E-Book, Deutsch, 405 Seiten
Hastings Dark Heat - Gefährliche Leidenschaft
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95885-530-4
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Roman | Hot-Romance mit verführerischem Alpha Hero
E-Book, Deutsch, 405 Seiten
ISBN: 978-3-95885-530-4
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Im dunklen Strudel der Lust ... Als Nicole im Auftrag ihres Arbeitgebers ins exotische Monteverde reist, erwartet sie eine erfolgreiche Vertragsverhandlung und die Möglichkeit, ihre Karriere voranzutreiben. Doch als sie bei einem offiziellen Staatsempfang General Juan Mendoza begegnet, verwandelt sich der Businesstrip in einen Rausch aus Begehren und Gefahr. Obwohl Nicole von dem dominanten Wesen des Generals eingeschüchtert ist, kann sie sich seiner animalischen Anziehungskraft nicht entziehen. Hin- und hergerissen zwischen Schrecken und Verlangen gibt sie sich Juans exzentrischen Spielen hin - und gerät dabei immer tiefer in einen Abgrund verbotener Gefühle und verborgener Leidenschaften ... »Super Geschichte, heiße Erotik und ein wahnsinnig guter Schluss!« Amazon-Rezensentin»Absolute Leseempfehlung...konnte es nicht mehr weglegen.« Amazon-RezensentinEine junge Frau zwischen Vernunft und Verlangen ... Elektrisierende Hot-Romance voller Leidenschaft für Fans von Vi Keeland und L. Steele.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1
Das Flugzeug befand sich bereits im Landeanflug. Nicole ignorierte den etwas unangenehmen Druck in ihrem Magen. Stattdessen blickte sie interessiert aus dem Fenster. Zwischen den Wolkenfetzen wurden Berge sichtbar, dicht bewachsen mit Urwald. Hin und wieder glitzerte der Wasserspiegel eines Sees wie ein Diamant zwischen dem undurchdringlichen Grün auf. Doch nirgendwo ein Anzeichen einer Siedlung, eines Dorfes oder gar einer Stadt.
»Sind wir wirklich schon da?«, fragte sie ihre Sitznachbarin, eine kleine dunkelhaarige Frau, der man ihre spanische Abstammung ansah. Ines Molina war die offizielle Dolmetscherin der Regierungsdelegation, die sich auf dem Weg zu einem Staatsbesuch in das kleine mittelamerikanische Monteverde befand. Nicole schaute nach vorn und beobachtete den Außenminister, der mit dem Staatssekretär und dem Wirtschaftsminister Skat spielte. Die Flugbegleiterin hatte bereits die Getränke weggeräumt und lächelte ein wenig nachsichtig, weil die Männer erst das Spiel zu Ende bringen wollten.
»Wegen denen müssen wir noch eine halbe Stunde kreisen, bis wir landen können« murmelte Ines.
Nicole schwieg. Ines sollte ihre Nervosität nicht bemerken, und so presste sie ihre Hände zwischen die Knie. Sie war froh, wenn sie wieder festen Boden unter den Füßen spürte. Dabei war sie vor Freude und Überraschung fast an die Decke gesprungen, als ihr Chef Walter Rieger ihr ganz kurzfristig und unvermittelt eröffnete, dass sie die einmalige und außergewöhnliche Chance erhalten würde, gemeinsam mit einer Regierungsdelegation nach Mittelamerika zu fliegen. Dass diesem Staatsbesuch eine kleine Wirtschaftsdelegation angehören würde, dazu hatte sich der Minister erst kurzfristig entschlossen. Man wollte nicht zu deutlich zeigen, welches Interesse man an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Monteverde hegte. Das Land stöhnte unter einer Diktatur, und der Diktator war ein Mann, der es sich mit der ganzen Welt verscherzt hatte. Jahrelang blieb Monteverde isoliert, von der UN geächtet, von der Weltwirtschaft gemieden. Dass der Diktator plötzlich Interesse am Rest der Welt zeigte, in seinem Land kleine Reformen durchführte und sie mit dem Mäntelchen der Demokratie behängte, ließ die meisten Staaten vorsichtig bleiben. Und doch, für den Elektronikkonzern PENTATRON, den Nicole als Außenhandelskauffrau vertrat, war es eine große Chance, als erstes den Fuß in die Tür zu bekommen. Ganz sicher gab es einen großen Bedarf an Elektronik aller Art in einem Land, das sich über zehn Jahre selbst ins Abseits gestellt hatte.
