Hansen | Meeresrauschen und Inselküsse | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch

Hansen Meeresrauschen und Inselküsse


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-98778-093-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch

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Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
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Gegensätze ziehen sich an … oder?
Die romantische Feel-Good-Romance vor der traumhaften Kulisse Siziliens

Nach einem katastrophalen ersten Treffen wollen Veronika und Andreas sich am liebsten niemals wiedersehen. Umso größer ist die Überraschung, als sie wenig später in Sizilien am gleichen Hoteltisch sitzen. Die alleinerziehende Veronica ist auf der schönen Mittelmeerinsel, um ein Seminar zu besuchen. Vor Ort stellt sich heraus, dass Andreas der Bruder ihres Chefs ist und ihn dort vertritt. Bei den gemeinsamen Aktivitäten fliegen schnell die Fetzen, doch beiden wird auch klar, dass sie sich doch ähnlicher sind, als sie zunächst dachten …

Erste Leser:innenstimmen
„Schöne Urlaubslektüre, ich konnte mich bestens nach Italien träumen!“
„Herzerwärmender Liebesroman mit sehr sympathischen und lebensnahen Protagonisten.“
„Ein E-Book zum Verlieben und Wohlfühlen.“
„Emotionale, romantische Lovestory und eine klare Empfehlung!“



Nele Hansen ist das Pseudonym des am 10.07.1980 in Reinbek geboren Hörspielautors Thomas Tippner, der für mehrere Hörspiellabels aktiv ist. Unteranderem schrieb er die bei Maritim erscheinenden Sci-Fi Serie Captain Future. Für ZYX schrieb er Literaturklassiker wie Falladas Jeder stirbt für sich allein. Im Martin Kelter Verlag erschienen die Romane Du hast mich nie gewollt und Urlaubsküsse, immer wieder Mallorca. Für den Blitz-Verlag schrieb er die Reihen Sherlock Holmes, Amerikas Wilder Westen oder Edgar Wallace.
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Autoren/Hrsg.


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Urlaubsfreuden mit Hindernissen


Andreas fuhr mit einem mulmigen Gefühl auf die Auffahrt von seinem Haus. Obwohl er auf der Rückfahrt laute Musik gehört hatte und der felsenfesten Überzeugung gewesen war, dass ihn durchströmende Hochgefühl ihn so schnell nicht mehr verlassen würde, war da plötzlich ein unangenehmer Druck in seinem Magen, den er kaum beschreiben konnte, als er den Blinker setzte und links über die freie Straße setzte.

Es war ein Gefühl, das er nicht fassen konnte.

Obwohl er versuchte, hinter seine Eindrücke zu gelangen, hinter das, was ihn da kreisend und schockierend durch den Kopf fuhr, war es ihm, als stieße er gegen eine Gedankenbarriere.

fragte er sich ehrlich, während er mit den Daumen gegen das Lenkrad tippte, und die Lippen spitzte.

War es das, was ihn verunsicherte?

Was ihn an die merkwürdige Vorstellung konfrontierte, die er als junger Mann immer lauthals und mit der inneren Überzeugung der Unerschütterlichkeit vorgebracht hatte?

Er hatte es geglaubt.

Wahrhaftig und ehrlich.

Offen und ohne zu zögern.

dachte er jetzt, während er sich an das ihn beschleichende Gefühl zurückdachte, als er den Laden verließ; die Tüte schwenkend. Er hatte unbekümmert wirken wollen, hatte Veronica nicht seine Erleichterung zeigen wollen.

Aber als er sich in den Wagen setzte, er die Tüten neben sich auf dem Sitz platzierte, war da nicht nur ein kurzes Aufblitzen eines wohligen Schauers gewesen, der ihn heimsuchte.

Es war mehr gewesen.

So viel mehr.

Eine Kaskade voller Eindrücke, Gedanken und Gefühle, die er weder ordnen noch greifen konnte. Es hatte sich angefühlt, als ob eine Rakete Dämpfe und Feuerlohen ausstoßend dabei war, in den Orbit geschossen zu werden.

Andreas schüttelte den Kopf.

