E-Book, Deutsch, 396 Seiten
Haug Galgenstrick und Liebesglück
2. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7481-6223-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 396 Seiten
ISBN: 978-3-7481-6223-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Gabi Haug, geboren am 23.12.1961. Gabi Haug, ist Hausfrau und lebt mit ihrem Ehemann in Frankfurt am Main. Unter dem Pseudonym 'Nefhithiel' schrieb sie, von 2004 - 2008, FanFiction und Gedichte im Bereich 'Der Herr der Ringe'. Danach schrieb sie Fantasy- und Mittelaltergeschichten, die Dramen, Liebe und erotische Elemente erhalten, für die eigene Homepage, und veröffentlichte diese dort. 2017 ging sie den Schritt, der Veröffentlichung ihrer Geschichten als Buch, unter ihren Namen 'Gabi Haug' erschien, der erste Fantasie-Roman 'Projekt Elf', gefolgt von 'Feuer der Herzen'.
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Prolog
Deutschland, Frühjahr,
Die Mittagshitze lastete bleiern auf dem Land. Kein Lüftchen regte sich.
Drei Reiter kamen den Weg unterhalb des Waldes entlang geritten, deren Rösser voller Straßenstaub waren. Diese erregten die Aufmerksamkeit des Herzogs Meinrad, der mit einigen seiner Männer, nach einem Erkundungsritt, auf dem Weg zurück in die Stadt war. Handelsreisende konnten es nicht sein, denn die Männer waren mit Schwertern bewaffnet und einer von ihnen hatte einen Bogen in der dafür vorgesehenen Tasche hinter dem Sattel seines Pferdes festgeschnallt. Die Bewaffnung war einfach zu ungewöhnlich für Reisende oder einfache Bürger, zumal die gerittenen Rösser einer edlen Zucht abzustammen schienen.
Herzog Meinrad spannte seinen Körper an, um von seinem Ross aus die Reiter besser in Augenschein nehmen zu können. Er richtete sich noch ein wenig mehr im Sattel auf, als der Reiter in der Mitte seine Kapuze vom Kopf zog, sodass man sein Gesicht sehen konnte.
Meinrads Interesse an den Reitern schien für ihn eine günstige Fügung des Schicksals gewesen zu sein, denn im nächsten Augenblick konnte er seine Verblüffung nicht ganz vor seinen Männern verbergen. Dann jedoch legte sich ein gehässiges Grinsen auf seine Gesichtszüge, als er seine Männer anwies: »Die Männer dort auf dem Weg, greift diese sofort an, denn es sind gesuchte Kreuzritter. Lasst den in der Mitte am Leben, die anderen beiden Templerketzer könnt ihr töten!«
Seine Männer griffen die drei Reiter sogleich an, ehe diese überhaupt erahnen konnten, was vor sich ging.
Graf Brandolf von Unrich begriff sofort, dass die Stadtwache, als welcher er die Angreifer erkannte, sie nicht freundlich willkommen heißen wollte.
Auf dem Konzil von Vienne war ihr Templerorden formell aufgehoben und sechzig ihrer Ritterbrüder hingerichtet worden. Doch sie hatten mit elf Kampfgefährten entkommen können und erfahren, dass Ritter ihres Ordens im Heiligen Römischen Reich, zu dem Deutschland zählte und was ihre Heimat war, dass diese dort als Mönche weiterleben durften. Im Erzbistum Magdeburg war ein Teil ihrer zurückgekehrten Ritterbrüder in den Johanniterorden aufgenommen worden und andere waren wieder zu Privatleuten geworden. Burkhard III. hatte eine Vollmacht für den Johanniterorden ausgestellt, worin er aufforderte, dass taugliche und ehrbare Persönlichkeiten, die ehemals den Templern angehört hatten, zum Dienst und Nutzen des Ordens aufzunehmen und zuzulassen seien. Die drei Männer, die dem Adel angehörten, wollten nun zuerst ihre Familien aufsuchen, um ihre Besitztümer zu regeln und sich dann zum Johanniterorden begeben.
