E-Book, Deutsch, 278 Seiten
Henke Fürstenkuss
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95824-789-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Drei Romane in einem eBook
E-Book, Deutsch, 278 Seiten
ISBN: 978-3-95824-789-5
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Sandra Henke, geboren 1973, gehört zu den Autorinnen, die sich nicht auf ein Genre beschränken, sondern ihre Leserinnen auf die unterschiedlichste Art begeistern - mit großen Liebesgeschichten, mit »Paranormal Romance« und erotischer Literatur. Unter dem Namen Laura Wulff veröffentlicht Sandra Henke außerdem erfolgreich Thriller. Sie lebt, glücklich verheiratet, in der Nähe von Köln. Mehr Informationen finden sich auf den Websites der Autorin (www.sandrahenke.de), auf Facebook (https://www.facebook.com/sandra.henke.autorin) und auf Instagram (www.instagram.com/sandra.henke.liebesromane). Bei dotbooks veröffentlichte Sandra Henke die Hot-Romance-Trilogie »London Lovers - Geheime Verführung«, »London Lovers - Gefährliche Küsse« und »London Lovers - Verbotene Gefühle«, die Romane »Jenseits aller Tabus«, »Flammenzungen«, »Die Maske des Meisters«, »Opfer der Lust«, »Loge der Lust«, »Lotosblüte« und »Vampire's Kiss - Gebieter der Dunkelheit«, der auch im Sammelband »Shadow Kiss« erhältlich ist, und die Contemporary-Romance-Highlights »Wo mein Herz dich sucht«, »Wer mein Herz gefangen nimmt«, »Wenn mein Herz dich findet« und »Was mein Herz sich wirklich wünscht«, sowie den Sammelband »Fürstenkuss«, der die romantischen Romane »Verbotene Küsse«, »Prinzessin unter falschem Namen« und »Obwohl ich dich nicht lieben wollte« vereint. Unter dem Namen Laura Wulff veröffentlichte Sandra Henke bei dotbooks die Thriller »Leiden sollst du«, »Nr.13« und »Opfere dich«. Gemeinsam mit Kerstin Dirks verfasste Sandra Henke außerdem die erotische Trilogie über die Vampirloge Condannato, die ebenfalls bei dotbooks erschienen ist: »Die Condannato-Trilogie - Erster Band: Begierde des Blutes«, »Die Condannato-Trilogie - Zweiter Band: Zähmung des Blutes« und »Die Condannato-Trilogie - Dritter Band: Rebellion des Blutes«
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Kapitel 2
»Bella, da bist du ja endlich. Ich freu mich so sehr, dich zu sehen!« Lilo Prinzessin von Lehnen stand in der Eingangstür des pompösen Gutshauses und strahlte heller als die Sonne.
Mit Freudentränen in den Augen knallte Prinzessin Bella die Wagentür zu und sprintete die Treppenstufen hinauf. Völlig außer Atem japste sie: »Ich habe dich so sehr vermisst«, und schloss ihre Tante in die Arme. Gut sah die 50-Jährige aus. Sie hatte ein paar Kilo zugenommen, was ihr hervorragend stand. Ein blütenweißes Kostüm schmeichelte ihren Hüften und brachte den üppigen Busen, um den Bella sie immer beneidet hatte, zur Geltung. Ihre blonden Haare trug sie hochgesteckt. Bella kannte sie gar nicht anders und konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, ihre Tante jemals mit offenen Haaren gesehen zu haben. Knopfgroße Rubine zierten das Dekolleté der Prinzessin, und auch ihre Ohrringe und Ringe waren mit den auffälligen Edelsteinen besetzt. Bella war erleichtert. Alles war so wie immer!
»Lass uns in den Salon gehen. Ich habe dort Tee und Gebäck bereitstellen lassen.« Lilo drückte ihre kleine Bella ein letztes Mal an sich und schob sie dann durch die Tür. Das Mädchen war zwar zur Frau geworden, schien sich aber sonst nicht verändert zu haben – zum Glück. »Karl wird sich um dein Gepäck kümmern.«
»Karl gibt es also auch noch«, seufzte Bella zufrieden und ließ ihren Blick durch die feudale Eingangshalle schweifen – dieselben Gemälde an denselben Stellen.
