E-Book, Deutsch, 376 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Harlow Only Us - Unerreichbar
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-0772-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Small Town Friends to Lovers Romance
E-Book, Deutsch, 376 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7517-0772-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Er war immer mein Fels in der Brandung - doch jetzt schlagen die Welle über uns zusammen.
Als ich 16 war, rettete Noah McCormick mir das Leben. Seitdem ist er nicht nur mein bester Freund, sondern auch die einzige Person, der ich blind vertraue. Nie hätte ich gedacht, dass ich jemals mehr von ihm wollen würde - bis jetzt.
Es ist das erste Mal seit Jahren, dass wir uns wiedersehen, und definitiv das erste Mal, dass ich ihn überrasche, als er gerade aus der Dusche kommt. Mit einem Mal sind alle meine Vorsätze über Bord geworfen und wir können gar nicht mehr die Finger voneinander lassen. Die Grenzen sind klar gesetzt: Er will keine Beziehung, und ich reise in einer Woche wieder nach Hause - 700 Meilen weit entfernt.
Es ist eine lockere Affäre. Und mehr will ich auch gar nicht ... oder?
Eine prickelnde Friends-to-Lovers-Romance. Der dritte Band der Cloverleigh-Farms-Romance-Reihe von Melanie Harlow.
Stimmen unserer Leserinnen und Leser:
»Die Autorin nimmt uns mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle( und lässt uns lange um einen guten Ausgang bangen).« (1Leseratte aus Erfurt Amazon 16.05.2022)
»Wunderschöner Roman, der mich sehr berührt hat.« (yh110by Lesejury 22.05.2022)
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Melanie Harlow bevorzugt ihre Martinis trocken, ihre Schuhe hoch und liebt abenteuerliche, romantische Geschichten mit allen schmutzigen kleinen Details. Ihre Bücher handeln von modernen Paaren, Menschen wie du und ich, die mit ganz alltäglichen Problemen kämpfen und oft Rückschläge hinnehmen müssen, bis sie letztendlich doch die wahre Liebe finden. Melanie lebt mit ihrem Mann, zwei Töchtern bei Detroit.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1
Noah
Sie hieß Dottie, war knapp über neunzig und bei uns auf der Polizeiwache als Stammgast bekannt.
Ich hielt am Freitagabend um kurz vor sieben vor ihrem Haus. Bisher war während meiner Schicht nicht viel los gewesen – größtenteils routinemäßige Verkehrskontrollen und einige Einsätze, aber keine Notfälle. Das war in einer Kleinstadt wie Hadley Harbor die Norm.
Auch Dottie war definitiv kein Notfall.
Diesmal hatte sie den Notruf gewählt, weil sie ganz sicher war, dass jemand nachmittags, als sie eingekauft hatte, in ihr Haus eingebrochen sei. Zwar hatte der Eindringling nichts gestohlen, aber die Möbel in ihrem Wohnzimmer neu arrangiert. Ich hatte mir nicht die Mühe gemacht, das Blaulicht auf meinem Wagen einzuschalten.
»Ich bin gleich wieder da, Renzo.« Mein treuer belgischer Schäferhund blieb auf der Rückbank des Explorers – seine Mimik verriet mir, dass er darüber nicht glücklich war –, und ich stieg aus und ging zum Haus. Wie immer beobachtete Renzo mich wachsam durchs Autofenster, aber bei diesem Einsatz drohte keinerlei Gefahr.
Trotzdem war es gut zu wissen, dass er aufpasste, egal, was geschah.
