Liebe Besucherinnen und Besucher,
aufgrund unseres Sommerfestes sind wir am 03. September 2026 bis 14 Uhr erreichbar. Am 04. September 2026 sind wir wieder wie gewohnt für Sie da. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, 240 Seiten
Reihe: Dein Erfolg
Hartwig / Steinbeck Sterne leben
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96740-105-9
Verlag: GABAL
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
14 persönliche Erfolgsformeln aus der Sterneküche, die auch Sie an die Spitze bringen
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Reihe: Dein Erfolg
ISBN: 978-3-96740-105-9
Verlag: GABAL
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Jan Hartwig ist einer von nur zehn Drei-Sterne-Köchen in Deutschland. Nach seiner Ausbildung in Braunschweig kochte er während seiner Grundausbildung bei der Bundeswehr 2003 im Offizierskasino Achum und ab 2004 bei Pomp Duck and Circumstance. 2005 wechselte er zum Zwei-Sterne-Restaurant Kastell bei Christian Jürgens in Wernberg-Köblitz. Es folgten zwei Stationen in späteren Drei-Sterne-Restaurants: Ab 2006 im GästeHaus Erfort bei Klaus Erfort in Saarbrücken, ab 2007 im Restaurant Aqua bei Sven Elverfeld in Wolfsburg, wo er ab 2009 Souschef war. Im Mai 2014 wurde er Küchenchef im Restaurant Atelier im Hotel Bayerischer Hof in München. Das Restaurant Atelier wurde 2015 mit zwei und seit 2017 mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet. 2016 wurde Jan Hartwig als erster Koch überhaupt vom Feinschmecker sowohl zum Koch des Monats als auch zum Koch des Jahres gewählt. 2020 kürte der Schlemmer Atlas ihn zum Spitzenkoch des Jahres und 2021 ernannte ihn 'Der große Restaurant- & Hotel-Guide' zum Koch des Jahres. 2022 wurde er von den Kritikern für Restaurants und Wein der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zum Koch des Jahres gewählt. Jan Hartwig hält Vorträge in Unternehmen und war Gast in erfolgreichen TV-Shows wie z.B. The Taste und Kitchen Impossible.
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2.Der Blick hinter die Kulissen – heute besser sein als gestern und morgen besser sein als heute
Im ATELIER gibt es zu dieser Zeit zwei Menüs, das eine heißt »5« und das andere »7«.
So wie es Jan geht, empfinden es viele Menschen – insbesondere im Berufsleben. Sie stehen vor Wertekonflikten. Zum Beispiel so wie in diesem Fall: zwischen Experimentierfreude und Beständigkeit. Kennen Sie das? Jan und Grönemeyer haben es gut, denn sie können ganz offiziell den goldenen Mittelweg gehen: Neues ausprobieren und dennoch die »alten Hits« spielen. So einfach ist es nicht immer, wenn es um die eigenen Werte geht. Manchmal müssen wir uns auch zwischen Verantwortung und Mut entscheiden, also ob wir bleiben oder gehen. Mit dem Thema Werte werden wir uns später noch intensiver beschäftigen.
Ich greife noch einmal den Vergleich mit der Arbeit eines Musikers auf. Jeder Musiker hat seine eigene Art, wie er seine Texte und Melodien komponiert und verfeinert. Über den deutschen Popmusiker und Songwriter Adel Tawil habe ich in einem Radiointerview mal gehört, dass er früh morgens durch die Stadt geht und ihm da seine Songtexte einfallen. Aus meiner Erinnerung hat die Songwriterin Anna Depenbusch bei einem ihrer sehr privaten Konzerte verraten, dass sie sich an ihr Klavier setzt und so lange darauf rumklimpert, bis ihr eine gute Idee für einen Song kommt.
Ich frage Jan, wie seine Gerichte entstehen und in welcher Umgebung er am kreativsten ist.
