Hansen | Was ist schon die Zeit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 261

Reihe: Die booksnacks Kurzgeschichten-Reihe

Hansen Was ist schon die Zeit


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96817-633-8
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 261

Reihe: Die booksnacks Kurzgeschichten-Reihe

ISBN: 978-3-96817-633-8
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Heilt die Zeit alle Wunden?Es ist Jahrzehnte her seit Hannes und Vanja ein Paar waren. Doch selbst nach zwanzig Jahren kann er sie einfach nicht vergessen: ihr Lächeln, ihre liebevolle Art, ihren Körper. Als Hannes und Vanja sich wieder treffen, werden alte Wunden aufgerissen. Aber alles, was Hannes sich wünscht, ist Vanja. Wie können sie sich die letzten zwanzig Jahre verzeihen?Über booksnacksKennst du das auch? Die Straßenbahn kommt mal wieder nicht, du stehst gerade an oder sitzt im Wartezimmer und langweilst dich? Wie toll wäre es, da etwas Kurzweiliges lesen zu können. booksnacks liefert dir die Lösung: Knackige Kurzgeschichten für unterwegs und zuhause!booksnacks – Jede Woche eine neue Story!

Nele Hansen ist das Pseudonym des am 10.07.1980 in Reinbek geboren Hörspielautors Thomas Tippner, der für mehrere Hörspiellabels aktiv ist. Unteranderem schrieb er die bei Maritim erscheinenden Sci-Fi Serie Captain Future. Für ZYX schrieb er Literaturklassiker wie Falladas Jeder stirbt für sich allein. Im Martin Kelter Verlag erschienen die Romane Du hast mich nie gewollt und Urlaubsküsse, immer wieder Mallorca. Für den Blitz-Verlag schrieb er die Reihen Sherlock Holmes, Amerikas Wilder Westen oder Edgar Wallace.

