E-Book, Deutsch
Reihe: Lac Léman Books
Hansen Seeluftflüstern
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96817-947-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Liebe im Strandcafé
E-Book, Deutsch
Reihe: Lac Léman Books
ISBN: 978-3-96817-947-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Zwischen Kaffeeduft, Kuchenliebe und Ostseewind wartet die große Liebe
Der neue romantische Ostsee-Roman von Nele Hansen
Endlich kann Michelle sich ihren großen Traum vom eigenen kleinen Café erfüllen. Im HerzCafé können ihre Gäste zur Ruhe kommen und den schönen Ausblick auf die Ostsee genießen. Es gibt nur ein Problem – das liebe Geld. Als wäre das nicht schon genug, kommen dazu auch nocht Schwierigkeiten mit den Lieferanten, der Bank und dem Finanzamt. Als Michelles kreativste Konditorin zu ihrem größten Konkurrenten wechselt, bricht eine Welt für sie zusammen und das Café scheint kurz vor dem Aus. Michelles einziger Lichtblick ist ihr frisch eingestellter Praktikant Philipp. Zwischen den beiden knistert es heftig, doch Philipp hat ein Geheimnis, das er unter allen Umständen vor Michelle verbergen will … Gibt es trotzdem eine Chance für ihre Liebe?
Erste Leserstimmen
„die Liebesgeschichte um Michelle und Philipp hat mich sehr berührt“
„der Roman hat mich sehr fasziniert und mein Herz geöffnet“
„ein sanfter Roman mit Meeresrauschen, der einen aus dem Alltag flüchten lässt“
„Beim Lesen dieses Liebesromans kommt definitiv Küstenfeeling auf.“
Nele Hansen ist das Pseudonym des am 10.07.1980 in Reinbek geboren Hörspielautors Thomas Tippner, der für mehrere Hörspiellabels aktiv ist. Unteranderem schrieb er die bei Maritim erscheinenden Sci-Fi Serie Captain Future. Für ZYX schrieb er Literaturklassiker wie Falladas Jeder stirbt für sich allein. Im Martin Kelter Verlag erschienen die Romane Du hast mich nie gewollt und Urlaubsküsse, immer wieder Mallorca. Für den Blitz-Verlag schrieb er die Reihen Sherlock Holmes, Amerikas Wilder Westen oder Edgar Wallace.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog
Einmal Leben bitte
Michelle liebte diese Tage.
Nicht nur, dass die Sonne hoch am Himmel stand, der angenehme Geruch vom Meer, salzig verführerisch, in der Luft lag und die Möwen ihren krächzende Schreie ausstießen und hinab ins Wasser stoben, um zu fressen. Auch hatten sich mehr als ein Dutzend Menschen auf den Weg gemacht, um hierher, in das „HerzCafé“ zu kommen, um ein Stück Kuchen, einen Kaffee oder eine kühlende Cola zu trinken.
In Café.
Dorthin, wo Michelle all ihr Herzblut, all ihre Hingabe, all ihre klitzekleinen Ersparnisse gesteckt hatte.
An einen Ort, den sie so sehr liebte, dass sie die ein Café mit sich bringenden Probleme gerne einmal vergaß. Sie wollte nicht an unbezahlte Rechnungen, an Termine beim Steuerberater oder mit der Bank denken. Sie wollte nur hier hinter ihrem Tresen stehen und einer der älteren, freundlich lächelnden Damen ins Gesicht schauen und ihnen auf die Frage, ob der Kuchen denn selbst gemacht war antworten: „Wir backen hier alles frisch. Keine vorgebackenen Rohlinge, keine von der Industrie hergestellten Produkte. Die Torte da unter der Kuchenglocke hat unsere Ive heute Morgen fertig zubereitet.
Möchten Sie einmal probieren? Die in die Sahnefüllung eingelassenen Kirschen sind vom Hof Hansen, während die zarten Schokosplitter selbst angerührt und geraspelt sind. Der Boden ist feinster Biskuite und die drei unterschiedlichen Sahneschichten, haben den Geschmack Vanille …“
Ein Lächeln ist das schönste Geschenk, sagte ihr Vater einmal und ließ Michelle auch jetzt noch das Herz höherschlagen. Sie sah, dass die Dame bei der Aufzählung der einzelnen Zutaten Appetit auf ein Tortenstück bekam. Und sie wusste, als diese nickte, ihre Entscheidung gefallen war.
