E-Book, Deutsch, Band 2547, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Herren Perry Rhodan 2547: Garrabo in den Tod
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8453-2546-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"
E-Book, Deutsch, Band 2547, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2546-0
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Als Mekka der Science Fiction ist die Schweiz nicht unbedingt bekannt. Das könnte sich bald ändern: Mit seinem Roman 'Das Fanal' stieg der in Bern geborene Schriftsteller Marc A. Herren zu Beginn des Jahres 2010 ins Autorenteam der PERRY RHODAN-Serie ein. Als Sohn eines Bäckerehepaars lernte Marc A. Herren nach eigenen Worten 'schon früh die Symbiose von Handwerk und Kreativität kennen'. Der am 21. März 1976 geborene Schweizer half seinen Eltern in der Bäckerei, entwickelte aber unterschiedliche Interessen, die sich alle um das Geschichtenerzählen drehen: Lesen, Schreiben, Filme und Theater. Bereits als Jugendlicher las er mit großer Begeisterung die Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN. An den Weltraum-Abenteuern interessieren ihn bis heute vor allem 'die kosmische Dimension und die faszinierenden Charaktere'. Herren besuchte die Wirtschaftsmittelschule, später die Höhere Fachschule für Wirtschaft; seitdem ist er diplomierter 'Betriebswirtschafter HF'. Zwischendurch leistete er seinen Militärdienst ab. Jahrelang arbeitete Herren für eine große Schweizer Bank, bei der er in der Funktion eines Teamleiters im Bereich E-Banking tätig war. Seine 'kreativen Gelüste' entführten ihn im Sommer 2000 nach Hollywood an die New York Film Academy. Die gewonnene Greencard schlug er allerdings aus und kehrte zurück in 'die gute alte Schweiz', wo er an seiner 'bürgerlichen Karriere' arbeitete. Parallel dazu verfasste der junge Autor eigene Kurzgeschichten und nahm an Schreibwerkstätten teil, bei denen er Kontakte knüpfte. In der Folge schrieb er Romane für die Amateur-Serie 'Thydery', die moderne Science-Fiction-Ideen mit einer groß angelegten Hintergrund-Geschichte verbindet. Dadurch wurde die PERRY RHODAN-Redaktion auf ihn aufmerksam. Da man für die neue Reihe PERRY RHODAN-Action, die im Frühjahr 2008 startete, auch auf 'neue Köpfe' setzen wollte, wurde Marc A. Herren angesprochen. 'Ich war völlig überrascht', erinnert sich der Autor, 'dass ich an der Serie mitwirken durfte, die mich ein Leben lang geprägt hat.' Auf sein Engagement bei PERRY RHODAN-Action, für das er von Fans wie Kritikern sehr gelobt wurde, folgten ein ATLAN-Taschenbuch sowie ein Roman für die Reihe PERRY RHODAN-Extra. Danach war für die Redaktion der größten Science-Fiction-Serie der Welt klar: Marc A. Herren muss ins Team - im Januar 2010 wurde er offiziell in die Riege der Teamautoren aufgenommen. Der Autor, der fließend Englisch, Französisch und Schwedisch und 'leidlich' Spanisch und Italienisch spricht, ist darüber hinaus in vielen anderen Bereichen tätig. So wirkte er als Pressechef eines erfolgreichen Damenvolleyball-Teams und arbeitete in den Ferien immer wieder für eine schwedische Tauchbasis auf Gran Canaria. Im Sommer 2009 entschied er sich endgültig dazu, seinem Traum zu folgen: Für ein Jahr siedelte er von der Schweiz nach Gran Canaria über, um dort tagsüber als Tauchlehrer tätig zu sein und abends schreiben zu können. Im Herbst 2010 folgt der nächste Schritt in Herrens schriftstellerischem Werdegang: Bei der Taschenbuchserie ATLAN-X ist er erstmals für die Ausarbeitung der Exposés verantwortlich. Damit geht für Marc A. Herren, der einst über ein ATLAN-Zeitabenteuer zu PERRY RHODAN gestoßen war, ein weiterer Kindheitstraum in Erfüllung.
