Hary | Perry Rhodan 3300: Terra muss fallen | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 3300, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Hary Perry Rhodan 3300: Terra muss fallen

Erster Band des Perry Rhodan-Zyklus "PHOENIX"
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-8453-6300-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Erster Band des Perry Rhodan-Zyklus "PHOENIX"

E-Book, Deutsch, Band 3300, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-6300-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



4000 Jahre in der Zukunft ... Wir befinden uns in der Mitte des 23. Jahrhunderts Neuer Galaktischer Zeitrechnung. Die Menschen leben in Frieden und Freiheit. Von der Erde aus haben sie ein Netz aus Handelsbeziehungen und Bündnissen geschlossen, das zahlreiche Planeten in der Milchstraße umfasst. Perry Rhodan - der Mann, der die Menschheit zu den Sternen geführt hat - wird noch immer von der Vision angetrieben, die ihn seit seiner ersten Begegnung mit Außerirdischen erfüllt: ein partnerschaftliches Miteinander aller Völker der Milchstraße zu erreichen. Aber seit geraumer Zeit hat er diesen Plan erweitert: Das »Projekt von San« soll auch die freundschaftlichen Kontakte zu anderen Sterneninseln und ihren Bewohnern intensivieren. Ein wichtiges Hilfsmittel dazu ist der PHOENIX. Doch nicht alle tragen dieselben friedliebenden Gedanken in sich. Die Besatzung eines fremden Raumschiffs beispielsweise ist mit einer klaren Botschaft zur Erde gekommen. Die Unbekannten kündigen an: TERRA MUSS FALLEN ...

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2.

Das Raumschiff

Dr. Barstow hatte ein Juwel geschaffen.

Fast alles über die Organisation San und das Projekt Phoenix unterlag der Geheimhaltung. Erst seit Kurzem wusste die galaktische Öffentlichkeit, woran die Forscher und Ingenieure unter Perry Rhodans und Dr. Barstows Leitung ab dem Jahr 2215 NGZ gearbeitet hatten. Selbst Rhodans engste Vertraute kannten nur Eckdaten. Endlich war das Entwicklerteam bereit, das Ergebnis zu präsentieren.

»Ich hätte uns direkt an Bord des Prototyps teleportieren können«, bemerkte Gucky, während sie im Gleiter den Werfthangar durchquerten. »Dann hätten wir uns diesen Kriechflug gespart.«

»Und uns dieser Aussicht beraubt?« Rhodan hatte unzählige Schiffstaufen erlebt, jede war etwas Besonderes. Wenige aber versprachen, Eingang in künftige Geschichtswerke zu finden.

Dem Prototyp fehlte noch viel von dem, was die Serienmodelle haben sollten. Beispielsweise ein eingebauter Transmitter. Sie waren also auf den Gleiter angewiesen, um an Bord zu gehen.

Der Flug von der Erde zum Mond hatte nur Minuten gedauert. Die Werft lag unter der Mondoberfläche und außerhalb der Kuppel, die den Kopernikus-Krater mit der Mondhauptstadt Luna City sowie der Riesenpositronik NATHAN überspannte. Terkonitträger und Pfeiler stützten die Halle, eine Miniaturkunstsonne spendete taghelles Licht. Eine Felsdecke spannte sich über ihnen, unterbrochen nur durch ein kreisförmiges Schott, das zur Oberfläche führte. Der Hangar selbst war atmosphärelos – wie bei vielen Werftanlagen Lunas wurde zumeist auf eine künstliche Atmosphäre verzichtet. Die meisten Arbeiten verrichteten sowieso Roboter.

Aus der Hangarwestwand ragte ein Ausleger. An dessen Ende, weit unter dem Schott und außerhalb des Sichtausschnitts der Gleiterfrontscheibe, dockte der Prototyp der neuen PHOENIX-Klasse. Um ihn zu sehen, musste Rhodan den Gleiter wenden. Er programmierte das Manöver in die Steuerkontrolle.

»Perry hat recht, Gucky.« Sichu Dorksteiger wies auf die durchgehende Fensterfront an der rechten Hangarwand, hinter der ein luxuriöser Besucherbereich an die Hangarhalle grenzte. »Unsere Gäste sollen den Spaß nicht für sich allein haben.«

Jenseits der Glassitscheiben sammelten sich die rund zweihundert Ehrengäste, die mit der OSIRIS gekommen waren. Unter ihnen waren Icho Tolot, die Liga-Residentin und ihre Stellvertreterin. Ein Stück abseits stützten sich Cameron Rioz und Lyta Hasan mit zu Visieren geformten Händen aufs Glassit, wie Touristen beim Ausflug über die Ringe des Saturn.