„Dazu hätte ich gerne auch einen frischen Kaffee“, meinte die Dame, die in ihrem sommerlichen Outfit jugendlich frisch aussah.
Nicht so wie die gerade an einem der hinteren Tische des Cafés stehende Ingrid.
Die, wild blondiert, eine enge, kurze Hose tragend, und ein Top, dass nicht verbergen sollte, was einst von jugendlicher Frische von ganz allein gestanden hatte, ein junges Pärchen fragte, was es denn bestellen wollte. Michelle, die sah, wie Ingrid einige kleine Notizen auf ihren Bestellzettel schrieb, musste schmunzeln, als sich ihre dienstälteste Angestellte zu ihr herumdrehte.
Ebenso wie die älter, ein Cap tragende Dame, die Michell dabei zusah, wie sie die Kuchenglocke öffnete und das schon angeschnittene Stück aus der Torte hob, lächelte Ingrid. Nur mit dem Unterschied, dass es etwas Frivoles, etwas Unanständiges in sich trug. So, als habe sie eine anzügliche Entdeckung gemacht, die ihr vor Leidenschaft immer laut schlagenden Herzes mit noch mehr Freude erfüllte.
„Da hinten“, meinte Ingrid, die ihren Bestellzettel auf die Theke legte, und ignorierte, dass Michelle, nachdem die Torte auf dem weiß schimmernden Teller platziert worden war, sich zu der Kaffeemaschine herumdrehte, um der Dame einzugießen. „sitzen zwei junge Herren, die dir gefallen sollten.“
„Ingrid“, mahnte Michelle und versuchte den erneuten Versuch ihrer Freundin abzuwehren, sie auf irgendeine Art und Weise zu verkuppeln.
„Diesmal habe ich recht, mit dem, was ich sage.“
„Ich schicke Jana zu den beiden Herren“, mahnte Michelle ihre Freundin mit der Kuppelei aufzuhören.
„Was haben Sie denn gegen die beiden Herren?“, wollte die grauhaarige Dame mit dem Cap wissen; noch immer das freundlichste, weltverstehende Lächeln auf den Lippen, dass Michelle jemals in ihrem Leben gesehen hatte. „Die haben bestimmt nichts dagegen, von einem so einer hübschen Frau, wie Sie eine sind, angesprochen zu werden.“
„Hör dir das an“, lächelte Ingrid, die eine Cola Light aus dem Kühlschrank nahm und nach einer braunen Flasche Holsten griff, um diese dann, mit einer routinierten Handbewegung zu öffnen. „Das sag ich auch immer. Das sie hübsch ist. Intelligent. Nett. Freundlich. Lustig. Nur die Männer …“
„Ihr klingt wie eine dieser Datingseiten“, schüttelte Michelle den Kopf, winkte dann ab und fragte die ältere Dame. „Darf es noch etwas sein?“
„Nur die Rechnung!“
„Bezahlen tun Sie, wenn Sie gehen!“, strahlte Michelle.
Nachdem die Dame sich einen Platz auf der vor dem Café liegenden Terrasse ihren Platz gesucht und sich hingesetzt hatte, schloss die kurz die Augen und genoss sichtlich das auf sie wirkende Ambiente. Nicht nur, dass das von Michelle geführte Café an einer Steilküste, die den Namen nicht wirklich verdient hatte, lag, es gewährte einen auch den Blick hinaus auf die oft unruhig an ihnen vorbeiziehende Ostsee.
Hoch stand die Sonne an einem wolkenlosen Himmel. In der Ferne sah man die Surfer, die Schwimmer, einige auf dem Wasser dümpelnden Schiffe. Alles war in einer friedlichen, ruhigen Atmosphäre gebettet, dass man für einen kurzen Augenblick ernsthaft annehmen konnte, das es keinerlei Probleme auf diesen Fleckchen Erde gab.
Michelle, die sich selbst gut kannte und wusste, dass sie gedanklich nur ein Stichpunkt brauchte, um aus ihrer inneren Schwärmerei in ein Tal der Tränen herabsteigen zu können, ermahnte sich, dem Wort „Problem“ nicht zu starke Bedeutung zukommen zulassen.
