Herden | Wir Buddenbergs - Das Geheimnis vor der Tür | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 224 Seiten

Reihe: Wir Buddenbergs

Herden Wir Buddenbergs - Das Geheimnis vor der Tür

Band 2
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7336-5043-8
Verlag: FISCHER Sauerländer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Band 2

E-Book, Deutsch, Band 2, 224 Seiten

Reihe: Wir Buddenbergs

ISBN: 978-3-7336-5043-8
Verlag: FISCHER Sauerländer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine verrückt-liebenswerte Familie - das zweite Abenteuer der Buddenbergs! Die neunjährige Mia hat die trubeligste Patchworkfamilie, die man sich vorstellen kann. Da gibt es ihren großen Grufti-Bruder, die wilden kleinen Zwillinge, ihre liebevoll-chaotische Mutter, den grummelig-gutmütigen Opa, diverse Väter und natürlich Mias Sozusagen-Schwester und beste Freundin Lisbeth. Kein Wunder, dass bei den Buddenbergs immer was los ist und sie von einem Abenteuer ins nächste stolpern. Um bei all dem Kuddelmuddel den Überblick zu behalten, zeichnet Mia alles auf Karten in ihr Tagebuch. An dem Tag, an dem diese Geschichte beginnt, hüpften Mia und Lisbeth jubelnd aus der Schule. Die Ferien wartenen auf sie, Weihnachten stand vor der Tür, und es schneite in dicken weißen Flocken. »Das wird das beste Weihnachten überhaupt«, sagte Mia. »Mindestens«, bestätigte Lisbeth. Dabei wussten die beiden noch nicht einmal, dass in diesen Weihnachtsferien nicht nur eine Menge Schnee, sondern auch ein merkwürdiger Besuch und ein unheimlich spannendes Geheimnis auf sie warteten ... Eine ganz und gar nicht besinnliche Weihnachtsgeschichte für kleine und große Chaoten - inklusive Wohlfühl-Spannung und dem guten Gefühl, dass am Ende immer alles gut wird. Mit vielen Bildern von Florentine Prechtel Alle Bände von ?Wir Buddenbergs?: Band 1: Wir Buddenbergs - Der Schatz, der mit der Post kam Band 2: Wir Buddenbergs - Der Geheimnis vor der Tür Band 3: Wir Buddenbergs - Abenteuer machen keine Ferien (erscheint im Frühjahr 2019) Serie bei Antolin gelistet

Antje Herden, geboren 1971, reiste nach dem Abitur zwei Jahre lang um die Welt. Es folgten ein Architekturstudium und weitere Auslandsaufenthalte. Im Anschluss machte sie sich als Redakteurin und als Schriftstellerin selbständig. 2018 wurde Antje Herden mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnet. Sie lebt mit ihren beiden Kindern in Darmstadt.
Herden Wir Buddenbergs - Das Geheimnis vor der Tür jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Ein geheimnisvolles Paket


Wenn Mama vom Winter erzählte, lag immer Schnee, und sie rodelte mit einem Holzschlitten die steilsten Hügel hinunter. Wenn Opipi vom Winter erzählte, lag noch mehr Schnee, und die Hänge, die er sich mit seinem großen Rodel hinunterstürzte, waren auch viel steiler. Ich habe immer geglaubt, die beiden würden übertreiben. Denn im letzten Jahr hat es nicht ein einziges Mal geschneit und in dem davor nur ganz wenig.

Aber an dem Tag, als diese Geschichte begann, hüpften Lisbeth und ich jubelnd aus der Schule. Die Ferien warteten auf uns, Weihnachten stand vor der Tür, und es schneite in dicken weißen Flocken.

»Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus!«, sangen wir.

Der Schnee machte die Stadt ganz still und versuchte, auch unsere Stimmen zu verschlucken. Aber unser Lied schallte trotzdem durch die rieselnde Pracht.

»Die Welt, die Welt sieht wie gepudert aus.«

Wir fingen die Schneeflocken mit unseren Zungen.

