E-Book, Deutsch, Band 311, 384 Seiten
Reihe: Romana Exklusiv
Hart / Blake / Scott Romana Exklusiv Band 311
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-4494-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 311, 384 Seiten
Reihe: Romana Exklusiv
ISBN: 978-3-7337-4494-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ally Blake
Küsse am Great Barrier Riff
Am atemberaubend schönen Great Barrier Riff in Australien trifft Karrierefrau Siena auf James Dillon. Seine warmherzige Ausstrahlung nimmt sie sofort gefangen. Am weißen Strand erwidert sie seine zärtlichen Küsse - und muss sich bald entscheiden: für die Karriere oder für James?
Elisabeth Scott
Liebesstern über Südafrika
Joanna will in Südafrika ganz neu anfangen. Dort trifft sie auf ehemaligen Kollegen, den umschwärmten Arzt Jake O'Connor, und fühlt sich sofort zu ihm hingezogen. Doch kaum beginnt sie, ihm zu vertrauen, tauchen Gerüchte auf: Er soll ein Verhältnis mit der Frau seines Cousins haben ...
Jessica Hart
Im Sturmwind der Highlands
Mallory muss ihrem neuen Ehemann Torr McIver auf seine Burg nach Schottland folgen. Wider Erwarten lernt sie den ernsten Unternehmer dort von einer ganz anderen Seite kennen: humorvoll, männlich, faszinierend! Verliebe ich mich etwa gerade in meinen eigenen Mann, fragt sich Mallory erstaunt.
Bisher hat die britische Autorin Jessica Hart insgesamt 60 Romances veröffentlicht. Mit ihren romantischen Romanen gewann sie bereits den US-amerikanischen RITA Award sowie in Großbritannien den RoNa Award. Ihren Abschluss in Französisch machte sie an der University of Edinburgh in Schottland. Seitdem reiste sie durch zahlreiche Länder, da sie sich beruflich nicht festlegen wollte. Mit vielen Jobs hielt sie sich in diesen Ländern unter anderem in Südafrika, Tanganyika, Australien, Oman, Pakistan, Algerien, Belize sowie den USA über Wasser. Jessica Hart war als Auslandskorrespondentin tätig, sie begleitete eine Expedition in Westafrika oder unterrichtete Englisch. Nebenbei hat sie als Kellnerin, Zimmermädchen, Tellerwäscherin, Sekretärin oder als Assistentin in einem Restaurantführer-Verlag gearbeitet. In ihren Büchern finden die Leser manche dieser Berufe wieder. Sie selbst sagt, dass in ihrer Brust zwei Seelen schlummern, einerseits träumt sie von einem gefährlichen Leben in fremden Ländern, sie reist gern. Andererseits fühlt sie sich mit ihrer Heimat England sowie mit ihrer Familie verbunden, sie liebt viele Dinge, die es nur in ihrem Heimatland gibt.
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1. KAPITEL
Siena Capuletti war auf dem Weg nach Hause.
Während sich manch andere Person an ihrer Stelle darauf gefreut hätte, zu ihren Wurzeln zurückzukehren und vertraute Gesichter zu sehen, brach Siena bei dieser Vorstellung der kalte Schweiß aus.
Nun, das klamme Gefühl hätte auch von der Tatsache herrühren können, dass sie gerade von dem ungezogenen Kind, das neben ihr im Flugzeug saß, mit einer Dose Cola begossen worden war.
Jedenfalls war ihr klamm zumute. Unbehaglich. Heiß und kalt zugleich. Und diese Empfindung beruhte eindeutig auf dem Gedanken an die Heimkehr.
Die klebrige braune Flüssigkeit breitete sich allmählich immer weiter auf ihrem cremefarbenen Tweedkostüm von Dolce & Gabbana aus – dem einzigen eleganten Outfit, das sie für den Kurztrip in ihre provinzielle Heimatstadt mitgenommen hatte.
„Na, prima“, murrte Siena vor sich hin. Während sie sich den klebrigen Stoff von der Haut zupfte, blickte sie den Gang auf und ab. Wo mochte die Stewardess stecken, nach der sie schon vor einer Weile geklingelt hatte?
Wahrscheinlich war es ihr einfach nicht bestimmt, untätig und sitzend nach Cairns zu fliegen. Vielleicht hätte sie wie üblich als Chefstewardess in ihrer Uniform, die aus einem eng anliegenden himmelblauen Kostüm mit Käppchen und cremefarbenen Highheels bestand, die Passagiere bedienen sollen.
