E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Harlen Schenke mir noch eine Nacht
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-3795-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-3795-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die hübsche Polly ist sprachlos: Ihr sexy Exlover entpuppt sich als der Prinz von Tesoro del Mar! Und Erics glühende Umarmung zeigt ihr, dass er ihre stürmische Liebesnacht auch nie vergessen hat. Doch wie wird er reagieren, wenn er erfährt, dass er Vater wird?
Brenda ist eine ehemalige Rechtsanwältin, die einst das Privileg hatte vor dem obersten Gerichtshof von Kanada vorzusprechen. Vor fünf Jahren gab sie ihre Anwaltskanzlei auf um sich um ihre Kinder zu kümmern und insgeheim ihren Traum von einem selbst geschriebenen Buch zu verwirklichen. Sie schrieb sich in einem Liebesroman Schreibkurs auf einem kommunalen Gemeinde College ein und vollendete ihr erstes Buch bevor der Kurs vorbei war. Drei Jahre, fünf Manuskripte und ein weiteres Baby später, entschied sich Brenda dazu beim Romance Writers of America's Golden Heart contest teilzunehmen, welcher damit endete, dass sie ihr Manuskript an einen der Finalrunden Preisrichter von Silhouette verkaufte. Sie liebt es Teil der großen Harlequin/Silhouette Familie zu sein. Trotz der unablässigen Störungen und Unterbrechungen durch ihren Ehemann und Helden im echten Leben, durch ihre zwei kleinen Helden und durch zwei neurotische Hunde, blickt sie in eine lange Zukunft des Liebesromanschreibens, 'glücklich bis an ihr Lebensende'.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Neun Jahre später
Prinz Eric Santiago belog seinen besten Freund, als er ihm sagte, dass er kurz davor war, seinen Flug zu verpassen. In Wahrheit sollte ihn sein Pilot erst am folgenden Morgen nach Tesoro del Mar zurückbringen. Aber nach fast zwei Wochen mit Scott Delsey und seiner Verlobten brauchte Eric eine Pause. Er konnte es nicht mehr ertragen, ständig mit dem frisch verliebten Paar zusammen zu sein. Das erinnerte ihn bloß daran, was ihm in seinem eigenen Leben fehlte.
Als er Scotts Einladung angenommen hatte, ihn auf seiner Ranch in Texas zu besuchen, war er davon ausgegangen, dass sein Freund ihm einen Job in seiner Telefongesellschaft anbieten wollte. Scott hatte in der Vergangenheit mehrmals erwähnt, dass er jemanden mit Erics Ausbildung und Erfahrung in der Firma brauchen könnte. Damals wussten sie aber beide, dass Eric niemals die Navy verlassen würde.
Nun hatte sich die Situation geändert. Eric war mittlerweile bereit, sich Scotts Offerte anzuhören. Allerdings stellte sich heraus, dass sein Freund ihn nicht als Mitarbeiter, sondern als Trauzeugen für seine anstehende Hochzeit gewinnen wollte.
Alle Menschen um Eric herum schienen zu heiraten oder Babys zu bekommen. Sein ältester Bruder Rowan hatte den Anfang gemacht. Er war aufgrund eines tragischen Unfalls und der Traditionen des Landes dazu gezwungen worden. Letztendlich hatte sich allerdings alles zum Guten gewendet, da er sich unsterblich in seine Frau verliebt hatte. Nach sechs Jahren Ehe waren Rowan und Lara noch verliebt wie am Tag ihrer Hochzeit. Sicher lag das auch an ihren zwei kleinen Jungen, die sie ständig auf Trab hielten.
Drei Jahre nach Rowans Hochzeit hatte auch ihr jüngster Bruder Marcus geheiratet. Vor Kurzem waren er und Jewel stolze Eltern eines Mädchens geworden, das die Augen der Mutter und den Charme des Vaters besaß.
Seine beiden Brüder waren glücklich, und Eric freute sich aus ganzem Herzen für sie. Seine einzige Leidenschaft war bisher die Navy gewesen. Doch gerade das war ihm zum Verhängnis geworden, da er nach einem Unfall nie wieder derselbe sein würde.
Während er mit seinem Mietwagen in Richtung San Antonio fuhr, gestand er sich endlich die Wahrheit ein. Er war nicht bloß allein, sondern auch einsam.
