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Hasse | Time Travel Academy 1. Auftrag jenseits der Zeit | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 288 Seiten

Reihe: Time Travel Academy

Hasse Time Travel Academy 1. Auftrag jenseits der Zeit


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-96052-276-8
Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, Band 1, 288 Seiten

Reihe: Time Travel Academy

ISBN: 978-3-96052-276-8
Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Die Zeitreise beginnt: Geh mit Max auf die Time Travel Academy! Kein Handy, kein Tablet. Stattdessen Heute-basteln-wir-mit-Klopapierrollen. Wie gern würde der zwölfjährige Max sein Leben gegen das eines anderen eintauschen. Seins ist nämlich verdammt langweilig. Bis er eines Tages die goldschimmernde Einladung zur Time Travel Academy erhält - und mit ihr die Nachricht, dass er dort seine spurlos verschwundene Schwester wiederfinden kann. Time Travel, also Zeitreisen - wie cool ist das denn?! Und in einem Internat leben! Für Max zählt nur noch eins: Er muss unbedingt auf die TTA. Und schon steckt er mitten in einem rasanten Abenteuer auf der wohl coolsten Academy aller Zeiten, voller Technik-Nerds und witziger neuer Freund*innen. Da willst du doch garantiert dabei sein. Wer weiß, vielleicht hast du ja auch das Zeitreise-Gen in dir. Leg los mit Band 1 der Time Travel Academy: Noch nie war Zeitreisen cooler. - Die Lieblingsthemen Internat und Zeitreise in einer rasanten Action-Reihe für Jungs und Mädchen ab 10. - Start der lässigen Fantasy Kinderbücher in lustig lockerem Erzählton - Fortsetzung folgt. - Witziges und zugleich spannendes Abenteuer durch Raum und Zeit. - Max, ein 12-jähriger, typisch schusseliger, herrlich unperfekter Held. - Computerfreaks und Chaosclub - eine Superheld*innen-Academy für auserwählte Kids.

Stefanie Hasse lebt mit ihrer Familie in Süddeutschland. Wenn sie nicht gerade selbst in fremden Buchwelten versinkt oder darüber bloggt, liebt sie es, sich eigene Geschichten auszudenken.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1


Der 25. Juli verlief genauso langweilig wie viele andere Tage auch, was vielleicht noch schlimmer war, weil an diesem Tag mein zwölfter Geburtstag war. Ich rannte gerade vom »Camp Kreativ« (wie unkreativ kann man bei der Namensvergabe eigentlich sein?), meiner persönlichen Ferienhölle, nach Hause. Meine Eltern hatte ich morgens kaum zu Gesicht bekommen, weil sie schon so früh zur Arbeit aufgebrochen waren. Früher hätte ich die ganze Strecke zurück nach Hause locker geschafft, ohne aus der Puste zu kommen. Aber seit ich nicht mehr dreimal in der Woche Fußballtraining hatte, war meine Kondition ziemlich mies geworden, und ich musste deshalb nach den ersten vierhundert Metern keuchend ins Schritttempo wechseln.

Die warme Spätnachmittagssonne schien auf die Häuser, die in dieser Gegend alle zweistöckig waren. Sie hatten jeweils eine kleine angebaute Garage, ähnliche Gartenzäune und abgesehen von den unterschiedlichen Farbanstrichen sahen sie nahezu gleich aus. Zurzeit wollten sich scheinbar alle Nachbarn mit dem am prachtvollsten blühenden Rosenbusch im Vorgarten übertreffen. Inzwischen roch schon die ganze Straße süßlich nach Rosen.

Vor mir hopste mein zwergenkleiner Schatten über den geteerten Gehweg – ich war zwar nicht sehr groß, aber zum Glück etwas größer als der dunkle Winzling vor mir. Ich erwartete – nein, hoffte! – wie jedes Mal, dass sich meine Schattenarme gleich verdoppeln würden, ehe meine Schwester Stella zur Seite trat. Wir hatten solche Schattenspiele geliebt, hatten etliche Stunden damit verbracht, die coolsten Monster aus unseren Schatten zu formen. Ich wünschte sie mir so sehr zurück, dass ich mir manchmal sogar einbildete, sie zu sehen. Das behaupteten zumindest meine Eltern, als ich ihnen anfangs noch aufgeregt erzählt hatte, wie ich Stella vor der Schule hatte stehen sehen oder in einer Menschenmenge auf der Kirmes.

