Hastings | Die Liebe der Wollhändlerin | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 321 Seiten

Hastings Die Liebe der Wollhändlerin

Roman
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-96148-139-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 321 Seiten

ISBN: 978-3-96148-139-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Immer an seiner Seite, doch niemals in seinem Schatten ... Der historische Roman 'Die Liebe der Wollhändlerin' von Susan Hastings als eBook bei dotbooks. Ein kleines Dorf in Sachsen, 1790: Schon in seiner Jugend will Maximilian mehr - mehr als das harte, entbehrungsreiche und viel zu kleine Leben seiner Eltern. Als sich ihm eine unerwartete Chance bietet, ergreift er sie ohne zu zögern und erarbeitet sich über die Jahre außerordentliches Wissen und Respekt. Rasch steigt er in einer Leipziger Wollhandlung zum angesehenen Mitarbeiter auf und begegnet so Charlotte, der hübschen Tochter einer Patrizierfamilie. Die kluge junge Frau bezaubert Maximilian und macht ihn, der noch weniger Jahre zuvor so weit unter ihr stand, zu ihrem Ehemann. Als starke und doch sanfte Partnerin steht sie ihm von nun an zur Seite. Doch das junge Glück wird schon bald vom drohenden Krieg überschattet, der nicht nur Maximilians Geschäft, sondern auch die junge Familie bedroht ... Sie gehörten zu den faszinierendsten Figuren ihrer Epoche - mit Liebe zum Detail und viel Gefühl zeichnet Susan Hastings das Leben und Wirken des Maximilian Ritter von Speck, Freiherr von Sternburg und seiner selbstlosen Frau Charlotte nach. Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Die Liebe der Wollhändlerin' von Susan Hastings. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Susan Hastings ist gelernte Geologin und war lange als Sachverständige für Geologie und Ökologie tätig. Ein Mentor im Studium entdeckte ihr schriftstellerisches Talent und motivierte sie dazu, dieses Talent zu verfolgen. Zunächst schrieb sie dann Kurzgeschichten, später zahlreiche Liebes- und Historienromane, die sie unter verschiedenen Pseudonymen erfolgreich veröffentlichte. Die Website der Autorin: katrinstephan.de/hastings/index.htm Bei dotbooks veröffentlichte Susan Hastings auch die folgenden historischen Romane: »Das Vermächtnis der Druidin«, »Der schwarze Magier« (gemeinsam erschienen in dem Sammelband »Der Medicus des Königs«), »Die Sehnsucht der Nonne«, »Die Leidenschaft der Nonne«, »Die Liebe der Wollhändlerin« und »Herzensflammen« sowie die historischen Liebesromane »Die Leidenschaft des Wikingers«, »Die Geliebte des Wüstenkriegers«, »Die Gefangene des Gladiators« (gemeinsam erschienen in dem Sammelband »Geraubt«) und »Verschleppt von einem Wikinger«, außerdem »Irische Träume«, »Der Traum von Afrika« und »Dark Heat - Gefährliche Leidenschaft«.
Hastings Die Liebe der Wollhändlerin jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Städtische Weite


Das kurze, scharfe Klicken des kleinen Steinchens an der Scheibe durchbrach die Stille in Maximilians Kammer. Er hob den Kopf und blickte zum Fenster hin. Dann legte er die Feder aus der Hand und schob sorgsam die Papiere beiseite, auf denen er geschrieben hatte. Mit wenigen Schritten war er am Fenster, öffnete es und blickte auf die Straße hinunter. Unten stand Jean Lamothe und winkte.

»Begleitest du mich in eine Gastwirtschaft? Allein macht es mir keinen Spaß.«

»Ich habe noch zu tun, die Papiere müssen morgen fertig sein.«

»Lieber Maximilian, das Leben besteht nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus Vergnügen. Verdirb es mir nicht.«

»Du bist unverbesserlich! Wie sonst als mit Arbeit soll man vorwärts kommen?«

Lamothe lachte. »Auf die paar Stunden kommt es nicht mehr an. Also, kommst du mit?«

»Weil du mein Freund bist. Aber nur bis Mitternacht, dann muss ich die Korrespondenzen noch beenden.«

Max schloss das Fenster. Er zog seinen Gehrock über, band sich sorgfältig das Halstuch und löschte dann den Leuchter. Seit er in der Wollhandlung Beyer als Korrespondent arbeitete, stellte er weitaus höhere Anforderungen an sich selbst als bisher. Heinrich Gottlob Beyer legte großes Vertrauen in Maximilian, das dieser keineswegs enttäuschen wollte.

