Heggan | Der Duft des Mörders | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

Heggan Der Duft des Mörders

Thriller
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95576-194-3
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Thriller

E-Book, Deutsch, 192 Seiten

Reihe: MIRA Taschenbuch

ISBN: 978-3-95576-194-3
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Fotografin Jenna Meyerson lebt erfolgreich und glücklich in New York. Bis ihr Ex-Mann Adam, Anwalt eines Computerunternehmens, sie um einen gefährlichen Gefallen bittet: Mit ihrer Hilfe will er anhand eines Fotos die dunklen Machenschaften eines Konkurrenzunternehmens aufdecken. Am nächsten Tag ist Adam tot. Jenna meint zu wissen, wer der Mörder ist - ein Mann mit markantem, undefinierbarem Geruch hatte sie am Abend zuvor angesprochen. Zusammen mit Frank, einem Studienfreund und Privatdetektiv, folgt sie der Spur des Mörders und gerät in höchste Gefahr.



Christiane Heggan wurde in Nizza geboren, an der traumhaften französischen Riviera! Als Teenagerin träumte sie aber davon, wehzuziehen - nach Rom, Paris oder London. Erst als Christiane ihren ersten Freund hatte, ließ das Fernweh nach - doch nur vorübergehend. Denn als Christiane tatsächlich den Mann ihres Lebens traf, der beim amerikanischen Militär war, dauerte es keine sieben Monate, und sie war - abenteuerlustig, jung, verliebt - in die USA gezogen!

Der Traum vom Auswandern war zu Beginn eher ein Albtraum: Christiane Heggan sprach kein Wort Englisch und war dazu als Hausfrau völlig ungeübt. Aber mit ihrem Elan hatten sich all diese Dinge ein Jahr später geändert und sie hatte sie außerdem rein aus Langeweile zu einem Kurs für kreatives Schreiben angemeldet.

Durch die vielen Versetzungen ihres Ehemannes lebte das Paar in Kalifornien, Lousiane, New Jersey und Delaware. Später ging es sogar nach Marokko, Deutschland und Spanien. In Spanien kam Christiane Heggan zu Ohren, dass die Zeitung des Militärstützpunktes eine neue Reporterin suche. Christiane als Reporterin? Auf den ersten Blick hatte das ja nichts mit kreativem Schreiben zu tun. Doch eine Freundin überzeugte sie, sich zu bewerben. Mit ein wenig Flunkerei was ihren journalistischen Lebenslauf anging, bekam sie eine Chance: einen Probeartikel, der so gut gelang, dass sie angestellt wurde. (Erst später erfuhr sie, dass ihr der Verleger beim Vorstellungsgespräch kein Wort geglaubt hatte, sie aber mutig und motiviert fand, sodass er ihr eine Möglichkeit geben wollte, sich zu beweisen.) Seine Abschiedsworte waren: 'Bleib am Schreiben dran, dann wirst du es einmal weit bringen.'

Zum Liebesroman kam Christiane Heggan durch ihren zweiten Mann, der ihr diese Idee schmackhaft machte. Und schon bald war sie davon überzeugt, dass sie nun ihre wahre Berufung gefunden hatte!

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2. KAPITEL


Mit ausgetrockneter Kehle und feuchten Händen stand Jenna Meyerson in der noch menschenleeren Galerie und betrachtete die Schwarzweißfotografien, die kunstvoll an den Wänden platziert waren. Auch wenn sie ihre Arbeiten normalerweise eher nüchtern betrachtete, war sie nun, als sie sah, was sie erreicht hatte, und auch begriff, was all das für sie bedeutete, doch überwältigt. Ihre erste Ausstellung! Davon hatte sie seit ihrem fünfzehnten Lebensjahr geträumt! Jetzt war dieser Traum Wirklichkeit geworden! Doch die anfängliche Begeisterung war allmählich Zweifeln und Ängsten gewichen. War sie wirklich so gut, dass sie ihre Arbeiten in einer der angesehensten Galerien von Manhattan ausstellen konnte? Hatte sie die richtigen Fotos ausgewählt, um ihr Talent unter Beweis zu stellen? Die wichtigste Frage von allen jedoch lautete: Würde sich überhaupt irgendjemand die Mühe machen, einen Blick auf ihre Arbeiten zu werfen?

Das hatte sie sich schon gefragt, als Letitia Vaughn, die Eigentümerin von Siri’s Gallery, vor zwei Monaten auf sie zugekommen war, um ihr eine dreiwöchige Ausstellung ihrer Fotoserie vorzuschlagen. Jenna hatte sich geschmeichelt gefühlt, war zugleich aber auch verunsichert gewesen, und erst, nachdem sie sich gekniffen hatte, um sicher zu sein, dass dies kein Traum war, war sie schnell auf das Angebot eingegangen.

