E-Book, Deutsch, 1046 Seiten
Henke / de Maan / Drake Shadow Kiss
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-96898-268-7
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Drei Romane in einem eBook: »Vampire's Kiss - Gebieter der Dunkelheit«, »Schwur der Vergangenheit« und »Blutrote Nacht«
E-Book, Deutsch, 1046 Seiten
ISBN: 978-3-96898-268-7
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Sandra Henke, geboren 1973, gehört zu den Autorinnen, die sich nicht auf ein Genre beschränken, sondern ihre Leserinnen auf die unterschiedlichste Art begeistern - mit großen Liebesgeschichten, mit »Paranormal Romance« und erotischer Literatur. Unter dem Namen Laura Wulff veröffentlicht Sandra Henke außerdem erfolgreich Thriller. Sie lebt, glücklich verheiratet, in der Nähe von Köln. Mehr Informationen finden sich auf den Websites der Autorin (www.sandrahenke.de), auf Facebook (https://www.facebook.com/sandra.henke.autorin) und auf Instagram (www.instagram.com/sandra.henke.liebesromane). Bei venusbooks veröffentlichte Sandra Henke die Hot-Romance-Trilogie »London Lovers - Geheime Verführung«, »London Lovers - Gefährliche Küsse« und »London Lovers - Verbotene Gefühle«, sowie die Romane »Jenseits aller Tabus«, »Flammenzungen«, »Die Maske des Meisters«, »Opfer der Lust«, »Loge der Lust«, »Lotosblüte« und »Vampire's Kiss - Gebieter der Dunkelheit«, der auch im Sammelband »Shadow Kiss« erhältlich ist. Gemeinsam mit Kerstin Dirks verfasste Sandra Henke außerdem die erotische Trilogie über die Vampirloge Condannato, die ebenfalls bei venusbooks erschienen ist: »Die Condannato-Trilogie - Erster Band: Begierde des Blutes«, »Die Condannato-Trilogie - Zweiter Band: Zähmung des Blutes« und »Die Condannato-Trilogie - Dritter Band: Rebellion des Blutes«
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Kapitel 2
Die Nacht schien schwärzer als alle Nächte, die das Königreich Ingrimm je erlebt hatte. Nur der Schein einer fast heruntergebrannten Talgkerze, die auf der Kommode neben seinem Bett stand, schien schwach auf Wors Gesicht. Fiebrig rot waren seine Wangen, während Schweißtropfen an seinen Schläfen herabliefen.
Schwer atmend lag er mit geschlossenen Augen vor Loreena. Sie krallte ihre Fingernägel in den Unterarm. Sie wollte nicht Zeugin des grauenhaften Wandels ihres Vaters sein, doch er hatte sie gebeten, ihm beizustehen. Seit dem Moment, als Graf Aroq das Schlafgemach betreten hatte, ging es Wor schlechter. Die ungewisse Zukunft peinigte ihn. Dennoch stand sein Entschluss fest.
»Bringen wir es hinter uns.« Loreena sah Aroq flehend an und verfluchte gleichzeitig ihn und das Kribbeln in ihrem Schoß, als würde eine Ameisenstraße mitten durch ihre fleischige Schlucht führen.
Eisig erwiderte er ihren Blick. »Erst die Schriftrolle.«
Sie hielt inne, um Kraft zu sammeln, und schritt zur Nachtkommode. Mit zitternden Händen öffnete sie die unterste Schublade. Sie entnahm die Purpurne Schriftrolle, wandte sich schweren Herzens um und reichte sie zögernd dem Grafen.
Seine Augen funkelten lüstern im Kerzenschein, als er seine Finger um das Papier legte. Er hielt inne und genoss den Triumph.
Wor stöhnte, und Loreena suchte nach besänftigenden Worten. »Es wird alles gut, Vater.« Sie glaubte nicht daran, spürte sie doch mit jeder Faser ihres Körpers die mächtige Aura des Vampirs.
Obwohl Aroqs Miene immer noch steinhart war, erkannte sie ein Siegeslächeln hinter der Fassade. Angewidert rümpfte sie die Nase. Mochte er auch noch so anziehend sein, er war und blieb ihr Feind.
Der Graf öffnete unbeirrt das purpurfarbene Band, das die Schriftrolle umgab, rollte sie auseinander und las vor:
Man verbrenne einen Vampir durch das FEUER der Sonne,
mische hinzu die ERDE der Gräber von Menschen, die er ermordet.
Man entnehme der ERDE Kartoffeln und erzeuge Alkohol mit Wonne,
füge Weihrauch hinzu, soviel ein Atemzug LUFT erfordert.
