E-Book, Deutsch, 280 Seiten
Haug Vermächtnis der Altvorderen
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7534-1590-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, 280 Seiten
ISBN: 978-3-7534-1590-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Alsi-Jatha ist nicht die typische Höhlenelfe, denn sie liebt das Sonnenlicht und die Natur. Als die Hohepriesterin einen Gefangenen mit ins Tal bringt, sieht Alsi-Jatha sich bald mit einem Problem konfrontiert. Der Gefangene ist ein Lichtelf und sie soll sich um ihn kümmern. Obwohl sie gelernt hat, dass die Lichtelfen ihre größten Feinde sind, ist sie von ihm fasziniert. Sie entscheidet ihn fliehen zu lassen. Als Alsi-Jatha dafür sterben soll, ahnt sie nicht, dass dies der Beginn ist, hinter ein lang gehütetes Familiengeheimnis zu kommen. Die Liebe Alsi-Jathas zu einem Elfenkrieger und ein altes elfisches Buch werden die Pläne der Hohepriesterin zunichte machen und das Schicksal von Alsi-Jatha und dem Höhlenelfenvolk für immer verändern.
Gabi Haug, lebt mit ihrem Ehemann in Frankfurt am Main. Unter dem Pseudonym 'Nefhithiel' schrieb sie, von 2004 - 2008, FanFiction und Gedichte im Bereich 'Der Herr der Ringe'. Danach schrieb sie Fantasy- und Mittelaltergeschichten, die Dramen, Liebe und erotische Elemente erhalten, für die eigene Homepage, und veröffentlichte diese dort. 2017 ging sie den Schritt, der Veröffentlichung ihrer Geschichten als Buch, unter ihren Namen 'Gabi Haug' erschien, der erste Fantasie-Roman 'Projekt Elf', gefolgt von 'Feuer der Herzen', 'Galgenstrick und Liebesglück', 'Lidwina, die Scharfrichterin', sowie die Highland-Saga: 'Träume des Highlanders' und Teil 2: 'Herzens Dieb'.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Im dunklen Tal
Alsi-Jatha, die Höhlenelfe mit der fülligen hellen etwas ins strohblonde gehenden Haarpracht und den Alexandrit1 grünen mandelförmigen Augen, lief schnellen Schrittes die steinernen Stufen der langen Treppe hinab. Alsi-Jatha hatte einfach zu lange ihren Gedanken freien Lauf gelassen und somit wieder einmal die Zeit und ihre Übungen ganz vergessen. Hastig hatte sie sich noch etwas Ruß auf ihre Hände, dem Gesicht und dem Hals verteilt, denn sie hatte für Höhlenelfen einen Makel, ihre Haut war nicht so grau wie bei anderen ihres Volkes. Die Hohepriesterin bestand auf dieser Maßnahme. Als Grund, warum ihre Haut heller war, so war ihr schon als Kind gesagt worden, sei dies die Folge des Schrecks und die Trauer über den Tod der Eltern gewesen. »Du hast es aber mal wieder eilig! Getrödelt was?«, hörte sie eine lachende Stimme hinter sich. Alsi-Jatha blieb abrupt stehen, entrang sich ein genervtes Seufzen und zischte mit unwirschem Unterton in der Stimme ins Dunkel des Treppenganges hinein: »Sarl-Marad du Dummkopf, lass es gut sein, sonst komme ich wegen dir noch zu spät zu meinen Übungen!« Sarl-Marad der drei Jahre ältere Höhlenelf, holte sie ein und äußerte empört: »Sei doch nicht immer so unfreundlich. Immerhin bin ich dein Bruder!« Der hoch gewachsene Elf mit schlanker Figur, trug an diesem Morgen eine hellbraune Tunika unter einem Waffenrock aus Leder, dazu lederne Beinlinge und kniehohe Stiefel. Das graue Haar fiel ihm bis über die Schultern den Rücken herab. »Du bist nicht mein Bruder, sondern lediglich mein Vetter und der Sohn des Waffenmeisters, der mein Oheim und Ziehvater ist, seit meine Eltern nicht mehr leben«, stieß sie hervor. »Dies auch nur, weil seine Schwester - unsere Tante die Hohepriesterin, als ich als Säugling zu euch kam, es so bestimmt hat.