E-Book, Deutsch, Band 1, 329 Seiten
Reihe: Heart-of-Soho Trilogie
Henke LONDON LOVERS - Geheime Verführung
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-95885-756-8
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Roman | Heart-of-Soho-Trilogie 1: Maddy & Jared
E-Book, Deutsch, Band 1, 329 Seiten
Reihe: Heart-of-Soho Trilogie
ISBN: 978-3-95885-756-8
Verlag: venusbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Sandra Henke, geboren 1973, gehört zu den Autorinnen, die sich nicht auf ein Genre beschränken, sondern ihre Leserinnen auf die unterschiedlichste Art begeistern - mit großen Liebesgeschichten, mit »Paranormal Romance« und erotischer Literatur. Unter dem Namen Laura Wulff veröffentlicht Sandra Henke außerdem erfolgreich Thriller. Sie lebt, glücklich verheiratet, in der Nähe von Köln. Mehr Informationen finden sich auf den Websites der Autorin (www.sandrahenke.de), auf Facebook (https://www.facebook.com/sandra.henke.autorin) und auf Instagram (www.instagram.com/sandra.henke.liebesromane). Bei venusbooks veröffentlichte Sandra Henke die Hot-Romance-Trilogie »London Lovers - Geheime Verführung«, »London Lovers - Gefährliche Küsse« und »London Lovers - Verbotene Gefühle«, sowie die Romane »Jenseits aller Tabus«, »Flammenzungen«, »Die Maske des Meisters«, »Opfer der Lust«, »Loge der Lust«, »Lotosblüte« und »Vampire's Kiss - Gebieter der Dunkelheit«, der auch im Sammelband »Shadow Kiss« erhältlich ist. Gemeinsam mit Kerstin Dirks verfasste Sandra Henke außerdem die erotische Trilogie über die Vampirloge Condannato, die ebenfalls bei venusbooks erschienen ist: »Die Condannato-Trilogie - Erster Band: Begierde des Blutes«, »Die Condannato-Trilogie - Zweiter Band: Zähmung des Blutes« und »Die Condannato-Trilogie - Dritter Band: Rebellion des Blutes«
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Kapitel 1
Madeleine
Harley kam auf mich zu, langsam und bedrohlich. Alles an ihm wirkte düster. Seine schwarze Lederkluft mit dem Emblem der Bikergang »The Fang« – einem zähnefletschenden Wolf in einem Ring aus Feuer –, sein silberner Totenkopfring und seine imposanten Muskeln, die er unter seiner Lederweste zur Schau stellte. Selbst sein Lächeln hatte etwas Finsteres.
Ich erschauerte. Er jagte mir Angst ein.
»Wo ist dein Bruder, Jessica?«, fragte er mich in unheilschwangerem Ton.
Hilfe suchend sah ich die Gasse hoch und runter, durch die ich nach dem Klubbesuch zu meinem Auto hatte gehen wollen. Aber an beiden Enden standen Gang-Mitglieder und hielten Wache, damit niemand ihren Boss störte. Keine Rettung war in Sicht.
»Ich weiß es nicht.« Meine Stimme zitterte.
»Lüg mich nicht an!« Harleys Augen blitzten gefährlich auf, und ich wich unwillkürlich zurück.
»Ich sage die Wahrheit.« Als ich mit dem Rücken gegen die Hauswand hinter mir stieß, gab ich einen heiseren Schrei von mir.
Harley lachte sinnlich. Er ließ seinen Blick über meinen Körper wandern. Ein hungriger Ausdruck trat in sein Gesicht, und er leckte sich die Lippen. Es gefiel ihm offenbar, mich vor Furcht bebend vor sich zu haben, wahrscheinlich erregte es ihn sogar.
Als er mir wieder in die Augen sah, war sein Blick noch dunkler geworden. »Er ist vor uns geflüchtet, aber wir werden ihn finden.«
»Er hat euch nicht verraten!«, rief ich mit flehender Stimme.
»Dann ist es also Zufall, dass er untergetaucht ist, kurz bevor die Cops unser Versteck hochgenommen haben? Ich glaube kaum.«
»Er hat euch nicht verraten«, wiederholte ich verzweifelt, »er gehört doch zu eurer Gang.«
»Gehörte. Jetzt ist er unser Feind.« Harley stützte sich rechts und links von mir an der Wand ab und sah mir eindringlich in die Augen. »In welches Loch hat er sich verkrochen, Jess?«
Ich keuchte auf. Er war mir plötzlich so nah, dass ich den Whisky in seinem Atem roch und die Hitze spürte, die von seiner nackten Brust ausging. Schon immer hatte ich Harley begehrt, doch ich war klug genug gewesen, Abstand zu ihm zu halten.