Sie wollte es genießen, wie ihre Gäste sich wohlfühlten.
Und sie wollte – was gar nicht ihrem Wesen entsprach – einen verstohlenen Blick zu den beiden vorhin in ihr Café getretenen jungen Männern werfen. Normale, freundlich aussehende Kerle, deren Sonnenbrillen ihnen lässig auf der Nase gesessen und den modischen, kurzen Haarschnitt unterstrichen. Der dunkelhaarige der beiden, ein wenig blass, aber von interessanter, Michelle ansprechender Attitüde, lachte gerade über etwas, was sein Kumpel sagte.
Er war ihr vorhin flüchtig aufgefallen, als er ins Café getreten war.
Da hatte sie noch gedacht: , ohne sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, ob sie ihn nun ansprechen wollte oder nicht. Jetzt aber, wo Ingrid hinter ihr stand, ihr ins Ohr flüsterte: „Sprich ihn doch mal an. Sieht echt freundlich aus. Er hat keinen Ring am Finger.“
„Ingrid!“
„Hab ich für dich abgeklärt. Unauffällig, versteht sich!“
Michelle schüttelte den Kopf: „Ich habe zu tun. Außerdem …“
„Ein aber will ich nicht von dir hören. Komm, mach schon. Nur einmal hingehen, lächeln und fragen, ob den beiden es hier gefällt. Daran ist doch nicht auszusetzen!“
Michelle tat so, als würde sie kapitulieren.
Sie nickte, seufzte und sagte: „Gib mir das Tablett. Ich will mich mal an die beiden da so richtig schön ranmachen. Kommt für eine Geschäftsführerin super. Sieht auch überhaupt nicht verzweifelt aus!“
„Du bist ein Schatz“, sagte Ingrid, stellte sich auf die Zehenspitzen und drückte Michelle einen mütterlichen, einen kurzen Schauer des Kummers und des Schmerzes in ihr auslösenden Kuss auf die Stirn und meinte: „Hol ihn dir, mein Engel!“
Michelle verdrehte die Augen, schenkte Ingrid ein gekünzeltes Lächeln und begriff nicht, warum ihre im Laufe der letzten Jahre zur Freundin gewordene Angestellte sie hämisch angrinste.
„Viel Glück“, wünschte Ingrid ihr noch und winkte ihr mit den Fingerspitzen hinterher.
***
„Wer von euch beiden hat das Bier bestellt?“, wollte Michelle wissen; einen flüchtigen Ausdruck von Interesse im Gesicht. Auf den Lippen ein freundliches Lächeln.
„Zu mir, bitte“, sagte der blonde Mann, dessen Zähne so weiß waren, dass sie künstlich aussahen.
„Gerne.“
Michelle legte erst den Untersetzer auf den kreisrunden, wie ein Mosaik wirkenden Tisch, und schaute dann zu dem dunkelhaarigen blassen Mann und versuchte nicht zu offensichtlich dessen Konturen zu betrachten. Obwohl sie es gewohnt war, in kurzen, schnellen Abfolgen zu denken, gelang es ihr hier nicht sofort das Gesicht des jungen Mannes zu erfassen. Was es war, was ihr einen kurzen Schauer der Unsicherheit bescherte, wusste sie nicht.
Sein breites, erfreutes Lächeln?
Der kurze, durch seine tief dunklen Augen huschende Spott?
Oder der seinem Kumpel zugeworfene, erheiterte Blick, den Michelle deutlich wahrnehmen, aber nicht zuordnen konnte?
„Hier die Cola“, sagte sie, mit einem deutlichen Unterton der Unsicherheit in der Stimme.
„Danke“, lächelte der Mann, tippte sich an die Stirn, während er Michelle ins Gesicht schaute.
„Ich hoffe es schmeckt.“
„Wird es“, versicherte der Mann, lehnte sich in seinem Stuhl zurück und konnte sich das immer breiter werdende Grinsen nicht verkneifen.
„Darf es noch was sein?“
„Weniger Lippenstift“, meinte der Mann mit den weißen Zähnen und ließ eine steile Falte der Verwirrung auf Michelles Stirn entstehen. „Was bekommen Sie von uns?“
„Wir haben noch...