Seine Brüder und seinen Freund Scott beneidete er um ihr Glück. Aber gleichzeitig fragte er sich auch, warum er dieses Glück bisher noch nicht erfahren hatte. Natürlich hatte es etwas damit zu tun, dass er während der letzten zwölf Jahre die meiste Zeit auf hoher See verbracht hatte.
Außerdem konnte er sich nie sicher sein, ob die Frauen nur aufgrund seines Titels oder seiner Uniform mit ihm zusammen waren. Deshalb hatte er mit sechsunddreißig Jahren immer noch keine dauerhafte Beziehung gehabt. Und er wusste genau, dass er niemals glücklich würde, wenn sich das nicht änderte.
Ein plötzliches Hungergefühl lenkte Erics Gedanken von seiner misslichen Lage ab und ließ ihn nach der nächstbesten Rastmöglichkeit Ausschau halten. Schon bald tauchte ein Schild auf, das Shea’s Bar & Grill ankündigte. Er lenkte den Wagen auf den Parkplatz des Restaurants und sah sich um.
Obwohl sich das Gebäude mitten im Nirgendwo befand, standen einige Autos auf dem Parkplatz. Er war sich nicht sicher, ob man hier tatsächlich gut essen konnte. Aber nun rächte es sich, dass er Scotts Haus noch vor dem Abendessen verlassen hatte. Ihm blieb keine andere Wahl, als aus dem Auto zu steigen und in das Restaurant zu gehen.
Er humpelte langsam in Richtung Eingang. Seit dem Unfall hatte sich die Verspannung in seinen Muskeln immer weiter gelöst. Und obwohl der Therapeut Eric ständig darauf hinwies, dass er wohl niemals wieder so laufen würde wie vor dem Unfall, war er froh, überhaupt noch am Leben zu sein. Die körperlichen Schmerzen würden verschwinden, aber die Erinnerungen blieben.
Eric betrat das Restaurant und ging direkt auf den Tresen zu. Als er sich auf einen freien Hocker setzte und die Bedienung sah, vergaß er die Schmerzen in seiner Hüfte und auch alles andere um sich herum.
Sie war wunderschön. Ihr Haar war schwarz und schulterlang. Sie trug eine Bluse mit Rundhalsausschnitt, die ihr Dekolleté hervorhob, und hautenge Jeans, die ihre schlanken Hüften und langen Beine betonten.
Eric sah ihr in die Augen und spürte ein plötzliches Verlangen. Und auch ihr schien es nicht anders zu gehen, was er an dem Funkeln in ihren Augen erkennen konnte.
Doch dann strich sie sich eine Strähne hinters Ohr und lächelte. „Hey, mein Bester. Was darf es für Sie sein?“
Eric kamen viele Ideen, was sie für ihn tun könnte. Aber er riss sich zusammen und erinnerte sich daran, weshalb er eigentlich hier war. „Ein Bier und die Speisekarte, bitte.“
Sie griff nach einem Bierkrug und füllte ihn. „Sie sind nicht von hier, was?“
„Wie kommen Sie darauf?“
Die Bedienung stellte den Krug vor ihm ab und lächelte erneut. „Sie hören sich nicht an, als ob Sie aus der Gegend wären. Außerdem hätte ich Sie sonst hier bestimmt schon einmal gesehen.“
Eric war sich nicht sicher, ob sie mit ihm flirtete. Aber er schien sie neugierig gemacht zu haben. „Vielleicht erinnern Sie sich einfach nur nicht an mich.“
Sie beugte sich über den Tresen und gewährte ihm tiefe Einblicke in ihr Dekolleté. „Dann haben Sie wahrscheinlich keinen besonderen Eindruck auf mich gemacht.“
Er lächelte und trank einen Schluck Bier, während sie sich einem anderen Gast zuwandte.
Es gefiel ihm, mit der hübschen Bedienung zu flirten. Er merkte, wie sehr er den Kontakt mit dem weiblichen Geschlecht vermisst hatte. Deshalb beschloss er, das Gespräch mit der attraktiven Fremden fortzusetzen.