Ich schluckte. »Er hat es mir nicht gesagt, das schwöre ich.«
»Das nehme ich dir nicht ab.« Überraschend zärtlich strich er über meine weißblonden Haare. Doch im nächsten Moment wickelte er sie so fest um seine Hand, dass ich meinen Kopf nicht mehr bewegen konnte.
Ich wimmerte. Halb aus Furcht, halb aus einem ganz anderen Grund: Harleys Berührung entfachte eine pochende Hitze in meinem Körper, und ich spürte, wie ich feucht wurde. »Was kann ich tun, damit du mir glaubst?«
Er zog meinen Kopf nach hinten, sodass ich zu ihm aufsehen musste. Ein anzügliches Grinsen umspielte seine Lippen. »Ich werde dich schon zum Singen bringen, Jess.«
Ich erschauerte. Unter anderen Umständen wäre dieser Kerl eine Sünde wert gewesen. Doch wer sich mit diesem heißen Typen abgab, drohte in seinem Feuer zu verbrennen. »Bitte«, flehte ich.
»Es macht mich scharf, wenn du bettelst.«
»Fick dich!« Vehement versuchte ich, seinem Griff zu entkommen.
Erneut lachte er. »Für Frauen wie dich habe ich meine ganz eignen Verhörmethoden.«
»Frauen wie mich?«
»Frauen, die Geheimnisse vor mir haben und die mich von sich wegschieben, obwohl ihr Blick sagt: Fick mich!«
Erst jetzt merkte ich, dass ich seine Oberarme gepackt hatte, um ihn abzuwehren. »Überheblicher Kerl!«
Blitzschnell schob er meinen Minirock hoch und fuhr mit seinen Fingern unter mein Höschen. Vor Schreck schrie ich auf, doch er brachte mich sofort zum Schweigen, indem er mich leidenschaftlich küsste. Ich konnte nicht anders, ich stöhnte in seinen Mund hinein und errötete.
Er löste den Kuss und schmunzelte. »Nun, Jess. Wo hat sich dein Bruder verkrochen?«
»Wie oft soll ich das noch wiederholen? Ich habe keinen blassen Schimmer.« Mir war bewusst, wie schwach und atemlos meine Stimme klang.
»Ich bin mir sicher, dass du dich bis zum Morgengrauen daran erinnern wirst.« Mit zwei Fingern drang er in mich ein, und ich schnappte nach Luft. »Wenn ich dich erst wieder und wieder an den Rand des Höhepunktes gebracht habe, wirst du irgendwann das Versteck deines Bruders herausschreien, damit ich dir erlaube, endlich zu kommen. Das verspreche ich dir.«
»Bitte, lass mich! Ich bin bereit, alles zu machen. Ich kann dir einen blasen, dass du die Engel singen hörst, wenn du mich nur gehen lässt.«
»Madeleine?«
Ertappt sprang Maddy Float aus dem abgewetzten Chesterfield-Ohrensessel, der zur Dekoration im hinteren Teil der Buchhandlung stand. Ihre Chefin hatte sie aus dem Kassenbereich ganz vorne am Eingang gerufen. Benommen hielt sich Maddy an der Rückenlehne fest. Sie hatte sich so sehr in den Roman hineinversetzt, dass sie sich nun fühlte, als wäre sie aus einem süßen Traum aufgeschreckt.
Nicht jetzt! Nur noch ein paar Minuten!, bettelte eine innere Stimme. Doch Harley verschwand bereits vor ihrem geistigen Auge. Widerwillig kehrte Maddy in die Realität zurück. Erst verschwommen, dann immer klarer nahm sie die Bücherregale um sich herum wahr. Der unverschämt attraktive Bad Boy war weg, und Maddy blieb allein zurück – mit dieser starken Sehnsucht nach einem Mann, der sie ebenso kompromisslos nahm wie Harley die zierliche Jess.
