Hensing | Die besten Tipps zum Lebenslangen Lernen | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 180 Seiten

Hensing Die besten Tipps zum Lebenslangen Lernen


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7519-9313-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 180 Seiten

ISBN: 978-3-7519-9313-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine wertvolle Hilfe in allen Phasen des lebenslangen Lernens. Unabhängig davon, was Sie lernen müssen oder wollen - hier erfahren Sie, wie es leichter und nachhaltiger geht. Und dass Lernen auch Spaß machen kann. Andreas Hensing, Diplom-Pädagoge und zertifizierter Lerncoach, war 30 Jahre als Personalmanager, Unternehmer und Unternehmensberater in der freien Wirtschaft tätig. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich ausschließlich mit allen Fragen rund um das Thema "Lebenslanges Lernen". Als Speaker, Coach, Referent, Dozent und Autor. Dieser Ratgeber fasst sowohl seine persönlichen als auch beruflichen Erfahrungen zusammen und ist zugleich Leitfaden und Nachschlagewerk.

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(M)eine kleine Lerngeschichte


Wenn ein berühmter Sportler ein Buch schreibt – zum Beispiel über Trainingsmethoden –, dann steht zu Beginn etwas über seine Erfolge, Medaillen, Titel. Ein Politiker oder Diplomat schreibt, was er zum Weltfrieden oder zur Bewältigung großer Krisen beigetragen hat. Ein Unternehmer oder Wirtschaftsboss schreibt über die Entwicklung von Unternehmen in den globalen Märkten.

Nach fast 30 Jahren in der Wirtschaft kann ich auf keine derart beeindruckende Bilanz meiner Erfolge zurückblicken – weder in meiner Zeit als Personalmanager noch als Unternehmer oder Unternehmensberater. Und wer befasst sich schon gern mit Mittelmaß? Sehen Sie – ich auch nicht.

Deshalb möchte ich mich in meiner Historie lediglich mit meinen eigenen Lernphasen auseinandersetzen. Um die geht es ja schließlich in einem Buch über Lebenslanges Lernen. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr fällt mir dazu ein.

Die ersten 19 Jahre überspringe ich einfach. Denn über das Lernen als Klein- und Schulkind gibt es jede Menge Literatur. Schade nur, dass die meisten Schüler sie nicht gelesen haben. Auch ich habe in meiner Schulzeit bestimmt eine Menge gelernt. Zum Abschluss habe ich ein halbwegs ordentliches Abitur geschafft, und vieles weiß ich heute noch. Das gehört einfach zum Allgemeinwissen. Wie ich das alles in meinen Kopf bekommen habe, weiß ich allerdings nicht mehr. Das Lernen für die Schule ist mir auch über viele Jahre unendlich schwer gefallen. Das hat sich erst in der Oberstufe geändert, als ich kaum noch etwas auswendig lernen musste. Insgesamt habe ich mich irgendwie so „durchgewurschtelt“. Wie so viele meiner damaligen Altersgenossen oder der Schülergenerationen vor und nach mir.

Nur wenige Tage nach meinem Abitur – am 1. Juli 1974 – ging ich als Offizieranwärter zur Marine. Vom ersten Tag an setzte sich dort – in der Grundausbildung an der Marineschule Mürwik – das Lernen fort. Wir erfuhren nicht nur, wie ein Gewehr auseinandergebaut wird, sondern lernten auch Grundlagen in Wehrrecht und Nautik, das Morse- und Flaggenalphabet sowie die Lichterführung von Schiffen.

Anschließend begann unsere Zeit auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“. In der Segel-Vorausbildung war vor allem wichtig, möglichst schnell die knapp 200 Tampen (das sind Taue) identifizieren zu können, die an Oberdeck belegt und zur Bedienung der 23 Segel erforderlich sind. Schließlich sollten wir sie auf See bedienen: Segel hissen, einholen, reffen, brassen… Wenn wir nicht an Oberdeck damit beschäftigt waren, standen Wetterkunde, Navigation oder Seemannschaft auf dem Lehrplan.

Hinterher an der Marineschule mussten wir alles lernen, was zum Führen eines Schiffes erforderlich ist. Und zur Führung einer Mannschaft. Etliches war dabei sehr praxisorientiert. Wir lernten, einen zweimastigen Segelkutter zu segeln und ein Motorboot zu fahren. Beides kann ich heute noch. Aber – ich wollte mich ja kurz fassen…

Nach einem ersten Bordpraktikum begann ich 1976 mein Studium an der heutigen Helmut-Schmidt-Universität – meiner Alma Mater, die damals Hochschule der Bundeswehr Hamburg hieß. Dass ein Studium ab dem ersten Tag etwas mit Lernen zu tun hat, muss ich nicht extra erwähnen. Studiert habe ich Pädagogik – das war das einzige Studienfach, das nicht so stark „verschult“ gewesen ist. Unsere Studienschwerpunkte konnten wir weitgehend selbst bestimmen, doch die zu bewältigende Stoffmenge war schon sehr hoch. Wir hatten damals – und das hat sich bis heute nicht geändert – drei Semester pro Jahr. Und selbst bei den Pädagogen gab es „Stolperfächer“ wie Statistik und empirische Sozialforschung mit fast 50% Durchfallquote bei der ersten Klausur. Ich hatte den Ehrgeiz, das Studium in der schnellstmöglichen Zeit durchzuziehen und schaffte es in knapp drei Jahren. Unmittelbar danach folgten zahlreiche mehrmonatige Fachlehrgänge – schon wieder oder immer noch lernen – an der Überwasserwaffen-, Unterwasserwaffen-, Schiffsicherungs-, Fernmelde-, Ortungs- und Logistikschule. Ich hoffe, ich habe kein Institut vergessen.

