E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Hardy Tanzen ist die beste Medizin
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2945-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-2945-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Salsa hilft gegen Herzschmerz: Als Joni mit einem Fremden heiß tanzt, ist ihre gescheiterte Verlobung fast vergessen. Ein Abend voller Lachen, eine Nacht voller Liebe und dann good-bye... Bis sie einen neuen Kollege im Krankenhaus bekommt: Dr. Hughes - Salsatänzer und Liebhaber!
Kate Hardy wuchs in einem viktorianischen Haus in Norfolk, England, auf und ist bis heute fest davon überzeugt, dass es darin gespukt hat. Vielleicht ist das der Grund, dass sie am liebsten Liebesromane schreibt, in denen es vor Leidenschaft, Dramatik und Gefahr knistert? Bereits vor ihrem ersten Schultag konnte Kate Hardy fließend lesen. Mit blühender Fantasie dachte sie sich Geschichten aus und schrieb sie auf einer Schreibmaschine nieder, die sie zu ihrem sechsten Geburtstag bekommen hatte. Ihren ersten Liebesroman, der niemals veröffentlicht wurde, schrieb sie mit dreizehn Jahren. Kate Hardy studierte englische Literatur des Mittelalters, heiratete und bekam zwei Kinder. Sie arbeitete freiberuflich als Journalistin im Gesundheitsbereich, doch ihre wahre Berufung fand sie erst, als sie ihr Interesse für Medizin mit Romantik verband und ihren ersten Arztroman schrieb, der auf Anhieb das Lesepublikum begeisterte. Seitdem hat sie weitere 33 Arztromane, einige erotische Liebesromane und mehrere Sachbücher zum Thema Gesundheit geschrieben.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
„Na dann, herzlich willkommen in London.“ Aaron hob sein Glas Bier und stieß mit sich selbst an.
Er saß allein am Tresen eines Salsa-Clubs. Sein Freund Tim hatte vorgeschlagen, Aarons erstes Wochenende in London zu feiern, aber damit natürlich kein gemütliches Gespräch bei einem Bier gemeint. Tim hatte schon als Teenager gerne und viel gefeiert und war ständig von einer ganzen Schar hübscher Mädchen umgeben gewesen. Und mit über dreißig verhielt er sich noch genauso wie damals. Gerade konnte Aaron ihn in dem überfüllten Club nicht einmal sehen.
Er beschloss, Tim zu suchen, sich zu verabschieden und dann in sein unpersönliches Apartment in der Nähe des Krankenhauses zu fahren. Also stellte er sein noch halb volles Glas ab und wandte sich um.
Und da entdeckte er sie.
Die Frau mit dem schönsten Haar, das er je gesehen hatte: Es war tiefschwarz und glatt, glänzte seidig und reichte ihr bis fast zur Taille. Sie trug ein kurzes rotes Kleid, das ihre langen, wohlgeformten Beine perfekt zur Geltung brachte. Und irgendwie brachte sie es fertig, in unglaublich hohen High Heels Salsa zu tanzen.
Aaron atmete tief durch. Er war nicht auf eine Beziehung aus, nicht einmal auf eine Affäre. Schließlich trat er gerade eine neue Stelle an, die seine gesamte Zeit in Anspruch nehmen würde. Und doch übte die Unbekannte eine besondere Anziehung auf ihn aus.
Nun drehte sie sich beim Tanzen so, dass er sie zum ersten Mal richtig sehen konnte. Sie hatte ein herzförmiges Gesicht, dunkle Augen und einen wunderschönen, sinnlichen Mund. Als ihre Freundin etwas sagte, legte sie den Kopf zurück, lachte herzhaft und zeigte dabei ihre strahlend weißen Zähne.
Mit einem Mal hatte Aaron Tim völlig vergessen – und alles andere auch. Eigentlich war er ein ruhiger, vernünftiger Typ mit Workaholic-Tendenzen, doch plötzlich ging er zielstrebig über die Tanzfläche auf die Frau in Rot zu, von der er sich absolut unwiderstehlich angezogen fühlte.