« Er sah sie aus silbergrauen Augen an, während er bemüht beschwichtigend lächelnd, ihr erwiderte: »Ich bin auf dem gleichen Weg wie du, warum sollte ich ihn dann nicht mit dir gemeinsam beschreiten?« »Ich will einfach nur meine Ruhe vor dir und deinen dümmlichen Bemerkungen! Also lass mich in Ruhe, oder ich beschwere mich bei unserer Lehrmeisterin Silz-Marla und sage ihr, dass du mich aufgehalten hast!« Der Elf holte tief Luft. »Lehrmeisterin Silz-Marla jetzt ins Spiel zu bringen ist nicht gerecht.« Sie zuckte leicht mit den Schultern. »Mag sein, aber lassen wir es doch einfach darauf ankommen, und sehen, wie sie dich bestraft.« Solche Drohungen halfen immer, ihn sehr schnell los zu werden. Auch diesmal wollte er es anscheinend nicht darauf ankommen lassen. Sie grinste in sich hinein und applaudierte sich selbst, da er gleich eine Gangart mit langsamerer Geschwindigkeit anschlug und sich am Treppenabsatz angekommen, in eine andere Richtung begab. Nach den Kampfübungen hätte Alsi-Jatha ruhen sollen, doch sie machte einen Streifzug durch das spätherbstliche Tal. Das Licht an diesem Tag war samtig und die Luft klar. Der Wind schob die ersten Wolken am Himmel vor sich her. Sie genoss abseits der Höhlenfestung die Stille und Harmonie der Landschaft in vollen Zügen. Unter den Sohlen ihrer Stiefel raschelte gelb-braun-rotes herabgefallenes Laub, als sie ein kleines Waldstück durchquerte. Sie sah in die Baumkronen hinauf, an denen nur noch vereinzelt Blätter hingen. Der aufkommende Wind strich um die Zweige und nahm eines der letzten Blätter mit sich fort. Wohin wird es fliegen? Das weiß wohl nur der Wind! Sie war so in ihre Beobachtung und Gedanken vertieft und vergas dabei, wie so oft die Zeit und kehrte wieder einmal zu spät von ihrer kleinen Exkursion zurück. Sie wusste, es würde Ärger geben, wenn man davon erführe. Denn die Sonne versankt schon hinter dem Horizont. Auch hatten die anderen Höhlenelfen wenig Verständnis für ihre Vorliebe an der Natur. Es hatte aber auch andere Zeiten gegeben, das wusste sie. Doch ein paar junge Elfen hatten vor Jahrhunderten gegen den Willen der Ahnelfen von einem Magier den Umgang mit dunkler Magie erlernt. Eigentlich, für Wesen die nur Gutes im Herzen trugen – so wie sie damals dachten – zum Wohle ihres Volkes, um ihre Gebiete vor der immer stärker werdenden Macht der Menschen und der anderen Wesen zu schützen. Der Rat der Hochelfen wandte sich wegen des Ungehorsams dieser jungen Brüder und Schwestern gegen sie und verstießen sie. Keine andere Möglichkeit sehend, da dieser endgültige Ausschluss aus der Gemeinschaft alsbald in den ersten blutigen Konflikten endete, flohen die gebrandmarkten Verbannten auf der Suche nach neuem Lebensraum in ein Höhlengebiet und erbauten dort ihr eigenes Reich. Die Dunkelheit und der ständige Aufenthalt in diesen Höhlen, lies ihre Haut ergrauen und ihre Augen mit der Zeit gegen die Sonneneinstrahlung empfindlicher werden. Aus dem sonderlich tiefen Groll und Hass gegen die, die sie ihrer Meinung nach zu Unrecht verstoßen hatten, bauten sie eine intuitive Bindung zu ihrem eigenen Glauben auf und fuhren fort, jeder weiteren Generation dessen Ideologie beizubringen. Rass-Baran der Waffenmeister, stand am Tor der Felsenburg und erwartete sie. Ihr Ziehvater sah wütend drein, als sie ihn erreichte. Zu spät!, dachte sie. Der Ziehvater maßregelte sie auch sofort in der trügerisch ruhigen Tonart, die dem Höhlenelfenwaffenmeister anhaftete, wenn er höchst ungehalten war. »Deine Ungebührlichkeit nimmt allmählich überhand, Alsi-Jatha! Ich will hoffen, du wirst verstehen, dass dies so nicht weitergehen kann. Ich werde die Hohepriesterin über den erneuten Vorfall deines Ungehorsams informieren, damit du eine angemessene Strafe für dein Verhalten erhalten wirst. Du wirst jetzt in deinen Raum gehen und ihn erst wieder verlassen, wenn ich es dir erlaube oder dich holen lasse.