E-Book, Deutsch, 192 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
Heggan In tödlicher Gefahr
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95576-192-9
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 192 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
ISBN: 978-3-95576-192-9
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der Mord an dem Kriminellen Ian McGregor gibt Detective John Ryan Rätsel auf. Muss er den Täter im Milieu suchen, oder steckt etwas anderes dahinter? Er verhört viele Verdächtige - eine davon ist Ians Halbschwester: Abbie DiAngelo, Besitzerin eines Top-Restaurants in Princeton. Die Faszination, die Abbie auf ihn ausübt, scheint gegenseitig zu sein, und so kommen sie sich während der Ermittlungen immer näher. Noch ahnt John nicht, dass ausgerechnet Abbie weiß, wer Ians Mörder ist und durch ihr Schweigen sich selbst und ihren Sohn Ben in tödliche Gefahr bringt ...
Christiane Heggan wurde in Nizza geboren, an der traumhaften französischen Riviera! Als Teenagerin träumte sie aber davon, wehzuziehen - nach Rom, Paris oder London. Erst als Christiane ihren ersten Freund hatte, ließ das Fernweh nach - doch nur vorübergehend. Denn als Christiane tatsächlich den Mann ihres Lebens traf, der beim amerikanischen Militär war, dauerte es keine sieben Monate, und sie war - abenteuerlustig, jung, verliebt - in die USA gezogen!
Der Traum vom Auswandern war zu Beginn eher ein Albtraum: Christiane Heggan sprach kein Wort Englisch und war dazu als Hausfrau völlig ungeübt. Aber mit ihrem Elan hatten sich all diese Dinge ein Jahr später geändert und sie hatte sie außerdem rein aus Langeweile zu einem Kurs für kreatives Schreiben angemeldet.
Durch die vielen Versetzungen ihres Ehemannes lebte das Paar in Kalifornien, Lousiane, New Jersey und Delaware. Später ging es sogar nach Marokko, Deutschland und Spanien. In Spanien kam Christiane Heggan zu Ohren, dass die Zeitung des Militärstützpunktes eine neue Reporterin suche. Christiane als Reporterin? Auf den ersten Blick hatte das ja nichts mit kreativem Schreiben zu tun. Doch eine Freundin überzeugte sie, sich zu bewerben. Mit ein wenig Flunkerei was ihren journalistischen Lebenslauf anging, bekam sie eine Chance: einen Probeartikel, der so gut gelang, dass sie angestellt wurde. (Erst später erfuhr sie, dass ihr der Verleger beim Vorstellungsgespräch kein Wort geglaubt hatte, sie aber mutig und motiviert fand, sodass er ihr eine Möglichkeit geben wollte, sich zu beweisen.) Seine Abschiedsworte waren: 'Bleib am Schreiben dran, dann wirst du es einmal weit bringen.'
Zum Liebesroman kam Christiane Heggan durch ihren zweiten Mann, der ihr diese Idee schmackhaft machte. Und schon bald war sie davon überzeugt, dass sie nun ihre wahre Berufung gefunden hatte!
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Prolog
18. Mai
Allen Correctional Center,
Lima, Ohio
An seinem dreiundvierzigsten Geburtstag, um den sich kein Mensch kümmerte, entschied Ian McGregor, dass er genug hatte vom Gefängnisleben. Zu dieser Erkenntnis gelangte er auf dem Weg mit neun weiteren Insassen vom Zellenblock 11 zum Aufenthaltsraum. Sie schlurften dahin und schubsten sich gegenseitig, nur um die Wachen zu ärgern.
Ian hatte sein halbes Erwachsenendasein immer mal wieder im Gefängnis gesessen. Die meisten Vergehen waren geringfügig gewesen – Trunkenheit und Randaliererei, versuchter Einbruch und Scheckbetrug –, doch die letzte Verurteilung, sechzehn Monate für Einbruchdiebstahl, hatte ihm den Rest gegeben. Gott sei Dank war er in zehn Tagen wieder frei, und diesmal würde er frei bleiben. Keine stinkenden Zellen, keine perversen Mithäftlinge und keine Gefängnisaufstände mehr. Beim letzten hatte er sich vier hässliche Stichwunden eingehandelt, als irgendein Auftragsschläger ihn mit einer Gabel traktiert hatte.
Freiheit war leider auch das Einzige, worauf er sich freuen konnte. Er hatte weder Geld noch Arbeit oder ein Zuhause, es sei denn, seine langjährige Freundin Rose Panini, mit der er immer mal wieder zusammen war, nähme ihn bei sich auf.
