E-Book, Deutsch, 352 Seiten
Hasselmann Medialität und Trance
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-641-26539-7
Verlag: Arkana
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Botschaften aus fernen Welten – eine persönliche Geschichte - Mit Trance-Anleitungen
E-Book, Deutsch, 352 Seiten
ISBN: 978-3-641-26539-7
Verlag: Arkana
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dr. Varda Hasselmann, geboren 1946, bereitete sich nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Mittelalterkunde zunächst auf eine Universitätskarriere vor. Doch sie folgte ihrer Berufung und machte ihre mediale Begabung zum Beruf. Seit 1983 arbeitet sie als Trancemedium, gibt Seminare und hält Vorträge. Die medial empfangene Seelenlehre legte sie zusammen mit Frank Schmolke in den Büchern »Welten der Seele« und »Archetypen der Seele« dar.
Autoren/Hrsg.
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Was bedeutet Medialität?
Was ist nun eigentlich ein Medium? Was ist Medialität? Wo beginnt sie, wo hat sie ihre Grenzen? Wie funktioniert sie? Kann man sie erlernen oder ist sie eine Gnadengabe? Wozu dient sie? Wem nützt sie? Auf diese Fragen gibt es keine einfachen oder gar eindeutigen Antworten.
Medialität ist ein weites Feld. Das Buch, das Sie in Ihren Händen halten, möchte die vielen unterschiedlichen Aspekte medialer Begabungen und Fertigkeiten ausleuchten. In meiner Eigenschaft als Trancemedium und aufgrund jahrzehntelanger beruflicher Erfahrung möchte ich diese Tätigkeit in einen übergreifenden historischen und geistigen Kontext stellen. Es wird mir ein großes Anliegen sein, die mediale Begabung und die damit verbundenen Wirkweisen von einer unangemessenen Mystifizierung zu befreien. Vor allem aber bewegt mich der Wunsch, dem Thema Medialität das Dubiose und Peinliche zu nehmen.
In unseren Tagen gibt es weltweit, besonders aber in Mitteleuropa und in den USA, eine große Anzahl hoch begabter, ausgezeichnet arbeitender Medien, Männer wie Frauen. Ihnen mögen meine Ausführungen dabei helfen, sich selbst und ihre Begabung besser zu verstehen, indem sie sich als berechtigte und angesehene Erben einer jahrtausendealten Tradition begreifen. Medien, in welcher Funktion auch immer, haben unsere Zivilisationen aufs Nachhaltigste geprägt. Man nannte sie nur anders: Heilige, Propheten, Mystiker. Diese historische Tatsache ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Deshalb möchte ich eine neue Perspektive anbieten.
Ein sehr weites Feld
In der angloamerikanischen Tradition, die für die Belange dieses Buches von zentralem Interesse ist, unterscheidet man zwischen den Tätigkeiten eines medium und eines channel. Ein Medium (dies ist der historisch ältere Begriff) stellt demnach Kontakt zum unmittelbaren Jenseits, zu den Toten und zur Astralwelt her. Ein Channel hingegen empfängt Botschaften aus anderen Dimensionen, von Meistern, Wesen von fremden Sternen, Lehrern aus der kausalen Bewusstseinswelt. Meistens handelt es sich um umfangreiche Texte; zuweilen sind es auch musikalische, medizinische oder künstlerische Übermittlungen.
Ich begreife die Terminologie grundsätzlich anders. Für mich ist »Medium« ein Oberbegriff, der die Tätigkeit eines »Channel« mit umfasst. In der ursprünglichen Wortbedeutung ist ein Medium einfach nur ein Vermittler, ganz gleich ob zwischen Menschen und Geistern bzw. Verstorbenen oder als Empfänger oder Botschafter von Durchgaben nicht menschlicher Instanzen. In diesem Buch werde ich die Begriffe Metaphysik und Paranormalität meiden, da diese zu weiteren terminologischen Verwirrungen führen. Ob die Arbeit eines Mediums den Bereich des Metaphysischen, des Übersinnlichen oder des Transzendenten berührt und ob solche Fähigkeiten »normal« oder »paranormal« sind – ich werde es anderen überlassen, das zu entscheiden.
