Herken / Sontheim-Leven / Weiguny | Machtgebiete | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 248 Seiten

Herken / Sontheim-Leven / Weiguny Machtgebiete

Was Managerinnen erleben und wie sie gegenhalten
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-593-46193-9
Verlag: Campus Verlag Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Was Managerinnen erleben und wie sie gegenhalten

E-Book, Deutsch, 248 Seiten

ISBN: 978-3-593-46193-9
Verlag: Campus Verlag Digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Von blöden Sprüchen über gezielte Fiesheit und Übergriffigkeit bis zu unfairen männlichen Allianzen: Wie kann es sein, dass Frauen es ganz nach oben schaffen und dabei auch heute noch regelmäßig Unglaubliches erleben müssen? Anna Sophie Herken, Christina Sontheim-Leven und Bettina Weiguny berichten, wie Topmanagerinnen sich in den männlichen Machtgebieten der Wirtschaft gegen alltäglichen Sexismus und systemische Hürden behaupten. Sie haben mit über 50 namhaften Managerinnen, Unternehmerinnen und Gründerinnen gesprochen, die hier offen und unverblümt schildern, wie sie sich durchboxen und welche Gegenstrategien sie sich zurechtlegen. Vor dem Hintergrund einer an vielen Orten neu erstarkenden »Maskulinität« starten sie einen kraftvollen Call to Action. - Anna Sophie Herken will durchsetzen, dass Frauen in Führung endlich nicht nur als Thema der Fairness anerkannt wird, sondern auch der Performance und des wirtschaftlichen Erfolgs. - Christina Sontheim-Leven will strukturelle Ungleichbehandlung stoppen, damit sie nie wieder über »gescheiterte« Top-Frauen lesen muss oder ihre Ideen trotz Expertise erst aufgegriffen werden, wenn ein Mann sie vorträgt. - Bettina Weiguny will, dass die Generation ihrer Töchter den CEO-Posten genauso selbstverständlich für sich beansprucht wie Männer das tun, und Kollegen bei übergriffigem Verhalten nicht durchkommen mit »Das war doch nicht so gemeint«.

Anna Sophie Herken, Ex-Allianz-Managerin, Multi-Aufsichtsrätin, ist seit Sommer 2023 Vorständin bei der GIZ.
Herken / Sontheim-Leven / Weiguny Machtgebiete jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Unfair Play an der Spitze – warum braucht es dieses Buch?


Ein Buch über die Erfahrungen von Managerinnen, die es in die männlichen Machtgebiete der Konzerne geschafft haben – das ist heikel, das wird das spektakuläre Ende eurer Karrieren sein! Das prophezeiten uns einige Stimmen im Vorfeld: »Wenn ihr darüber schreibt, stellt euch kein Mensch mehr ein! Ihr bekommt nie wieder einen Auftrag oder ein Mandat!« Man sah uns wahlweise in der beruflichen Einöde (»Ihr werdet als kompliziert gelten, und niemand will komplizierte Frauen«) oder unterstellte uns Naivität (»Wisst ihr denn nicht, wie die Männer ticken gegenüber so einem Buch?«) Und überhaupt: Welche Managerin soll da denn mitmachen und mit euch reden? Das sind doch alles seltene Einzelfälle! Da sprechen doch nur die verkrachten Existenzen, die sich an der Männerwelt rächen wollen. »Frauenthemen« sind out – beziehungsweise viel zu heikel, um sich da derzeit zu exponieren.

