der alten Schule - begleiten Sie Jeremias Voss bei seinem zweiten Fall! Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Jeremias Voss und der tote Hengst' von Ole Hansen. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Ole Hansen, geboren in Wedel, ist das Pseudonym des Autors Dr. Dr. (COU) Herbert W. Rhein. Er trat nach einer Ausbildung zum Feinmechaniker in die Bundeswehr ein. Dort diente er 30 Jahre als Luftwaffenoffizier und arbeitete unter anderem als Lehrer und Vertreter des Verteidigungsministers in den USA. Neben seiner Tätigkeit als Soldat studierte er Chinesisch, Arabisch und das Schreiben, sowie Umweltwissenschaften und Geschichte, wobei er seine beiden Doktortitel erlangte. Nachdem er aus dem aktiven Dienst als Oberstleutnant ausschied, widmete er sich ganz seiner Tätigkeit als Autor. Dabei faszinierte ihn vor allem die Forensik - ein Themengebiet, in dem er durch intensive Studien zum ausgewiesenen Experten wurde. Heute wohnt der Autor an der Ostsee. Von Ole Hansen sind bei dotbooks bereits die folgenden Serien und Einzelromane erschienen: Seine Reihe um den Privatdetektiv JEREMIAS VOSS umfasst aktuell 11 Bände, beginnend mit »Jeremias Voss und die Tote vom Fischmarkt«. In seiner zweiten Serie um MARTEN HENDRIKSEN, Privatdetektiv und Rechtsmediziner mit Leichenallergie, sind bisher sechs Romane erschienen, beginnend mit dem ersten Fall »Hendriksen und der mörderische Zufall«. Ex-BND-Agent ARNE CLAASEN ermittelt bisher in drei Fällen in der Hamburger Abteilung für Cold Cases, beginnend mit »Arne Claasen und die vergessenen Toten«. CLAASEN & HENDRIKSEN klären gemeinsam die brisantesten Verbrechen Hamburgs, beginnend mit ihrem ersten gemeinsamen Fall »Die Tote von Pier 17«. Weitere Bände sind in Vorbereitung. Einige seiner Kriminalromane sind auch in Sammelbänden erschienen. In seiner vierbändige Thriller-Serie »Der Journalist« deckt Investigativjournalist Tom Porter auf der ganzen Welt Intrigen in den höchsten Rängen der Politik auf. Außerdem erschienen seine Thriller »Die Libyen-Verschwörung« und »Die Akte Panama«. Unter seinem Klarnamen Herbert Rhein veröffentlichte der Autor bei dotbooks auch die folgenden eBooks: »Todesart: Nicht natürlich. Gerichtsmediziner im Kampf gegen das Verbrechen.« »Todesart: Nicht natürlich. Mit Mikroskop und Skalpell auf Verbrecherjagd.« Als Hörbuch bei AUDIOBUCH und Thalia sind außerdem verfügbar: »Jeremias Voss« Band 1 & 2 »Marten Hendriksen« Band 1 - 5 »Claasen & Hendrksen« Band 1 & 2 Folgende Bücher von Ole Hansen sind auch als Printausgabe erhältlich: »Jeremias Voss und die Tote vom Fischmarkt. Der erste Fall« »Jeremias Voss und der tote Hengst. Der zweite Fall« »Hendriksen und der mörderische Zufall.«
Hansen Jeremias Voss und der tote Hengst - Der zweite Fall jetzt bestellen!

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Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Dr. Bertram Rusinski betrat das neue Stallgebäude auf Schloss Rotbuchen. Obwohl er der einzige Tierarzt in Nettelbach und Umgebung war, sah er es heute zum ersten Mal von innen. Umso neugieriger betrachtete er alles.

Die anderen fünf Pferdeställe kannte er noch aus der Zeit, als er die Tiere des Schlosses ärztlich betreut hatte. An den alten Ställen war manches verbesserungswürdig gewesen, doch Bernd Graf von Mückelsburg, Schlossherr und Pferdezüchter, hatte kein Geld, und so wurde jede Reparatur hinausgeschoben, bis die Ställe so weit heruntergekommen waren, dass sie eigentlich nur noch hätten abgerissen werden können. Die Pferdezucht, die die Mückelsburgs schon seit Generationen betrieben, hatte damals vor dem Ende gestanden, was vor allem am Grafen selbst lag – wie dieser sehr wohl wusste. Er war weder Landwirt noch Geschäftsmann, sondern ein Büchernarr, der sein Geld lieber in teure Folianten steckte als in die Dächer seiner Stallungen. Nur einmal hatte er eine richtige Entscheidung getroffen, nämlich als er dem Rat seines Freundes Dr. Rusinski gefolgt und einen Manager für die Pferdezucht eingestellt hatte. Es war ein Glücksgriff gewesen, denn über Nacht war der Betrieb rentabel geworden und hatte Gewinne abgeworfen. Was für den Grafen ein Glücksgriff war, war für die Gemeinde Nettelbach ein Unglück. Der neue Manager entließ nach und nach alle deutschen Arbeiter und ersetzte sie durch ausländische Kräfte. Der Trainer und gleichzeitig Vorarbeiter war ein Araber, der Stallmeister ein Ire, und die Hilfskräfte waren Marokkaner. Rusinski hatte der Manager ebenfalls durch einen Iren ersetzt. Graf Mückelsburg hatte sich für das Verbleiben seines Freundes eingesetzt, doch er hatte keinen Einfluss mehr auf die Führung seines Betriebs und konnte seine Forderung nicht durchsetzen.