Hansen Was ist schon die Zeit jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Mehr von Nele Hansen
Seeluftliebe Nele Hansen E-Book-ISBN: 978-3-96817-457-0
Taschenbuch-ISBN: 978-3-96817-515-7 Die Liebe findet immer einen Weg zurück …
Der berührende Liebesroman für Fans von Anni Deckner Emma ist erfolgreich als Autorin in die Verlagswelt eingestiegen und feiert einen beruflichen Erfolg nach dem anderen – jetzt soll sogar ihr erster Roman verfilmt werden. Aber nicht nur beruflich geht es für die junge Frau steil bergauf, denn endlich macht ihr Freund Mark ihr einen Heiratsantrag, den sie überglücklich annimmt. Leider bedeutet das auch, dass Emma sich ihrer Vergangenheit stellen muss. Widerwillig kehrt sie in ihre Heimat an der Ostsee zurück, um eine Ehe annullieren zu lassen, die nie eine Zukunft hatte. Allerdings hat sie nicht mit ihrem störrischen Ehemann gerechnet, der immer genau das Gegenteil von dem tut, was Emma ihm sagt … Neugierig geworden?
Wir wünschen dir viel Spaß bei der Leseprobe! Leseprobe Kapitel 1
Unheil
Herbert von Karajan hatte einmal gesagt: „Wer all seine Ziele erreicht hat, hat sie sich als zu niedrig ausgewählt“, und traf mit seinen Worten Emma Sommer mitten ins Herz. Sie, die immer für alles in ihrem Leben hatte kämpfen müssen, fand, dass Herbert von Karajan mit ihr viel zu hart ins Gericht ging und sie damit an eine Wand stellte, vor der sie gar nicht stehen wollte. Was sie aber noch mehr wunderte, war, dass sie gerade jetzt in diesem Augenblick an diesen einen Satz denken musste, den sie damals aus der Zeitung aufgeschnappt und innerlich in einer ihrer gedanklichen Schubladen abgelegt hatte mit dem eigenen Vermerk, ihn noch einmal gebrauchen zu müssen. Dass jetzt der Moment gekommen war, wäre ihr nicht im Traum eingefallen. Sie hatte alles erreicht, was sie wollte; hatte Hindernisse ebenso aus dem Weg geräumt, Konkurrenten hinter sich gelassen und das geschafft, was viele wollten. Vom Schreiben leben können. Der innere Beweis, dass sie alles schaffen konnte, wenn sie nur daran glaubte und sich nicht beirren ließ. Was wäre aus ihr geworden, wenn sie auf ihre Mutter gehört hätte, die zu ihr gesagt hatte: „Woher willst du das Talent haben? Niemand von uns ist so. Niemand war jemals so. Wir waren immer solide!“ Solide … Wenn sie das schon hörte. Wer wollte solide sein, wenn er seinen eigenen Träumen nachgehen und sich das Leben aufbauen konnte, das man für sich selbst am lebenswertesten fand? Und eben, weil ihre eigene Mutter nicht an sie geglaubt hatte, und sie sich den Satz um die Ohren hatte feuern lassen müssen, hatte sie sich die ganze Zeit über, seitdem sie wusste, dass sie zu der Gala eingeladen worden war, auf eben diesen einen Abend gefreut. Sie hatte ihm mit solch einer stolzgeschwellten Brust entgegengefiebert, dass es ihr wehtat, gerade jetzt diesen Satz von Karajan innerlich hören zu müssen. Das war nicht fair. Ganz und gar nicht. Ihre Ziele waren niemals niedrig gesteckt gewesen. Sie hatte sich niemals mit dem zufriedengegeben, was sie erreicht hatte. Ihr innerer Motor war, wenn man es so wollte, ihr Ehrgeiz gewesen, endlich von dem leben zu können, was sie tat. Emma Sommer hatte es geschafft. Mit sechsunddreißig! Wer konnte das sonst noch von sich behaupten? So gut wie niemand – auf jeden Fall niemand aus ihrer Branche. Natürlich, sie hatte damals, als sie anfing, ihren Traum zu leben, viele Niederlagen einstecken müssen. Persönliche, berufliche und auch finanzielle. Niemand hatte damals auf eine gerade einmal neunzehnjährige junge Frau gewartet, deren schulische Leistungen überschaubar gewesen waren, und die nichts anderes im Kopf hatte, als ihre große Leidenschaft zum Beruf zu machen. Ihre Leidenschaft – das Schreiben. Und gerade jetzt, wo Walter Marquart, der Organisator der „Schreibfeder-Stiftung“, vor ihr stand, sie aufmunternd anlächelte und meinte: „Sie sind eine Schriftstellerin, die es schafft, mit einfachen, klaren Sätzen ganz vielen kleinen Details ihre würdige Größe zu verleihen“, kam ihr der verfluchte Satz eines österreichischen Dirigenten in den Sinn, der ihr all ihren Erfolg madig machen wollte. „Sie ist nicht nur erfolgreich“, meinte Rüdiger Oller, ein hochgewachsener, grauhaariger, magerer Mann, dessen Lächeln aus unendlich vielen Zähnen zu bestehen schien. Ein Mann, wie sie immer wieder feststellte, der etwas Unwirkliches, etwas aufgesetzt Künstliches besaß, das ihr unangenehm war. Bisher hatte sich überwiegend Mark, ihr Agent, mit Oller unterhalten und zusammengesetzt. Aber heute, an diesem Abend, an dem sie für ihren Bestseller „Wasserherz“ geehrt wurde, hatte es sich der Filmschaffende nicht nehmen lassen, ihr seine Aufwartung zu machen. Er wollte ihr zeigen, und das mit einem laschen Händedruck und einem aufgesetzten Lächeln, wie sehr er sich für sie und ihre Arbeit interessierte. Dass er es mochte, wie sie vorging und er sich nichts anderes mehr vorstellen konnte, als ihr Buch in einen Film zu verwandeln. Es schauderte sie, als sie ihn reden hörte und mitbekam, wie er seinen eben begonnenen Satz weiter ausführte und sagte: „Sie ist auch eine gebildete und eine gewissenhafte Frau. So etwas gibt es nicht mehr oft.