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E-Book

E-Book, Deutsch, 216 Seiten

Reihe: Regional-Krimi

Hatterscheidt Puzzlemord

KRIMINAListenROMAN
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-945152-02-7
Verlag: Lempertz Edition und Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

KRIMINAListenROMAN

E-Book, Deutsch, 216 Seiten

Reihe: Regional-Krimi

ISBN: 978-3-945152-02-7
Verlag: Lempertz Edition und Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf der Kriminalwache in Kalk herrscht in dieser heißen Sommernacht Hochbetrieb, als die Meldung hereinkommt, dass ein junges Pärchen im Pyramidenpark in Deutz schwarze Müllsäcke mit Leichenteilen gefunden hat. Tatsächlich findet die Kriminalwache zwei Arme und einen Torso. Bald tauchen weitere Körperteile auf. Die Bevölkerung ist beunruhigt und die Boulevardpresse titelt reißerisch: "Puzzlemord in Deutz - Kopflose Leiche!"

Kriminalhauptkommissar Westhoven und sein Team nehmen die Ermittlungen auf und machen bald eine weitere grausige Entdeckung. Außerdem beschäftigt nicht nur Westhoven ein alter Fall: ein bestialischer Doppelmord an einem Renterpaar, das im Vorjahr in einer Villa der noblen Leverkusener Waldsiedlung getötet wurde.

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Dienstag – 3.00 Uhr nachts


Die Mitglieder der Mordkommission 6 trafen kurz nacheinander im Präsidium in Köln-Kalk auf ihrer Dienststelle des Kriminalkommissariates 11 (KK 11) ein. Da war zum einen Paul Westhoven, 50 Jahre alt, in zweiter Ehe mit Anne verheiratet, eine Tochter aus erster Ehe, Kriminalhauptkommissar (KHK) und Leiter dieser Kommission. Zum anderen gab es Kriminalhauptkommissarin (KHKin) Toni Krogmann, jenseits der 40, ein gebürtiges Hamburger Nordlicht, die mit ihrer Kollegin Laura zusammen war. Kriminalkommissar (KK) Heinz Dember, knapp über 30, mit der Rechtsmedizinerin Doris Dember verheiratet, kürzlich Vater eines Sohnes geworden, erschien gegen 03.00 Uhr mal wieder als Letzter auf der Dienststelle. Mit seiner gelben Zipp-off-Hose und seinem am Körper klebenden Muskelshirt mit Sponge Bob-Aufdruck sah er aus, als käme er frisch vom Ballermann. Angesichts seiner Kleidung hatte er Westhovens ungeteilte Aufmerksamkeit. „Oh Mann, Dember! Du wirst dich wohl nie ändern. Habt ihr zuhause keinen Spiegel? So willst du nicht ernsthaft mit uns zum Fundort fahren?“ Kopfschüttelnd betrachtete er Dember, wobei er sich ein Lachen kaum verkneifen konnte.

„Sorry! Der Kleine hat wieder Blähungen, ich habe bis jetzt kein Auge zugetan. Habe mich schnell in die Klamotten hier geworfen und bin direkt hierher.“

Toni musterte ihn von oben bis unten und grinste breit.

„Wirklich!“, betonte Dember mit Nachdruck. Westhoven verdrehte die Augen und winkte ab. „Ja, ist ja schon gut.“

Dember fuhr sich grinsend mit den Fingern durch seine klitschigen Haare und schüttelte den Kopf wie nach einer Dusche. „Ich ziehe mich direkt um. Für solche Notfälle habe ich doch immer Kleidung zum Wechseln im Büro. Man weiß ja nie, wozu die mal gut ist. Wo geht’s denn eigentlich hin? Willi Schuster hat nämlich nur gesagt, dass in einem Park eine Tüte mit Leichenteilen gefunden wurde.“

„Wir müssen zum Pyramidenpark! Die Kollegen von der K-Wache warten schon auf uns. Also beeil dich ein bisschen!“

Dember schaute ihn gespielt ungläubig an. „Pyramiden-Was? Äh… mir hat keiner gesagt, dass ich meinen Reisepass mitbringen soll. Woher soll ich denn bitteschön wissen, dass unsere Zuständigkeit plötzlich bis nach Ägypten geht?“

Toni prustete lauthals los. „Muss ich dir als Hamburger Deern etwa erklären, wo der Pyramidenpark ist?“

„Wieso weißt du das denn? Na, schieß los, ich bin ganz Ohr, Toni.“ Dember blickte seine Bürokollegin erwartungsvoll an.