Ich klopfte an die Haustür des ortstypischen, zweistöckigen Backsteinhauses, und keine zehn Sekunden später stand Dottie Jensen vor mir und strahlte mich so breit an, dass ich ihr komplettes Gebiss betrachten konnte. Sie hatte wahrscheinlich bereits aus dem Fenster gespäht. »Ah, hallo, Deputy McCormick. Ich hatte gehofft, dass Sie es sein würden.«
»Hallo, Mrs Jensen. Ich bin's.«
Sie schaute an mir vorbei zur Straße, wo mein Hundestaffel-Einsatzfahrzeug parkte. »Haben Sie Ihr Hündchen nicht mitgebracht?«
Jedes Mal dieselbe Frage. Ich atmete tief durch, um nicht die Geduld zu verlieren, und beantwortete sie. Wieder einmal. »Doch, er ist immer bei mir. Aber er ist im Auto.«
»Ist es im Wagen nicht zu warm für ihn?«
»Es ist ein kühler Abend, und das Einsatzfahrzeug ist klimatisiert.«
»Würde er nicht lieber mit hereinkommen?«
»Am besten komme ich erst mal rein und sehe mich um, und sobald Sie mir erzählt haben, was passiert ist, und ich alle Informationen beisammen habe, lasse ich ihn heraus, damit Sie ihn begrüßen können.«
»Das klingt wunderbar«, sagte sie eifrig. »Bitte, kommen Sie doch herein.«
»Danke.«
Sie zog die Tür weiter auf und machte mir Platz, damit ich in die Diele treten konnte. Das Haus war still und roch nach einer Mischung aus Möbelpolitur und dem, was immer sie sich zum Abendessen zubereitet hatte.
»Kann ich Ihnen etwas anbieten?«, fragte sie. »Ein Glas Limonade? Kekse? Oder möchten Sie etwas Richtiges essen? Ich habe heute Nachmittag beim Metzger wunderbare Schweinekoteletts gekauft und sie mir zum Abendessen gebraten. Mögen Sie Ihr Kotelett mit Apfelmus?«
»Nein, danke, Ma'am.« Obwohl der Hunger an mir nagte, musste ich mich an das übliche Prozedere halten. Die einsame alte Mrs Jensen würde mich stundenlang hier festhalten, wenn ich es zuließ. Sie tat mir leid – ihr Mann war nach über sechzig Jahren Ehe vor wenigen Monaten gestorben –, und ich schenkte ihr immer ein bisschen Zeit, wenn ich es einrichten konnte, aber mein Dienst endete in ungefähr zwanzig Minuten, und ich wollte rechtzeitig zu Hause sein, um mir das dritte Spiel der World Series anzusehen.
Aus dem Flur warf ich einen Blick in das Wohnzimmer rechts von mir, dann ins Esszimmer auf der linken Seite. Alle Räume sahen haargenau so aus wie bei meinem letzten Besuch. »Wenn ich es recht verstanden habe, glauben Sie, dass jemand eingebrochen ist?«
»Oh ja. Da bin ich mir ganz sicher.« Mrs Jensen rang mit knotigen Fingern die Hände und riss die Augen auf. Ihre Stirn lag in Falten.
»Können Sie mir erzählen, was passiert ist?«
Sie nickte und strahlte, als hätte ich sie gerade zur Königin von England gekrönt. »Ja. Es ist so, ich war zum Einkaufen in der Stadt – ich habe einen Braten geholt, weil mein Sohn George zu Besuch kommt, und Sue, seine Frau, hat nie gelernt, wie man einen Schmorbraten so zubereitet, wie ich es ihr gezeigt habe, aber Sue ist eben eine dieser Karrierefrauen, Sie wissen schon, und ich glaube nicht, dass es ihr sehr wichtig ist, was sie abends auf den Tisch stellt.« Sie senkte die Stimme und fuhr hinter vorgehaltener Hand verschwörerisch fort. »Sue ist auch keine großartige Hausfrau, um die Wahrheit zu sagen, aber wir können nicht viel tun hinsichtlich der Partner, die unsere Kinder sich aussuchen. Haben Sie Kinder, mein Lieber?«
»Nein, Ma'am.« Ich wappnete mich gegen die unausweichlichen Nachfragen.
»Warum denn nicht? Will Ihre Frau keine Kinder haben?«
»Ich habe auch keine Ehefrau, Mrs Jensen.« Was ich ihr schon mindestens fünfzig Mal erzählt hatte, und jedes Mal reagierte sie auf die gleiche Weise.
»Keine Ehefrau?« Sie prallte zurück. »Aber Sie müssen doch bereits an die dreißig sein, Deputy McCormick.«
»Dreiunddreißig, Ma'am.«
»Dreiunddreißig! Als Mr Jensen dreiunddreißig war, waren wir bereits zwölf Jahre verheiratet. Und hatten vier Kinder. Insgesamt hatten wir sechs, wissen Sie.«
»Ich weiß.« Ich dachte an das kalte Bier, das in meinem Kühlschrank wartete, und kämpfte gegen den Drang an, auf meine Armbanduhr zu schauen.