Manche Menschen behaupten, dass Schnee nach gar nichts schmecken würde. Dabei stimmt das nicht. Schnee ist sogar sehr köstlich. Er hat den Geschmack von Himmel und Kälte und Frieden.

»Das wird das beste Weihnachten überhaupt«, sagte ich.

»Mindestens«, bestätigte Lisbeth.

Dabei wussten wir noch nicht einmal, dass in diesen Weihnachtsferien nicht nur eine Menge Schnee, sondern auch ein merkwürdiger Besuch und ein unheimlich spannendes Geheimnis auf uns warteten.

Geheimnisse lieben wir. Mit meine ich die ganze Familie Buddenberg – Mama, Opipi, meinen ältesten Bruder Joshua, meine kleinen Zwillingsbrüder Luis und Lukas und mich. Natürlich gehören Klaus, der Papa der Zwillinge, Joshuas Vater, der Seemann, und mein Papa genauso zu uns. Und auf alle Fälle auch Lisbeth, meine beste Freundin. Klaus ist nämlich nicht nur der Papa von Luis und Lukas, sondern auch der zweite Papa von Lisbeth, darum ist sie so etwas wie meine Schwester. Klaus und Lisbeth wohnen zusammen mit Lisbeths Mama Mona im Haus gegenüber. Obwohl man auch sagen könnte, dass Lisbeths Mama gegenüber wohnt, während Lisbeth und Klaus dort oft nur übernachten. Den Rest der Zeit sind sie in der Schule und im Büro oder bei uns. So jedenfalls kommt es mir manchmal vor.

»Was ist das da?«, fragte Lisbeth, als wir vor unserer Villa ankamen.

»Ein Paket«, sagte ich, denn das war es. »Merkwürdig, dass der Postbote es einfach hier draußen stehen gelassen hat.«

Ich spürte ein kleines Fußkribbeln, das mich immer überfällt, wenn ein Abenteuer ruft. Oder auch, wenn Gefahr droht. Ich schaute mich genau um, konnte aber weder ein Abenteuer noch irgendeine Gefahr entdecken. Vielleicht kribbelte es vor lauter Vorfreude auf das Schneevergnügen, auf die Ferien, auf Weihnachten und überhaupt. Es gab an diesem Tag so viele Gründe für Fußkribbeln.

»Bei euch scheint keiner da zu sein«, vermutete Lisbeth.

»Aber wir haben doch eine Fußmatte und ein Dach über dem Eingang. Da kann man sehr gut Pakete abstellen, wenn keiner da ist«, sagte ich verwundert.

Dieses Paket stand aber mitten auf dem Weg im rieselnden Schnee. Als wäre der Postbote in großer Eile gewesen oder hätte das Paket schnell loswerden wollen.

»Vielleicht tickt es?«, überlegte Lisbeth.

»Du meinst, wie eine Bombe?«, fragte ich erschrocken.

»Das wäre doch supercool, oder?« Lisbeth schaute mich mit leuchtenden Augen an. »Der Postbote musste wahrscheinlich fliehen, bevor sie hochging.«

»Ich glaube, du hast zu viele Krimis gelesen«, sagte ich.

»Man kann nicht zu viel lesen«, meinte Lisbeth. »Ist außerdem alles Recherche.« Sie träumt davon, eines Tages eine legendäre Detektivin zu werden.

Wir liefen vorsichtig auf das Paket zu und lauschten. Außer dem fallenden Schnee war jedoch nichts zu hören. Nicht der kleinste Laut. Lisbeth hockte sich neben das Paket und hielt ein Ohr daran. Dann auch das andere.

»Nur zur Sicherheit«, murmelte sie. »Es kann ja sein, dass ich auf dem einen Ohr nicht so gut höre und das noch nicht weiß.«

»Verstehe«, wisperte ich. »Aber sei vorsichtig!«

Lisbeth schloss die Augen, um sich ganz auf die Geräusche im Paket zu konzentrieren.

»Nichts«, sagte sie schließlich und klang ziemlich enttäuscht.

»Wir nehmen es mit rein«, sagte ich und schloss die Haustür auf.