„Also schön! Dann gebe ich dir mal einen kurzen Exkurs, wie aus einem Straßenbahndepot der Pyramidenpark wurde.“

Westhoven, der auch erst seit dieser Nacht wusste, dass der Park quasi in Sichtweite des Präsidiums in Deutz lag, hörte ebenfalls gespannt zu.

„Also, der Park grenzt an den Großparkplatz neben dem Trainingszentrum der Kölner Haie. Das weißt du ja wohl, wo das ist. Wenn man es nicht weiß, dann fällt einem tatsächlich die langgestreckte Rasenpyramide nicht auf. Im Vorbeifahren sieht man nur einen Hügel. Jedenfalls verläuft unterhalb der Pyramide der gerade Hauptweg, daneben parallel ein Bahngleis, das an einem Prellbock endet. Sozusagen als Blick in die Vergangenheit auf das ehemalige Straßenbahndepot der KVB auf diesem Gelände. So, jetzt seid ihr im Bilde.“

Dember nickte nachdenklich. „Danke, Toni. Nur für mich zur Beruhigung! Jetzt bin ich schon gefühlt eine Million Mal daran vorbeigefahren. Wie lange gibt’s denn den Park schon?“

Sie grinste ihn an. „Ach, erst schlappe 10 Jahre! Der Park wurde im Jahr der Euro-Einführung eröffnet. Zur Erinnerung an die alten europäischen Währungen sind auf dem Hauptweg sogar Platten mit Lire, Francs, Gulden und dem Münzgeld der anderen Länder eingelassen. Werdet ihr dann ja gleich sehen können. Zufrieden jetzt?“

„Ja, fast! Eins noch, Toni – wieso weißt du sowas?“

„Städtereisen waren schon immer mein Hobby. Erst recht, wo ich doch in dieser schönen Stadt mein Zuhause gefunden habe. Geh doch gleich zu Fuß rüber, sind ja nur schlappe 300 bis 400 Meter. Vom Geschäftszimmer aus kannst du die Pyramide fast sehen.“

Dember zog eine Grimasse und blickte verstohlen aus dem Fenster.

***

Trotz der geringen Entfernung bis zum Fundort fuhren die Ermittler mit zwei Fahrzeugen dorthin. Da Willi Schuster ihnen mitgeteilt hatte, dass man am besten über den Parkplatz neben dem Trainingscenter dorthin gelangen könnte, nahmen sie den Weg über die Gummersbacher Straße und bogen wenig später hinter der Bahnüberführung nach links ab. Auf dem Parkplatz standen zwei Streifenwagen, um die bereits das Flatterband zur Absperrung gespannt war. Das Blaulicht war eingeschaltet, wodurch die Gesichter der Journalisten immer wieder in blaues flackerndes Licht getaucht wurden. Westhoven parkte direkt vor den Fahrzeugen, Toni unmittelbar dahinter. Ohne auf die drängenden Fragen des EXPRESS-Reporters Dirk Holm zu reagieren, begaben sich alle drei zunächst hinter die Absperrung. Ein Beamter der Kriminalwache kam auf sie zu. „Guten Morgen! KK 11, nehme ich an?“

„Genau“, antwortete Westhoven. „Ist der Erkennungsdienst noch nicht da oder stehen die mit ihrem Wagen auf der anderen Seite des Parks?“

„Die sind noch nicht da. Soll ich denn trotzdem schon mal berichten, was wir hier haben?“

