Hatterscheidt | Melaten Macchiato | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 173 Seiten

Reihe: Regional-Krimi

Hatterscheidt Melaten Macchiato

KRIMINAListenROMAN
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-945152-91-1
Verlag: Lempertz Edition und Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

KRIMINAListenROMAN

E-Book, Deutsch, 173 Seiten

Reihe: Regional-Krimi

ISBN: 978-3-945152-91-1
Verlag: Lempertz Edition und Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kurz vor Silvester sackt die junge Kassiererin Beate Kuckelke vor den Augen der Kunden eines großen Lebensmittelmarktes in Köln-Chorweiler plötzlich leblos zusammen.
Alle Wiederbelebungsversuche bleiben erfolglos. Der Polizei erzählt der stämmige Filialleiter von einem mysteriösen Anruf, einer Erpressung, die er nicht ernst genommen hat. Ein großer Fehler, denn die junge Frau ist vergiftet worden. Kriminalhauptkommissar Westhoven und sein Team der Mordkommission 6 nehmen die Ermittlungen auf.

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Kapitel 1


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Die Stimmung im Kommissariat war gut. Alle waren noch weihnachtlich beschwingt und freuten sich nun auf den Jahreswechsel. Die zurzeit Bereitschaft versehende Mannschaft der Mordkommission 6 drückte sich selbst die Daumen, dass nicht gerade jetzt ein Tötungsdelikt passieren würde. Zum Jahreswechsel wollten sich Paul Westhoven und seine Frau Anne, Heinz und Doris Dember mit „Klein-Dember“ und Toni Krogmann mit ihrer Partnerin Laura zum Fondue treffen. Westhoven hatte hierzu eingeladen.

Paul Westhoven, Leiter der MK 6, hatte sich schon den dritten Schokoriegel einverleibt, als sein Chef Arndt Siebert in sein Büro kam. Westhoven sah schon an seinem Gesichtsausdruck, dass die Ruhe nun vorbei sein würde.

„Sag schon, Arndt. Was gibt’s?“

„Die Leitstelle hat eben angerufen. Im City-Center Chorweiler ist eine 29-jährige Frau gestorben und der Notarzt hat ‚ungeklärt’ angekreuzt. Ich hab gesagt, dass jemand kommt.“

„Und warum kommst du dann zu mir? Wir haben Bereitschaft und keinen Tagesdienst. Oder gibt es Anhaltspunkte dafür, dass jemand ein bisschen nachgeholfen hat?“

„Komm schon, Paul, wir sind personell sowieso dünn besetzt. Es sind doch fast alle im Urlaub. Und dem Tagesdienst habe ich vorhin alle Leichensachen vom Wochenende ins Fach gelegt. Die reichen erstmal für den Vormittag.“

Westhoven atmete demonstrativ tief durch. „Manchmal glaube ich wirklich, dass du meinst, dass du es mit mir machen kannst!“ Er blickte seinen Chef mit durchdringendem Blick an. „Okay, wo im City-Center ist denn die gute Frau verstorben? Der Laden erstreckt sich doch über zwei Etagen! Oder soll ich mit einer Wünschelrute vom Springbrunnen aus anfangen zu suchen, wo es sein könnte? Und ist schon jemand von der Polizeiinspektion vor Ort?“

Sieberts Gesicht hellte sich auf. „Ich wusste, dass du mich nicht hängen lässt. Wenn du wüsstest, wie gern ich mal wieder selbst einfach nur ermitteln würde! Stattdessen muss ich mich mit dem täglichen Wahnsinn der Controllingzahlen herumschlagen. Wer wann sein Sportabzeichen gemacht hat, wer wie Wyatt Earp um die Ecke schießen kann, Einsatztraining und und und. Wenn das so weitergeht, laufe ich bald nur noch mit extremen Hautirritationen durchs Präsidium und jage jemanden mit meinem Eichenholz durch die Südstadt oder….“

Westhoven unterbrach ihn freundlich: „Okay. Okay. Ist ja schon gut, hör auf zu kümen, sonst kommen mir die Tränen. Du weißt ja: Das erste Leben ist hart und deine A13 sind schließlich ein fürstliches Schmerzensgeld!“ Er grinste und Arndt Siebert rollte mit den Augen. „Jetzt guck nicht wie ein gebumstes Frettchen, Chef. Sag mir lieber, wo wir hin müssen!“

„Die Tote liegt im -Supermarkt an der Kasse 3 und eine Motorradstreife aus Chorweiler ist vor Ort und wartet auf euch. Sämtliche Lebensmittelläden sind dort im Erdgeschoss, ihr findet das schon. Das dürfte nicht zu übersehen sein. Mehr weiß ich derzeit auch noch nicht. Ich verlass mich auf dich.“ Siebert zeigte anerkennend mit dem Zeigefinger auf Westhoven und war dann wieder verschwunden.

Westhoven seufzte. Er nahm seine Tasse Kaffee vom Schreibtisch und ging zum Büro von Toni Krogmann und Heinz Dember. Die beiden hockten vor Dembers Computer. Dember strahlte. „Guck mal, da. Ist er nicht süß? Sieht aus wie ich. Meiiin Junge.“ Mit dem Zeigefinger tippte er dabei auf den Bildschirm. Toni Krogmann lächelte ebenfalls.

„Moin, ihr beiden. Wenn ihr fertig seid mit dem Familienalbum, dann hätte ich eine klitzekleine Leichensache für euch.“ Damit hatte Westhoven ihre ganze Aufmerksamkeit. Verständnislos sahen die beiden zu ihm hoch.

„Wie jetzt? Ist jemand ermordet worden? Um diese Uhrzeit?“ Dember fühlte sich bei seiner Fotopräsentation sichtlich gestört.