Der Wollhändler war nicht nur sein Dienstherr und Förderer, sondern auch beinahe ein väterlicher Freund geworden. Dieses gute Verhältnis beflügelte Maximilian zu Höchstleistungen. Mit fast spielerischer Leichtigkeit erledigte er für Beyer die Auslandskorrespondenzen, verhandelte schriftlich mit Engländern, Franzosen, Italienern, Flamen. Am liebsten hätte er diese Geschäftspartner alle persönlich kennengelernt, allein die derzeitigen politischen Zustände in Europa ließen es nicht zu. Noch immer stiftete die französische Armee große Unruhe. Sie kämpfte gegen Österreich, mal erfolgreich, mal musste sie sich zurückziehen.

»Krieg ist für Handel und Wirtschaft nicht von Segen«, hatte Heinrich Beyer nur gesagt. »Trotzdem müssen wir es versuchen.« Und Maximilian Speck schrieb Kontrakte, bahnte Geschäfte an und überwachte deren Abwicklung. Nun hatte Spanien auch noch England den Krieg erklärt. Die Situation war angespannt.

Die hölzerne Stiege knarrte unter seinen Füßen, als er seine Kammer verließ. Auch seine Wohnqualität hatte sich erhöht, seit ihm Heinrich Beyer einen guten Lohn zahlte. So konnte er sich dieses Zimmer mit Ofen und einem hübschen Blick auf die Straße und die Stadt leisten. Die Möbel waren gut und stabil, sogar einen richtigen Schrank gab es für seine Kleider. Von seinem Lohn konnte er sich einen soliden Gehrock leisten, mehrere Hemden aus Baumwolle und seidene Halstücher. Und er konnte mit Jean eine Wirtschaft besuchen, ohne anschreiben lassen zu müssen.

Lamothe lief auf dem schmalen Trottoir vor dem Haus hin und her. »Na endlich! Ich dachte schon, du setzt dich wieder an deinen Schreibkram. Lass uns in eine Wirtschaft gehen, sonst werde ich noch verrückt.«

»Was ist los?« Sie bogen in eine Schänke ein, in der es gutes Bier und Gose gab. Schnaufend ließ sich der Franzose an einem Tisch nieder.

»Einen Krug Wein für mich und meinen Freund.«

Maximilian setzte sich Lamothe gegenüber.

»Was ist los?« wiederholte er seine Frage. »Ist etwas geschehen?«

Lamothe schenkte ihnen beiden ein und nahm einen tiefen Schluck. Dann verzog er das Gesicht. »Der Wein schmeckt nicht. Es ist eben kein französischer Wein, Wein von meinem Gut.«

Maximilian atmete tief durch. »Du hast Heimweh.«

»Ein Mann hat kein Heimweh«, widersprach Lamothe. »Aber ich habe einen Entschluss gefasst.« Er spürte den fragenden Blick seines Gegenübers. »Ich werde nach Hause zurückkehren.«

»Das ist zu gefährlich. Heute hörte ich, das französische Heer hat in Italien die Österreicher besiegt.«

»Das berührt mich wenig. Je stabiler das französische Gouvernement wird, umso besser für das Volk. Ich fühle mich ja solidarisch mit den Revolutionsgedanken, aber dieser Robespierre hat Frankreich in Blut ertränkt. Vielleicht gibt es meine Familie schon gar nicht mehr.«

Lamothes besorgtes Gesicht berührte Maximilian eigenartig.

»Robespierre ist tot, ich muss wieder nach Frankreich zurück.«

»Ich verstehe deine Sorge, mein Freund. Aber du solltest nichts übereilen. Es gibt immer noch jakobinische Aufstände.«

»Das muss ich riskieren. Dieser Wein bringt sogar eine Katze um!« Er schob das Glas von sich.

Max drehte sich nach dem Wirt um. »Herr Wirt, bringen Sie uns zwei frisch gezapfte Bier. Mein Freund braucht dringend eine Aufmunterung.«

Ein gequältes Lächeln flog über Lamothes Gesicht. »Verabschieden wir uns eben mit Bier.«

»Verabschieden? Heißt das etwa …?«

»Ich werde morgen mit der ersten Postkutsche fahren.« Er griff zum Bierkrug und hob ihn hoch. »Ich werde dir nie vergessen, wie du mir geholfen hast. Wenn es dich irgendwann einmal in die Gascogne verschlagen sollte, dann bist du bei mir immer herzlich willkommen.«

***

Maximilian trug seinen besten Gehrock und eine fein gefältelte Leinenkrawatte um den steifen Kragen. Er freute sich auf den Theaterbesuch, zu dem ihn sein Brotherr und Freund Heinrich Beyer eingeladen hatte.

Im Theater traf sich alles, was in der Stadt Rang und Namen und Geld hatte. Eine Theateraufführung war nicht nur ein kulturelles, sondern ein gesellschaftliches Ereignis. Entsprechend zeitig begaben sie sich auf den Weg. Vor der Veranstaltung würden sie bedeutende Persönlichkeiten der Stadt sehen und auch sprechen können, danach vielleicht sogar wichtige Verabredungen treffen.