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2.
21. April 1463 NGZ,
13 Uhr Terrania-Standardzeit
T minus 95 Stunden
Perry Rhodan lehnte sich in seinem Sessel ein wenig zurück, sorgsam darauf bedacht, die Bewegung nicht als Unmutsäußerung erscheinen zu lassen.
Er spürte die Anspannung der Personen, die rund um den Verhandlungstisch saßen. Neben Atlan und ihm hatten Gucky, das Konzept Lloyd/Tschubai sowie Julian Tifflor Platz genommen. Daneben saßen die Vertreter der drei Andromedavölker: Grek 11 von der Dezentralen Überwachungsinstanz der Maahks, Daore Hapho als Vertreter Cerdo Perisas vom Volk der Gaids und der tefrodische Admiral Meruv Tatur.
Das Wand-Holo des Konferenzraumes zeigte Farben und Eindrücke aus der JV-1-Zentrale.
Unstetes Rot beleuchtete die Gruppe.
Es rührte vom Haupt-Holo-Globus, der den optischen Standard-Eindruck eines Trafitron-Fluges zeigte; ein düsterrotes Wallen und Wabern, das von dunklen Schlieren durchzogen wurde. Es erinnerte den Unsterblichen ein wenig an eine spartanische Blutsuppe, deren Zubereitung er einst vor Jahrtausenden beigewohnt hatte. Nur die vereinzelt aufzuckenden hellroten Flächenblitze passten nicht zu diesem Bild, erinnerten eher an Gewitterwolken bei Sonnenuntergang.
Die JULES VERNE durchpflügte das übergeordnete Kontinuum mit Höchstgeschwindigkeit. Umgerechnet auf den Standard-Raum legte sie so jede Sekunde 14,26 Lichtjahre zurück, fantastische 51.333 Lichtjahre pro Stunde. Die 62.890 Lichtjahre zwischen dem Tri-System und dem eroberten Handelsstern FATICO vermochte das schnellste Schiff der Menschheit in nur zweiundsiebzig Minuten zu fliegen.
Die Zeitspanne war kurz – aber womöglich war sie dennoch zu lang, um rechtzeitig bei FATICO einzutreffen und auf die veränderte Lage reagieren zu können.
40.000 Schlachtlichter griffen die gleiche Anzahl Schiffe der Alliierten an; unter normalen Umständen hätten die Kriegsschiffe der Frequenz-Monarchie leichtes Spiel. Julian Tifflor hatte ihnen aber berichtet, dass die Verteidigungsflotte der Alliierten die Nähe zum wertvollen Handelsstern taktisch geschickt ausnutzte und es zu einer Art Patt-Situation gekommen war.
Rhodan hoffte, dass sich diese Ausgangslage während der Flugzeit nicht zu ihren Ungunsten veränderte.
Der Terraner kam nicht umhin, sich einzugestehen, dass er sich unbehaglich fühlte. Weniger durch die derzeit herrschende düstere Atmosphäre, sondern mehr, weil er nach seinem Gusto an einer Verbesserung der Lage zu wenig beitragen konnte.
Die Führung dieser Allianz aus verschiedenen Völkern zweier Galaxien oblag Atlan. Dieser hatte sich seine Stellung durch wichtige Kooperationen mit den Tefrodern, Maahks und Gaid-Rebellen erarbeitet. Die Andromeda-Völker vertrauten ihm und wussten, dass der rotäugige Fuchs mit seiner Erfahrung und seinem bisweilen kompromisslosen Vorgehen die richtige Wahl bedeutete.
Die richtige Wahl ...
Rhodan rief sich zur Ordnung. Atlan war die richtige Wahl; er hatte seinen Wert in dieser Besprechung wieder einmal bewiesen.