Er spürte eine wohlbekannte, eine ihn andauernd und immer begleitende Angst in sich aufsteigen und begrüßte sie beinahe mit einem zufrieden, einem seligen, inneren Lächeln.

dachte er dabei und tippte sich selbst gegen die Stirn und begann eine weitere Empfindung in sich aufsteigen zu spüren, die immer dann in ihm Einzug hielt, wenn er sich auf das ihm bekannte, das ihm wohlvertraute Territorium der zurückliegenden, ihn schmerzen lassenden Erinnerungen begab.

Sie breitete sich in ihm aus und ließ ihn einen weiteren Schritt auf ihm nur zu gut bekannte Gefühle zumachen, die er zu hassen und zu lieben gleichermaßen bereit war. Die Wut, die er spürte, richtete sich gegen Karin, gegen seine Ex-Frau, die ihm damals ein Gefühl gegeben hatte, das er bis heute nicht ertragen konnte. Das ihn immer wieder zurück in den nur schwach beleuchteten Hausflur führte; hin zu den abgewetzten Treppen, dem abgenutzten Handlauf; dem flackernden, unter der Decke hängendem Licht und zu dem Wissen nicht liebenswert zu sein.

dachte er und wünschte sich nichts sehnlicher, als dass seine Gedanken nicht in rasender Geschwindigkeit hinter seiner Stirn entlangzogen.

Die aus dem Radio dringende Musik – irgendetwas von Lady Gaga, wenn er sich nicht irrte – rückte plötzlich in den Hintergrund. Ebenso die in der Ferne aufleuchtenden Lichter des Gegenverkehrs.

Hatte er eben noch aus voller Kehle „An Tagen wie diesen“, von den Toten Hosen mitgesungen, so war es ihm jetzt, als ob aller Mut aus seinem Körper verschwunden war. Er fühlte sich klein, in die Ecke gedrängt und hilflos, wie nur selten in seinem Leben.

Selbst damals, als Marie zur Welt kam und er plötzlich ein Papa war, hatte er sich nicht so gefühlt, wie jetzt gerade.

dachte er jetzt und wünschte sich nichts sehnlicher, als noch einmal so viel Selbstsicherheit zu haben, als er aus dem Laden in der Mönckebergstraße trat und meinte glücklich zu sein, weil er Veronica nicht wieder begegnen würde.

Als er das vertraute Knirschen der Kieselsteine unter den Reifen seines Wagens hörte, klingelte wieder sein Handy, das vor ihm – ganz nach Vorschrift – in einer Halterung steckte. Welches ihm plötzlich angenehm, ihn erlösend vorkam.

leuchtete in dem Display auf, und ließ Andreas verwundert die Augenbrauen kraus ziehen.

„Ja?“, fragte er verwundert, nachdem er den grün aufleuchtenden Button nach oben geschoben und den Anruf damit entgegengenommen hatte.

„Du“, begann sein Bruder, ohne groß eine Begrüßung von sich zu geben. „War das mit dem Seminar von dir ernst gemeint?“

„Äh.“

„Wenn ja, Alter, ich würde mich freuen, wenn du Richter unter die Arme greifen könntest, und ihn etwas entlastest. Er ist zwar akribisch, aber völlig überfordert, wenn es darum geht, mal spontan zu sein. Du musst auch nicht die Leitung oder so übernehmen, nur einen oder zwei Vorträge halten, die ich dir gleich zuschicken werde. Darin geht es um meine Erweiterung des Verlags und den Wunsch, mehr für die Autoren zu tun, um deren Verkäufe und unsere Gewinne zu maximieren.

Danach kannst du dann die Ausflüge genießen, die ich für die Belegschaft geplant habe. Deal?“

„Äh“, machte er wieder, sich nicht sicher, ob er den Dingen überhaupt gewachsen war, die sein Bruder da von ihm verlangte.