Lilo lachte, als sie den Salon betraten. »Du verhältst dich, als wärst du seit zehn Jahren nicht mehr auf Gut Sonnentraube gewesen. Hast du deinen Urlaub letztes Jahr aus deinem Gedächtnis gelöscht, ist er dir als so schlecht in Erinnerung geblieben?«
Neckisch stupste Bella ihre Tante an und nahm in einem der großen, ledernen Ohrensessel am Fenster Platz. Sehnsüchtig schaute sie in den Garten hinaus, der bis zur Mosel reichte und von ihren geliebten Weinbergen eingerahmt wurde. »Ich könnte Bäume ausreißen – so glücklich bin ich, wieder zu Hause zu sein. Und diesmal ist es nicht nur für ein paar Wochen, sondern für immer!«
»Das will ich hoffen«, antwortete Lilo und nahm ebenfalls Platz. Sie goss Tee ein, rührte Kandiszucker in ihre Tasse und biss genüsslich in ein Schokoladenröllchen. Es tat gut, das Liebste in ihrem Leben wieder um sich zu haben.
Bella schaute ihr schelmisch grinsend zu. »Und ich dachte, du empfängst mich mit einem guten Tropfen aus dem hauseigenen Weinkeller.«
Ihre Tante lachte. »Dafür ist es weiß Gott zu früh. Heute Abend gebe ich ein Willkommensfest für dich, und dort wirst du genügend Gelegenheiten haben, die Weine der Kelterei Sonnentraube zu genießen.«
»Oh, wie himmlisch.« Bella faltete ihre Hände wie zum Gebet und legte sie verträumt an ihre Lippen. »Wer wird dort sein? Sag schon, Tante Lilo.«
Prinzessin von Lehnen nahm einen Schluck Tee. »Du wirst viele Freunde wiedertreffen, mein Kleines.«
»Aber wen?«
Lilo lachte laut, so dass ihre Stimme im Salon widerhallte. »Du musst dich leider in Geduld üben. Ich bin schweigsam wie ein Grab. Es ist schließlich eine Überraschung, und Vorfreude …«
»… ist die beste Freude«, brachte Bella den Satz zu Ende. Sie verdrehte ungeduldig die Augen. »Wäre es doch schon Abend. Ich kann es kaum erwarten. Endlich bin ich zu Hause, wohne wieder mit dir unter einem Dach und bin umgeben von meinen Jugendfreunden.« Hastig fügte sie hinzu: »Und bald schon, von mir aus sogar morgen, machen wir Pläne für unser Hotel. Dort unten an der Mosel soll es stehen, aber es soll uns nicht den Blick auf den Fluss verbauen. Pferde für einen Ausritt durch die Weinberge wären auch eine tolle Attraktion. Die zwei, die wir besitzen, reichen nicht. Hotel Sonnentraube wird einschlagen wie ein Meteorit. Es wird eine Nobelherberge, ein Luxus-Schuppen, ein …«
Lilo unterbrach sie: »Nicht so voreilig, Bella. Wir müssen noch über etwas sprechen. Auch wenn es so aussieht, als wäre alles wie immer, so hat sich das Gut dennoch verändert.« Sie legte das Nussgebäck, das sie gerade in der Hand hielt, auf ihrer Untertasse ab. Unbeschreiblich weh tat ihr allein der Gedanke. Wie sollte sie Bella nur die Wahrheit sagen? Wie sollte sie ihr schonend beibringen, dass der Traum, den sie gemeinsam all die Jahre geträumt hatten, bereits geplatzt war – ja, dass sie vielleicht sogar umsonst studiert hatte?
Besorgt legte Prinzessin Bella die Hand auf Lilos Unterarm. »Was ist los? Du machst mir Angst. Was ist geschehen?«
»Es ist nicht einfach. Nur schwer kommen diese Worte über meine Lippen. Aber was gesagt werden muss, muss gesagt werden.«
»Tante, bitte.« Die goldblonden Haare fielen ihr über die Schulter, und Prinzessin Bella spielte nervös mit den Spitzen.
»Oh, mein liebes Kind«, begann Lilo mit zitternder Stimme, »Gut Sonnentraube geht es nicht gut. Die Käufer halten ihr Geld zurück. Dies sind harte Zeiten. Da werden Luxusgüter wie Wein als Erstes von der Einkaufsliste gestrichen.« Traurig schüttelte sie den Kopf, wobei ihre Hochsteckfrisur gefährlich wackelte. »Im letzten Jahr haben wir zwei Verträge mit Großkunden verloren. Ein herber Verlust, über den wir nie hinweggekommen sind.«
»Wieso hast du mir nichts davon gesagt?«
Lilo streichelte Bellas Hand. »Ich wollte dich nicht beunruhigen, du hast so hart gearbeitet. Ich hoffte, wir würden uns erholen, doch es geht weiter bergab. Keine neuen Großkunden. Keine neuen gewinnbringenden Verträge. Der Umsatz ist verschwindend gering. Wir stehen vor dem Aus.« Jetzt war es raus! Lilos Herz krampfte sich zusammen. Sie wollte nur das Beste für Bella. Nach dem Tod ihres Mannes vor zehn Jahren hatte sie gekämpft wie eine Mutter um ihr Kind, um Gut Sonnentraube auf dem Niveau zu halten, und sie hatte es geschafft – bis letztes Jahr der Einbruch kam. Sie hatte versagt. Ihre ganze Existenz stand am Abgrund. Und das Schlimmste war, sie hatte Bella enttäuscht.