Ich sah sie immer noch hin und wieder – oder glaubte, sie zu sehen. Wisst ihr, wie schrecklich es ist, jemanden so richtig doll zu vermissen? Ich ließ meine angestaute Trauer, die sich gerade mehr nach Wut anfühlte, an einem kleinen Stein aus, den ich den Rest des Weges vor mir her kickte.

Ich war so darauf konzentriert, dass mir die Stimmen, die aus unserem Haus durch ein Fenster nach außen drangen, erst spät auffielen. Ich wollte nicht lauschen (okay, jedenfalls nicht die ersten zwei Sekunden), aber die Stimmen meiner Eltern waren so angespannt und verändert, dass sie mich magnetisch anzogen.

Wäre ja auch komisch, wenn es mir egal gewesen wäre, was sie gerade so aufgeregt besprachen, sie sind ja schließlich meine Eltern. Ich ließ den kleinen Stein auf dem Gehweg liegen und schlich mich zum gekippten Küchenfenster.

»Meinst du, sie ist echt?«, fragte Mama gerade. Sie und Papa standen hinter der Kochinsel, ihre Köpfe waren von einer Bratpfanne verdeckt, die an einem Haken an der Dunstabzugshaube baumelte. Meine Mutter hatte etwas Funkelndes in der Hand, das aussah wie eine Postkarte aus Gold. Mama trug ein dunkelblaues Jackett mit passendem Rock, mein Vater hatten noch seinen Cordanzug an und die karierte Krawatte, als wären beide gerade von der Arbeit gekommen.

»Hast du gesehen, wer die Einladung gebracht hat, Robert?« Jetzt sprach Mama so leise, dass ich sie kaum verstehen konnte, weshalb ich vorsichtig noch etwas näher an die Hauswand rückte. In den Büschen unter dem Fenster hatten sich Spinnen eingenistet, deren Netze mir jetzt vermutlich irgendwo am Körper hingen. Doch das war nicht das Beunruhigendste in diesem Moment.

Als Mama zur Seite trat, gab die baumelnde Bratpfanne den Blick auf ihr Gesicht frei, und fast hätte ich einen verräterischen Laut von mir gegeben: Ich hatte meine Mutter selten derart … verängstigt gesehen. Ihre Hand zitterte. Die Sonnenstrahlen, die dabei immer wieder von der Karte eingefangen und reflektiert wurden, blendeten mich. Aber wirklich schockiert war ich von dem, was sie dann tat.

Schwungvoll drehte sie den Zündungsknopf am Gasherd nach rechts, sodass sofort eine Stichflamme emporschoss. Ohne zu zögern, hielt sie die schimmernde Karte mitten in die Flamme. Ein kalter Schauer durchlief mich, instinktiv wollte ich Nein rufen, hielt mir dann aber schnell die Hand vor den Mund, um den Laut zu ersticken.

Papa war dicht zu meiner Mutter getreten und hielt ihre Hand mit der Karte, an der nun die Gasflamme gierig leckte. Die Strähnen, die sich aus Mamas dunklem Haarknoten gelöst hatten, flatterten ein wenig, doch nichts weiter geschah. Die Karte fing kein Feuer, verkohlte nicht, sie bewegte sich nur ganz sanft, als wäre die Flamme nicht mehr als ein Luftzug.

Immer mehr Spinnweben blieben an mir kleben, als ich mich noch näher zum Fenster schob und die Nase gegen das kühle Glas presste. Dabei betete ich, dass meine Eltern zu abgelenkt waren, um mich zu entdecken. Irgendwie spürte ich – keine Ahnung, wieso eigentlich –, dass sie nicht beobachtet werden wollten. Das ist wahrscheinlich diese sogenannte Intuition, von der immer alle reden. Die Scheibe beschlug von meinen hektischen Atemzügen, und mein Herz pochte schneller als beim Fünfzig-Meter-Lauf in der Schule.

Aus welchem Material bestand diese Karte, dass sie nicht kaputtging? Und was genau war so gefährlich an ihr, dass meine Eltern versuchten, sie zu verbrennen?

Dann drehte mein Vater den Gasherd aus, und die Flamme verschwand. Meine Mutter trat mit entschlossener Miene zum Waschbecken neben dem Herd, drehte den Hahn auf und hielt die Karte so lange unter den heißen Strahl, bis Dampf aus dem Becken aufstieg. Ungeduldig schüttelte sie die Karte, nachdem sie das Wasser abgestellt hatte – aber nichts passierte. Danach knüllte sie das Ding zusammen, scheinbar ohne sich zu verbrennen, und legte es auf die Abtropffläche. Feindselig starrten meine Eltern auf den unförmigen goldenen Klumpen, wobei die blauen Augen meines Vaters hinter den Brillengläsern doppelt so groß wirkten wie sonst.