« Alsi-Jatha schritt mit hängenden Schultern, ohne ein Wort zu sagen, neben ihrem Ziehvater her. Es gab Augenblicke, in den Alsi-Jatha nur zu gerne einmal ausgerufen hätte, lasst mich doch einfach so sein, wie ich bin! Doch sie hatte auch gelernt, dass man selbst als Familienmitglied die Oberpriesterin zufriedenstellen muss, oder einem Strafe droht. Denn all jene, welche eigene Ambitionen gegen die Matrone der Sippe gehabt hatten, waren stets bestraft worden. Solche Strafen waren immer drastisch und grausam. Also hatte sie im entscheidenden Moment geschwiegen, um das Wohlwollen von Para-Saran nicht zu verspielen oder bei einer ihrer Verfehlungen möglichst gut bei der Bestrafung wegzukommen. Im Inneren der Höhlenelfenfeste angekommen, stieg sie die lange düstere Treppe zu ihrem Raum hinauf. Hach was ist das nur für ein langweiliges Leben!, dachte sie. Sie kannte fast jeden Stein in diesem Tal, und jede Spinne und jeden Käfer in der Feste persönlich. Meist hielt man sich sowieso in der dunklen Feste, deren Gänge verwinkelt waren, auf. Wie oft hatte sie sich aber auch schon vorgestellt mit den Kriegerinnen und der Hohenpriesterin reiten zu dürfen, um gegen die Feinde ziehen zu können, die weit entfernt außerhalb des Tales lebten. Vielleicht hätte sie dann sogar einen dieser Feinde fangen und der Folter unterziehen können, um ihn nach einer gewissen Zeit des Leidens der Göttin opfern zu können! Silz-Marla, ihre Lehrmeisterin, hatte ihr erzählt, dass sie lange vor Alsi-Jathas Geburt einen der kurzlebigen Menschen gefangen hatte. Ihr gesagt, dass sie die Haltung eines Sklavenwesens für besonders nützlich hielt. Das Sklavenleben des Menschen war für sie laut ihres Berichtes jedoch unbedeutend gewesen, genauso wie dessen Tod. Er hatte sein Ende nach für Elfen kurzen dreißig Jahren, als dargebotenes Opfer an die Göttin gefunden, da er zu alt für die geforderten Dienste geworden war. Menschen alterten schnell, aber ein Elf aus den verfeindeten Sippen, das wäre dann schon etwas anderes. Doch bis heute war es Alsi-Jatha vergönnt geblieben, an einem solchen Beutezug Teil zu nehmen. Ihre Tante Para-Saran, die Herrscherin über die Sippe, wachte, auch wenn ihr Bruder als Ziehvater für Alsi-Jatha eingesetzt war, nur zu gestreng über sie. Da ihr Bruder nur einen Sohn gezeugt hatte und seine Gemahlin im Kampf gefallen war, so hatte sie ihm nach dem Tod ihrer Eltern sie als Mündel übergeben. Die steinerne Feste erhob sich mit ihrer Vorderseite hoch über dem Tal und war rückseitig tief in die südliche Felswand des Bergmassives getrieben worden. Nur auf der nördlichen Vorderseite gab es einige Balkone und einige kleine Fensternischen. Auf dieser Seite der Feste lag auch Alsi-Jathas Raum. Daher konnte die junge Höhlenelfe von ihrem Fenster aus das Tal überblicken, das von einem Bergmassiv gänzlich eingeschlossen war. Es gab nur einen Durchgang in das Tal, der durch das nördliche Felsmassiv führte und sehr verborgen von außen war. Wehmütig blickte Alsi-Jatha eine Weile gen Himmel, der sich im Schein der untergehenden Sonne rot färbte. Sie sah gut im Dunklen, doch merkwürdigerweise machte ihr im Gegensatz zu den anderen Höhlenelfen selbst der Sonnenschein wenig aus. Diese mussten bei Sonnenschein die Augen zukneifen...