»Madeleine, hörst du mich?«
Maddy hörte die Frage, schaffte es aber einfach nicht zu antworten. Bad Boy Harley hatte sie noch zu sehr in seinem Griff. Sie wollte nichts lieber, als sich wieder in den erotischen Liebesroman zu vertiefen, den sie in den Händen hielt. In ihrer Fantasie wollte sie zu Jessica werden und von dem bedrohlichen Biker verhört werden. Stundenlang. Dort in der dunklen Gasse hinter dem Klub, in dem die Menschen tanzten und flirteten und nichts von der bittersüßen Folter in der Nähe ahnten.
»Da bist du ja, Madeleine«, erklang Catherine Oaks Stimme plötzlich ganz aus der Nähe. Sofort war Maddy wieder im Hier und Jetzt. Sie sah die Besitzerin der Buchhandlung Heart of Soho zwischen den Regalen mit den Krimis und Thrillern auf der einen und den Lebensratgebern auf der anderen Seite auf sich zukommen. Die ältere Frau hob ihren rechten Fuß nicht richtig hoch, weil Knieschmerzen sie plagten, wodurch die Schuhsohle über den unebenen Steinboden schlappte.
»Warum antwortest du denn nicht?«, fragte Catherine. »Ich habe mir schon Sorgen gemacht, dass du im Lager von der Leiter gefallen bist oder so. Du hättest ohnmächtig in einer Ecke liegen können.«
Rasch verbarg Maddy das Taschenbuch hinter ihrem Rücken. »Entschuldigung. Ich war …« Gerade dabei, von Harley vernascht zu werden. »Mit den Gedanken woanders.« Betont unschuldig schaute sie Catherine an, doch ihr Herz schlug heftig.
Dass sie während der Arbeitszeit gelesen hatte, war nicht weiter schlimm. Das tat ihre Chefin auch und sagte stets, dass das zu ihrem Job gehörte. Doch Maddy war es peinlich, dass sie in letzter Zeit ausgerechnet von Erotikromanen fasziniert war. Sicher würde ihre Chefin daraus schließen, dass Maddy sich nach einem starken Mann und hemmungslosem Sex sehnte. Womit sie natürlich recht hätte. Doch das wusste niemand. Nach außen hin war sie der ewige Single, die, die stets so tat, als würde es ihr nichts ausmachen, alleine zu wohnen, alleine auf Geburtstagsfeiern zu gehen und alleine in Urlaub zu fahren. Tat es aber doch.
Catherine hob die Brauen über ihren wässrig grauen Augen. Als sie lächelte, wirkten ihre Falten auf wundersame Weise etwas weniger tief. Wie immer trug sie knallroten Lippenstift. »Ach, du hast geschmökert.«
»Ich wollte eigentlich bloß kurz reinlesen, aber dann konnte ich nicht mehr aufhören.«
»Man kann nur verkaufen, was man selbst liebt«, sagte Catherine mit ihrer Bonnie-Tyler-Stimme. Sie rauchte seit 53 Jahren. »Ich hatte vor dir noch keine Angestellte, die eine so große Leidenschaft für Bücher hatte.«
»Es tut mir leid, dass du dir Sorgen gemacht hast und mich suchen musstest.« Und dass das Lesen mich vom Arbeiten abhält. Aber Maddy konnte einfach nicht die Finger von erotischen Romanen mit dominanten Helden lassen. Ihr Verlangen danach grenzte beinahe an eine Sucht. Früher hatte sie von Mr. Darcy und Edward Ferras geträumt, aber inzwischen sehnte sie sich nach einem anderen Typ Mann. Einem, der wusste, was er wollte, und sich nicht scheute, es zu nehmen. Der eine Frau in einen Strudel der Gefühle stürzen konnte und sie dazu brachte, Dinge zu tun, die sie sich vorher nicht hätte vorstellen können, die sie jedoch unglaublich erregten. Dessen Liebe ihr Herz in Gefahr brachte, aber der seine Liebste beschützte wie einen kostbaren Schatz.
»Anscheinend hat dich der Roman gefesselt. Das ist doch prima! Den müssen wir auf jeden Fall unseren Kunden empfehlen.«
Hitze stieg in Madeleines Gesicht. »Hm.«
»Was ist das denn für ein Buch, das dich so in seinen Bann gezogen hat?«
Verdammt! Maddys Wangen brannten noch heißer. Ausweichend antwortete sie: »Eine Neuerscheinung.«
»Welche denn?«
»Ich möchte es erst zu Ende lesen. Vielleicht ist bloß der Anfang spannend, und dann lässt die Geschichte nach. Könnte...