Brandolf schnaubte hörbar, als seine Hand sich auf seinen Schwertknauf legte. Mit leiser Stimme, in der Verzweiflung lag, sagte er: »Es war wohl keine gute Idee von euch, mit mir hierher zu kommen, Freunde. Verschwindet, wenn ihr könnt. Ich denke, sie wollen mich und sie sind in der Überzahl. Ich kann mir als Graf dieses Landes unter den Männern der Stadtwache kein Blutvergießen leisten, da ich zu meiner Schwester, wenn auch nur für kurze Zeit, heimkehren möchte. Vergesst mir jedoch euren Schwur nicht, sollte man mich gefangen nehmen, einkerkern oder gar töten, denn Meinrad hasst mich schon seit der Kindheit und wird gewiss alles daran setzen zu versuchen mich los zu werden!«
»Brandolf, wir bleiben an deiner Seite und werden diesem Herzog zeigen was wie in den letzten Jahren für Kampf erprobte Kämpfer geworden sind!«
Doch Brandolf wischte den Einwand seines Freundes mit einer kurzen Handbewegung beiseite. »Geht!«, sagte er nur.
Die Beiden blickten ihn entsetzt an und begriffen schließlich, dass es keinen Sinn hatte ihrem Kampfgefährten weiter zu widersprechen, denn er brachte sein Pferd mit einem Schenkeldruck zu einer schnelleren Gangart und zwar auf die heranreitenden Männer zu.
Brandolf hoffte nur, seine Freunde und Kampfgefährten würden so die Gelegenheit haben, den durch sein Verhalten entstehenden Moment der Verwirrung zu ihrer Flucht nutzen zu können. Seine Freunde schienen die Aussichtslosigkeit selbst zu erkennen, machten zwar noch zwei der herbeieilenden Gegner kampfunfähig bei ihrer Flucht, mussten ihren Freund aber wohl oder übel zurücklassen, denn Brandolf hielt sein Pferd auf einmal an, so dass das Tier sich auf die Hinterläufe stellte und sich dann mit einem Satz den auf sie zujagenden Wächtern entgegenwarf, um den anderen die Gelegenheit zur Flucht zu geben.
Brandolf hatte wirklich geglaubt, des Herren Wille hätte sie unversehrt aus dem Morgenland zurück in die Heimat geführt, um ihre Familien wieder sehen zu können. Die Hoffnung nicht mehr länger kämpfen zu müssen war in ihm aufgekeimt, nachdem sie erfahren hatten, dass der Mainzer Erzbischof, der Ludwig am 25.11.1314 in Aachen zum König gekrönt hatte, zumal auch Ludwig selbst, sehr zum Zorn des französischen Königs Philipp, sich gegen eine Verurteilung der Templer ausgesprochen hatte. Sie hatten zwölf ihrer Tempelbrüder zwei Tage zuvor auf Burg Lahneck1 im Glauben an eine störungsfreie Heimkehr und ein ruhiges Leben in Frieden zurückgelassen. Doch Brandolf und seine beiden Gefärten hatten sich auch darin geirrt, denn auch jene ihrer Brüder lieferten sich an diesem Tag einen erbitterten Kampf gegen die Soldaten des Erzbischofs Peter von Aichspalt, bei dem keiner von ihnen überlebte.
Brandolf duckte sich rasch unter einem halbherzig geführten Schwerthieb eines der Stadtwächter hinweg, nachdem dieser ihm zugerufen hatte, er solle sich ergeben. Doch das ging noch nicht; er musste verhindern, dass die Männer seinen Freunden nacheilten, erst dann konnte er sich ihnen auf Gnade oder Verderb ergeben. Er wich einem weiteren Mann aus. Brandolfs Augen verengten sich, als er Herzog Meinrad erblickte und er verpasste gleichzeitig dem nun wieder angreifenden Mann einen Schlag ins Gesicht, um ihn so aus dem Gleichgewicht zu bringen. Laut fluchend stürzte dieser, nach einem zweiten Schlag von Brandolf gegen den Kopf, vom Pferd.
