Hauck | Der Himmel ist die Grenze | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 408 Seiten

Hauck Der Himmel ist die Grenze


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7557-7541-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 408 Seiten

ISBN: 978-3-7557-7541-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Erzählung des Autors Peter Hauck, handelt von der Hauptfigur Thomas Becker, der sich eine Existenz aufbaut und sich dabei in die Angestellte einer Kundin verliebt. Obwohl der Roman teils schwierige Themen behandelt wie Liebe, Leidenschaft, Sucht und Trauer, ist er leicht und flüssig geschrieben und endet nach vielen Irrungen und Wirrungen letztendlich in einem Happy End.

Der Autor Peter Hauck wurde 1951 in Heidelberg geboren. Er begann 1973 eine Ausbildung zum Mediengestalter. Jahrelang arbeitete er in einem Verlag.1991 machte er sich selbständig als Mediengestalter und begann mit dem Schreiben von Romanen. Ab 2011 ist er im Ruhestand und widmet sich dem Schreiben von Romanen und Erzählungen.

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Der Himmel ist die Grenze
Die Ärztin, die Thomas gegenüber saß, schaute ihn fragend an, Thomas versuchte ihrem Blick auszuweichen. Er fühlte sich nicht besonders wohl. Er zögerte die Frage, die Frage, die ihm die Ärztin stellte zu antworten. „Mir geht es nicht besonders gut“, hörte er sich leise sagen. Es folgte ein Kopfnicken der Ärztin, danach sah sie ihn wieder ruhig an. „Ich weiß nicht mal so recht, wo ich bin und wie ich hierher gekommen bin!“ „Das kann ich ihnen beantworten, sie sind in Wiesloch im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden, sie lagen heute Nacht auf einer Bank vor der Aufnahme, die fast leere Wodkaflasche stand vor ihnen.“ Thomas glaubte nicht recht zu hören, er schämte sich. „Dann muss ich hier auf dem Gelände noch getrunken haben, ich wollte eigentlich eine Entgiftung hier machen.“ Seine Stimme war immer noch sehr leise und schwach, er fühlte sich Elend. „Tja, Herr Becker, das war kein guter Einstieg. Ich werde sie jetzt noch kurz untersuchen und wenn der Alkohol noch etwas abgebaut, ist können wir ihnen die ersten Entzugstabletten geben. Der Gedanke bald etwas gegen seinen schrecklichen Entzug zubekommen, war für Thomas eine Erleichterung. Nachdem die kurze Untersuchung abgeschlossen war, wollte Thomas das Artzimmer so schnell wie möglich verlassen. „Wir werden uns in zwei Tagen noch etwas ausführlicher unterhalten müssen, wenn es ihnen etwas besser geht.“ Thomas Stand schon im Türrahmen, hielt kurz inne und nickte der Ärztin zu. Ein sehr schwaches danke kam über seine Lippen. Als er den Krankenhausflur betrat, sah er sich um. Er musste erst einmal sein Zimmer finden. Thomas las nach einigem Suchen seinen Namen auf dem Schild eines Zimmers, er betrat es, sah ein durchwühltes Bett, in den anderen zwei Betten die noch im Zimmer standen lagen Männer, die er nicht richtig erkennen konnte, sie schnarchten leise vor sich hin. Ihm fehlte jede Erinnerung. Er fing an seine Brille zu suchen, sie lag auf dem Nachttisch. Ich brauche ein Zigarillo, hab ich überhaupt welche? Thomas ging suchend um das Bett. Rechts daneben stand eine Tasche, Thomas erkannte sie. Er versuchte sie zu öffnen, was ihm nicht leicht fiel, dann die Erleichterung, obenauf lagen seine Zigarillos, bestimmt acht oder zehn Schachteln. Er musste sie noch eingekauft haben bevor er in die Klinik ging, wo und wann wusste er nicht mehr. Er sah an sich herab, er war in T-Shirt und Unterhosen, seine Jeans und sein Hemd hingen säuberlich am unteren Bettgestell. Thomas versuchte zitternd seine Hose anzuziehen, was eine gefühlte Ewigkeit dauerte. Er war schwach und erschöpft, musste sich wieder hinsetzen, hatte Herzrasen und musste schwer atmen, barfuß zog er sich seine Schuhe an und griff zum Hemd, als er es anzog bemerkte er, dass in seiner Brusttasche auch noch eine Packung Zigarillos steckte. Unsicher ging Thomas zur Tür, öffnete sie vorsichtig und leise. Das grelle Licht des Flures tat seinen Augen weh. Thomas sah nach beiden Seiten des Flures, der glücklicherweise menschenleer war, dann entdeckte er auf der linken Seite das Raucherzimmer, es war verhältnismäßig groß, es standen Tische und Stühle darin und es war verglast, sodass man es von außen einsehen konnte. Thomas sah, das schon einige Leute darin saßen, sich unterhielten und rauchten. Er ging auf das Raucherzimmer zu, öffnete die Tür, trat ein und drückte sich ein jämmerlich, leises „Morgen“ aus den Mundwickeln. Sein Gruß wurde nicht erwidert, wahrscheinlich hat ihn auch niemand gehört. Er setzte sich an einen freien Tisch, zog seine Zigarillos aus der Brusttasche und versuchte sich eine anzustecken, was ihm nicht gerade leicht fiel, mit seinen zittrigen Fingern. Nach einigen Anläufen gelang es ihm, sich das Zigarillo in den Mund zu