„Du bist wirklich die beste Freundin, die man sich nur wünschen kann.“ Joni umarmte Bailey. „Und du hattest so recht: Tanzen und Champagner – genau das brauche ich jetzt.“
Das war ohnehin ihr Plan für den Abend gewesen, nur hatte sie nicht Salsa, sondern einen langsamen, romantischen Walzer tanzen wollen, in einem langen weißen Brautkleid. Stattdessen gab es heiße Salsa-Rhythmen, und sie trug auf Rat von Bailey das kürzeste Kleid, das sie besaß.
„Selbstverständlich habe ich recht, ich bin schließlich Ärztin“, neckte Bailey sie. „Bewegung ist die beste Medizin überhaupt!“
Joni lachte. „Sagt die völlig unvoreingenommene Sportmedizinerin.“
„Es stimmt doch! Durch Bewegung senkt man das Risiko einer Krebs- oder Demenzerkrankung, bei Depressionen ist Sport genauso wirksam wie Medikamente, und bei Teenagern steigert Bewegung den Lernerfolg.“
„Dann wäre Salsa also ein Allheilmittel?“ Und auch geeignet für ein gebrochenes Herz? Zwar war es Joni selbst gewesen, die ein halbes Jahr zuvor die Hochzeit abgesagt hatte, doch das Herz tat ihr noch immer weh.
„Das vielleicht nicht, aber Endorphine sind einfach super – und Salsa macht Spaß.“ Bailey grinste. „Also los!“
Joni musste lachen. Sie war sehr froh, dass ihre beste Freundin sie so unermüdlich aufmunterte. Denn vor diesem Tag, dem geplanten Hochzeitsdatum, graute ihr seit Monaten.
Baileys Fachgebiet war Sportmedizin, Jonis Tropen- und Infektionskrankheiten. Sie arbeiteten zwar nicht zusammen, waren jedoch seit ihrem ersten Studientag beste Freundinnen. Sie hatten einander in schweren Zeiten zur Seite gestanden und die schönen Zeiten zusammen gefeiert.
„Dreh dich nicht um, aber an der Theke sitzt ein ziemlich heißer Typ und starrt dich an“, sagte Bailey jetzt.
„Wahrscheinlich fragte er sich, warum jemand so anmutiges wie du mit einer so unkoordinierten Person wie mir tanzt.“ Joni lächelte.
„Hm, nach seinem Blick zu urteilen, findet er dich einfach ziemlich scharf. Ist ja auch kein Wunder: Auf deine tollen Haare sind garantiert alle Frauen hier neidisch, ich eingeschlossen.“
Und Marty hatte gewollt, dass sie sich die Haare kurz schneiden ließ …
Jonis Ex war der Letzte in einer Reihe von Männern, die ihr das Gefühl gegeben hatten, nicht gut genug zu sein. Danach hatte sie sich geschworen, niemals ihre berufliche Karriere und ihr Selbstwertgefühl zu opfern, nur um jemandem zu gefallen. Von nun an kam für sie nur noch jemand infrage, dem sie auf Augenhöhe begegnete.
„Erde an Joni.“ Bailey fuchtelte mit beiden Händen vor ihrem Gesicht herum. „Wir waren uns doch einig, dass heute weder gegrübelt noch an Marty die Made gedacht wird. Außerdem glaube ich, dass Mr. Hot dich zum Tanzen auffordern möchte.“
Joni schüttelte den Kopf. „Selbst wenn er das tut …“
„Dann wirst du selbstverständlich Ja sagen“, fiel Bailey ihr ins Wort. „Ärztliche Anordnung. Mit einem tollen Typen zu tanzen, würde dir guttun.“
Aaron stellte sich nahe genug zu ihr, dass sie ihn trotz der lauten Musik hören würde, aber nicht so nahe, dass es ihr unangenehm sein könnte. „Möchten Sie tanzen?“, fragte er.
„Ich … Ähm …“
Sie errötete und sah dadurch noch hübscher aus. Offenbar war ihr nicht klar, wie wunderschön sie war. Dann sagte ihre Freundin lächelnd: „Das klingt doch nach einer guten Idee. Ich muss mich sowieso gerade ein bisschen ausruhen.“
Das war natürlich geschwindelt, aber sehr taktvoll.
„Bailey!“ Die atemberaubende Unbekannte klang leicht panisch, als ihre Freundin in Richtung Bar verschwand. Und auch Aaron war nervös. Eigentlich wusste er aus Erfahrung, dass es für ihn immer mit großem Schmerz endete, wenn er sich auf eine Frau einließ und Gefühle wagte, aber nun hatte er sie schon zum Tanzen aufgefordert.