Er schaut mich verschmitzt und fröhlich an und erzählt:
Vielfach hilft es uns, wenn wir zu vertrauten Mitteln greifen, um daraus dann etwas Neues entstehen zu lassen. Wenn Sie zum Beispiel gerne fotografieren, freuen Sie sich ganz sicher über das neueste Modell einer Spiegelreflexkamera. Dennoch braucht es Zeit, bis Sie sich mit allen Features vertraut gemacht haben. So kann es sein, dass Sie doch noch das ein oder andere Mal die vertraute Kamera in die Hand nehmen, weil Sie genau wissen, wie Sie damit die schönsten Fotos zaubern.
Vieles entsteht bei Jan aber auch tatsächlich erst mal als Skizze auf dem Papier. Diese Fähigkeit hat ihm sehr geholfen, als er während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 nichts in seiner ATELIER-Küche ausprobieren und anrichten konnte. Während dieser Zeit sind die meisten Teller allein auf dem »Reißbrett« entstanden.
Kalbstatar * Périgord-Trüffel * Haselnuss * Topinambur
Signature-Menü
Damit wir eine Vorstellung davon bekommen, welche Gänge in einem Menü im ATELIER serviert werden, hat Jan uns ein Signature-Menü erstellt. Das ist eine Auflistung seiner persönlichen Highlights – also seine Visitenkarte. Wundern Sie sich also nicht, dass Sie in diesem Menü Mangold und Erbsen entdecken, obwohl diese beiden Gemüsesorten jahreszeitlich so gar nicht zusammenpassen. Die einzelnen Gänge werden in dieser Kombination niemals auf seiner Karte stehen. Dennoch vermittelt es uns einen schönen Einblick in seine Arbeit.
HORSD’ŒUVRE
Die Horsd’œuvre sind kleine Appetitanreger ganz am Anfang, die zumeist begleitend zum Aperitif gereicht werden. Diese kleinen Köstlichkeiten sind sehr aufwendig und sollen dem Gast sofort Lust auf das Folgende machen und ihn auf die kommenden Stunden einstimmen. Es ist sozusagen eine Ouvertüre. Ich spiele sehr gern mit bekannten und eher rustikalen Geschmacksbildern.
AMUSE-BOUCHE
Das Amuse-Bouche ist der sprichwörtliche »Gruß aus der Küche«. Wenngleich ich diese Bezeichnung überhaupt nicht mag. Ein Gruß aus der Küche klingt für mich gruselig gestrig. Einstimmung ist viel schöner. Bei diesem kleinen Gericht wollte ich eine Auster für »Nicht-Austern-Esser« kreieren. Meist ist es das Mundgefühl, was viele Menschen an Austern nicht mögen. Ich habe also die Auster gemixt und mit etwas Rahm, Champagner und dem Austernwasser und etwas Gelatine zu einer luftigen Mousse aufgeschlagen, mit Champagnergelee überzogen und in einer Austernschale arrangiert. Das Ergebnis sieht aus wie eine Perle und verzückt jeden Gast. Beim Verzehr attestieren mir danach viele Gäste, die normalerweise keine Austern essen, dass sie es eigentlich zunächst nur der schönen Optik wegen probierten und jetzt auch geschmacklich überzeugt sind.
MENÜ
Tellersülze bzw. Sauerfleisch ist ein traditionelles Essen in meiner Heimat Niedersachsen. Das beste Sauerfleisch macht mein Vater. Meine Idee bestand darin, ein Sauerfleisch auf Drei-Sterne-Niveau zu kreieren. Ich liebe dieses Gericht schon allein wegen der Erinnerung an mein Zuhause und an meine Familie.
Die Sardine ist ein relativ einfacher und günstiger Fisch. Man muss lange suchen, um einen Fischer zu finden, der Sardinen mit der gleichen Hingabe begegnet wie zum Beispiel einem sehr teuren Steinbutt. Sardinen in exzellenter Qualität sind ein Hochgenuss und zeigen, dass es keine minderwertigen Produkte gibt. Höchstens Produkte, die minderwertig behandelt wurden. Diese Philosophie soll in diesem Gericht sichtbar werden.
Die Fischzucht »Birnbaum« zählt für mich zu den besten im Bereich Süßwasserfische. Kombiniert mit der frischen Molke, den umamireichen Pilzen und den erdigen Linsen, ergibt sich ein spannender Teller, der vor Aromatik nur so strotzt.