“ Und Menschen wie Sie gibt es leider noch viel zu viele, dachte sie bitter bei sich und ärgerte sich darüber, dass sie freundlich nicken, dankbar lächeln und säuselnd sagen musste: „Danke für das Kompliment.“ „Die Wahrheit muss man sagen.“ Oller nickte. „Das hat meine Mutter schon immer gemeint.“ „Und genau deshalb wird Frau Sommer ja auch der Preis unserer Stiftung verliehen. Weil sie Außergewöhnliches in kurzer Zeit geleistet hat. Stolz sollten wir auf sie sein.“ Emma lächelte knapp. Wenn die Männer nur wüssten. Sie seufzte innerlich, als sie den anschwellenden Schmerz in ihrer Brust spürte, als sie die Worte „Stolz“ und „Außergewöhnliches“ vernahm. Das war sie nie gewesen – auf jeden Fall nicht in den Augen ihrer Mutter. Da war sie das kleine, ungezogene Mädchen, das sich lieber auf Dinge konzentrieren sollte, von denen es mehr Ahnung hatte als vom Büchertippen. Kamen ihr deshalb Karajans Worte in den Sinn? „Ausgezeichnet. Sehr erfreulich.“ Oller nickte erneut und fügte etwas hinzu, das seinen wahren Charakter offenlegte. „Solch eine Auszeichnung lässt sich doch wunderbar vermarkten. Hach, ich sehe schon das Kinoplakat vor mir!“ Emma seufzte und war ganz froh, dass Marquart sie plötzlich am Oberarm berührte, hinauf auf die Bühne zeigte und sagte: „Ich werde Ihre Laudatio jetzt gleich halten und freue mich auf ein weiteres Gespräch nach dem offiziellen Teil.“ „Ich mich auch“, wich sie aus, ohne unfreundlich wirken zu wollen. Sie mochte Marquart. Besonders deshalb, weil er sich anders verhielt als die anderen Anwesenden hier. Natürlich, er war anfangs etwas steif gewesen, hatte versucht, sie mit seiner Position zu beeindrucken. Aber nach dem dritten Telefonat und der vierten oder fünften E-Mail waren sie beide zu einem freundschaftlichen Sie übergegangen, das immer öfter von einem Du abgelöst wurde. Im Laufe der Zeit war er zu einem normalen Menschen ohne Hintergedanken geworden. Er hatte nicht vor, sie zu vermarkten oder sich mit ihr sehen zu lassen. Erst gestern, als sie den Ablauf des heutigen Abends besprochen hatten, war er ihr so freundschaftlich nahe gekommen, dass sie es nicht bedenklich fand, zu erzählen, dass ihre Mutter heute Abend nicht hierher kommen würde. Dass sie beide schon seit drei Jahren kaum mehr miteinander sprachen. Ihr Vater, verschüchtert und ängstlich von dem ganzen Rummel, der um seine Tochter gemacht wurde, war zwar hier, hielt sich aber die meiste Zeit in der fast menschenleeren Lobby auf und trank nippend sein Bier. Dabei hätte sie ihn gerne hier an ihrer Seite gehabt. Emma musste lächeln, als sie ihn da am Eingang stehen sah; sein Bier in der Hand, den festen Entschluss gefasst, seinen jetzt eingenommenen Platz nicht mehr zu verlassen und sich erst dann wieder in Bewegung zu setzen, wenn es losging, und er von dort aus den größten aller Höhepunkte von Emmas Karriere verfolgen konnte. Sie hatte Marquart sogar von damals erzählt, wie es ihr ergangen war und wie ihre Mutter ihr den fürchterlichsten aller Sätze an den Kopf geschleudert hatte, den sie jemals aus ihrem Mund gehört hatte. „Warum hat sie das nur gesagt?“, hatte Marquart wissen wollen und sah dabei so betreten aus, als habe er gerade die Abfuhr von der Liebe seines Lebens bekommen. „Ich meine, sie sind eine begnadete Schriftstellerin.“ Emma zuckte nur mit den Schultern und wollte gar nicht mehr weiter darüber reden. Und sie hatte nicht mehr daran denken wollen, wie sie damals an ihrer Adler Compacta 600 gesessen hatte und wie verrückt auf die Tasten einhämmerte, um ihre Gedanken auf das in die Schreibmaschine eingespannte Papier fließen zu lassen. Eine alberne Abenteuergeschichte, wie sie heute wusste, die sie damals schrieb. Abgeguckt aus diversen Abenteuerfilmen der Achtziger und Neunziger. Für sie damals aber der Inbegriff neuer, der Welt zur Verfügung stehender Literatur. Und gerade in dem Moment, wo Beatrice Royal sich in die Arme von Benedikt von Heldenstein fallen ließ, weil er sie vor dem T-Rex gerettet hatte, war ihre Mutter ins Zimmer gekommen und hatte ihr unmissverständlich klargemacht: „Hör jetzt auf. Schlaf jetzt. Morgen ist wieder Schule.“ „Nur noch zwei Seiten“, hatte sie gebettelt und dabei gespürt wie...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.