»Ich glaube, das geht nicht«, stöhnte Lisbeth hinter mir.

Als ich mich umdrehte, sah ich, wie sie versuchte, das Paket hochzuheben. Sie hatte ihre Lippen zu einem schmalen Strich zusammengepresst und war vor Anstrengung beinahe lila im Gesicht. Doch das Paket bewegte sich keinen Millimeter. Es wackelte nicht mal.

»Was immer da drin ist, es wiegt etwa tausend Kilo«, schätzte Lisbeth. »Auf alle Fälle so viel wie zwei Kästen Wasser. Mindestens.«

Am liebsten hätte ich sofort eine Karte von sehr, sehr schweren Dingen in meinen Lebensatlas gezeichnet. Das ist mein Skizzenbuch für alles, was mir passiert oder begegnet und worüber ich noch mal genauer nachdenken muss.

Jetzt aber versuchte ich erst einmal, gemeinsam mit Lisbeth das sehr, sehr schwere Paket hochzuheben.

»Keine Chance«, sagte ich stöhnend. »Das müssen Mama oder Opipi reintragen.«

Lisbeth nickte. »Oder Klaus.«

»Auf keinen Fall Klaus. So ein Paket ist viel zu gefährlich für ihn«, sagte ich.

Wir prusteten los. Klaus ist nämlich ein echter Pechvogel, ihm würde das schwere Paket wahrscheinlich auf die Füße fallen.

»So platt, wie die dann wären, würde er nie wieder passende Schuhe finden«, sagte Lisbeth. »Er müsste sein Leben lang barfuß laufen.«

»Oder sehr, sehr ausgelatschte Pantoffeln tragen«, sagte ich.

Schließlich beschlossen wir, das Paket zu lassen, wo es war, und sofort in den Park zu gehen. Wir wollten nichts riskieren. Wer wusste schon, wie lange der Schnee liegenbleiben würde? Also brachten wir schnell unsere Ranzen in die Villa und liefen los.

»Vielleicht ist in dem Paket das Weihnachtsgeschenk vom Seemann«, überlegte Lisbeth.

Joshuas Papa ist wirklich ein Seemann und segelt über die Weltmeere. Von überall schickt er uns Postkarten. Irgendwann wollen wir aus jedem Land der Erde eine Karte haben. Das ist aber nicht so einfach. Nicht einmal für einen Weltumsegler. Obwohl er auch öfter Päckchen mit Geschenken schickt, war ich mir sicher, dass das Paket nicht vom Seemann kam.

»Der Seemann ist doch selbst das Geschenk«, sagte ich lachend.

»Stimmt ja! Er kommt zu Besuch«, sagte Lisbeth mit glänzenden Augen.

Ich nickte froh. »Ja, und das schon übermorgen.«

»Juchu!«, rief Lisbeth.

Sie wusste, dass Weihnachten mit dem Seemann ein richtiges Abenteuer werden würde. Und Lisbeth liebte Abenteuer genauso wie ich.

Am meisten freute sich natürlich Joshua auf seinen Papa. Er sieht ihn nur sehr selten. Auch wenn das immer noch öfter ist, als ich meinen sehe. Mein Papa ist nämlich schon vor langer Zeit gestorben. Ich kann ihn zwar jeden Tag auf dem Friedhof besuchen und mir auch die alten Fotos von Mama und Opipi angucken, aber richtig und in echt gesehen habe ich ihn nie.

»Jetzt bauen wir erst mal einen Schneemann«, bestimmte Lisbeth.

»Die Nase habe ich schon«, sagte ich und zog die große Möhre hervor, die ich eben noch schnell aus der Vorratskammer geholt hatte.

Lisbeth grinste. »So viel Schnee liegt ja gar nicht. Das wird ein ziemlich kleiner Schneemann mit einer sehr großen Nase.«

»Ein unperfekter Schneemann, der perfekt zur Familie Buddenberg passt«, sagte ich.

Kein Buddenberg hat eine sehr große Nase, doch bei jedem von uns ist irgendetwas anderes zu groß. Das Herz, der Mut, Geheimniskrämerei, die Liebe fürs Theater, manche Sorgen, der Verstand oder die Abenteuerlust.