»Mir geht es jetzt zwar finanziell gut, doch auf meinem Schloss bin ich nur noch eine Strohpuppe. Werner Bartelsmann, der sogenannte Manager, hat jetzt das Sagen. Es tut mir leid, aber ich kann nichts mehr für dich tun. Ich habe alles versucht, aber …«, hatte er die neue Situation erklärt.

»Mach dir deswegen keine Sorgen«, hatte ihn Dr. Rusinski beruhigt. »Ich habe auch so genug zu tun, dass ich es allein kaum schaffe.«

Die neue Situation hatte für den Grafen zwar positive finanzielle Auswirkungen, in der Gemeinde Nettelbach und den angrenzenden Gemeinden verlor er jedoch an Ansehen. War er früher in den Vorständen der Jägerschaft, der Feuerwehr, des Wasser- und Bodenverbands, des Heimatvereins, des Schützenvereins und des Sportvereins vertreten, so verlor er nach und nach all seine Posten. Niemand wählte ihn mehr. Das Ergebnis war, dass der ohnehin etwas eigenbrötlerisch veranlagte Bernd von Mückelsburg sich ganz in die Welt seiner Bücher zurückzog. Alles Geschäftliche überließ er dem Manager. War seine Unterschrift für irgendein Dokument erforderlich, unterschrieb er, ohne es zu lesen. Für Dr. Rusinski war das eine unakzeptable Situation, und er versuchte bei fast all seinen Besuchen im Schloss, den Freund aus seiner geschäftlichen Lethargie zu reißen. Der Graf stimmte ihm zwar zu, aber es geschah nichts. Für Rusinski stimmte dieses Verhalten des zugegebenermaßen weltfremden Grafen nicht mit seinem Charakter überein. Er versuchte, ihn zu einer Erklärung zu bewegen, doch er wich einer präzisen Antwort jedes Mal aus.

Bertram Rusinski machte der Verlust seiner Stellung als gräflicher Tierarzt in der Tat nichts aus. Er hatte genug mit den sich ständig erweiternden Milchbetrieben zu tun. Außerdem erforderten die zusätzlichen Kontrollen der Viehbestände seit den BSE-Skandalen viel Zeit. Hinzu kamen die sich ständig ändernden EU-Richtlinien. Angesichts des Bergs an Arbeit wünschte er sich, dass seine Tochter, ebenfalls Tierärztin, aus Köln zurückkommen würde, um ihm bei der Arbeit zu helfen. Später sollte sie die Praxis übernehmen. Sie hatte ihren Besuch angekündigt und plante einen Abstecher nach Nettelbach, weil sie in Hamburg gerade an einem Kongress teilnahm. Er hatte sich über die Ankündigung sehr gefreut.

Dr. Rusinski sah sich im Stall um. Er konnte kaum glauben, was er sah, und nahm im Geiste den Hut ab vor dem Management und den ausländischen Arbeitern. Es sah wie geleckt aus. Kein Stroh oder Heu lag auf dem Boden, die Boxen glänzten, keine abgeplatzte Farbe, das Ledergeschirr und die Sättel hingen sauber aufgehängt an ihren Plätzen. In den Steigbügeln spiegelte sich das Licht. Kurz: Es sah aus, als würden hier gar keine Pferde stehen. Und doch waren von den 28 Boxen 26 besetzt. Der Wert der Pferde ging in den zweistelligen Millionenbereich, wobei der Hengstrappe in der letzten Box allein die Hälfte des Werts ausmachte. Von den vielen erstklassigen Tieren, für die das Schloss berühmt war, standen die edelsten und teuersten in diesem Stall.

Dr. Rusinskis Ziel war die letzte Box auf der rechten Seite. Hier stand sein Schützling, den er im Auftrag einer Versicherung wie seinen Augapfel hüten sollte. Das Schloss hatte die Gesundheit des Tieres für eine astronomische Summe versichert. Der Hengst war von einem steinreichen pakistanischen Pferdenarr gekauft worden, der das Ausnahmepferd für seine Zucht haben wollte. Da die Hälfte des Kaufpreises bei Vertragsabschluss gezahlt worden war, hatte der Käufer verlangt, dass der Hengst versichert wurde. Die Police galt nur für den Zeitraum zwischen Kauf und Übernahme in Pakistan. Versichert waren Gesundheit und Zeugungsfähigkeit.