Man mische WeihWASSER darunter, um der Elemente Balance zu bewirken,
etwas TränenWASSER, das um die Ermordeten wurde geweint.
Man entzünde die Mixtur mit FEUER, um die Vampirmacht zu verwirken,
atme ihren Duft, trinke die Filtration und reibe sich damit ein.
Blanker Zorn schlug Loreena entgegen. Nun wusste der Graf, dass das Ingrimmsche Volk Vampire tötete, um eine Mixtur zu erstellen und sie als Schutz gegen Valkenhorst einzusetzen. Aroq drängte sie in eine Ecke und riss ihr das Brusttuch fort, so dass ihr Busen aus dem Dekolleté hervorquoll. Sie hob die Hände, um ihn abzuwehren, doch er band das purpurne Band der Schriftrolle um ihre Handgelenke und fesselte sie an einen Haken an der Wand.
»Bitte macht mich los.« Er hob nur eine Augenbraue. Mit erklärenden Worten versuchte sie, die Situation zu entschärfen. »Gott erschuf die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft, aus denen seine gesamte Schöpfung hervorging. Da auch wir Geschöpfe Gottes sind, bestehen wir aus den vier Elementen. Die Vampire jedoch sind etwas Übernatürliches, stammen nicht aus seiner Hand. Für sie ist die Vereinigung dieser elementaren Mächte tödlich.«
Er stellte sich hinter sie, raffte ihren Rock und sprach durch fast geschlossene Lippen: »Nie wieder wird diese Rezeptur angewandt! Nie wieder wird die Purpurne Schriftrolle Erwähnung finden! Alle, die von ihrem Inhalt wissen, werden vernichtet.«
Was hatte er vor? Wollte er seine Wut an ihr auslassen? Sie bebte vor Furcht und Erregung.
»Wer weiß davon?« Unbarmherzig wetterte seine Stimme. »Wer, Loreena?«
Sie biss sich auf die Unterlippe. Niemals durfte er das erfahren. Da glitt seine Hand in ihre Leinenunterhose und schob sich zwischen die Schenkel, bevor Loreena sie schließen konnte. Mit dem kleinen Finger neckte er ihre empfindsamste Stelle. Er rieb ihre Klitoris von allen Seiten, drückte sanft den anschwellenden Knopf und massierte ihn. Sie wehrte sich, zappelte in ihren Fesseln und versuchte, Aroq zu treten, aber ihr rechter Fuß blieb in ihrem Rock hängen. Nun stand sie schwankend auf dem linken Fuß, bemüht, das Gleichgewicht zu halten, während er die Antwort auf seine Frage aus ihr herauskitzelte.
»Hört auf, ich flehe Euch an«, jammerte sie, gepeinigt von den unschicklichen Gefühlen. Sie fühlte sich wehrlos ihrer Erregung gegenüber, und ebendiese hatte der Graf in der Hand.
Er nahm unbeeindruckt den Kitzler zwischen Daumen und Zeigefinger und zwirbelte sie. »Bettelt ruhig. Das bringt mich nur dazu, fortzufahren.«
»Mein Vater …«, brachte sie mühsam hervor und stöhnte.
Plötzlich stopfte Aroq ihr das Brusttuch in den Mund. Sie reagierte panisch, aber er wisperte verführerisch: »Pst, wir wollen Euch doch nicht in eine peinliche Situation bringen.«
Wut wechselte sich mit Lust ab und Lust mit Zorn, der fortgeschwemmt wurde mit ihrer Feuchtigkeit, welche ihre Schenkel hinunterlief, unweit vom Krankenbett ihres Vaters. Sie bemühte sich, die Kontrolle zu behalten. Vielleicht konnte sie so tun, als würde seine Berührung sie nicht entflammen, so dass er von ihr abließ. Doch ihr Körper sprach eine eigene Sprache. Er bäumte sich auf, wenn die Lust ihre Muskeln verkrampfte. Sie drängte ihre Hüften gegen Aroqs Hand, stöhnte immer lauter, der Knebel dämpfte lediglich die Laute. Immer wieder schaute sie zu Wor, doch er schien im Delirium zu sein. Was würde der Graf tun, wenn der König bemerkte, was in seinem Gemach Unsittliches geschah? Wie sollte Loreena reagieren? Sie würde sterben. Selbst die Gefahr des Entdecktwerdens peitschte ihre Lust an, ließ sie vom Boden abheben und in Ekstase über die Türme von Tide fliegen, frei wie ein Vogel, losgelöst und berauscht von dem überwältigenden Gefühl eines Orgasmus, den sie bisher nur allein unter ihrer Decke erlebt hatte. Mit glühenden Wangen landete sie zuckend wie ein Aal in Aroqs Armen. Sie fühlte sich erschöpft, lusttrunken und glücklich, auch wenn der Vampir sie nicht um ihretwillen verwöhnt hatte, sondern um ihr Informationen zu entlocken. Das machte sie betrübt, aber das Nachglühen minderte ihre Traurigkeit.