„Keine Sorge, meine Stellvertreterin wird die Hauptaufgaben übernehmen. Dich hätte ich nur gerne als Notnagel da. So war das ja eigentlich auch für mich geplant.“

„Dass du ein Notnagel bist?“

„Dass ich meine Zeit mit Carola verbringen könnte. Mensch, ich habe uns in einem kleinen Hotel eine Suite gemietet, mit allem Drumherum. Roomservice, jeden Tag ein Sektfrühstück, lauschige Musik, Whirlpool, am Abend Konzertkarten oder ein Theaterbesuch auf einer Freilichtbühne. Vormittags wäre ich bei meinen Leuten gewesen und vor dem Mittagessen um 12 Uhr hätte ich die Fliege gemacht und hätte verliebten Gockel gespielt.

Wird jetzt nichts.“

„Tut mir leid“, setzte Andreas an und hörte im gleichen Atemzug das. „Na, na, na“, seines Bruders, der schon damals es nicht hatte ertragen können, wenn man ihn versuchte zu trösten. „Aber …“

„Aber sind scheiße“, sagte Karl, atmete tief ein, und das erste Mal seit Jahren war Andreas sich sicher, dass er in der Stimme seines Bruders eine ehrlich empfundene, tiefe Traurigkeit hörte.

„Meins ist aber wichtig.“

„Inwiefern?“

„Ich kann mir solch ein Hotel nicht leisten. Nicht ansatzweise. Nicht mal, wenn ich ohne die Kinder fahren würde. Und das“, er schüttelte den Kopf, obwohl sein Bruder ihn nicht sehen konnte. „würde für mich nicht eine Sekunde in Frage kommen. Deshalb mein Aber.“

„Streich das Aber mal in diesem Moment aus deinem Wortschatz.“

„Und dann kann ich mir den Urlaub immer noch nicht leisten. Und nein“, er legte jetzt Nachdruck in die Stimme. „Ich werde keine Shortstory für dich schreiben oder irgendetwas anderes.“

„Sollst du nicht. Was du sollst ist, dich von mir einladen zu lassen, verstanden? Ich bezahle die Woche Workshop für dich, so wie die anschließende Woche oben am Mittelmeer, in meinem kleinen, fein ausgesuchten und zum Träumen einladenden Hotel? Okay?“

„Karl …“

„Sag ja, dann bin ich glücklich“, und klang dabei niedergeschlagen und verletzt, dass es Andreas den Hals zuschnürte.

„Karl, wirklich.“

„Sag ja.“

„Okay …“

„Dann viel Spaß mit den Kids. Küss sie von mir“, und in dem Moment war Andreas sich sicher, dass sein älterer Bruder kurz davor war, in Tränen auszubrechen.

1


Mit einem Seufzen auf den Lippen ließ Veronica ihren Koffer im schmalen Hausflur laut scheppernd auf den gefliesten Boden fallen, und rief leise: „Bin wieder zuhause.“

Während sie aus den Schuhen schlüpfte, sie jetzt erst die Strapazen ihrer Reise im Rücken, den Schultern und Knien zu spüren begann, wunderte sie sich darüber, dass keinerlei Reaktion auf ihren Ruf erfolgte.

Weder von Aron noch von Stephan.

„Jungs?“, rief sie und schob albernerweise hinterher. „Mama ist wieder zuhause.“

Verwundert darüber, dass sich weder der eine noch der andere meldete, ging sie langsamen Schrittes auf das links vom Flur abzweigende Kinderzimmer ihres Sohnes zu. Da die Tür sperrangelweit offenstand, musste sie nicht einmal einen verstohlenen Blick hineinwerfen, in der stillen Hoffnung, nicht von ihrem Sohn angemacht zu werden, weil er meinte, sie würde ihm nachspionieren.

Der von ihr so verabscheute, auf einem extra von Aron gekauften Tisch stehende Fernseher war ebenso ausgeschaltet, wie auch das von Stephan heiß und innig geliebte Handy unbenutzt mitten auf dem Bett lag.

Sie fragte leise, mehr zu sich, als zu irgendjemandem im Haus: „Stephan? Bist du hier?“

Erst als sie in das geräumige, von einer weiten Fensterfront dominierten Wohnzimmer trat und sah, dass die zur Terrasse führende Tür einen Spaltbreit offenstand, zog sie die Augenbrauen kraus.

Ein ungutes Gefühl beschlich sie, obwohl sie sich auch einzureden versuchte: Nur um dann einen...



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