Gerade darum und gerade jetzt wollen wir damit an die Öffentlichkeit, haben wir drei Autorinnen uns gedacht! Über unsere verschiedenen Netzwerke wie Generation CEO oder #Die Nächste und Zonta, wo wir uns für die Rechte von Frauen, für Gleichstellung und gegen Gewalt an Frauen einsetzen, hatten wir immer wieder Berührungspunkte. Und in unseren Gesprächen wurde zunehmend deutlich, dass auch Topmanagerinnen sich immer noch in den weitgehend männlichen Konzern- und Unternehmensspitzen gegen systemische Hürden und Vorurteile, blöde Sprüche und Mansplaining behaupten müssen. Wie sie versuchen, ihren eigenen Weg, ihre eigene Stimme zu finden. Als sich in Amerika die ersten Anzeichen einer neu erstarkenden »Maskulinität« und eines »Backlashs«, der weg von Diversität, weg von einer Gleichstellung führt, zeigten, war für uns klar, dass wir dem ein starkes Narrativ entgegensetzen müssen: Der Zeitpunkt für eine neue Perspektive auf die Machtgebiete in den Führungsetagen war gekommen.

Dieses Buch ist überfällig. Und eins können wir heute schon stolz verkünden: Zum ersten Mal berichten mehr als 50 Topmanagerinnen aus namhaften Unternehmen darüber, was sie erleben, sie an der Spitze angekommen sind. Und im Gegensatz zu denen, die uns lieber schweigen sehen würden (und es dabei durchaus gut mit uns meinen), ist die überwältigende Reaktion von Frauen im Spitzenmanagement, denen wir von unserem Projekt erzählen, der Ausruf: »Das kenne ich! Da kann ich dir etwas erzählen, das so haarsträubend ist …«

Dieses Buch ist ehrlich. Unsere Interview-Partnerinnen haben unglaublich offen erzählt und vielen war es ein echtes Bedürfnis, ihre Erlebnisse ungeschönt mitzuteilen, ihre Ratschläge für jüngere Managerinnen zu formulieren, damit diese es mal einfacher haben, weil sie wissen, was auf sie zukommt. Die meisten Gespräche starteten mit Aussagen wie: »Wenn ich gewusst hätte, wie aufreibend es ist als einzige Frau«, »Allein unter Männern – das war normal für mich, bis ich gemerkt habe …« oder »Ob Mann oder Frau war für mich nie ein Thema, aber in den Meetings dann …« und endeten häufig mit: »Das wäre einem Mann nie passiert!«

An der Spitze sind die Frauen immer noch in der Außenseiterposition, sie sind »the one odd out«, ein merkwürdiges Fremdwesen.

Die geschilderten Erlebnisse belegen, dass es sich bei Hürden, Vorurteilen und alltäglichem Sexismus nicht um Einzelfälle handelt. Von einer Gleichstellung in den Führungsetagen sind wir im Jahr 2025 weit entfernt. Daher fragen wir: Warum verschwenden wir so viel Potential und damit auch viele Milliarden Euro, um an einem altbackenen System aus den 50er Jahren festzuhalten, statt ein neues so zu bauen, dass starke und kluge Frauen nicht nur in die Führungsetagen kommen, sondern dort auch bleiben und wirksam werden können?

Dieses Buch ist uns ein Herzensanliegen. Damit es künftig nicht mehr reflexhaft heißt, die Frau an der Spitze sei »gescheitert«, wenn sie zurücktritt. Damit unsere Töchter sich keine dummen Sprüche anhören müssen und von Kollegen ständig unterbrochen werden. Damit sie genauso selbstverständlich den Chefsessel für sich beanspruchen, wie die Jungs das tun. Damit Kollegen mit übergriffigem Verhalten nicht mehr durchkommen und unsere Söhne sich als Unterstützer an die Seite ihrer Kolleginnen stellen. Es ist an der Zeit, dass wir eine Gesellschaft schaffen in der ›Gleichstellung‹ kein Buzzword, sondern Realität ist. Davon würden nicht nur wir Frauen, sondern auch die Männer profitieren, denn das bestehende System macht auch die Männer krank und presst sie in altmodische Rollen. Und geht vielen ebenfalls auf den Wecker.

Es wäre also an der Zeit, sich gemeinsam der verkrusteten Strukturen zu entledigen und eine integrative Kultur mit gemischten Führungsteams einzuführen. Natürlich hat sich seit den 50er oder 80er Jahren viel verändert. Natürlich sind große Fortschritte erzielt worden, vor allen Dingen aber – ehrlicherweise – dank der Quoten. Von allein hätte sich weit weniger bewegt, das Prinzip Selbstverpflichtung hat nicht funktioniert.