Sollte sie sich weigern, konnte er es ihr nicht mal verübeln. Bei seinem Vorstrafenregister der letzten zwanzig Jahre war er alles andere als ein guter Fang. Einfach ausgedrückt: Rose hatte die Nase voll von ihm. Das hatte sie ihm am Morgen seiner letzten Verurteilung deutlich gesagt und geschworen, ihn nie wieder sehen zu wollen. Bisher hatte sie sich daran gehalten. Seine Bitte, ihn zu besuchen, hatte sie ignoriert, und seine Briefe hatte sie ebenfalls nicht beantwortet. Aber Ian war optimistisch. Sobald sie ihn auf ihrer Türschwelle stehen sähe, reumütig und triefend vor Charme, würde sie ihm vergeben. Rose war kein Lottogewinn, aber sie hatte ein großes Herz, ganz zu schweigen von einem festen Job.
Sein zweites Problem war ernsthafterer Natur und hatte einen Namen: Arturo Garcia, einer der gemeinsten Hurensöhne, denen er je das Pech hatte zu begegnen. Vor zehn Jahren hatte er für Garcia gearbeitet und als sein Kurier alle Nachtclubs in der Gegend von Toledo mit Methadon und Kokain beliefert. Der Job war ziemlich einfach gewesen und die Bezahlung gut. Bis die Bullen, die ihn beobachtet hatten, ihn bei einer Lieferung schnappten und ins Gefängnis warfen.
Als er schon glaubte, das nächste Jahrzehnt hinter Gittern verbringen zu müssen, bot ihm der Staatsanwalt einen Deal an, der fast zu gut war, um wahr sein zu können. Seine Freiheit für eine umfangreiche Aussage gegen seinen Boss. Er hatte nicht lange überlegt. Das hätte er aber tun sollen, denn außer dass er über Arturo ausgepackt hatte, war er auch noch mit dreißigtausend Dollar aus dessen Besitz abgehauen, und das machte den Drogenboss erst richtig wütend.
Nachdem Arturo verurteilt worden war – dummerweise hatte Ian an dem Prozess teilgenommen –, wurde er tobend aus dem Saal gezerrt, während er einen Schwall von Obszönitäten und Drohungen gegen seinen Verräter ausstieß.
„Wir sind noch nicht fertig, du klauender Penner!“ schrie Garcia damals. „Ich finde dich, sobald ich draußen bin, und schlitze dich auf wie einen Fisch!“
Als Arturo entlassen wurde, war er selbst jedoch gerade wegen Einbruchdiebstahl in den Bau gewandert. Eine glückliche Fügung, die ihn vorläufig vor einem sicheren und schmerzhaften Tod bewahrt hatte. Angeblich war Arturo in seine Heimatstadt El Paso zurückgekehrt, wo er mit seinem jüngeren Bruder Tony ihrer verwitweten Mutter im familieneigenen Lebensmittelgeschäft half. Aber wer konnte wissen, ob das stimmte? Genauso gut konnte Arturo sich gerade jetzt vor den Gefängnistoren die Beine in den Bauch stehen und auf seine Chance warten, ihn umzubringen.
Ian wurde in seinen Überlegungen durch einen heftigen Schlag in die Kniekehlen gestört. „Beweg dich, McGregor! Was glaubst du, was das hier ist? Eine Beerdigungsprozession?“
Ian war versucht, dem Wachmann den Knüppel zu entreißen und in den Hintern zu schieben. Doch er ließ es bleiben, so befriedigend der Gedanke auch sein mochte. Gegenwehr würde ihm nur eine Woche Einzelhaft und den Entzug seiner Fernsehprivilegien einbringen. Die Einzelzelle machte ihm nichts, aber er wollte nicht auf seine abendliche Fernsehstunde verzichten, besonders jetzt, da in den Privaten gezeigt wurde und täglich lief. Es ging doch nichts über einen Haufen gut gebauter Bräute in engen Badeanzügen, um das Blut eines Mannes in Wallung zu bringen.
Wie immer war die Truppe, die sich hier zur Entspannungsstunde einfand, in zwei Lager gespalten. Die hartgesottenen Pokerspieler, die nicht von den Karten lassen konnten, auch wenn sie nur Spielgeld setzten – und eine Hand voll Fernsehsüchtiger. Heute gab es für Ian und seine fernsehbegeisterten Freunde etwas Besonderes. Statt einer ganzen Stunde ihres Lieblingsprogramms hatten sie sich für eine halbe Stunde eines örtlichen Schönheitswettbewerbs und die letzten dreißig Minuten von entschieden.
Ian nahm einen Platz in der ersten Reihe ein, die Augen starr auf den Bildschirm gerichtet, wo sechs wohlgeformte Mädchen, Finalistinnen des Miss Columbus Schönheitswettbewerbs, in knappen Bikinis beschwingt über den Laufsteg staksten, so dass die wippenden Brüste aus den Bikinitops zu fallen drohten. Ian und seine Kumpels klatschten und johlten, sobald eine Bewerberin nah an der Kamera war und ihnen einen appetitanregenden Blick auf ihren festen Hintern bot. Sogar die Wachen stimmten ein, pfiffen und stierten die Mädchen an, als hätten sie noch nie nackte Haut gesehen.