„Dember! Du bist und bleibst ein hoffnungsloser Fall.“ Westhoven schüttelte fast unmerklich den Kopf. „Der Tagesdienst hat sein Fach bis zum Anschlag voll mit Leichensachen vom Wochenende. Arndt hat darum gebeten, dass wir einen ‚Ungeklärten’ im City-Center Chorweiler übernehmen.“

„Na toll!“ Dembers Unmut war nicht zu überhören. Seit der Geburt von Leon Heinz kreisten seine Gedanken nur noch um seinen kleinen Filius. Jedem, der es nicht hören oder sehen wollte, erzählte er davon und zeigte unentwegt Fotos von dem kleinen Racker.

„Sei doch froh, Heinz. Da gibt’s auch Babyläden. Kannst ja im Anschluss noch ein paar Strampler kaufen.“ Westhoven lachte.

„Weißt du was, Paul? Das mache ich auch. Ob ich die in den Köln-Arcaden oder im City-Center kaufe, ist wirklich egal. Dann mach ich halt meine Mittagspause dort. Oder Toni?“ Dember blickte sie fragend an.

„Klar! Klar, wieso nicht? Ich gehe dann derweil in die Buchhandlung. Es soll ein neuer Kriminalistenroman auf dem Markt sein, den will ich unbedingt haben. Laura hat mir zu Weihnachten zwar einen Reader geschenkt, aber ich habe mich noch nicht richtig daran gewöhnen können, ein Buch auf so einem Ding zu lesen.“

„Doris hat auch einen E-Book-Reader. Sie ist total begeistert, freut sich jetzt schon auf unseren Urlaub, weil sie dann Bücher ohne Ende mitnehmen kann; wenn wir denn überhaupt jemals wieder einen machen.“

Westhoven meldete sich zu Wort: „Heinz, seid froh, dass ihr noch außerhalb der Schul- oder Kindergartenferien fahren könnt. Dann wird’s nämlich erst richtig teuer. Ich spreche da aus Erfahrung. Aber kommt jetzt Leute, kommt in die Puschen und fahrt mal eben die Leichensache. Ein Todesermittlungsverfahren mehr oder weniger bringt euch nicht um.“

Schon an der Ein- und Ausfahrt zum Parkplatz vor dem City-Center Chorweiler stand Dember kurz davor, die Nerven zu verlieren. Wie von Sinnen beteiligte er sich an dem Hupkonzert, das um sie herum herrschte, und schrie dabei durch die geschlossene Scheibe in Richtung eines Rentnerpärchens, dass sie endlich voranmachen und nicht so herumschleichen sollten.

Toni schüttelte den Kopf. „Meine Güte! Was hast du denn? Hast du etwa erwartet, dass die hier den roten Teppich für dich ausrollen oder dir einen Parkplatz reservieren?“

„Das macht mich rasend, diese Schleicherei, so viele Leute…“

„Ich verstehe dich nicht, Dember. Das ist doch jedes Jahr dasselbe, dass die Geschäfte mit dem Umtausch der unpassenden Weihnachtsgeschenke sprichwörtlich überrannt werden.“

„Mann! So viele Lahmärsche auf einem Fleck! Ich stelle unseren Wagen jetzt direkt hinter das Polizeimotorrad und wehe, da hängt gleich ’ne Knolle dran. Dann…“ Dembers Gesicht war puterrot angelaufen.

„Wie kannst du dich nur so künstlich aufregen? Stell den Wagen ruhig dorthin, aber wehe, der wird abgeschleppt! Und noch was: Denk an Klein-Dember, mit einem Lächeln im Gesicht bist du gleich sympathischer – du Giftzwerg.“

Toni schwang sich elegant auf der Beifahrerseite aus dem Wagen und rückte ihre Steppjacke zurecht, damit niemand die Dienstwaffe an ihrem Gürtel sehen konnte. Danach öffnete sie die hintere Tür und holte ihren „Leichenkoffer“ heraus. Diesen Koffer führte sie stets zu solchen Anlässen mit. Schön sortiert befanden sich darin Plastiktüten, Einmalhandschuhe, eine sehr scharfe Schere, um notfalls die Kleidung vom Leichnam herunterzuschneiden, ihr Notizblock sowie eine Digitalkamera.

Nach einigen Remplern durch die Menschenmassen erreichten die beiden Todesermittler den verschlossenen -Supermarkt. Die großen Glasscheiben, die sonst nur zum Ladenschluss vorgezogen wurden, verdeckten teilweise den Blick auf die mit verheulten Gesichtern im Laden stehenden Angestellten. Ein Polizist in Motorradkluft kam auf sie zu. „Seid ihr vom KK 11?“

Dember nickte und Toni antwortete: „Ja. Ist der Notarzt schon weg?“

„Die sind direkt weiter zum nächsten internistischen Notfall.“ Mit diesen Worten übergab er ihnen die Todesbescheinigung. „Da steht nicht viel drauf, eben nur ‚ungeklärt’.“

Dember ergriff das Wort: „Das hätte mich ehrlich gesagt auch gewundert, wenn der Notarzt bei einer so jungen Frau ‚natürlichen Tod’ angekreuzt hätte.“

„Notärztin“, berichtigte ihn der Motorradpolizist.

„Von mir aus. Spielt aber für mich keine Rolle. Wir sind so oder so im Boot. Was ist mit Angehörigen, wisst ihr da schon was?“

„Der Mann der Toten arbeitet auch hier: Peter Kuckelke. Er steht da drüben mit dem Filialleiter, der mit dem dunklen Pullover.“ Der Kollege wies auf...



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