E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Harlen Affäre gesucht - Daddy geworden
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-2884-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7337-2884-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nur eine Nacht, damit ihre Sehnsucht endlich gestillt ist - mehr wird Nathan Garrett nicht von ihr kriegen! Allison weiß, dass ihr Chef nicht als Daddy für ihren Sohn infrage kommt, denn der Playboy will keine feste Beziehung. Warum nur kann ihr Herz ihn nicht vergessen?
Brenda ist eine ehemalige Rechtsanwältin, die einst das Privileg hatte vor dem obersten Gerichtshof von Kanada vorzusprechen. Vor fünf Jahren gab sie ihre Anwaltskanzlei auf um sich um ihre Kinder zu kümmern und insgeheim ihren Traum von einem selbst geschriebenen Buch zu verwirklichen. Sie schrieb sich in einem Liebesroman Schreibkurs auf einem kommunalen Gemeinde College ein und vollendete ihr erstes Buch bevor der Kurs vorbei war. Drei Jahre, fünf Manuskripte und ein weiteres Baby später, entschied sich Brenda dazu beim Romance Writers of America's Golden Heart contest teilzunehmen, welcher damit endete, dass sie ihr Manuskript an einen der Finalrunden Preisrichter von Silhouette verkaufte. Sie liebt es Teil der großen Harlequin/Silhouette Familie zu sein. Trotz der unablässigen Störungen und Unterbrechungen durch ihren Ehemann und Helden im echten Leben, durch ihre zwei kleinen Helden und durch zwei neurotische Hunde, blickt sie in eine lange Zukunft des Liebesromanschreibens, 'glücklich bis an ihr Lebensende'.
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2. KAPITEL
Freitagabende waren immer lang und leer, wenn Dylan übers Wochenende bei seinem Vater war.
Es fiel Allison manchmal schwer, Jefferson und seiner neuen Frau ihr schönes großes Haus mit drei Schlafzimmern in Westdale nicht zu missgönnen. Schließlich hatte sie ihrem Sohn immer einen Garten gewünscht, in dem er frei herumlaufen und spielen konnte – auch wenn er diese Gelegenheit nur jedes zweite Wochenende hatte.
Sie selbst hatte immerhin eine Dreizimmerwohnung im vierten Stock eines gepflegten Gebäudes. Die Miete war zwar nicht billig, aber es blieb jeden Monat genug Geld übrig, um etwas für einen Jahresurlaub zurückzulegen. Letzten Sommer waren sie in Washington, D. C. gewesen. Dieses Jahr wollte sie mit Dylan zelten gehen. Sie wusste zwar nicht, ob er eine ganze Woche ohne Fernsehen oder Videospiele überstehen würde, aber es war immerhin einen Versuch wert.
Jetzt, im Januar, brauchte sie sich darüber jedoch noch keine Gedanken zu machen. Stattdessen sollte sie die Zeit allein genießen. Achtundvierzig Stunden, in denen sie tun und lassen konnte, was sie wollte. Sie konnte im Pyjama rumhängen, fernsehen und dabei Popcorn essen, statt zu kochen oder schmutzige Socken aufzusammeln.
Die traurige Realität war, dass sie abgesehen von ihrer Arbeit und ihrem Sohn kaum ein Privatleben hatte. Sie konnte natürlich in die Buchhandlung gehen und sich ein paar Stunden mit einem guten Buch ablenken, aber in letzter Zeit fand sie sogar ihre guten alten Liebesromane eher deprimierend als inspirierend.
Sie würde ja gern an Happy Ends glauben, aber bisher hatte ihr das Leben nicht viel Anlass dazu gegeben. Wenn sie ihrem Verlangen nach Nathan Garrett nachgab, würde sie bestimmt nur ihren Job verlieren, anstatt ihren Chef zu heiraten. Und sie hatte nicht die Absicht, ihre Stelle für eine heiße Affäre mit einem Mann aufs Spiel zu setzen, der sich am nächsten Tag wahrscheinlich noch nicht mal mehr an ihren Namen erinnern konnte.