„Ich heiße Aaron“, stellte er sich vor.
„Ich bin Joni“, erwiderte sie unsicher.
„Freut mich. Und ich möchte mich schon einmal im Voraus entschuldigen. Ich bin nämlich nicht gerade der begabteste Tänzer.“
„Ich auch nicht“, gestand Joni. „Aber ich werde versuchen, Ihnen nicht auf die Füße zu treten.“
„Ich ebenfalls.“ Aaron nahm zum Tanzen ihre Hand.
Nachdem sie sich durch das nächste Lied gewurschtelt hatten, verschwanden Befangenheit und Panik. Auch die lateinamerikanischen Rhythmen gefielen ihm plötzlich richtig gut – besonders, als die Musik langsamer wurde und Joni sich in seinen Armen mit ihm sanft hin und her bewegte, die Arme um seinen Nacken gelegt.
Lächelnd blickte er ihr in die großen dunklen Augen und stellte fest, dass sie kaum Make-up trug, nur einen Hauch Mascara und einen leichten roten Lippenstift, den er am liebsten weggeküsst hätte. Und da neigte er auch schon den Kopf und streifte mit dem Mund ihren.
Als sich ihre Lippen berührten, verspürte er ein Kribbeln. Dann erwiderte Joni seinen Kuss, und plötzlich gab es nur noch sie beide und die Musik.
Doch das nächste Lied war wieder schnell, sodass sie sich voneinander lösen mussten. Sie standen da und sahen sich an. Ob Joni sich ebenso benommen fühlte wie er?
Eigentlich sollte das alles gar nicht passieren. So etwas tat er doch sonst nie! Und trotzdem …
„Ich nehme mir jetzt ein Taxi“, sagte Jonis Freundin, die wieder dazugekommen war.
„Dann gehe ich wohl am besten auch“, sagte Joni.
Aber Aaron wollte sich noch nicht von ihr verabschieden. „Kannst du nicht noch bleiben?“, fragte er, ohne zu merken, dass er automatisch ins Duzen verfallen war. „Ich sorge auch dafür, dass du sicher nach Hause kommst.“
„Bleib noch ein bisschen“, sagte Bailey leise. „Und denk nicht zu viel drüber nach, sondern amüsier dich einfach. Und übrigens ist dein Lippenstift nicht total verschmiert, obwohl ihr gerade wie die Teenager geknutscht habt.“
Joni wurde rot. „Oh nein, ich benehme mich unmöglich.“
„So ein Quatsch“, widersprach ihre Freundin energisch. „Du amüsierst dich an einem Abend, der sehr schwer für dich hätte sein können. Außerdem wird dir auch das Knutschen mit Mr. Hot gut tun: noch mehr Endorphine.“
Joni musste lächeln und versprach, Bailey am nächsten Tag anzurufen. Dann tanzte sie weiter mit Aaron, bis ihr die Füße wehtaten.
„Wollen wir eine Pause machen und etwas trinken?“, schlug sie vor.
„Ja, gute Idee.“
Es gefiel ihr, wie er ihr auf dem Weg zur Bar die Hand auf den Rücken legte. Es wirkte beschützend, ohne dass sie sich dumm oder hilflos vorkam – im Gegensatz zu ihren Exfreunden. Aaron hatte perfekte Manieren und würde sicher niemals eine Frau herabsetzen, nur um sich besser zu fühlen. Allerdings hatte Joni sich in dieser Hinsicht schon mehrfach getäuscht.
„Die Runde geht auf mich“, sagte sie, als sie an der Bar waren. „Bailey und ich haben Champagner getrunken, möchtest du auch?“
„Hast du etwas zu feiern?“
Allerdings. Dass sie noch einmal davongekommen war. Doch gleichzeitig waren all ihre Zukunftspläne in Scherben gegangen.
Einen Moment lang wirkte Joni traurig, aber dann lächelte sie strahlend. „Es ist Samstagabend – das reicht doch als Grund zum Feiern, oder?“
Aaron glaubte zwar, dass etwas anderes dahintersteckte, wollte sie aber nicht drängen. Also nahm er einfach das Glas Champagner lächelnd entgegen.
Danach tanzten sie weiter, bis der Club fast leer war. Auch Tim war offenbar...