»Im Namen des Herzogs, Ihr seid verhaftet!«, rief einer der anderen Wächter mit fester Stimme. »Legt Eure Waffen nieder und ergebt Euch!«, verlangte er beharrlich. »Sogar, Ihr Graf, Ihr dürftet erkennen, dass wir in der Übermacht sind! Seid kein Narr!«
Nur langsam ließ Brandolf das Schwert sinken und ergab sich.
Kurz darauf zerrte man den Edelmann von seinem Ross. Dann wurde er auf die Knie gezwungen.
Meinrad baute sich mit einem triumphierenden Gesichtsausdruck vor seinem knienden Gefangenen auf und meinte: »Ich kann es nicht fassen, wen wir da eingefangen haben. Was für ein wundervoller Tag! Der vermisste Templer aus Jerusalem ist wieder da und wie mir scheint, noch wohlauf! Ich befürchte nur, das wird jedoch nicht lange so bleiben, so wie Ihr Euch dies wohl wünscht!«, spottete er. »Ihr hättet nicht zurückkommen sollen, Brandolf! Ihr und Eure uns nun wohl entkommenen Freunde, ihr sollt auch hier im Lande noch wegen eurer Taten verfolgt werden. Natürlich wäre es mir ein Vergnügen, Euer jämmerliches Leben nun mit meinem Schwert sogleich zu beenden. Doch verschafft mir der Gedanke durchaus ebenso einen großen Genuss, dass dies ein Kirchenmann für mich, nach Recht und Gesetz erledigen wird! Dies wird dem Inquisitor wohl gefallen und mir ist es nur recht, denn ich denke Euch verhören zu dürfen und bei Eurer Verurteilung auch ein Wörtchen mitsprechen zu können. Männer, fesselt ihn und dann bringt den Gefangenen in die Stadt, denn es wird ihm Ketzerei von der Kirche zur Last gelegt!«
»Ihr wart, seid und bleibt ein Bastard, Meinrad!«, zischte Brandolf, während man ihm die Hände auf den Rücken band.
Meinrad lachte zu Brandolfs Verwunderung nur, tätschelte ihm dann fast sachte die rechte Wange, während er belustigt meinte: »Der Herr dachte wohl, er würde nach seiner Rückkehr für seine Verfehlungen gänzlich in Ruhe gelassen.« Dieses Lachen, gab seinem Gesicht einen schadenfrohen Ausdruck. »Mit Euch werden wir im Verhörraum bei der Beweisführung gewiss mehr als unseren Spaß haben!«
Brandolf wurde mit den Worten: »Los hoch, Ketzer!«, auf die Beine gezerrt und Meinrad beugte sich zu ihm und flüsterte ihm ins Ohr: »Eure liebreizende, eingebildete Schwester und Euer Besitz werden bald mir gehören, mein Bester!«
Der Herzog zeigte in nächsten Augenblick auf einen seiner Männer: »Du reitest sogleich zum Kloster bei Hammelbach! Hochwürden Eliott, unser werter Inquisitor, hält sich dort auf. Teil ihm mit, dass wir seine Eminenz brauchen, um die Beweisführung bei dem Inquisitionsverfahren gegen den Templer Grafen von Unrich ob seiner Ketzerei zu leiten. Sag ihm, dass wir Graf Brandolf habhaft geworden sind, als er auf seinen Besitz zurückkehren wollte, dass dieser nun im Stadtkerker sitzt und auf sein Verfahren wartet. Eil dich!«
»Sehr wohl, Euer Gnaden!«
Als einer der Inquisitoren war Eliott als...