Westhoven machte eine ungeduldige Handbewegung, die nichts anderes bedeutete, als dass der Kollege endlich erzählen sollte. Daraufhin berichtete der junge Kollege sichtlich beeindruckt von der Alarmierung bis zur Inaugenscheinnahme der Plastiktüte und redete dabei wie ein Wasserfall. „Ich habe so etwas noch nie gesehen! Jedenfalls nicht in echt. Das kenne ich nur aus dem Kriminalistikunterricht. Aber da haben die Bilder nicht so gestunken wie dieser Torso ohne Kopf und ohne Arme!“ Er atmete kurz durch. „Der junge Mann dahinten mit seiner Freundin – die haben den schwarzen Plastiksack gefunden. Tim Dornhöfer und Anni Holz.“

Westhoven fragte: „Wo lag denn der Sack?“

Der Kollege drehte sich um, zeigte auf den Fußweg, der zwischen dem niedrigen Buschwerk vom Parkplatz aus in den Park führte. „Da vorne, rechts vom Weg im Gebüsch. Wenn ich das vorhin richtig verstanden habe, dann musste er mal, ist dazu ins Gebüsch gegangen und dann dort über den Sack gestolpert. Und weil das so gestunken hat, haben die beiden nachgeschaut. Das ist die Kurzversion. Ich schreibe euch natürlich einen ausführlichen Bericht.“

„Habt ihr euch denn schon mal grob umgesehen, ob hier im Park oder in der näheren Umgebung noch mehr Plastiksäcke mit Leichenteilen herumstehen oder -liegen?“, hakte Westhoven nach.

„Ehrlich gesagt nicht. Dafür waren wir einfach nicht genug Leute hier. Du siehst ja selbst, was hier los ist. Wenn wir uns hier wegbewegt hätten, dann hätten die Journalisten hundertprozentig die Absperrung ignoriert.“

Westhoven wusste, dass sein Kollege damit wohl richtig lag. Insbesondere sein Spezialfreund Dirk Holm vom EXPRESS hätte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

„Haben wir denn noch mehr Zeugen außer den beiden?“

Kopfschütteln. „Nein, waren wohl die einzigen, die um diese Uhrzeit noch im Park waren.“

Dember meldete sich zu Wort: „Hier ist es auf jeden Fall angenehmer als bei mir zu Hause. Bei den Temperaturen kann doch kein Mensch schlafen. In unserem Schlafzimmer ist es so heiß wie in einer Sauna. Es kühlt kein bisschen runter.“

Toni frotzelte: „Wenn wir hier fertig sind, kannst du dich ja zum Schlafen in den Park legen, du armer gestresster Papi.“ Sie erntete nur einen missbilligenden Blick ihres Kollegen.

Westhoven zog sich einen Spurensicherungsanzug über und ließ sich danach von dem Kollegen der Kriminalwache zum Fundort führen. Sein Team kümmerte sich auf seine Anweisung hin um die Zeugen. Als er direkt neben dem Sack stand, bohrte sich der Gestank bis in seine Lungen. Wie an jedem neuen Tatort schloss er die Augen und ließ die Umgebung auf sich wirken.

Währenddessen trafen nun auch Michael Drees von der Spurensicherung und der Fotograf ein. Nachdem sie ebenfalls Spurensicherungsanzüge und Schuhüberzieher angelegt hatten, begaben sie sich zum Kollegen der Kriminalwache, der noch immer an der Stelle auf dem Weg stand, wo Westhoven ins Gebüsch verschwunden war. Drees konnte sich einen lockeren Spruch nicht verkneifen: „Paul kommuniziert wohl wieder mit dem Opfer. Macht er immer so. Das dauert ein paar Minuten. Stören wir ihn nicht, dann geht‘s schneller.“

Der junge Kollege räusperte sich. „Ähem. Das dürfte schwierig werden. Der Kopf fehlt.“

Westhoven hörte gedämpft die Stimmen seiner Kollegen und wusste ganz genau, dass Drees ihn gleich antreiben würde, damit er mit der Spurensicherung beginnen konnte. Trotzdem nahm er sich den Moment. Er spürte auf der Haut die leichte Kühle, die in diesem Buschwerk herrschte. Viel mehr aber spürte er, wie süßlich-fauliger Gestank von...



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