Innerhalb von kurzer Zeit hatte sich die Lage durch den Angriff der Monarchie grundlegend geändert und der sorgsam erstellte Plan war obsolet geworden.
Der alte Arkonide hatte zwar kurz geflucht, aber bereits als er den Befehl zum Abflug aus dem Tri-System gegeben und die Vertreter der Alliiertenvölker zu sich gebeten hatte, war es Rhodan klar gewesen, dass sein Freund erste Lösungsansätze erarbeitet hatte.
Atlan blickte in die Gesichter der Anwesenden. »Die allgemeine Lage bei FATICO hat sich grundlegend verschlechtert. Wir wissen nicht, ob wir den Handelsstern lange genug halten können, bis wir genügend Verstärkung herbeigeschafft haben.«
»Verstärkung, die uns beim Angriff auf die Hibernationswelten fehlen wird!«, warf der Gaid Daore Hapho ein. Sein rotes Facettenauge glitzerte im Schein der Holosphäre.
»... die wir aber – zumindest theoretisch – dadurch kompensieren können, dass wir für den Angriff auf Hibernation-6, woher die vierzigtausend Schlachtlichter stammen, weniger Einheiten einsetzen können!«, hielt Atlan dagegen. »Auf der anderen Seite ist es aber auch gut zu wissen, dass wir die strategische Bedeutung des Handelssterns richtig eingeschätzt haben. Hätten wir unsere eigenen vierzigtausend Einheiten nicht dort zusammengezogen, hätte die Frequenz-Monarchie den Handelsstern bereits zurückerobert.«
»FATICO besitzt für den Gegner eine fast existenzielle Bedeutung«, meldete sich Rhodan erstmals zu Wort. »Mittels der Handelssterne kann die Frequenz-Monarchie ganze Distribut-Depots über große Distanzen verschieben. Da von den vier Stationen in Andromeda nur noch FATICO funktioniert, schneiden wir dem Gegner in großem Maßstab seinen Nachschub ab.«
»Solange wir FATICO halten können!«, warf Gucky ernsthaft ein. Der Kleine hatte die Unterhaltung bisher wortlos mitverfolgt.
Julian Tifflor deutete auf die Holoplatte des Tisches, die eine vereinfachte Stellarkarte Andromedas zeigte. Die derzeit »heißesten« Schauplätze schwebten dreidimensional und farbig über der gerasterten Darstellung: Der eroberte Handelsstern FATICO leuchtete grünlich. In einem hellen Orange glommen das in der Zentrumszone liegende Multika-Sonnentransmitter-Duo und das weit entfernte Holoin-Fünfeck, wo der größte Teil der Alliiertenflotte auf seinen Einsatz wartete. Die fünf Hibernationswelten waren blau eingefärbt, der Bengar-Sternhaufen mit den Distribut-Depots KJALLDAR und HASTAI, sowie das Tri-System mit dem Planeten Gleam und dem Polyport-Hof DARASTO, von dem sie gerade kamen, leuchteten rötlich.
»Wie lange dauert es, um vom Holoin-Fünfeck genügend Verstärkung zum Handelsstern FATICO zu schaffen?«
»Zu lange«, lehnte Atlan mit dumpfer Stimme ab, um sofort nachzuschieben: »Die Situationstransmitter ermöglichen einen Überlichtfaktor von fünfzehn Millionen. Für die knapp siebenundsiebzigtausend Lichtjahre Distanz müsste man nicht ganz vierzig Stunden Flugzeit einkalkulieren.«
»Fast zwei Tage«, sagte Tiff nachdenklich.
Perry Rhodan blickte seinen alten Freund an. Trotz der angespannten Lage umwob ein leises Lächeln seine Mundwinkel.