„He“, sagte Larry Warmath, der Häftling neben Ian, als der Wettbewerb zu Ende war, „hat das einer aufgenommen?“ Blöd grinsend rutschte er wie ein Idiot auf seinem Stuhl herum. „Das möchte ich mir bei meinem nächsten Privatvergnügen noch mal ansehen.“
Alle lachten, doch Ian achtete nicht mehr auf die anderen. Die Fernbedienung in der Hand, schaltete er auf der Suche nach die Kanäle durch, bis zwei Frauen auf dem Bildschirm – eine dünne Blondine mit zu viel Make-up und eine Brünette mit weißer Schürze – seine Aufmerksamkeit erregten. Die schlanke, zarte Brünette war nicht gerade sein Typ, aber er musste zugeben, dass sie ein Blickfang war. Sie schien Mitte dreißig zu sein, wirkte jedoch viel jünger, wenn sie lächelte. Das dunkelbraune Haar war zurückgenommen und im Nacken mit einem weißen Band zusammengebunden. Ihre schönen, großen grauen Augen blickten offen, doch vor allem ihr Mund fiel ihm auf. Volle Lippen, an den Mundwinkeln leicht nach oben gezogen, weckten alle möglichen Fantasien.
Die beiden Frauen schienen in einem Restaurant zu stehen, das im Moment anscheinend noch nicht geöffnet hatte. Den Blick auf die Brünette gerichtet, hörte Ian zu.
„Heute“, begann die Blondine, „reden wir mit Abbie DiAngelo. Miss DiAngelo ist Besitzerin und Chefköchin des französischen Landrestaurants Campagne hier bei uns in Princeton.“
Ian richtete sich auf. Abbie DiAngelo? Er hatte mal eine Abbie DiAngelo gekannt. Seine Stiefschwester. Als er sie das letzte Mal gesehen hatte, war sie etwa acht gewesen. Deshalb war er nicht sicher, ob sie es war. Aber wie viele Abbie DiAngelos konnte es wohl geben?
„Her mit dem Ding!“ Warmath versuchte, Ian die Fernbedienung abzunehmen, doch der hielt sie außerhalb seiner Reichweite. „Wir interessieren uns nicht für Nachrichten, Mann. Wir wollen .“
„Das sind nicht die Nachrichten, also beruhige dich, Larry, okay?“
„Was für ‘n Scheiß is’ denn das?“
„Zwei gut aussehende Tussis. Das bringt dich doch nicht in Schwierigkeiten, Casanova, oder?“ Er zwinkerte den anderen zu, die bereits kicherten.
„Teufel, nein.“ Warmath, der nicht allzu helle war, leckte sich die Lippen und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. Ihm blieb ohnehin keine Wahl. Ian hatte die Fernbedienung und würde sie nicht hergeben. Und die übrigen drei Männer schienen nichts dagegen zu haben, sich die Frauen anzusehen.
„Miss DiAngelo“, fuhr die Reporterin fort, „ist eine Absolventin des ‚New York Culinary Institute‘ und den Bürgern aus der Gegend von Princeton wohlbekannt. Ehe sie ihr Restaurant eröffnete, führte sie den populären Partyservice DiAngelo Catering.“ Sie wandte sich der jungen Frau zu. „Und nun sind Sie soeben aus Lyon in Frankreich zurückgekehrt, wo man Sie mit einer der höchsten kulinarischen Auszeichnungen geehrt hat, dem Bocuse d’Or. Das ist eine unglaubliche Ehre für eine amerikanische Köchin, nicht wahr? Bisher hat niemand aus unserem Land eine solche Auszeichnung erhalten.“
Abbie DiAngelo lehnte an einem Tisch und konzentrierte sich auf die Reporterin, ohne auf die Kamera zu achten. „Ja, das stimmt. Offen gesagt habe ich nicht erwartet, als Gewinnerin heimzukehren. Ich wäre schon glücklich gewesen, unter die ersten zehn zu kommen. Schließlich habe ich zum ersten Mal an einem Wettbewerb teilgenommen.“
„Wie haben die Franzosen auf Ihren Sieg reagiert?“
Abbie DiAngelo lachte, und Ian glaubte, ein Grübchen in der linken Wange zu erkennen. „So wie sie auf Lance Armstrong reagiert haben, als er die erste Tour de France gewann.“ Mit gespieltem Entsetzen legte sie beide Hände an die Wangen. „‚
Die Reporterin lachte, doch Abbie wurde gleich wieder ernst. „Tatsächlich hätten sie vor, während und nach dem Wettkampf kaum netter sein können. Ein...