In den westlichen Gesellschaften des 21. Jahrhunderts sind mediale Fähigkeiten eher anrüchig als angesehen. Seit der Aufklärung gilt es allgemein als Anmaßung, Einbildung, psychische Krankheit oder Scharlatanerie zu behaupten, ein Mensch könne in Kontakt mit unsichtbaren, nicht menschlichen Kräften treten oder gar mit Gott sprechen und dadurch zu wertvollen Informationen gelangen. Auch ich selbst habe einst diese Meinung vertreten. Als Geisteswissenschaftlerin und Universitätsdozentin konnte ich mir einfach nicht vorstellen, dass es »so etwas« gibt. Doch um 1980 wurde ich zum Medium, ohne zu wissen, was ein Medium ist. Ich wurde gerufen und berufen.
Seither widme ich mein Leben der Aufgabe, in Tieftrance eine neuartige Seelenlehre zu empfangen und zu verbreiten. Mit zahlreichen Veröffentlichungen und der Unterstützung durch einen hoch angesehenen Verlag gelang es, das Thema Medialität im deutschsprachigen Raum sozusagen aus der Schmuddelecke zu holen. Die Qualität der Durchgaben aus einer übergeordneten Ebene überzeugt auch manchen Skeptiker, der sonst mit Esoterik nichts anfangen könnte. Meine Quelle, eine transpersonale Wesenheit aus der kausalen Bewusstseinswelt, hat ein einziges großes Anliegen: dem modernen Menschen einen neuen, entmystifizierten Zugang zu seiner Seele zu eröffnen. Nicht zur Psyche, sondern zur Seele! Zu jenem göttlichen Funken, der uns zu beseelten Wesen macht.
»Wir geben nichts, was nicht empfangen werden kann. Wir geben, weil ihr Menschen allzu häufig nicht um das bittet, was ihr empfangen könntet, da ihr keine Vorstellung vom Reichtum und der Großzügigkeit der Bewusstheitswelten und der Seele besitzt. Unser Mitgefühl wendet sich euch zu, die ihr den Blick voller Scham und Schuld, voll Not und Unwissen auf eure Füße geheftet habt, anstatt die Augen dorthin zu wenden, wo euch Liebe und Hilfe zuteilwerden kann. Ihr seid wie jemand, der zwar weiß, dass es das Feuer gibt, der sogar sieht, dass andere sich daran wärmen, aber nicht im Traum auf den Gedanken käme, diese Wärme auch für sich in Anspruch zu nehmen. Deshalb sehen wir uns veranlasst, euch eine Fackel zu bringen, an der ihr euer eigenes Feuer entzünden mögt. Gewiss wünschen wir uns auch, den hellen Schein in euren Augen leuchten sehen zu können, wenn es euch wärmer und wohler wird. Denn ihr sollt wissen, dass unsere Entfaltung, unser Wachstum und unser Lernen nicht abgeschlossen sind. Unsere Liebesfähigkeit entwickelt sich mit dem Verströmen von Weisheit, Informationen, Kontakt und Liebe. Doch wir sind stets, bei allem, was wir geben, auf Empfänger angewiesen, die unser Geschenk annehmen und in ihr Bewusstsein integrieren. Wir bringen euch eine Fackel, doch wir können und dürfen euer Feuer nicht entzünden. Ihr selbst müsst es tun.«3
Es ist mein Anliegen, den Medien des neuen Jahrtausends und damit auch mir selbst ein gesundes Selbstbewusstsein ohne falsche Selbsterhöhung zu schenken. Jenen, die ihr Bewusstsein zu entgrenzen vermögen, um Unerhörtes zu hören und Unsichtbares zu sehen, möchte ich helfen, sich in einer Tradition von Jahrtausenden wiederzufinden. Uns allen, die wir es wagen, uns mit unserer so besonderen Gabe öffentlich zu zeigen, will ich Mut machen. Unsere angeblich aufgeklärte, wissenschaftsorientierte Gesellschaft ist der Berührung mit der Transzendenz seit Jahrhunderten entfremdet. Dem Phänomen der Medialität innerhalb einer technologisch-wissenschaftlich geprägten Weltanschauung neues Ansehen zu verleihen ist daher mein Ziel.