Lisbeth nickte. Sie wusste genau, was ich meinte.

Im Park trafen wir die anderen. Man konnte sie sehr gut erkennen, denn obwohl es zum ersten Mal seit Ewigkeiten schneite, waren nur wenige Menschen unterwegs. Die meisten von ihnen beeilten sich und trugen einen Schirm, als würde es regnen.

»Die Buddenbergs freuen sich für alle anderen mit«, sagte Lisbeth und grinste mich an.

Ich grinste froh zurück.

Luis und Lukas bauten zusammen mit Joshua einen Schneemann. Das Keah und das Fuddel, Luis’ Stofffetzenkuschelwesen, die er überall mit hinnahm, saßen in einer Astgabel darüber und schauten zu. Die Zwillinge trugen merkwürdige Mützen, die Mamas erstes, letztes und auch einziges Strickprojekt gewesen waren. Man wusste warum, wenn man die Mützen anschaute. Mama kann ganz viele Sachen. Stricken gehört nicht dazu. Aber Luis und Lukas trugen die Mützen mit Stolz und um Mama eine Freude zu machen. Ich glaube, so mutig wie die beiden wäre ich nicht gewesen, obwohl ich Mama natürlich auch froh machen möchte.

Joshua trug ebenfalls eine Mütze, natürlich eine schwarze, so wie alle seine Kleider und auch seine langen Haare schwarz sind. Mitten im Schnee erinnerte er noch mehr an einen schönen Vampir als sonst.

Hinter den Büschen hörte man lautes Gejubel. Dort verbargen sich Klaus und Opipi. Sie lieferten sich mit Mama eine Schneeballschlacht. Dabei lachten und johlten sie wie kleine Kinder.

»Mia! Lisbeth!«, rief Luis und kam auf uns zugerannt. »Es schneit! Habt ihr gesehen? Es schneit! Und wir bauen einen Schneemann. Einen ganz richtigen Schneemann.«

Er nahm meine Hand und zog mich mit sich.

»Wollt ihr auch mitbauen?«, fragte Lukas. »Wir haben aber leider keine Möhre.«

»Doch«, sagte ich und zog sie aus meiner Tasche.

»Juchhu! Eine Nase!«, rief Luis.

Joshua nahm...


Prechtel, Florentine
Florentine Prechtel malte schon in ihrer Kindheit die Gehwege an und studierte dann auch folgerichtig Malerei und Bildhauerei in Mönchengladbach, Karlsruhe und Freiburg. Die Neugier trieb sie übers Meer, und sie lebte in Rom, Berlin und Barcelona. Inzwischen hat sie sich mit Mann, Kind und Katz in Freiburg niedergelassen.

Herden, Antje
Antje Herden, geboren 1971, reiste nach dem Abitur zwei Jahre lang um die Welt. Es folgten ein Architekturstudium und weitere Auslandsaufenthalte. Im Anschluss machte sie sich als Redakteurin und als Schriftstellerin selbständig. 2018 wurde Antje Herden mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnet. Sie lebt mit ihren beiden Kindern in Darmstadt.

Antje HerdenAntje Herden, geboren 1971, reiste nach dem Abitur zwei Jahre lang um die Welt. Es folgten ein Architekturstudium und weitere Auslandsaufenthalte. Im Anschluss machte sie sich als Redakteurin und als Schriftstellerin selbständig. 2018 wurde Antje Herden mit dem Peter-Härtling-Preis ausgezeichnet. Sie lebt mit ihren beiden Kindern in Darmstadt.
Florentine PrechtelFlorentine Prechtel malte schon in ihrer Kindheit die Gehwege an und studierte dann auch folgerichtig Malerei und Bildhauerei in Mönchengladbach, Karlsruhe und Freiburg. Die Neugier trieb sie übers Meer, und sie lebte in Rom, Berlin und Barcelona. Inzwischen hat sie sich mit Mann, Kind und Katz in Freiburg niedergelassen.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.