»Warum gerade ich?«, hatte Nicole ihren Boss gefragt, nachdem sich ihre erste Überraschung gelegt hatte.
»Du bist die schönste Vertreterin unserer Firma im Ausland. Ach, was sage ich, du bist die schönste Botschafterin unseres Landes. Und weil du etwas von Elektronik und deren Verkauf verstehst.« Walter Rieger köpfte sogar eine Flasche Sekt, die er sonst nur zu Vertragsabschlüssen springen ließ, und stieß mit Nicole an. »Natürlich gibt’s noch viel mehr Gründe: deine ausgezeichneten Spanischkenntnisse, deine Ausstrahlung, deine Kompetenz …« Er schwieg lächelnd, als Nicole erschrocken die Hände hob.
»Du machst mich ganz verlegen« wehrte sie ab.
»Sei nicht so bescheiden.« Walter Rieger stieß mit Nicole an. »Also, dann hol raus, was du rausholen kannst!«
Jetzt wurde es Nicole doch etwas mulmig im Bauch, und das lag nicht am Landeanflug der Regierungsmaschine, in deren bequemen Polstern sie saß. Obwohl sie schon viele Verhandlungen mit ausländischen Wirtschaftsfachleuten und Firmen geführt hatte, sogar einmal mit einem Staatssekretär in Frankreich, war sie noch nie Mitglied einer offiziellen Regierungsdelegation gewesen. Was, wenn sie etwas falsch machte? Was, wenn sie etwas tat, was nicht dem Protokoll entsprach? Das konnte zu einer Staatsaffäre führen.
Dabei war dieser Besuch heikel genug. Aus der Opposition hatte es dazu heftige Proteste gegeben. Man warf dem Diktator Gonzales Menschenrechtsverletzungen vor. In seinen Gefängnissen sollen Staatsgegner gefoltert worden sein, es wären auch Menschen spurlos verschwunden. Auch wurde die Presse zensiert, ausländischen Journalisten die Einreise verweigert und Hilfsgelder verschwanden in dunklen Kanälen. Dazu kam, dass es sich um eine Militärdiktatur handelte. Das Militär hielt das Land in seinem Würgegriff. Dieser Diktator Gonzales war Nicole schon jetzt unsympathisch.
Leider war die Vorbereitungszeit zu kurz gewesen, um sich ausführlicher mit den verworrenen Verhältnissen in Monteverde zu beschäftigen. So gab es nur eine kurze Einweisung, die das Protokoll betraf. In diesem Zusammenhang wurden die verschiedenen Mitglieder der Regierung von Monteverde vorgestellt. Nicole erinnerte sich nur daran, dass der Innenminister des Landes gleichzeitig Chef des Militärs war und mit General Mendoza angesprochen werden musste. Der Diktator ließ sich als Exzellenz betiteln. Alle anderen waren irgendwie nichtssagend und trugen ellenlange Namen.
Nicole nestelte nervös an ihrem Gurt. Niemand sonst schien Lampenfieber zu haben. Sie bewunderte die Politiker dafür, wie abgebrüht und sicher sie sich auf dem schlüpfrigen Parkett der Diplomatie bewegten. Aber schließlich hatten sie es ja gelernt. Oder man musste dazu geboren sein. Nicole war es nicht. Sie hatte Physik und Elektronik studiert und anschließend noch ein Studium als Außenhandelskauffrau absolviert. Das waren die besten Voraussetzungen, um in verschiedenen Elektronikfirmen sich ihre Sporen zu verdienen. Letztlich landete sie bei Walter Rieger und seiner Firma PENTATRON. Walter protegierte Nicole und böse Zungen behaupteten, dass es wohl auch an Nicoles körperlicher Erscheinung lag. Lange Beine, wallende rote Locken und unergründlich grüne Augen ließen Männer träumen und Frauen neidisch werden. Nicole war darüber nicht glücklich. Schließlich wollte sie ihre Erfolge allein auf ihr Können und ihre Intelligenz begründen, aber es war wie ein Kampf gegen Windmühlen. Sie litt unter den Verdächtigungen, die man hinter vorgehaltener Hand tuschelte, weil sie wirklich aus der Luft gegriffen