Er bestellte ein Sandwich mit Pommes frites und trank dazu ein weiteres Bier. Währenddessen beobachtete er, wie die Frau, die sich als Polly Shea vorgestellt hatte, weitere Gäste am Tresen bediente. Sie ließ es sich nicht nehmen, mit jedem einzelnen Gast ein paar Worte zu wechseln, als ob es sich um alte Freunde handelte.
„Wie lange arbeiten Sie schon hier?“, fragte Eric sie.
Polly schenkte ihm ein Glas Wasser ein und drückte ein Stück Limone darin aus. „Seit einer Ewigkeit.“
„War das schon immer Ihr Traum gewesen?“
„Es ist ehrliche Arbeit.“
„Das wollte ich auch nicht bezweifeln. Sie scheinen nur viel mehr auf dem Kasten zu haben.“
„Ich kann die tollsten Drinks zaubern.“ Sie verstand ihn absichtlich falsch. „Leider gibt es hier keine große Nachfrage danach.“
„Sie geben nicht gern viel über sich preis, was?“
„Barkeeper reden nicht; sie hören zu.“
„Ich dachte immer, das wäre nur ein Vorurteil.“
„Das habe ich früher auch geglaubt. Dann habe ich aber herausgefunden, dass ein geduldiger Zuhörer und ein Glas Whiskey besser als jede Couch bei einem Psychiater sind.“
„Ich bin mir sicher, dass kein Psychiater so eine sanfte Stimme und so ein warmes Lächeln hat wie Sie.“
„Sind Sie deswegen hier? Weil Sie mir Ihr Herz ausschütten möchten?“
„Ich habe keine Probleme.“
Sie zog die Brauen hoch.
„Wenigstens nicht mehr als jeder andere auch“, gab er zu.
Sie lächelte und löste damit ein warmes Kribbeln in seinem Bauch aus.
Die attraktive Bedienung faszinierte Eric immer mehr. Er griff nach seinem Becher und bemerkte, dass er leer war. Nach seinem zweiten Bier war er zu Kaffee übergegangen und wunderte sich nun, wie lange er schon in diesem Restaurant war.
„Es ist fast elf Uhr.“ Polly schien seine Verwunderung zu teilen. „Haben Sie kein Zuhause?“
„Nicht mehr.“
„Hat sie Sie rausgeschmissen?“
„Wer?“
„Die Frau, die für den verlorenen Ausdruck in Ihren Augen verantwortlich ist.“
„Niemand hat mich rausgeschmissen.“ Er lächelte sie an. „Bis jetzt nicht jedenfalls.“
Sie lachte. „Ihnen bleibt noch genau eine Stunde. Dann könnte sich das ändern.“
Eine Stunde später war Eric immer noch da.
Und Polly genoss weiterhin jeden Moment, den er in ihrer Nähe war. Seit er das Restaurant betreten hatte, konnte sie nur noch an ihn denken. Auch als sie mit dem Putzen anfing, ging er ihr nicht aus dem Kopf.
Natürlich fühlte sie sich geschmeichelt. Der Mann sah unverschämt gut aus. Er hatte dunkles Haar und strahlende Augen. Seine Lippen lösten die wildesten Fantasien bei ihr aus, und seine Schultern waren beeindruckend breit.
Aber er gehörte nicht hierher. Das hatte sie schon gewusst, als er den Mund aufmachte. Er klang zu sehr nach Eliteuniversität und gutem Elternhaus.
Sie fragte sich, was er in Texas und vor allem in ihrem Restaurant suchte.
Jedenfalls raste ihr Puls jedes Mal, wenn er mit ihr sprach. Und wenn er lächelte, dann hämmerte ihr Herz wie wild. Obwohl ihre Erfahrungen mit Männern an einer Hand abzuzählen waren, wusste sie ganz genau, was in ihr vorging: Es war Lust, pure Lust. Ein Mann wie Eric war wohl daran gewöhnt, dass die Frauen ihm zu Füßen lagen.
Trotzdem wunderte sie sich über ihre eigene Reaktion.
Sie war nicht die Art von Frau, die sich nach Sex mit einem Unbekannten sehnte. Obwohl sie sich das während ihrer langweiligen Beziehung mit Trevor schon manchmal gewünscht hatte.
Sie schenkte sich ein Glas Wein ein – das war ihr Feierabendritual – und setzte sich neben Eric. „Warten Sie wirklich darauf, dass ich Sie rausschmeiße?“
„Ich...