Fast drei Stunden lang waren die beiden Frauen in Jennas Studio unzählige Motive durchgegangen, und gegen sieben Uhr an jenem Abend war Letitia – die den legendären Ruf hatte, Talente auf den ersten Blick zu erkennen – zu der Ansicht gelangt, dass die dreißig ausgewählten Bilder das Leben in der Stadt so zeigten, wie die New Yorker es kannten.

Die folgenden acht Wochen vergingen wie im Flug, während Letitia Pressemitteilungen herausgab, ihr Team mit Speisen und Getränke versorgte und Dutzende von Einladungen für die Vernissage verschickte.

Nun war der große Augenblick gekommen, und Jenna stand Todesängste aus.

Sie sah auf die Uhr und wurde mit jeder Minute nervöser. Es war bereits kurz nach acht, und nicht ein einziger Kunstliebhaber hatte sich bislang blicken lassen. Warum in Gottes Namen hatten Letitia und sie für die Ausstellung ausgerechnet einen Montag gewählt, den einen Tag, an dem New Yorker für gewöhnlich zu Hause blieben?

„Mach dir keine Sorgen“, hörte sie eine vertraute Stimme im Flüsterton sagen. „Du wirst einen Volltreffer landen.“

Jenna wandte sich um und sah in das lächelnde Gesicht von Letitia Vaughn. Die Eigentümerin von Siri’s Gallery war zwar zweiundsechzig, aber mit ihrem kurzen schwarzen Haar, ihrer schlanken Figur und der modischen Kleidung wirkte sie gut zwanzig Jahre jünger. Es war die Leidenschaft für die Arbeiten der von ihr geförderten Künstler, verbunden mit einer überschäumenden Persönlichkeit, die sie in der Kunstszene zu einer solch einflussreichen Größe gemacht hatte.

Jennas Blick folgte einem der Lieferanten, der ein weiteres Tablett mit Horsd’œuvres in den hinteren Raum der Galerie brachte. „Und das habe ich alles dir zu verdanken. Denn du warst es, die alles daran gesetzt hat, dass dieser Abend ein Erfolg wird.“

Letitia machte eine wegwerfende Geste. „Ach, das ist doch nur Dekoration. Kunstinteressierte kommen nicht her, um Champagner zu schlürfen oder um ausgefallene Kanapees zu futtern. Sie kommen her, weil sie die Künstlerin kennen lernen wollen. Die New Yorker lieben es, neue Talente zu entdecken. Und das hier, meine Liebe“, Letitia breitete die Arme aus, „stammt von einem neuen Talent erster Güte.“

Der Enthusiasmus dieser Frau sorgte dafür, dass sich Jennas Laune erheblich besserte. Ihr Blick wanderte erneut über die Fotos an den Wänden. Die Ausstellung The Faces of New York zeigte Männer und Frauen, die Jenna fotografiert hatte, während diese ihrer Arbeit oder ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgingen oder einfach nur für ein paar Minuten ausspannten.

Eines der bewegendsten Fotos war Jenna drei Wochen nach dem 11. September am Ground Zero gelungen, als sie eine Feuerwehrfrau entdeckte, die sich für einige Minuten von den Aufräumarbeiten erholte. Die Mischung aus Verzweiflung und Frustration in ihrem ruß- und staubverschmierten Gesicht war extrem ausdrucksstark.

Die anderen Motive waren nicht weniger eindrucksvoll. Da war der verschwitzte Bauarbeiter, der mit seinem Presslufthammer einen Betonklotz zerkleinerte. Der rennende Geschäftsmann, der ein Taxi erwischen wollte. Der uniformierte Pförtner des Plaza Hotel, der die Tür einer Stretchlimousine aufhielt. Eine gestresste Kellnerin im Carnegie Deli während der Mittagszeit. Ein Polizist, der gerade einen Verbrecher festnahm.

Die Reichen und Berühmten, die bekannten Gesichter, die man jeden Tag in den Zeitungen sehen konnte, waren für Jenna nicht von Interesse gewesen. Sie hatte sich ausschließlich auf die Menschen konzentriert, die für sie das eigentliche Rückgrat von New York waren.

Letitia beugte sich zu Jenna hin und deutete auf die Tür. Soeben hatte eine erste kleine Gruppe die Galerie betreten. „Lächle, Darling. Jetzt ist Showtime.“

Die folgenden drei Stunden übertrafen sogar Letitias kühnste Erwartungen. Über vierhundert Besucher – von Kunstkennern über ernsthaft interessierte Kauflustige bis hin zu ein paar hochnäsigen Kritikern – strömten ins Siri’s. Jenna, die es nicht gewöhnt war, im Mittelpunkt zu stehen, kam überraschend schnell damit zurecht, von Menschen umringt zu sein, die ihr unzählige Fragen stellten und alles über sie und ihre Arbeit erfahren wollten. Auch Freunde, Bekannte aus der Collegezeit und sogar ein paar entfernte Verwandte kamen. Sie alle wollten an Jennas großem Abend teilhaben. Selbst Marcie Hollander, die schwer beschäftigte Bezirksstaatsanwältin von Manhattan und eine alte Freundin der Familie, kam, um Jenna zu gratulieren.