Die Gäste sahen von fern, was Perry Rhodan und seine beiden Begleiter aus der Nähe bestaunen durften.

Der Gleiter erreichte den nördlichsten Punkt der Halle, Rhodan vollführte eine Drehung. Das Schiff lag nun genau vor ihnen.

»Darf ich vorstellen: der PHOENIX!«

Eine Weile ließen sie die Linien auf sich wirken. Es war ein schönes Raumschiff: klein. Schnittig. Sinnlich. Der PHOENIX sah schnell aus. Rhodans Freund Reginald Bull hatte sündhaft teure Sportgleiter besessen, die plumper gewesen waren.

Der Schiffskörper hatte die Form eines geschliffenen, gestreckten Edelsteins, lediglich hundertsechzig Meter lang und fünfundvierzig breit. Zwei nach vorn geschwungene »Tragflächen« sowie vier trapezförmige Heckflossen ragten aus dem Rumpf. Dieser bestand aus einer Legierung mit dem umständlichen Namen Ynkonit-II-Kompotaph – kurz »Ynkotaph«. Die Hüllenfarbe changierte, abhängig vom Blickwinkel, zwischen dunklem Rot und hellem Orange.

»Keine Salkrit-Dotierung, dem Rotspiel nach zu urteilen.« Dorksteiger deutete auf die Flügel. »Stattdessen Projektorsegel aus Ynkalkrit-Fluidblech, sofern ich diesen Blauton richtig deute.«

Rhodan nickte. Die Segel waren foliendünn und wiesen deutlich erkennbare Faltmuster auf. Ein Ziermuster aus roten, diagonal verlaufenden Streifen kontrastierte hart mit dem irisierenden Cyan. An den Segelspitzen saßen die Emitterspindeln des Überlichttriebwerks.

»Ein Geniestreich!«, fuhr Dorksteiger fort. »Wie kam Liam darauf, die Feldblasen-Geometrie ihres verbesserten Hypertrans-Progressors mit dieser Konfiguration zu optimieren?«

Rhodan lächelte. »Du kannst sie gleich selbst fragen.« Insbesondere die technischen Details waren Verschlusssache gewesen. In der Geschichte hatten neue Technologien oft zu Ängsten, Umwälzungen, ja, zu gewaltsamen Umbrüchen geführt. Der PHOENIX hatte dieses Potenzial, obwohl es sich bei seinem Antrieb »nur« um die Verbesserung und Perfektionierung bewährter Raumschiffstechnik handelte.

Er war der Höhepunkt von Dr. Barstows bisherigem Lebenswerk.

Ein Funkanruf erreichte den Gleiter. Rhodan nahm ihn entgegen.

»Ich sehe, ihr bestaunt meinen brandneuen Körper!«, tönte es stolz aus dem Empfänger. Der Anrufer sprach mit der markanten Stimme eines Mannes in seinen späten Zwanzigern. »Wie gefällt er euch?«

Vor ihnen schnappten die Andockklammern auseinander. Das Schiff löste sich vom Ausleger und driftete, von Antigravs getragen, in die Halle. Dabei vollführte es eine leichte Drehung, wie um sich in Szene zu setzen.

»Ja. Sehr beeindruckend!« Gucky wies auf das rot-blaue Muster, das die Flügel zierte. »Sind das Rallyestreifen?«

»Meine Kriegsbemalung!«, widersprach die Stimme. »Das war meine Idee. Zhobotter und Dr. Barstow waren einverstanden. Es gehört zu meinen Aufgaben, meine Besatzung vor Gefahren schützen. Warum also nicht gleich mit meinem Aussehen beeindrucken, sobald ich die Segel auffalte? Auch, wenn ich natürlich nur Testflüge durch vertrauten Raum absolvieren werde.« Der letzte Satz klang beinahe enttäuscht.

Das Schiff glitt in seine Ursprungsposition zurück, drehte sich dabei jedoch so, dass die Projektorsegel im Licht der Kunstsonne zur Geltung kamen. Die Zurschaustellung galt den Ehrengästen und dem bevorstehenden Presserummel. Die Flügel waren normalerweise eingefahren, sodass der PHOENIX im Ruhezustand einem geschliffenen Rubin glich. Später würde er sie nur noch beim Überlichtflug von sich strecken müssen. Ausgefahren aber verliehen sie dem Prototyp ein vogelähnliches Äußeres. Zusammen mit der Rotgoldhülle verdankte der PHOENIX diesem seinen Namen.