Julian Tifflor hatte sich ursprünglich nur ein grobes Bild von der Lage verschaffen wollen. Als er auf FATICO Zeuge des Angriffes der Frequenz-Monarchie geworden war, hatte er den Transferkamin nach DARASTO benutzt, um ihn und Atlan zu informieren. Kurz danach war die Verbindung zwischen dem Handelsstern und dem Polyport-Hof zusammengebrochen und hatte – zumindest bis zum Abflug der JULES VERNE – nicht wieder etabliert werden können.
Atlan hatte Tiff – zumal als quasi offiziellen Abgeordneten des Galaktikums – umgehend als gleichberechtigten Partner des strategischen Kommandos akzeptiert.
»Allerdings«, fügte Atlan hinzu, »haben wir mit der Stoßimpuls-Generator-Plattform ZEUT-80 und der bestehenden Sonnentransmitterverbindung zwischen Holoin und Multika zwei nicht zu unterschätzende Hilfsmittel, die uns Rochaden erlauben.«
»Rochaden?«, echote Daore Hapho.
»Ein Begriff aus einem terranischen Strategiespiel namens Schach«, sagte Julian Tifflor.
»... genauer gesagt, stammt der betreffende Spielzug aus dem arkonidischen Strategiespiel Garrabo«, korrigierte ihn Atlan mit einem feinen Lächeln.
Daraufhin zögerte er kurz, was Rhodan seinerseits mit einem leichten Grinsen zur Kenntnis nahm. Atlans Extrasinn hatte ihn höchstwahrscheinlich für die nicht notwendige Entgegnung getadelt.
»Das Multika-Duo befindet sich lediglich 11.605 Lichtjahre von FATICO entfernt«, fuhr der Arkonide gefasst fort. »Eine Distanz, die man mit einem Situationstransmitter, wie er durch den Stoßimpuls-Generator von ZEUT-80 erzeugt wird, in knapp sieben Stunden überbrücken kann.«
In kurzen Sätzen erläuterte Atlan, wie er den Angriff auszuführen gedachte.
Julian Tifflor pfiff anerkennend durch die Zähne.
»Wir sind uns also einig?«, vergewisserte sich Atlan. Er ließ seinen Blick in die Runde schweifen. »Wir gehen auf volles Risiko und ziehen den Angriff durch?«
Rhodan lächelte. Der alte Arkonide hatte mit der üblichen Brillanz – selbstverständlich von seinem Logiksektor unterstützt – die eigene Planung innerhalb weniger Sekunden geändert.
Grek 11 bewegte sich umständlich in seinem Sessel. »Je mehr Zeit wir dem Gegner zugestehen, um sich gegen unsere Allianz zu rüsten, desto kleiner werden unsere Erfolgsaussichten«, drang es aus einem Außenlautsprecher seines Schutzanzuges. »Ein sofortiges Zuschlagen ist aus diesem Grund die einzig logische Taktik.«
Daore Hapho beugte seinen nur faustgroßen Kopf leicht nach vorne. Die münzgroße goldene Scheibe, die er an einer Kette um den zehn Zentimeter langen Hals trug, schlingerte hin und her. Auf ihr war in einer Holografie der Oberkörper eines Gaids zu erkennen.
»Wir wussten, dass uns der Sieg nicht auf das Haupt regnen wird«, kam es mit rauchiger Stimme von dem Gaid. »Wir wussten auch, dass die Frequenz-Monarchie ein perfider Gegner ist, der vor nichts zurückschreckt. Deswegen sind wir über die veränderten Parameter nicht überrascht und vertrauen auf die Möglichkeiten unserer Allianz.«
Der tefrodische Admiral Meruv Tatur hob die rechte Hand und strich sich durch das dunkle Haar. »Ich vertraue ebenfalls auf die Allianz. Allerdings sehe ich die derzeitige Entwicklung mit großer Sorge. Der Kampf Geschwader gegen Geschwader ist durch Kenntnisse der Flottenstärken und deren Feuerkraft grob berechenbar. Aber wir kämpfen gegen einen Feind, der im Großen wie im Kleinen gefährlich werden kann: Er ist in...