Doch Maximillian Sned, der exzentrische siebzigjährige Gründer und Besitzer der internationalen Fluggesellschaft MaxAir, die im Moment als eine der aufstrebenden Airlines galt, hatte sie zu einer Unterredung in sein palastartiges Haus nördlich von Cairns zitiert, um mit ihr über einen „fabelhaften Karrieresprung“ zu reden. Ihr war kaum eine andere Wahl geblieben, als der Aufforderung nachzukommen, auch wenn sein Angebot Gerüchten zufolge an einen permanenten Standortwechsel nach Cairns gebunden war.
Ein harter Tritt gegen das linke Schienbein brachte Siena zurück in die höchst unangenehme Gegenwart. Sie bemühte sich, den Cola vergießenden kickboxenden Knirps zu ihrer Linken zu ignorieren, und rief sich die Anweisungen aus dem Meditationskurs in Erinnerung, an dem sie einmal teilgenommen hatte: Augen schließen, tief durchatmen und an eine angenehme Umgebung denken. Eine Strandhütte auf Hawaii? Ein Skiressort in der Schweiz? Das Schuhgeschäft in der Madison Avenue, das sie nie betreten konnte, ohne einen Wochenlohn dort zu lassen?
Doch leider gelang es ihr nicht, sich auf irgendeinen anderen Ort zu konzentrieren, denn neben ihr im Gang verkündete eine weibliche Stimme: „Es tut mir ja so leid, dass es so lange gedauert hat!“
Siena öffnete die Augen und erblickte eine perfekt gestylte Stewardess mit der Aufschrift „Jessica“ auf dem Namensschild.
„In der hintersten Reihe sitzt ein fantastischer Typ, der mit Getränkedosen jonglieren kann“, erklärte Jessica atemlos. „Er hat es mir gezeigt, und ich habe es fast geschafft.“ Mit einem charmanten Lächeln reichte sie Siena eine himmelblaue Packung mit feuchten Tüchern und dem frechen Knirps eine neue Dose Cola.
Sienas Hoffnung, sich mental an einen angenehmen Ort versetzen zu können, schwand endgültig dahin.
Nach sieben Jahren als Flugbegleiterin vermochte sie die Passagiere auf den ersten Blick einzuschätzen. Sie wusste auf Anhieb, wer heimlich auf der Toilette zu rauchen versuchte, wer an Flugangst litt und gleich nach dem Start einen Drink brauchte und wer alle vorbeigehenden Frauen in den Po zu kneifen versuchte und daher schleunigst auf einen Fensterplatz verbannt werden musste.
Wie hatte Jessica diesem aufgekratzten Bengel eine neue Cola geben können! Buntstifte und ein Glas heiße Milch wären da angebracht gewesen. Sie war zwar durchaus nett und hübsch anzusehen, aber trotzdem ein hoffnungsloser Fall als Stewardess.
Siena fragte sich flüchtig, ob sie Maximillian davon unterrichten sollte. Lieber nicht, entschied sie. Denn sie pflegte sich nicht einzumischen. Das hatte sie sich wegen ihres zwölf Jahre älteren Bruders abgewöhnt, der sie ihr Leben lang mit ungebetenen Ratschlägen genervt hatte.
„Guck mal, Freddy“, gurrte Jessica, „diesmal haben wir für dich einen coolen Knickstrohhalm. Damit kannst du deine Cola trinken, ohne dass auch nur ein Tropfen daneben geht.“ Sie wand sich erneut an Siena. „Das kleine Missgeschick tut mir sehr leid.“
Missgeschick? Das war alles andere!
„Sie kommen mir irgendwie bekannt vor. Sind wir uns schon mal begegnet?“
Siena war an ihren Bekanntheitswert gewöhnt. Seit einem Jahr lächelte ihr ebenmäßiges Gesicht mit dem klaren Teint von Plakatwänden im ganzen Land und warb für den vorzüglichen Service auf den Flügen von MaxAir. Das Shooting hatte lediglich eine Stunde in einem Fotostudio in der Nähe ihres Apartments in Melbourne erfordert, doch nun musste sie befürchten, dass er ihr ganzes Leben verändern würde.
Beabsichtigte Max tatsächlich, sie auf Vollzeitbasis zur Werbe-Ikone von MaxAir zu machen und dafür ihren permanenten Umzug nach Cairns zu fordern? Würde sie allem Vertrauten, ihrer Umgebung, ihren Freunden den Rücken kehren müssen?
„Vielleicht auf einer Betriebsfeier“, antwortete Siena auf Jessicas Frage. „Ich arbeite auch bei MaxAir. Auf den internationalen Strecken.“
„Oh! Ja, das muss es sein. Sind Sie auf Jahresurlaub, oder ist es nur ein Wochenendtrip?“
Wenn ich die Besprechung mit Maximillian erwähne, dachte Siena, spricht es sich noch vor der Landung im gesamten Betrieb herum. „Mein Bruder lebt mit seiner Familie in Cairns. Sie haben gerade ein Baby bekommen.“
„Wie schön“, bemerkte die Stewardess, doch sie war gar nicht mehr richtig bei der Sache. Vielmehr galt ihre Aufmerksamkeit wieder dem Jongleur in der letzten Reihe. Sie entschuldigte sich hastig und wankte mit hüpfendem Pferdeschwanz den schmalen Gang entlang, wobei sie sich an den Kopflehnen der Passagiere festhalten musste, um das Gleichgewicht halten zu können.