stecken, mit beiden Händen hielt er das Feuerzeug und schaffte es anzuzünden. Er nahm erst mal einige tiefe Züge. Thomas versuchte entspannt und gelassen zu wirken, war aber in höchstem Maße unsicher und fühlte sich von allen beobachtet. Er saß auf der Kante seines Stuhles, die zittrigen Ellenbogen auf seine Knie gestützt. Es war Mitte Juni und Thomas fror. Er versuchte einen Zug von seinem Zigarillo zu nehmen. Das Raucherzimmer füllte sich langsam, was in Thomas Unbehagen auslöste, er war nicht in Stimmung für andere Leute. Es wurde teilweise gelacht und laut geredet, es waren die Patienten denen es nach der Entgiftung schon wieder etwas besser ging. Thomas beneidete sie. Zwei Frauen kamen auf Thomas Tisch zu. Sie zogen sich, ohne ein Wort zu sagen, die Stühle zurecht und setzten sich. Sie waren etwas jünger als Thomas, zündeten sich, immer noch wortlos, ihre Zigaretten an und legten ihre Packungen auf den Tisch. Die zwei Frauen unterhielten sich über ihren Entzug, Thomas hörte ihnen zu. „Und wie geht es dir?“ Thomas brauchte eine Weile, bis er begriff, dass die Frage an ihn gestellt war. Er schüttelte leicht den Kopf. „Nicht wirklich gut, so richtig Scheiße, ich habe den kompletten Filmriss!“ „Wie, du weißt überhaupt nichts mehr?“ fragte die Frau mit den etwas kürzeren, blonden Haaren, die ihm links gegenüber saß. Die Frauen schauten sich an und lachten. „Du kamst heute Nacht gegen zwei hier an, bist mit zwei Pflegern hier einmarschiert, hast deine Tasche noch selbst getragen, wir saßen gerade im Raucherzimmer und haben uns gefragt, was du hier willst. Nach der Aufnahme und nachdem sie dir dein Zimmer gezeigt hatten, bist du hier kerzengerade ins Raucherzimmer gekommen, hast dich hingesetzt und geraucht, du hast kein Wort gesprochen, warst völlig abwesend dagesessen und hast geraucht, eine nach der anderen. Kein Wunder, du hattest ja auch über drei Promille!“ „Ich kann mich an wirklich gar nichts mehr erinnern, bis vorhin, als ich nach einem schrecklichen Alptraum schweißgebadet aufgewacht bin und der Pfleger zu mir ins Zimmer kam.“ Die andere Frau, mit den dunklen längeren Haaren, die ihm rechts gegenüber saß, sah ihn an. „Willst du einen Kaffee?“ Thomas hatte in der langen Zeit seiner Abstinenz, als er nicht mehr im Krankenhaus war, vergessen, wie hilfsbereit die Menschen auf so einer Entgiftungsstation manchmal waren. „Ein Schluck Kaffee wäre nicht schlecht, aber ich glaube er fällt mir aus der Hand!“ Die Frau mit den langen, schwarzen Haaren stand auf. „Ich hol uns jetzt erst mal Kaffee!“ Sie ging zur Tür des Raucherzimmers. „Hast du schon was gegen den Entzug bekommen?“ Thomas schüttelte den Kopf. „Ich habe immer noch fast zwei Promille, sie können mir noch nichts geben, ich bin total entzügig.“ „Das geht nicht so schnell, schau mich an, ich bin mittlerweile drei Tage hier und zittere immer noch ein wenig, aber es wird schon besser!“ Die Frau mit den langen, dunklen Haaren versuchte die Tür von außen aufzumachen, sie trug drei Tassen. Ein Patient der rauchend an der Tür stand, hielt ihr die Tür auf. Sie kam an den Tisch, mit den Kaffeebechern. „Ich hab die Becher nur halbvoll gemacht, wegen des Zitterns!“ Thomas war jetzt doch froh, Unterhaltung zu haben, dass lenkte ihn ein wenig ab. Die anderen Patienten verließen nach und nach das Raucherzimmer. „Wo gehen die alle hin?“ „Blutdruckmessen, Tabletten und dann gibt es Frühstück, wir trinken noch unseren Kaffee und stellen uns dann an, da muss man sowieso immer warten!“ Thomas versuchte seine Kaffeetasse zu nehmen, es ging nur ganz vorsichtig und er musste sie mit beiden Händen halten. Er konnte einen kleinen Schluck nehmen, dann musste er die Tasse wieder abstellen. Er zitterte am ganzen Körper. Die Schwarzhaarige wandte sich zu Thomas. „Wie heißt du überhaupt?“ „Thomas! Und ihr?“ „Uschi!“ „Und ich bin die Marianne!“ antwortete die Frau mit den kurzen, helleren Haaren. „Trink deinen Kaffee aus, wir müssen zum Blutdruckmessen!“ Thomas versuchte nochmals seinen Becher in beide Händen zu nehmen, er brachte ihn an seinen Mund und es gelang ihm noch ein paar Schlucke zu trinken. Uschi und Marianne waren bereits aufgestanden, Thomas konnte nur langsam aufstehen, sie gingen zur Tür. Am Pflegezimmer standen nur noch wenige Patienten. Thomas musste sich setzen, das stehen fiel ihm schwer. Jetzt war er an der Reihe, er ging unsicher in das Pflegezimmer und setzte sich dort auf einen bereitstehenden Stuhl. Es waren zwei Pfleger und eine Krankenschwester im Raum. Die Pfleger saßen rechts und links am Tisch, die Krankenschwester stand. „Wie geht es ihnen, Herr Becker?“ „Nicht so gut!“ „Dann wollen wir mal!“ Thomas streckte den Pflegern seine Arme hin, die immer noch heftig zitterten. Ihm wurden Blutdruck und Puls gemessen. „Gibt es das?“ Die Pfleger waren erstaunt,...



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