Medialität oder Intuition?
Zunächst scheint es mir notwendig, einige weitere Unterscheidungen zu treffen. Der Begriff Medialität, um den es hier geht, wird seit einiger Zeit gewissermaßen inflationär verwendet. Alles Mögliche gilt in der neuen Esoterik als »medial«. Der Terminus wird synonym für Instinkt, Intuition, Inspiration, Bauchgefühl, sogar für Impuls und einen pfiffigen Einfall verwendet. Das ist wenig sinnvoll. Gerade ein derart formloses und mysteriöses Geschehen benötigt, um vom modern denkenden, logisch geschulten Menschen verstanden und akzeptiert zu werden, eine klare Terminologie. Und man sollte eine allgemein spirituelle Einstellung zum Leben nicht mit Medialität verwechseln.
Intuition ist keineswegs dasselbe wie Medialität. Denn wie bereits die ursprüngliche Wortbedeutung sagt, handelt es sich bei Medialität um einen Vermittlungsvorgang, bei dem Fremdenergien aus verschiedenen Bewusstseinswelten durch das Medium wie durch einen Kanal hindurchfließen und in unterschiedlichen Formen zum Ausdruck kommen: als Wortbotschaften, Gemälde, medizinisches Wissen, Musik, wissenschaftliche Entdeckungen. Informationen aus fernen Welten gelangen durch das Medium hindurch möglichst unverfälscht und unzensiert in unsere Welt. Das Medium stellt sich zur Verfügung für eine Instanz oder Wesenheit, die nicht von dieser Welt ist. Es wird zum Kanal für außermenschliche Botschaften. Daher das neudeutsche Wort Channeling. Im englischen Sprachgebrauch ist davon abgeleitet die Berufsbezeichnung channel entstanden. Ich selbst möchte mich nicht als »Channel« bezeichnen. Nur ein Kanal zu sein, also ein leeres Rohr, durch das Fremdes hindurchfließt, würde meinen nicht unerheblichen Beitrag als Mensch im Körper unnötig schmälern. Wenn ich mich »Medium« nenne, deutet das auf meine Vermittlungstätigkeit hin und weist mir einen funktional gleichberechtigten Platz zwischen meiner Quelle als Sender und den Empfängern der Botschaft zu. Darüber hinaus bin ich intuitiv und sensitiv.
Intuition ist nichts Fremdes. Sie spielt sich innerhalb des eigenen mentalen Systems ab. Das Ergebnis beruht demnach auf Eigenenergie. Die Intuitionsforscherin Regina Morgenstrahl nennt sie eine ganz natürliche Fähigkeit, die jedem Menschen eigen ist. Sie gibt Gewissheit, aber keine rationale Sicherheit. Sie speist sich aus Erfahrung und hat nichts Übernatürliches an sich! Es handelt sich um einen Erkenntnisprozess ganz eigener Art. Das menschliche Gehirn verknüpft schlagartig bereits gespeicherte, oft unbewusste Informationen aus der eigenen Lebenserfahrung und seelischen Vergangenheit und setzt sie auf hilfreiche Weise neu zusammen. Blitzschnell, vom Verstand klar erkennbar, kurz und knapp. Instinkt als Überlebenshilfe ist eine Vorstufe der Intuition; er verweist uns Menschen auf unsere biologische Realität als Säugetiere. Und Inspiration ist sozusagen eine höhere Oktave von Intuition, aber sie hat doch grundsätzlich andere Voraussetzungen. Wer inspiriert ist, wird vom Spiritus, dem Geist, einer Fremdenergie behaucht. Er ist be-geistert, von einer ihm nicht eigenen Kraft erfüllt. Diese kann ein anderer Mensch, eine Situation, eine Landschaft, ein Gemälde, eine Musik und vieles...