Auch ich war wie versteinert und wagte kaum, auch nur zu atmen. Ich wusste zwar nicht, warum sie den Klumpen für einen Feind hielten, aber das seltsame Verhalten meiner Eltern machte mir mindestens genauso viel Angst wie ihnen diese goldene Karte. Selbst die Vögel in der Hecke zu den Nachbarn waren verstummt. Dann allerdings begann der Papierklumpen sich von allein zu bewegen, und ich schrie auf, bevor ich mir auf die Zunge beißen konnte.

Mama schlug sich die Hände vors Gesicht, als wollte sie nicht mitansehen, wie sich das Papier selbstständig auseinanderfaltete und Sekunden später wieder funkelnd und glänzend das Küchenlicht reflektierte, als wäre es nie zusammengeknüllt worden.

In diesem Moment wünschte ich mir, alles, was die anderen über mich behaupteten, wäre wahr und ich hätte einfach nur eine ausgeprägte Fantasie, würde Dinge sehen, die nicht da waren. Das wäre weit weniger besorgniserregend – und unheimlich! – als das, was ich eben gesehen hatte. Ich schaute von der nun wieder tadellosen Karte hoch zu meinen Eltern und begegnete dem Blick meines Vaters, in dessen Augen dasselbe Erschrecken lag wie in dem Laut, den Mama nun von sich gab. Die Tatsache, dass ich das Ganze beobachtet hatte, machte es nicht besser.

Am liebsten wäre ich direkt durchs Fenster ins Haus gesprungen. Weil es aber nur gekippt war, musste ich zur Haustür rennen, Sturm klingeln und gegen die Tür hämmern, sodass mich vermutlich sogar Frau Hausner nebenan hörte. Trotzdem öffnete mir niemand. Obwohl mein Vater mich doch gesehen hatte! Er hatte mir direkt in die Augen geschaut!

Mit rasendem Puls fischte ich nach meinem Schlüssel an dem Band um meinen Hals und schloss mit zitternden Fingern die Tür auf. Die Stimmen meiner Eltern drangen aus der Küche. Sie schienen sich zu streiten, dabei aber leise sein zu wollen, was durch die Tür wie ein bedrohliches Grollen und Zischen klang. Diesen Tonfall kannte ich nur zu gut. Genauso hatten sie nach Stellas Verschwinden miteinander gesprochen. Immer wieder. Und herausgekommen war trotzdem nichts. Stella, meine vier Jahre ältere Schwester, war seit drei Jahren wie vom Erdboden verschluckt.

Dann wurde es plötzlich still, und die Silhouette meines Vaters erschien im Durchgang, der vom Flur zur Küche führte. »Max, da bist du ja«, sagte er und lächelte, als wäre alles in bester Ordnung. Offensichtlich war das Heben seiner Mundwinkel sehr anstrengend. Schweißperlen standen ihm auf der Stirn. Er hatte sein Cordjackett abgelegt, und sein grünes Hemd klebte an seinem Körper.

Hinter ihm tauchte mit aufgesetzt fröhlichem Ausdruck meine Mutter auf.

»Kann mir mal jemand erklären, was hier los ist?«, wollte ich wissen.

»Was meinst du?«, fragte mein Vater betont ahnungslos und steckte seine Hände in die Taschen. Auch das schien anstrengend zu sein, so gequält wie er schaute. Ich war fassungslos und fühlte mich, als hätte ich einen Topf Kleister verschluckt. Mein ganzer Hals fühlte sich verklebt an.

»Mama?«, brachte ich mühsam hervor.

Meine Mutter hatte sich abgewandt und fummelte konzentriert mit dem Wasserkocher herum, der auf einmal das Interessanteste war, was sie jemals gesehen hatte. Das war nie im Leben der Fall. Sie ist Astrophysikerin, sie sieht tausendmal interessantere Dinge, wenn sie durch ihre Teleskope schaut.

»Das Ding ist irgendwie kaputt«, murmelte sie, ehe sie den Küchenschrank öffnete und die lange Reihe an Teesorten anstarrte. Erwartete sie, dass der Tee von allein herauskam? Drehten meine Eltern jetzt völlig durch?

»Und was war das gerade für ein goldenes Ding, das ihr da in der Hand hattet?«

»Was meinst du?«, fragte meine Mutter und wandte sich langsam...



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