Kutsche um Kutsche fuhr am Theater vor, Herren inGehrock und steifen Kragen, Damen in schmalen Kleidern in klassisch griechischem Stil entstiegen den Equipagen. Ein Hauch von Freiheit wehte auch durch die Mode. Vorbei die Zeit der steifen aristokratischen Reifröcke und Perückentürme. Maximilian war froh, keine gepuderte Perücke mehr tragen zu müssen. Sein Haar hielt er kurz geschnitten, seine Kleidung war betont schlicht, aber nicht weniger elegant. Die gute Qualität der Stoffe seiner Kleidung verriet nicht nur seinen Geschmack, sondern auch seine ausgezeichneten Kenntnisse über Tuche.

»Finden Sie nicht auch, mein lieber Speck, die Damen gewinnen mit der neuen Mode an Natürlichkeit.« Heinrich Beyer schwenkte seinen Spazierstock, der obligatorisch zur neuen Männermode gehörte.

»Das ist mir nicht entgangen.« Maximilian unterdrückte ein Schmunzeln. »Leider benötigen sie nun weniger Stoff für ein Kleid. Viel Verlust für einen Tuchhändler.«

Beyer lachte auf. »Sie denken zu geschäftlich. Ich finde, diese klassischen Kleider geben einer Frau viel mehr Charme als die Fischbeincorsagen und die Reifröcke. Irgendwie erinnerte mich diese Mode immer an eine Sanduhr. Allerdings befürchte ich, die neue Freiheit tut den Frauen nicht gut. Sie könnten zu leichtsinnig werden.«

»Nur weil sie kein Korsett tragen? Der neue Geist der Freiheit durch die französische Revolution stärkt das Bürgertum, den Handel, das Denken. Ohne diese Freiheit könnte die Industrialisierung nicht fortschreiten. Wenn Stoffe an großen Maschinen hergestellt werden, wie man das in den Gazetten liest, werden sie billiger und jede Bürgersfrau kann sie sich leisten. Sich schön zu kleiden ist kein Privileg von Adel oder Reichtum. Mir gefällt dieses Straßenbild schön gekleideter Menschen. Wozu handeln wir sonst mit Wolle?«

»Um daraus jede Menge Stoffe herstellen zu lassen. Wie wahr, mein junger Freund, was wäre unsere Arbeit wert, wenn wir unser Auge nicht daran erfreuen.«

Sie hatten keine Equipage benutzt, sondern waren zu Fuß zum Theater gelaufen. Maximilian genoss den Spaziergang und den fröhlichen Trubel um sich herum. Der Platz vor dem Theater wurde durch zusätzliche Laternen hell erleuchtet.

»Auch die Kultur ist jetzt frei«, bemerkte Maximilian. »Sie steht jedem offen. Ich glaube, es ist die Bildung, die jedem zukommen muss, um sich seinen Platz in der Gesellschaft zu erarbeiten. Eine humane Gesinnung, eine aufgeklärte Bildung und persönliche Freiheit müssen jedem Menschen zum Bedürfnis werden.«

Beyer legte Maximilian eine Hand auf die Schulter. »Sie sind noch jung und voller Enthusiasmus, lieber Speck. Und Sie sind das lebende Beispiel dafür, dass diese Lebenseinstellung einem Menschen zum Vorteil gereicht. Ich bin schon alt, habe zu viel menschliche Unzulänglichkeit erlebt. Und doch, der Aufschwung der Industrie lässt mein altes Krämerherz höher schlagen. Etwas liegt in der Luft, etwas, das ihr jungen Leute aufgreifen und zu olympischen Höhen führen müsst.«

Maximilian lachte auf. »Das klingt ja geradezu pathetisch. England macht von sich reden mit seinen großen Manufakturen, auch in Frankreich soll es sie schon geben und man eifert in den deutschen Fürstentümern nach. So richtig kann ich mir das alles noch nicht vorstellen, auch wenn ich diese Entwicklung befürworte. Die Menschen können nicht gleich sein, wenn sich nicht alle das Gleiche leisten können.«

Sein Lachen hatte eine junge Frau veranlasst, sich zu ihm umzudrehen. Sie schenkte ihm ein Lächeln. Es blieb Heinrich Beyer nicht unbemerkt.

»Sehen Sie, Sie erregen bei den Damen schon Aufmerksamkeit. Der Geist der Freiheit ist bei denen wohl angekommen.« Er schüttelte nachdenklich den Kopf. »Hoffentlich missbrauchen sie ihn nicht.«

»Missbrauchen?«, erwiderte Maximilian. »Ich hoffe, dass sie ihn mit Köpfchen gebrauchen. Jedenfalls hätte ich nichts dagegen.«

Sie hatten das Theater erreicht. Beyer hatte zwei Billets für den Rang gekauft. Sie blickten zu den Logen...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.