Zur ersten realen Fachverwendung – also meinem ersten Einsatz an Bord eines Schiffes als Fernmeldeoffizier – kam ich 1981. Natürlich musste ich mich wie in jeden Job erst einmal praktisch einarbeiten. Vor allem, wie von der Brücke aus ein Zerstörer gefahren wird. Einzeln und im Verband. Wie anund wieder ablegen auch ohne Schlepperhilfe funktioniert, tanken während der Fahrt geht oder ein „Mann-über-Bord-Manöver“ abläuft. Oder wie von der Operationszentrale aus per Funk Flugzeuge gelenkt werden können, die U-Boote suchen. Insgesamt absolvierte ich drei Kurzeinsätze von jeweils sechs Monaten. Immer bis zur Außerdienststellung – „Pensionierung“ – der Schiffe, die so alt waren, dass sie für die Amerikaner schon Einsätze im zweiten Weltkrieg hinter sich hatten.

Da ich Diplom-Pädagoge bin, wurde ich anschließend Hörsaalleiter – also Klassenlehrer – an der Marineschule Mürwik und bildete die neuen Offizieranwärter aus. Den Lehrstoff musste ich erst selbst lernen und dann daraus den Unterricht vorbereiten. Wobei ich den Kadetten in jedem Fach jeweils mindestens drei Stunden voraus war. Anschließend ging ich mit den Kadetten auf das Schulschiff „Deutschland“ und führte die Ausbildung dort unter Bordbedingungen weiter.

Dann wurde es Zeit für den nächsten Karriereschritt – quasi vom Abteilungsleiter zum Hauptabteilungsleiter. Jetzt im Bereich Logistik. Vorher galt es wiederum, einen sechsmonatigen Lehrgang an der Marine-Versorgungsschule zu absolvieren und „endlich wieder“ ganz viel zu lernen. Übrigens war das nicht das Schlechteste, denn die Schule befand sich in List auf Sylt. Der Lehrgang dauerte von Mai bis Oktober – also zur Hauptreisezeit, und wir waren in reetgedeckten Häusern unmittelbar am Strand untergebracht. Ohne Kaserne drumherum, dafür mit einem Offiziersheim auf einer Sanddüne direkt daneben und meinem Surfboard vor der Zimmertür. Windsurfen habe ich übrigens dort auch gleich gelernt.

Anschließend wurde ich auf einen Lenkwaffenzerstörer geschickt, der auch von den Amerikanern stammte. In jenes Geschwader wollte ich unbedingt, da mit der Funktion als 1. Schiffsversorgungsoffizier – mit Verantwortung für Logistik, Verpflegung, Ersatzteilwesen, Personal, Administration und Finanzen – auch ein fünfmonatiger Lehrgang an der „Naval Officer Supply Corps School“ in Athens Georgia/ USA verbunden war. Auf diesem Lehrgang lernten wir unter anderem, amerikanische Rüstungsgüter direkt aus dem US-Versorgungssystem zu beziehen. Auf den Lehrgang in den USA wurden wir übrigens mit einem dreimonatigen Intensivkurs beim Bundessprachenamt in Köln-Hürth vorbereitet. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 1985, und ich bin schon elf Jahre bei der Marine, beinahe sieben Jahre davon in Ausbildung oder Studium.

Ein paar Monate nach Abschluss der US-Ausbildung wurde es Zeit für den nächsten Lehrgang, den sogenannten Stabsoffizierslehrgang an der Führungsakademie in Hamburg. Hier werden die Offiziere aus allen Teilstreitkräften zusammengezogen und lernen, was sie als Repräsentanten der Bundeswehr im höheren Dienst wissen müssen, zum Beispiel im Bereich der Verteidigungspolitik. Aber im Prinzip handelte es sich dabei um ein dreimonatiges Assessment-Center, in dem die Spitzenkräfte im Hinblick auf ihre Eignung für den General- oder Admiralstab identifiziert werden sollten. Etwas musste ich richtig gemacht haben, denn ich schloss als Lehrgangsbester ab.

Danach tat ich wieder Dienst auf „meinem“ Zerstörer, bis das Schiff kurz vor Weihnachten 1987 im Ärmelkanal bei Sturm Feuer fing und fast komplett ausbrannte. Zum Glück überlebten alle Besatzungsmitglieder, und wir konnten das Schiff sogar noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest in den Heimathafen nach Kiel bringen.

Kurze Zeit später – zwischenzeitlich hatte ich ein Containerdorf neben dem Zerstörer aufgebaut – bekam ich wieder einmal einen neuen Job. Ich wurde A1 im Admiralstab der Zerstörerflottille. Das ist nichts anderes als der Personalchef für alle Schiffe der Marine. Auf diese Aufgabe wurde ich – übrigens erstmals in meiner Marinelaufbahn – nicht mit einem gesonderten Lehrgang vorbereitet. Einarbeiten musste ich mich natürlich. Das war mein letzter Job bei der Marine.

Denn ich erlag den Verlockungen der Wirtschaft und kündigte. Schuld daran war die Axel Springer Verlag AG, die mich als Personalmanager für eine Großdruckerei in der Nähe meiner Heimatstadt Hamburg mit damals 1.800 Beschäftigten haben wollte. Was folgte, waren ein Einarbeitungsprogramm und mehrere Seminare im Arbeitsrecht. Arbeitsrecht lernte ich zwar auch im Studium, doch das war neun Jahre her. Bei Springer musste ich natürlich auch lernen, wie eine Druckerei funktioniert, wie man mit den Betriebsverfassungsorganen zusammenarbeitet, wie die neue EDV funktioniert und vieles mehr. In Streikzeiten – und wir wurden oft bestreikt – wurde ich...



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