Es war aber Jennas Dad, der mit seiner Ankunft um kurz nach zehn den Abend zu einem wirklich besonderen Ereignis machte. Als er die Galerie betrat, richteten sich alle Blicke auf den großen, attraktiven Mann mit den dunkelgrünen Augen und den angegrauten Schläfen. Samuel Meyerson, ehemaliger Bezirksstaatsanwalt und Richter am Manhattan Supreme Court, war in New York eine bekannte Persönlichkeit. Obwohl er längst im Ruhestand war, wurde er noch von vielen Anwesenden erkannt. Sam nahm sich die Zeit, alte Bekannte zu begrüßen und ein paar freundliche Worte zu wechseln.

Erst nach einigen Minuten konnte er sich von einer extrem aufdringlichen Rothaarigen lösen und trat zu Jenna hin. „Tut mir Leid, Honey“, sagte er und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Ich konnte mich einfach nicht losreißen.“

Jenna wollte sich eine ironische Bemerkung nicht verkneifen. „Das habe ich gemerkt. Diese Rothaarige in dem tief ausgeschnittenen Kleid wirft mir giftige Blicke zu. Glaubst du, sie hält mich für eine Rivalin?“

„Wenn ja, liegt sie nicht ganz falsch, nicht wahr?“ Er legte seinen Arm um ihre Schultern. „Du bist schließlich immer mein liebstes Mädchen gewesen.“ Mit diesen Worten wandte er sich dem Foto zu, das unmittelbar in seiner Nähe an der Wand hing, und schüttelte langsam den Kopf. „Ich bin so stolz auf dich, Jenna. Und ich weiß, deine Mutter wäre es auch.“

Jenna nickte. Sie hatte den ganzen Tag über an ihre verstorbene Mutter denken müssen. „Sie hat mich damals überhaupt erst auf den Geschmack gebracht. Weißt du noch, wie sie mir meine erste Kamera geschenkt hat?“

„Wie könnte ich das vergessen? Von dem Moment an hast du alles fotografiert, was dir vor die Linse kam.“

„Vor allem dich und Mom.“

Es war eine glückliche Zeit gewesen – die Wochenenden am Strand von Jersey, wo Jennas Großeltern mütterlicherseits ein Sommerhäuschen besaßen, die Reisen durch die Staaten und durch Europa und auch die Zeiten, die sie in ihrem Haus in Katonah, New York, verbrachten. Aber vor vier Jahren, als Jenna versuchte, ihre eigene Ehe zu retten, war bei ihren Eltern irgendetwas vorgefallen. Ihre Mutter erklärte nur, sie liebe Jennas Vater nicht mehr, und trotz wiederholten Nachfragens ihrer Tochter war sie nicht bereit, ausführlicher über diese Sache zu reden. Stattdessen zog sie einfach aus, und bis heute rätselte Jenna, was der wirkliche Grund für die Trennung ihrer Eltern gewesen sein mochte.

Ihr wurde klar, dass ihr solch düstere Gedanken den ganzen Abend verderben konnten, daher ergriff sie die Hand ihres Vaters. „Komm mit, Daddy. Ich möchte dich Letitia vorstellen.“

Die nächste Stunde verbrachten beide inmitten der Ausstellungsbesucher, die mit ihrem Lob nicht geizten. Jenna reagierte darauf bescheiden, während Sam ungemein stolz war.

Als sich die letzten Gäste verabschiedeten, fand sich ein Nachzügler in der Galerie ein, der sich zu Jennas Verwunderung als ihr Ex-Mann Adam Lear entpuppte. Er kam auf sie zu, blieb aber ein gutes Stück entfernt stehen.

Er sah noch genauso aus wie vor drei Jahren, als sie das Gerichtsgebäude als geschiedene Leute verlassen hatten und von da an getrennte Wege gegangen waren. Er war stattlich und durchtrainiert, und er wirkte selbstbewusst wie eh und je.

Von einem Anruf am 11. September abgesehen, mit dem er sich bei ihr erkundigte, ob mit ihr alles in Ordnung sei, hatte es keinen Kontakt mehr gegeben, was seinen Besuch an diesem Abend umso erstaunlicher machte.

Sie entschuldigte sich bei Letitia und ging zu ihm. Ehe sie sich entscheiden konnte, wie sie ihn nach all der Zeit begrüßen sollte, fand sie sich in Adams Armen wieder.

„Jenna.“ Er drückte sie einen Moment lang an...



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