Siena blickte ihr nach und hoffte für die Airline, dass Jessica noch neu in der Branche war. Sie selbst hatte schon vor langer Zeit die Fähigkeit perfektioniert, selbst bei mäßigen Turbulenzen total freihändig auf den Highheels zu balancieren. Sie war ein Profi. Zum Fliegen geboren. Weit hinaus in die Ferne …
Sie hoffte inständig, dass Max einsah, dass sie mehr für die Fluggesellschaft sein konnte als nur ein lächelndes Gesicht auf einer Plakatwand. Sie wünschte sich sehnlichst, er würde ihr den Job in Rom anbieten.
Mit einem tiefen Seufzen schloss sie die Augen. Die Ewige Stadt war der ideale Ausgangspunkt, was die internationalen Routen von MaxAir anging, und bedeutete für Siena die Krönung. Eine Versetzung dorthin wäre ein wahrer Karrieresprung.
Als sich der Klang der Motoren änderte, wurde Siena schlagartig bewusst, dass der Sinkflug begann. Sie blickte aus dem kleinen Fenster, vorbei an weißen Wolkenfetzen, hinab auf hügeliges grünes Land, das zu weißen Sandstränden und tiefblauem Meer abfiel. Cairns. Ein tropisches Paradies. Ihr Zuhause.
Gönn dir ein paar Minuten Zeit für Atemübungen und glückliche Gedanken …
Siena löste die verkrampften Hände von den Armlehnen, machte einige Lockerungsübungen für die Finger und begab sich im Geiste auf einen sehr erfreulichen Einkaufsbummel in Hongkong.
Als die Anschnallzeichen aufleuchteten, schob sie ihre rote Designerhandtasche unter den Sitz. Aus den Augenwinkeln sah sie, dass Freddy hilflos auf die beiden Enden des Sicherheitsgurts in seinen Händen starrte, während er die Coladose zwischen die Knie geklemmt hielt. Er hatte einen Cola-Schnurrbart und Schweißperlen auf der Stirn. Aber die freundliche Flugbegleiterin war nirgendwo zu sehen.
Warum nur war dieser Fünfjährige ganz allein auf eine Flugreise geschickt worden? Siena erlebte immer wieder, dass Eltern die Selbstständigkeit ihrer Kinder hoffnungslos überschätzten. Dafür hatte sie überhaupt kein Verständnis, denn sie wusste aus eigener Erfahrung, wie negativ es sich auswirken konnte. Zu hohe Anforderungen an die Unabhängigkeit führten häufig dazu, dass ein Kind feindselig und fahrig wurde und mit allen Mitteln versuchte, Aufmerksamkeit zu erzielen und seine Grenzen aufgezeigt zu bekommen.
Unerwartet verspürte sie Mitgefühl. Immerhin hatte der Junge sie seit mehr als fünf Minuten weder bekleckert noch getreten, und das musste sie anerkennen. „Soll ich dir helfen?“, fragte sie spontan.
„Ja, bitte.“
Siena drehte sich zu ihm um und schnallte ihn ordnungsgemäß an.
Als Freddy leise schniefte, blickte sie ihm ins Gesicht und sah zwei feucht glänzende Spuren auf seinen Wangen. Ein ungezogenes Kind, das zu allem Überfluss in Tränen aufgelöst war! Sollte sie für irgendetwas bestraft werden?
Wiederum siegte ihr Mitgefühl. In der nächsten Viertelstunde redete sie dem Kleinen gut zu, bis Jessica mit dem hüpfenden Pferdeschwanz ihn abholen kam.
Siena wartete, bis sich das Flugzeug geleert hatte, bevor sie ihr Handgepäck und den Kleidersack, der die Uniform für den Rückflug nach Melbourne enthielt, aus dem Gepäckfach holte. Sie hatte es nicht eilig.
Als sie schließlich ausstieg, traf sie die Gluthitze im Norden von Queensland wie ein Schlag ins Gesicht. Der würzige Duft des nahe gelegenen Pazifiks lag in der Luft, die drückend heiß und feucht war. Siena spürte förmlich, wie sich ihre dunklen Locken in Sekundenschnelle kräuselten und ihre Füße in den Designerschuhen zu schwitzen begannen.
In dem glücklicherweise...