Sie beschloss, ihre Freundin Chelsea anzurufen, um ihr einen Kinobesuch vorzuschlagen, doch Chelsea musste leider arbeiten. Sie überredete Allison jedoch, in die Bar Down – ihren Arbeitsplatz – zu kommen und einen Happen zu essen. In der Sportbar war am Wochenende zwar immer so viel los, dass sie wahrscheinlich nicht dazu kommen würden, sich auszutauschen, aber Allisons knurrender Magen und die Aussicht auf den leckeren Spinatdip gaben den Ausschlag.
Zu ihrer Überraschung waren bei ihrer Ankunft nur wenige Tische besetzt. Sogar am Tresen waren noch einige Hocker frei. „So leer habe ich es hier an einem Freitagabend ja noch nie gesehen.“
Chelsea stellte ein Glas Pinot noir vor ihre Freundin. „Nachher kommen vielleicht noch ein paar Leute, aber am ersten Wochenende nach Silvester ist hier meistens nichts los. Die Leute sind dann alle pleite. Du bist doch bestimmt auch nur hier, weil Dylan bei seinem Vater ist, oder?“
„Ja“, gab Allison zu. „Ich habe zu Hause zwar noch eine Menge zu erledigen, aber es war mir heute einfach zu still in der Wohnung.“
„Bist du meinetwegen hier, oder suchst du Anschluss?“
Allison verdrehte nur genervt die Augen.
Ihre Freundin seufzte. „Wann hattest du das letzte Mal ein Date? In der Nacht, als Dylan gezeugt wurde?“
„Hey, ich habe Dates!“
Chelsea hob nur die Augenbrauen.
„Im Ernst! Vor nicht allzu langer Zeit habe ich mich von dir zu einem Blind Date mit deinem Cousin Ivan überreden lassen, schon vergessen?“
„Evan“, korrigierte ihre Freundin sie. „Und das ist schon über drei Jahre her.“
„Ist es nicht.“
„Ist es doch. Er hat Wendy erst danach kennengelernt, und sie haben gerade ihren zweiten Hochzeitstag gefeiert.“
„Ach.“ Allison nahm ihr Glas und trank einen Schluck Wein. „So lange kam es mir gar nicht vor.“
„Du bist Mutter, aber du bist auch eine junge und attraktive Frau. Es gibt mehr im Leben als Dylan und deinen Job.“
„Ich habe keine Zeit für etwas anderes.“
„Dann musst du sie dir eben nehmen. Geh aus, triff neue Menschen.“
„Warum kann ich mich nicht mit den Menschen treffen, die ich schon kenne?“
Chelsea seufzte. „Wie lange ist es her, dass du Sex hattest? Nein, vergiss es“, korrigierte sie sich. „Wie lange ist es her, dass du jemanden auch nur geküsst hast?“
Sex war zugegebenermaßen nur noch eine verschwommene Erinnerung … während der Kuss unterm Mistelzweig sich detailgetreu in Allisons Gedächtnis eingebrannt hatte, sosehr sie auch versucht hatte, ihn zu vergessen …
„Oh mein Gott!“, riss Chelseas fassungslose Stimme sie aus ihren Erinnerungen.
Allison blinzelte verwirrt. „Was?“
„Du verheimlichst mir etwas!“
„Wovon redest du?“
„Seitdem ich das Wort ‚Kuss‘ erwähnt habe, siehst du total verklärt aus. Und bist ganz rot geworden.“
Allison errötete noch heftiger. „Es war nicht der Rede wert.“
„Das beurteile ich. Wann? Wo? Und vor allem – mit wem?“
Allison seufzte resigniert. Sie wusste, dass Chelsea nicht mehr lockerlassen würde, bis sie auspackte. „Vor Weihnachten, auf einer Party. Es war nur ein Kuss, und ich verrate dir nicht, mit wem.“
„Vor Weihnachten? Und das erfahre ich erst jetzt?“
„Es war nichts Besonderes“, antwortete Allison achselzuckend. Was glatt gelogen war, aber vielleicht würde Chelsea jetzt endlich Ruhe geben.
„War es wirklich nur ein Kuss?“
Sie nickte.