»Und wir waren siebenundsechzig Jahre lang verheiratet, bis er gestorben ist. Er ist im vergangenen Frühling gestorben. Am neunten April.«
Auch das wusste ich, denn danach hatten ihre Anrufe in der Dienststelle angefangen, wegen ihrer »Notfälle«.
Manchmal hörte sie Geräusche und dachte, es wäre jemand im Haus. Manchmal fehlte irgendein Gegenstand, der wieder auftauchte, sobald ein Beamter erschien und ihr bei der Suche half. Zweimal hatte sie behauptet, sie sei gestürzt und brauche Hilfe, um wieder aufzustehen, aber in beiden Fällen hatte sie sich von allein wieder aufgerappelt und die Tür geöffnet, als die Beamten klopften. Jedes Mal tat sie alles in ihrer Macht Stehende, um die Helfer so lange wie möglich in ihrem Haus festzuhalten, und meist bedeutete das, ihnen Essen anzubieten, ihnen ihre Lebensgeschichte zu erzählen, ihre Nase in die persönlichen Angelegenheiten der diensthabenden Beamten zu stecken und ungefragt Ratschläge zu erteilen.
Sie war eine über neunzigjährige Nervensäge, und ich hatte bereits eine Mutter, die mir wegen meines ewigen Junggesellentums die Hölle heiß machte – nicht zu knapp –, aber es machte mir nichts aus, herzukommen und nach dem Rechten zu schauen, selbst wenn es vor allem darum ging, ihre Einsamkeit ein wenig zu lindern. Es gehörte zum Job. Es war das, was auch mein Dad getan hätte, und er war der beliebteste Sheriff gewesen, den dieses County je gehabt hatte. Er hatte verstanden, dass noch mehr hinter dem »Dienen und Beschützen« steckte, das Teil unseres Berufseids war, als Verhaftungen vorzunehmen oder Verbrechen zu verhindern.
»Ja, Ma'am. Ich hatte das Glück, Mr Jensen mehrmals zu begegnen. Wir auf der Polizeiwache mochten ihn alle sehr.«
Sie lächelte glücklich. »Er war ein Schatz. Und so gut aussehend. Die Mädchen haben immer alle versucht, seine Blicke auf sich zu ziehen. Also ... gibt es denn niemanden, der Ihre Blicke auf sich zieht?«
»Im Moment nicht, Ma'am.«
»Aber wollen Sie denn keine Familie gründen?«
»Ich habe Familie. Ich glaube, Sie kennen meine Mom, Carol McCormick. Sie ist Krankenschwester in der Hausarztpraxis hier in Hadley Harbor.«
»Ach, natürlich.« Mrs Jensen nickte. »Carol ist einfach entzückend. Ich kannte auch Ihren Vater. Wir haben Sheriff McCormick sehr geliebt. Es hat Mr Jensen und mir sehr leid getan, als er gestorben ist.«
»Danke. Ich habe außerdem einen Zwillingsbruder, eine Schwester und einen Schwager sowie zwei Neffen und eine Nichte. Und Renzo. Jede Menge Familie ringsum.« Ich lächelte sie an und versuchte, die Angelegenheit zu beschleunigen. »Also, als Sie aus der Stadt nach Hause gekommen sind, stand Ihre Haustür da offen? Oder war sie nicht abgeschlossen?«
Sie sah kurz verwirrt aus. »Warum sollte ich die Tür nicht abgeschlossen haben?« Dann fiel es ihr wieder ein, und sie schnippte mit den Fingern. »Oh! Ach ja. Die Haustür war einen Spalt breit geöffnet, aber ich weiß, dass ich sie zugezogen und abgeschlossen habe, bevor ich gegangen bin. Ich bin ganz allein hier, und obwohl es eine kleine Stadt ist, kann man nie vorsichtig genug sein.«
Ich nickte. »Aber es war niemand im Haus, als Sie hineingegangen sind?«
»Nein, niemand. Der Schuft muss gegangen sein, nachdem er die Möbel umgestellt hatte.«
»Aber es fehlt nichts?«
»Soweit ich es erkennen kann, nicht«, sagte sie beinahe bedauernd und rang die Hände, während sie sich zu dem fraglichen Raum umschaute, als wäre sie irgendwie enttäuscht darüber,...