»Unsere ganzen Pläne. Mein Hotellerie-Studium in der Schweiz. Das kann doch nicht alles umsonst gewesen sein!« Wütend hieb Bella mit der Faust auf den Mahagonitisch. »Wir dürfen nicht aufgeben, Tante. Ich werde nicht aufgeben. Jetzt bin ich wieder zu Hause, und gemeinsam schaffen wir es, Gut Sonnentraube aufzupäppeln.«
Zärtlich strich Lilo dem Wirbelwind über die gerötete Wange. Zu gerne hätte sie ihr gute Neuigkeiten überbracht. Bella war ihr Sonnenschein – so voller Leben und Energie. Vielleicht konnte die Prinzessin sich daher auch mit ihrem Plan anfreunden. Ein Plan, der viel Disziplin und Aufopferungsbereitschaft erforderte. »Wir schaffen das nicht, zumindest nicht alleine. Das Weingut schreibt schon zu lange rote Zahlen. Ich träume jede Nacht davon.«
»Dann holen wir Hilfe.« So leicht würde Bella nicht aufgeben. Sie war heimgekehrt, um endlich etwas auf die Beine zu stellen. Ihr ganzes Herzblut steckte in der Weinkelterei, und sie würde ihr Leben dafür geben, sie wieder profitabel zu machen. »Wir lassen uns beraten, nehmen einen Kredit auf.«
Bevor sie weiterreden konnte, hob Lilo die Hand, um sie sanft zum Schweigen zu bringen. »Es gibt eine Möglichkeit, aber die ist ziemlich unkonventionell.«
Bella lachte nervös. »Hast du nicht immer gesagt, ich bin eine Moselprinzessin in Jeans und T-Shirt? Das nenne ich unkonventionell. Ich würde alles tun, um Gut Sonnentraube zu retten!«
Ihre Tante wusste ihr Engagement zu schätzen, fand es aber dennoch voreilig. Wahrscheinlich würde der Wirbelwind in die Luft gehen, wenn er hörte, welche einzige Chance sie hatten. Aber wofür sollte Lilo diese Idee für sich behalten? Sie war die einzige Möglichkeit, der rettende Strohhalm.
»Lass mich einen lieben Freund zu uns bitten. Du wirst dich freuen, ihn wiederzusehen.« Sie gab einer Bediensteten ein Zeichen, worauf diese verschwand und mit einem betagten Herrn wiederkehrte.
»Graf Lennart von Segensberg!« Bellas Freudenschrei erschütterte den Salon. Schwungvoll sprang sie auf, lief auf ihn zu und umarmte ihn innig.
Bella kannte den sympathischen Grafen schon von Kindesbeinen an. Seine Frau war nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes gestorben. Seitdem hatte Lennart keine Partnerin gehabt. Seinen Sohn hatte er alleine großgezogen. Aber Bella war es nicht entgangen, dass er ihrer Tante seit geraumer Zeit den Hof machte – leider vergebens.
Zu gerne hätte Bella die beiden vereint gesehen. Doch ihre Tante hatte andere Vorstellungen von einem Mann. Sie wollte keinen Träumer mit langen, graumelierten Haaren, der immer in einem Tweedjackett herumlief, sondern einen adretten Adeligen im Anzug. Zu schade! Aber vielleicht stand nun eine Vereinigung kurz bevor? Bella grinste schelmisch. Würden sie bald Hochzeit feiern und damit die Weingüter Sonnentraube und Moselblick verschmelzen?
»Du strahlst – wie immer«, sagte Graf Lennart und kniff ihr sanft in die Wange. »Lass uns Platz nehmen. Du solltest sitzen, wenn du hörst, was deine Tante und ich dir vorzuschlagen haben.«
Kaum hatten sie Platz genommen, nahm Lilo Bellas Hand in die ihre und blickte sie eindringlich an. Welche Worte sollte sie wählen, um Verständnis zu ernten? »Mein liebes Kind, Lennart und ich haben lange überlegt. Wir sehen nur eine einzige Möglichkeit, um unser wunderschönes Gut zu retten.« Plötzlich zögerte sie. »Nein, zu unverschämt ist unsere Idee. Ich kann es dir nicht sagen.«
Bella schaute sie verwirrt an. Dies sah nicht wie eine Hochzeitsankündigung aus.
»Dann werde ich es tun, mit Verlaub.« Nachdem Lilo ihm zustimmend zugenickt hatte, fuhr...