waren. Es lag ihr absolut fern, irgendwelche körperliche Vorzüge ins Spiel zu bringen, um sich dadurch geschäftliche Vorteile zu verschaffen. Außerdem fand sie sich selbst keineswegs so attraktiv, wie die Kollegen es immer wieder äußerten. Ihre rote Haarfarbe war angeboren, ebenso die lästigen Sommersprossen, die nicht mal im Winter ganz verschwinden wollten und sich nicht nur im Gesicht, sondern auf Dekolleté, Schultern, Rücken, Armen und sogar auf den Knien tummelten. Die ersten Sonnenstrahlen im Frühling ließen sie sprießen wie die Krokusse auf der Wiese. Ihre Augen waren auch nicht grün wie bei einer Katze, sondern setzten sich aus einer wilden Tüpfelung von Grün, Gold und Bernsteinbraun zusammen. Eine Zeit lang hatte sie einen Großverbrauch an Make-up, um die Schönheitsfehler zu kaschieren, irgendwann aber gab sie die sinnlosen Bemühungen auf und konzentrierte sich nur noch auf das, was sie wirklich perfekt beherrschte – Vertragsverhandlungen. So war sie froh, dass sie sich die meiste Zeit des Jahres auf Geschäftsreise befand, und letztlich zählten die abgeschlossenen Verträge. Aktien von PENTATRON wurden inzwischen zu Spitzenwerten an der Börse gehandelt.
Nicole blickte wieder aus dem kleinen Bordfenster. Die Maschine flog jetzt relativ niedrig. Die Wolken befanden sich bereits über ihnen. Fast unvermittelt fiel das grüne Gebirge zur Küste hin ab. Dörfer wurden sichtbar, handtuchgroße Felder, Straßen, Flüsse, die aus dem Dschungel hervorbrachen und sich ins Meer ergossen, weißer Sandstrand und eine Stadt, die Hauptstadt des Landes, San Miguel. Und dann lag vor ihnen das schmale, hellgraue Band der Landebahn.
Die Maschine setzte sanft auf und bremste dann stark ab. Schließlich blieb sie stehen. Nicole lugte aus dem Fenster, während der Außenminister sein Jackett anzog und sich vom Protokollchef Wiedemann den Schlips richten ließ. Die Maschine stand exakt an der Gangway, vor der sich ein roter Teppich erstreckte. Daneben hatte sich ein Militärkorps zum Empfang aufgestellt.
»Na, dann wollen wir mal« seufzte Ines und erhob sich. Sie nahm ihre kleine Reisetasche aus dem Gepäckfach und hing sie sich über die Schulter. »Weißt du noch die Reihenfolge?«, wollte sie von Nicole wissen.
»In meinem Kopf gähnt eine große Leere«, stöhnte Nicole und wischte sich verlegen ihre schweißfeuchten Hände am Rock ab. »Ich weiß nur noch, dass der Außenminister zuerst das Flugzeug verlässt und vom Diktator begrüßt wird. Dieser stellt dann seine Regierungsriege vor. Und wir folgen dem Defilee.«
Ines grinste. »Fast richtig. Die Minister zuerst, dann die Staatssekretäre und zuletzt die Wirtschaftsvertreter. Und auch da gilt wieder die Reihenfolge ...« Ines’ Sicherheit versetzte Nicole in eine mittlere Panik.
»Kannst du nicht in meiner Nähe bleiben? Den Empfang übersetzt du doch nicht?« Sie griff nach Ines’ Hand und Ines bemerkte, dass Nicole zitterte. Sie tätschelte ihr mütterlich den Handrücken.
»Alles halb so schlimm, die wischen sich den Hintern auch bloß mit Papier ab.«
»Du hast vielleicht Humor«, seufzte Nicole. »Du hast es auch schon hundert Mal mitgemacht.«
Die beiden unterschiedlichen Frauen kannten sich schon einige Jahre. Beide besuchten denselben Intensivkurs in Wirtschafts-Spanisch, Ines als Dozentin, Nicole als Schülerin. Seitdem waren sie sogar ein bisschen befreundet. Umso mehr freute sich Nicole, Ines auf diesem Staatsbesuch wiederzutreffen. Unter den Politikern und den etwas arroganten Wirtschaftsvertretern fühlte sie sich nicht sonderlich wohl. Zwar bemühte sich der...