Sobald Dr. Rusinski den Stall betreten hatte, kam aus der letzten Box auf der rechten Seite ein mittelgroßer, breitschultriger Mann, dessen Gesicht eine Narbe verunstaltete. Sie verlief von der Stirn über die rechte Wange bis zum Kiefer. Er ging auf den Ankömmling zu, und die beiden Männer trafen sich in der Mitte des Stalls.

»Dr. Rusinski?«, fragte er mit einem starken Akzent, so dass Rusinski kaum seinen eigenen Namen verstand.

»Ja«, antwortete er und musterte den anderen, der gut als Bodyguard hätte fungieren können.

»Ich Dr. O’Heatherby, the Vet.« Der Mann hatte offenbar Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache.

»Der was?«, fragte Rusinski, der nicht mehr als den Namen verstanden hatte.

»Veterinarian, verstehen?«

»O ja, entschuldigen Sie, Tierarzt.«

»Yes, Tierarzt. Ich hören, Sie heute kommen. Was wollen?«

»Ich möchte mir den Hengst ansehen und ihn untersuchen. Sie wissen, dass ich im Auftrag der Versicherung komme?«

»Yes, yes, ich weiß. Kommen mit. Ich zeige Hengst.«

Er drehte sich um und ging zur letzten Box auf der rechten Seite. Dr. Rusinski folgte ihm ein wenig irritiert. Die Begrüßung hatte er sich kollegialer vorgestellt.

Der Rappe, der auf den Namen Morning Lightning hörte, war sich seines Werts offensichtlich nicht bewusst. Er stand gelassen in der Box und kaute auf Strohhalmen. Den Kopf hatte er nach hinten gewandt. Er drehte ihn auch nicht um, als die beiden Ärzte die Box betraten. Dr. Rusinski erkannte den Grund für sein Verhalten: In der linken Ecke der Box lehnte Manfred, der Pfleger. Rusinski hatte in der Dorfkneipe gehört, dass zwischen Pfleger und Hengst eine enge Bindung bestand, denn Manfred betreute ihn seit seiner Geburt. Der Hengst war während eines starken Gewitters zur Welt gekommen, daher auch der ungewöhnliche Name.

Rusinski blickte Manfred an. Sein verkniffener Gesichtsausdruck zeigte, dass der Pfleger um Morning Lightning trauerte. Der Hengst würde in vier Wochen Rotbuchen für immer verlassen.

»Moin, Manfred«, begrüßte ihn Rusinski.

Manfred erwiderte nichts, sondern sah ihn nur feindselig an. Rusinski nahm keine weitere Notiz von ihm. Er wusste, dass Manfred ihn hasste. Aus seiner Sicht grundlos, doch davon hatte er ihn nie überzeugen können. Bei der Behandlung einer trächtigen Stute hatte sich das Pferd plötzlich aufgebäumt und mit den Hufen Manfreds rechtes Bein zertrümmert. Er hatte lange im Krankenhaus gelegen; das Bein war steif geblieben. Er beschuldigte den Doktor, es sei seine Schuld gewesen, dass das Pferd ausgeschlagen hatte. Eine amtliche Untersuchung hatte Dr. Rusinski von allen Vorwürfen freigesprochen, was Manfreds Hass auf ihn aber nur weiter gesteigert hatte.

Manfred stand auf und verließ mit einem giftigen Blick hinkend die Box. Morning Lightning folgte ihm mit den Augen.

Während Rusinski den Hengst begutachtete, hörte er, wie Manfred mit schleifenden Schritten über die Backsteinziegel zum Ausgang ging. Der Tierarzt konnte also nichts anderes tun, als ihn nur im Geiste zu loben. Das Tier glänzte wie der Stall. Von den Hufen bis zur Mähne war alles super gepflegt. Er hätte es dem Pfleger gern gesagt, doch dessen Voreingenommenheit ihm gegenüber verhinderte das. Auch physisch schien der Hengst in bester Verfassung zu sein. Er wirkte ruhiger und ausgeglichener als vergleichbare Zuchthengste. Als letzten Akt der Untersuchung öffnete Rusinski seinen Arztkoffer und entnahm ihm eine Kanüle zum Blutabnehmen.

Der irische Tierarzt hatte gelangweilt am Tor zur Box gelehnt, hatte aber unter seinen halb gesenkten Augenlidern jeden Handgriff scharf beobachtet. Als er sah, dass Rusinski die Arzttasche öffnete und eine Kanüle herausholte, kam Leben in seine Gestalt. Er griff in einen Holzkasten neben der Tür und zog einen Schnellhefter heraus.

»Nicht nötig.« Dr. O’Heatherby deutete auf die Kanüle und schüttelte zur Verstärkung seiner Worte den Kopf. »Hier alle Daten – Untersuchung Montag – alles okay.« Er reichte Rusinski die Akte.

»Danke.« Er nahm sie und schlug sie auf. Tatsächlich hatte man erst vor drei Tagen eine große Blutuntersuchung durchgeführt, und alle...



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