»Ihr seid mir eine Antwort schuldig«, wisperte er sinnlich in ihr Ohr. Noch immer lag seine Hand in ihrem Schoß, der eben noch lichterloh gebrannt hatte und nun langsam abkühlte. »Wer kennt das Rezept?« Er entfernte den Knebel aus ihrem Mund.
»Ich kann nicht …«
Sie kam nicht dazu, den Satz zu Ende zu bringen, denn er begann aufs Neue, ihre Klitoris zu massieren. Die Knospe war hochempfindlich. Geschwollen und überreizt ragte sie aus seinem fleischigen Mantel und brauchte Ruhe. Sie war es nicht gewohnt, derart beansprucht zu werden. Loreena drückte die Beine zusammen, aber es half nicht. Graf Aroq legte seinen Mittelfinger auf ihren Kitzler, rieb vor und zurück und stieß immer wieder zwischen ihre Schenkel. Lust und Schmerz liegen nah beieinander, stellte Loreena fest, denn sie konnte nicht entscheiden, ob die erneute Reizung ihr gefiel oder nicht. Am Anfang überwog das Feuer, aber schnell fühlte es sich unangenehm an. Sie ertrug die Reibung nicht länger, zog an ihren Fesseln, strampelte und kämpfte, war jedoch machtlos.
Sie hatte Mühe zu sprechen. »Nur ich, König Wor und der oberste Priester Jahl. Er bereitet die Mixtur zu.« Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Nun lag ihr aller Schicksal in Aroqs Hand. Er konnte sie und ihren Vater mühelos blutleer saugen und das Reich unterwerfen. Sie spürte bereits seine langen Zähne schmerzhaft in ihrem Hals stecken. Loreena hatte nicht gewagt, die Mixtur an diesem Morgen zu trinken oder als Reinigungswasser oder Augentropfen zu benutzen. Schutzlos stand sie vor ihm. Er sah auf sie herab, voll leidenschaftlicher Rachegelüste. »Bitte! Zeigt, wie viel Euer Wort wert ist, Graf Aroq.«
Er ließ von ihrer Scham ab, roch an seinem nassen Finger und malte ihr mit ihrer Feuchte einen Bart auf die Oberlippe. Loreena empfand ihren Duft wie ein Aphrodisiakum und war erstaunt. Wie mochte Aroq dort unten wohl riechen?
Unvermittelt griff er in ihr offenes Haar, zog ihren Kopf in den Nacken und flüsterte ihr ins Ohr: »Nun seid Ihr mir ausgeliefert.«
Loreena bemerkte den Opiumduft, der ihn umgab. Man sagte Vampiren nach, Kälte auszuströmen, aber sie verspürte Hitze in seiner Nähe. Aroqs Lippen streiften ihre Wange. Erstaunt drängte sie sich an die Wand. Sie musste das Erlebte verarbeiten. Er legte die Hand unter ihr Kinn und zwang sie, ihm in die Augen zu sehen. Ihre Lippen berührten sich fast. Seine Augen sahen von Nahem nicht mehr schwarz aus, sondern dunkelviolett, wie zwei schimmernde Amethyste. Sein Atem roch wie die Brise in kühlen Morgenstunden. Loreena sehnte sich danach, seine Lippen auf ihren zu spüren, um zu erfahren, wie ein Vampir schmeckte. Hatte er sie begehrt und deshalb erregt? Oder spielte er mit ihr?
Wor stöhnte erneut.
»Wir sollten seinem Todeskampf ein Ende bereiten.« Aroq ließ von ihr ab, band sie los und setzte sich auf die Bettkante. Behutsam knöpfte er Wors Nachtgewand auf und legte seinen Hals frei. Dann senkte der Graf sein Haupt und stach seine langen Eckzähne in die Halsschlagader.
Loreena drehte sich um. Das saugende, schmatzende Geräusch zu hören, ekelte sie an, aber sie wollte ihren Vater nicht allein lassen. Die Ungewissheit über das Schicksal Ingrimms quälte sie. Hatten sie die richtige Entscheidung getroffen? Würde Graf Aroq regieren, aber den Menschen ihr Blut lassen? Oder waren seine Versprechungen Lügen? Die Zeit würde es zeigen. Lediglich ihr Odeur, das von ihrer Oberlippe...