Die gestandenen Persönlichkeiten, die wir interviewt haben, verraten ihre Tipps und Tricks, ihre Learnings und Lessons. Sie geben ihre persönlichen Lifehacks für junge Managerinnen, die auch an die Spitze wollen. Wir behaupten übrigens nicht, dass Frauen per se die besseren Menschen oder Manager sind. Auch unterstellen wir den allermeisten Männern nicht, dass sie Frauen gezielt sabotieren. Doch es ist zum Haare-Raufen: Seit 20 Jahren weiß man, dass gemischte Teams kreativer und produktiver sind und sich schon aus wirtschaftlicher Sicht lohnen. Trotzdem dauert es nach den aktuellen Zahlen des aktuellen Global Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums (WEF) bei der derzeitigen Entwicklungsgeschwindigkeit noch etwa 123 bis 134 Jahre, bis weltweit Geschlechterparität erreicht ist.

Wenn man den Bundeskanzler hört, so wird man die Regierung an ihren Taten messen. Im Wahlkampf hatte Friedrich Merz, so erinnert sich Bettina Weiguny, noch zur Parität gesagt: »Wir tun damit auch den Frauen keinen Gefallen.« Auf der »Chef:innensache«-Konferenz im Juli 2025 dann aber: »Wenn weniger als ein Viertel der Chefposten mit Frauen besetzt ist, gibt es noch viel zu tun.« Bei der Besetzung von Topstellen spielten nicht selten Faktoren eine Rolle, »die Männer begünstigen und Frauen benachteiligen«. Merz sieht hier »Handlungsbedarf«. Wir auch!

Anhand des üblichen Jobzyklus zeigen wir die Fehler an den Sollbruchstellen im System: Von der Rekrutierung, dem Jobantritt, dem Onboarding, einzelnen Situationen des Joballtags, vom Meeting bis zum Offsite, bis hin zum – mitunter – bitteren Ende.

Wir werfen einen Blick auf die ungehörigen Fragen im Vorstellungsgespräch, auf misslungenes Onboarding und die täglichen Machtspiele in den Meetings, auf schlüpfrige Avancen bei Geschäftsessen oder Offsites und die Stolpersteine, die auf der Bühne lauern, zeigen Männer-Allianzen und exklusive Boys-Clubs. Wir machen einen exklusiven Schlenker in die Welt der Zahlen zu einer Berechnung des Benefits, den die Gesellschaft sich entgehen lässt, weil sie die Talente der Frauen nicht ausschöpft. Wir schauen uns in der jungen Gründerszene um, wandern weiter zur vielbeschworenen »sisterhood«, gehen auf den »Gamechanger Kind« ein und landen schließlich bei der Frage: Warum sagen so viele Frauen irgendwann: »Ich tue mir das nicht mehr an.«

Die Frage, die sich hier natürlich anschließt, lautet: Was muss sich ändern, damit die Managerinnen nicht rausfallen, »scheitern«, sich zurückziehen? Damit auch Frauen sich wirksam an der Spitze entfalten können? Wir wollen eine Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen und der Unternehmenskultur! Wie die aussehen müssten, das umreißen wir im Abschluss-Kapitel.

So viel sei hier schon verraten: Es wäre der Abschied von der »Rabenmutter«, von Chauvi-Sprüchen, »Rückenfreihalten« und Meetings um 18 Uhr. Es wäre das Ende des »Er macht Karriere und sie verdient ein bisschen hinzu«-Modells als Standard und vom Ehegattensplitting. Das erfordert mutige Entscheidungen in der Politik und vor allem eine bessere Infrastruktur in der Kinderbetreuung. Es braucht engagierte Männer, die in Teilzeit und Elternzeit gehen, die die Hälfte der Care-Arbeit übernehmen und ihre Teilnahme an All Male Panels und Gremien verweigern. Es bedarf mutiger Frauen, die die...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.