„Also, wenn du mehr als drei Wochen später bei der Erinnerung daran immer noch errötest, muss es ein verdammt guter gewesen sein.“
Allison seufzte. „Stimmt. So wurde ich nicht mehr geküsst, seitdem …“ Sie versuchte sich zu erinnern, ob je ein anderer Mann sie so berührt und sie so geküsst hatte, als wollte er nie wieder aufhören, aber ihr fiel niemand ein. „Okay, noch nie.“
„Ty?“, rief Chelsea dem Mann zu, der am anderen Ende des Tresens arbeitete. „Kannst du meine Gäste für einen Moment übernehmen?“
Er zwinkerte ihr zu. „Dein Wunsch ist mir Befehl.“
Chelsea verdrehte genervt die Augen und ging um den Tresen herum, um sich neben ihre Freundin zu setzen.
„Wie war Weihnachten?“, versuchte Allison, das Thema zu wechseln.
Chelsea schüttelte entschlossen den Kopf. „Oh nein! Wir reden jetzt über dich, nicht über mich.“
„Aber dein Leben ist viel interessanter als meins“, protestierte Allison.
„Nicht in diesem Fall.“
Allison ließ die Finger nervös über den Stiel ihres Weinglases gleiten. „Es war nur ein Kuss. Mehr wird nicht passieren.“
„Warum nicht?“
„Weil es auf der Weihnachtsfeier der Firma war.“
„War es jemand, mit dem du zusammenarbeitest?“
Allison nickte.
„Wie eng?“
„Ist das wichtig?“
„Natürlich ist das wichtig!“
„Zu eng.“
Chelsea seufzte. „Kannst du nicht zumindest eine Andeutung machen?“
Allison wünschte, sie könnte es. Ehrlich gesagt brannte sie förmlich darauf, ihrer Freundin alles anzuvertrauen, aber Chelsea war eine unverbesserliche Romantikerin, und das Letzte, das Allison jetzt gebrauchen konnte, war Ermutigung. Sie wusste nur zu gut, dass es ein Fehler wäre, sich auf Nathan Garrett einzulassen, der außerdem mit Melanie Hedley in Colorado gewesen war. Aber trotzdem konnte sie nicht aufhören, sich zu wünschen, dass er sie wieder küsste.
„Nein, denn dann wirst du nur versuchen, mich zu etwas Verrücktem zu überreden, und alles, was über einen Kuss hinausgeht, wäre verrückt.“
„Der Typ scheint bei dir wirklich einen großen Eindruck hinterlassen zu haben.“
„Sieht so aus, als bräuchte Ty deine Hilfe.“
„Der kommt schon klar.“ Chelsea sah an Allison vorbei Richtung Tür. Ein Grinsen breitete sich über ihr Gesicht. „Obwohl ich diesen Hocker vielleicht für einen neuen Gast freimachen sollte, der dich von deinem geheimnisvollen Küsser ablenken würde.“
Allison wandte den Kopf und keuchte beim Anblick Nathan Garretts entsetzt auf. Ruckartig drehte sie sich wieder zu Chelsea um. „Bist du verrückt geworden?“, zischte sie. „Er ist praktisch mein Chef!“
Keine Ahnung, ob es an ihren Worten lag oder an ihrem heftigen Erröten, aber irgendwie zählte Chelsea eins und eins zusammen.
„Er war das also“, sagte sie verblüfft. „Du hast Nathan Garrett geküsst.“
„Er hat mich geküsst“, korrigierte Allison sie. „Und das auch nur, weil ich unter einem Mistelzweig stand.“
„Wenn er auch nur halb so gut küsst wie sein Bruder Daniel, kann ich verstehen, warum du immer noch Herzklopfen hast.“
„Hab ich nicht!“
Chelsea lächelte nur wissend und stand auf, als der künftige Leiter des Finanz- und Rechnungswesens sich auf Allisons andere Seite setzte. „Was kann ich dir bringen, Nate?“
„Eine Pepsi.“
„Mit Eis?“
Er lächelte. „Ja, mit Eis.“
Während Chelsea hinterm Tresen eine Cola einschenkte, richtete er seine Aufmerksamkeit auf Allison. „Sie sind heute ja schon so früh gegangen.“
Sie schüttelte den Kopf. „Ich mache immer nur eine halbe Stunde Mittagspause, damit ich freitags um vier Uhr Feierabend machen kann.“
„Das wusste ich ja gar...