Die Gäste im Besucherbereich drängten nach vorne, als sie die Bewegung im Hangar bemerkten. Rhodan sah lachende Gesichter. »Du siehst gut aus, PHOENIX. Dürfen wir an Bord kommen?«

»Dr. Barstow wartet schon auf euch.«

Rhodan desaktivierte den Empfänger und vollendete seinen Rundflug durch den Hangar, indem er unter den Prototyp steuerte. Ein Schleusentor auf der Unterseite stand offen, von oben fiel warmes Licht. Es führte zu einer von zwei sogenannten Buchten – großen Mehrzweckhallen, die einen Großteil des Innenraums einnahmen. Im späteren Testbetrieb würden sie mit Fracht und Instrumenten vollgestopft sein, außerdem mit Labors und Unterkünften für mitreisende Wissenschaftler. Eine dritte, kleinere Bucht befand sich im Heck.

Noch aber standen sie leer. Rhodan steuerte auf die hell erleuchtete Öffnung zu.

»Kriegsbemalung«, echote Sichu Dorksteiger. Der Leuchtkegel aus Bucht eins spielte mit den stumpf gewordenen Goldmustern und dem smaragdgrünen Teint ihrer Wangen. »Eine eitle Bordintelligenz. Ist das kein Risikofaktor?«

Der Gleiter passierte die Schleuse. Das Tor schloss sich unter ihnen. Atemluft flutete die Bucht.

»Stolz, nicht eitel. Und Zhobotter sagt: nein«, antwortete ihr Perry Rhodan. »Du wirst Phoenix noch kennenlernen.«

Rhodan traute Zhobotters Urteil. Und seinem eigenen: Er hatte es in seinem Leben oft genug mit eigenwilligen Schiffsgehirnen, Bordintelligenzen und Biopositroniken zu tun gehabt, und er wusste, dass er Phoenix trauen konnte.

*

»Ihr seid spät dran.«

Eine reife Frau mit stark mandelförmigen Augen und hoch angesetzten Wangenknochen in einem etwas zu breiten Gesicht nahm sie in Empfang. Das toupierte, tiefschwarze Haar war von grauen Strähnen durchwirkt. Ein feingliedriges Goldkettchen zierte ein Dekolleté mit leichten Altersflecken, die ein Mediker mit Leichtigkeit hätte entfernen können.

»Ich habe von dem Zwischenfall auf Atlan Space Port gehört«, fuhr die Frau fort. »Ich hoffe, es gab keine Verletzten.«

»Nur einen. Ein, zwei Knochenbrüche, eine Platzwunde. Das Opfer ist schon wieder auf den Beinen.« Rhodan tauschte eine kollegiale Umarmung mit ihr.

Liam Barstow, die leitende Ingenieurin der Organisation San, behielt ihre stoische Miene bei, ihre Bewegungen blieben sparsam. Sie trug ein dunkelgraues, nüchternes Kostüm, in dem sie wie eine Geschäftsfrau aussah. Es war ein Bild, auf das sie Wert legte. Holopigmente tauchten ihre Lippen in vornehmes Rot.

Rhodan wies auf seine Begleiter. »Sichu kennst du bereits. Wie du siehst, habe ich Gucky mitgebracht. Er hat Angst, etwas zu verpassen.«

Der Ilt drängte sich an Sichu vorbei. »Grüß dich, Mama PHOENIX!« Er zeigte den einzigen Nagezahn. »Oder soll ich ›Frau Doktor‹ zu dir sagen?«

»Das ist deine Entscheidung.« Steif ergriff die Ingenieurin Guckys Pfote. Zwei Armreifen zierten ihr schmales Handgelenk. Während des Händeschüttelns klimperten sie aneinander.

Rhodan verbiss sich ein Schmunzeln. Die Flapsigkeit war ebenso typisch für den Ilt wie die vornehme Einsilbigkeit für Dr. Barstow. Es waren Welten, die aufeinanderstießen.

Liam Barstow war die »Mutter« des PHOENIX. Zumindest lautete so das Prädikat, das die Presseabteilung der Organisation sich für sie ausgedacht hatte. Schließlich hatte sie den Prototypen geschaffen – »von der ersten Konstruktionszeichnung und...



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